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Klimawandel

So sehen Beweise aus!

 
Aufgedreht: Klicken Sie auf das Bild, um das animierte Gif der globalen Temperaturen zu sehen. © Climate Lab Book/@edhawkins
Aufgedreht: Klicken Sie auf das Bild, um das animierte Gif der globalen Temperaturen zu sehen. © Climate Lab Book/@edhawkins

Die globale Erwärmung gibt es nicht? Wer diese Animation sieht, erkennt: Es gibt keinen Zweifel. Sie zeigt die realen, gemessenen Temperaturen auf der Erde im Jahresmittel und wie sie seit über 150 Jahren steigen. Die Basis dafür sind Wetteraufzeichnungen und kein Modell, keine Prognose, keine Spekulation.

Die Welt heizt sich auf. Eine jüngst veröffentlichte Temperaturspirale zeigt: Besonders in den letzten Jahrzehnten wurde ist immer schneller wärmer. Unser Planet kratzt jetzt an der 1,5-Grad-Marke. Nun ist Wetter zwar nicht gleich Klima, aber die Summe aller hier visualisierten Daten verdeutlicht, wie sich der Globus erwärmt.

Ausgedacht haben sich die Darstellung der Klimaforscher Ed Hawkins und sein Kollege und Grafiker Jan Fuglestvedt. Sie basiert auf den HadCrut4.4-Daten des britischen Wetterdienstes (Met Office) und umfasst die Entwicklung der globalen Temperaturen von Januar 1850 bis März 2016 in Relation zum Mittelwert von 1850 bis 1900.

Hawkins hat als Autor am fünften Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC mitgewirkt. Seit 1990 werden solche Berichte zum Stand der Klimaforschung herausgegeben, inklusive der stets wiederholten Mahnung: Der Mensch erwärmt die Atmosphäre seit der Industrialisierung. Wird nicht drastisch gegengesteuert, werden die Folgen dramatisch sein. Und es eilt.

Wärmer, wärmer … heiß!

Doch es dauerte bis zum Klimagipfel 2015 in Paris, ehe Industrie- und Schwellenländer erstmals beschlossen, alle gemeinsam gegen den Klimawandel vorzugehen. Ihr offiziell erklärtes Ziel: die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius zu begrenzen, womöglich gar auf 1,5 Grad. Jedes Land hat dazu Klimaschutzpläne vorgelegt, auch Deutschland.

Hierzulande wird es ebenfalls wärmer – nicht nur kurzfristig. Die Jahresdurchschnittstemperaturen sind seit 1881 im Mittel um 1,37 Grad Celsius angestiegen, wie Grafiken von ZEIT ONLINE zeigen. Wissenschaftler sind sich sicher, dass auch die Erwärmung in Deutschland mit dem weltweiten Klimawandel zusammenhängt.

Sie möchten mehr über den Klimawandel wissen? Zahlreiche Stücke finden Sie auf dieser Themenseite. Weitere Fundstücke aus dem Netz gibt's im Teilchen-Blog.

97 Kommentare

  1.   Nie_wieder_Krieg

    „das leugnen des klimawandels sollte mit dem leugnen der existenz von konzentrationslagern auf eine stufe gestellt werden :-(“

    Solche Aussagen sind dazu geeignet eine Verharmlosung des Holocaust und damit einhergehend eine Verhöhnung der Opfer des deutschen Faschismus zu begünstigen.

    (Andere Beispiele hierfür sind Termini wie „Hühner-KZ“ wenn es um Tierschutz geht oder die Opferzahlen-Aufrechnerei nach dem Motto „bei Stalin und Mao gab es auch Millionen Tote“ usw. usf.)

    Insofern sollte man m.M.n. solche Gleichsetzungen lieber sein lassen.

  2.   DieMitte

    @chainreaction:

    Natürlich gibt es einen Klimawandel. Die Erde wäre im Universum wohl einzigartig, wenn sie ein statisches Klima hätte.

  3.   Barriga

    #9
    Kein vernünftiger Mensch zweifelt das noch an. Schauen Sie hier: https://www.klimafakten.de/meldung/essay-sieben-beweise-und-3750-experten
    Und lesen Sie auch die Infos, die sich hinter dem + verbergen. Es kann keinen Zweifel mehr geben. Und selbst wenn: Was ist, wenn diese erdrückende Beweislage richtig ist? Solange es keine Gegenbeweise gibt, muss man doch massiv handeln!

  4.   Datamaster

    habt ihr mal den Abstand der Linie von 2016 zum vorjahr euch angeschaut?
    Das sind Rekordtemperaturen, die wenn sie genau so weiter steigen in 2 jahren schon die +2°C linie überschreiten.
    Verläuft die Steigung in den nächsten beiden Jahren wirklich so,
    sollte das ein Grund zur Panik sein.

  5.   Soletan

    „Besonders in den letzten Jahrzehnten wurde ist immer schneller wärmer.“

    wurde ist immer schneller wärmer? Wenn schon kein Korrektor mehr bezahlt wird, dann sollte man doch wenigstens auf die Kompetenz der Autoren wert legen, in Ruhe einen Artikel zu verfassen. Es kann hier nicht darum gegangen sein, zwingend als Erster eine Breaking News Story zu verkaufen ..

  6.   Schoen dargestellt, aber..

    es sagt nichts ueber die Qualitaet der Daten aus. Wer kann denn die Weltdurchschnittstemperatur von 1850 ausrechnen und mit der von heute (viel mehr Messpunkte, andere Technik) vergleichen? Ausserdem ist der Temperaturanstieg der letzten 16 Jahre bemerkenswert. Ich dachte immer, zu Beginn des Jahrtausends wurden die meisten Rekorde gebrochen. Es ist tatsaechlich dramatisch, wenn seit 2000 ein derartiger Anstieg zu verzeichnen ist. Hatte ich so noch nicht gesehen!

  7.   Soletan

    „Wissenschaftler sind sie sicher,“

    Die moderne Gesellschaft leidet massiv darunter, sich nicht mehr fokussieren zu können. Ich sehe die Menschheit vor dem Klima untergehen … weniger Produktivität, die nur durch mehr Maschinen kompensiert werden kann, dennoch immer mehr Menschen, die sich immer mehr langweilen werden und vermutlich sich auch um das letzte Eckchen Ressource prügeln werden.

  8.   Männekieken

    Wenn man sich das herrliche Wetter die Tage anschaut, sollte man doch in Jubel ausbrechen, dass die Winter kürzer und milder werden.

    Wenn wir die Welt nicht verändern, verändert sie sich sowieso von selbst; der Gedanke von einem ewig erhaltbaren gleichbleibenden Klimazoo, in dem keine Art mehr ausstirbt, ist absurd.

  9.   Kein Einstein

    „Beweis“ in der Überschrift ist natürlich etwas dick aufgetragen. Kennzeichen der Naturwissenschaft ist ja gerade, dass es keine exakten Beweise wie in der Mathematik gibt. Korrekt wäre, die Indizienlage als so erdrückend zu bezeichnen, dass Naturwissenschaftler die anthropogene Erwärmung als Fakt bezeichnen.

    Warum ist die Indizienlage so erdrückend?

    1. Wäre die Erwärmung auf zyklische Schwankungen zurückzuführen, dann müsste man irgendwann ein „Zurückpendeln“ beobachten. Tut man aber nicht. Jedes weitere Jahr mit diesem hohen Temperaturniveau schwächt diese Alternativhypothese.

    2. Wäre die Erwärmung nicht auf das Treibhausgas CO2 zurückzuführen, sondern auf internale Variabilität, dann müsste die Zunahme der Energie der Atmosphäre aus den Ozeanen stammen. Messungen zeigen aber, dass die Ozeane nicht Energie abgegeben haben, sondern ebenfalls Energie aufgenommen haben.

    3. Klimasimulationen zeigen, dass die Temperaturzunahme nicht mit natürlicher Variabilität erklärt werden kann.

    Kurz: Wer die Energiezunahme anders erklären möchte als mit der Erhöhung der CO2-Konzentration, der hat ein echtes Problem, eine alternative Hypothese zu formulieren. Arrhenius hat den Effekt schon 1896 vorhergesagt, wir messen ihn heute.

    Obwohl die Graphik also nichts Neues zeigt, finde ich sie sehr eindrucksvoll. Man beachte, wie sich die Erwärmung etwa ab 1970 geradezu rasant beschleunigt. Warum war von 1940-1970 praktisch keine Erwärmung? Der Mensch stößt neben CO2 auch jede Menge Aerosole aus bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe, was kühlend wirkt. Dieser Effekt maskierte die globale Erwärmung. Erst als Luftreinhaltungsprogramme in Kraft traten, schlugen zurückgehende Aerosolmengen (global brightening) und der CO2-Effekt doppelt zu.

  10.   DieMitte

    #13: Nein, ich schaue mir das nicht an. Denn ich muss keine fünf Minuten im Internet suchen und ich kann Ihnen genau das Gegenteil liefern. Das ist ja das Problem.

    Ich habe Energietechnik studiert. Unser Professor für regenerative Energien – kein CO2 Fascho – meinte in der ersten Vorlesung: Nirgendwo wird so viel gelogen, gemogelt oder Diagramme optimiert wie in der Energietechnik. Und ich denke, er hat recht.

    Natürlich ist es sehr wahrscheinlich, dass der Temperaturanstieg gerade jetzt nicht zufällig mit der Industrialisierung zusammen fällt.

    Ich selbst hatte geschrieben, dass ich den Klimawandel nicht anzweifle und ich eine große Veranwortung auch beim Menschen sehe. Alleine die Art der Beweisführung stört mich etwas. Wenn man sagen würde: Diese Temperatursprünge gibt es – ich weiß nicht – alle 200 000 Jahre, dann liegt die Chance bei 1:1000, dass gerade jetzt – vor 200 Jahren, als die ind. Revolution begann – wieder so ein Temperatursprung begann. Das würde mich viel mehr ins Grübeln bringen als Diagramme, aus denen winzige Stücke herausgezoomt- und extrapoliert werden.

 

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