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Wie Minenarbeiter ihr Leben für unsere Smartphones gefährden

 

 

Wie Minenarbeiter ihr Leben für unsere Smartphones gefährden
Minenarbeiter im Kongo – eine eindrucksvolle Longform-Reportage der Washington Post © Screenshot Washington Post

Sie lesen diesen Text auf einem Smartphone oder Tablet? Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie gerade ein Gerät in der Hand halten, in dem Kobalt verbaut ist, das im Kongo unter höchst fragwürdigen Arbeitsbedingungen gewonnen wurde. Kobalt wird zur Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien benötigt, die auch in Laptops oder Elektroautos verbaut werden. Die Washington Post hat den Weg des Metalls vom Kongo bis in die Fabriken von Apple und anderen Herstellern zurückverfolgt – und das in einer eindrucksvollen Reportage festgehalten.

In Videos ist zu sehen, wie die "creuseurs", so nennen sich die Minenarbeiter im Kongo, barfuß in schmale Schächte hinabsteigen. Ohne Helm und ohne Sicherung graben sie in den Minen mit bloßen Händen nach dem wertvollen Mineral. Teilweise bleiben sie über Nacht im Untergrund, für ihre Sicherheit müssen sie selbst sorgen. Immer wieder kommt es zu Unfällen und Lungenschäden – viele Arbeiter sterben an den Auswirkungen ihres Jobs. Und das alles für umgerechnet zwei bis drei US-Dollar am Tag, je nachdem, wie viel Kobalt abgebaut wird. 100.000 Menschen sollen in den Minen des Landes arbeiten, davon – so Unicef – sind 40.000 Kinder.

Die Reportage zeigt deutlich: Apple, Samsung, LG, Amazon – sie alle verwenden Lithium-Ionen-Batterien mit kongolesischem Kobalt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International machte Anfang des Jahres auf die Zustände in den Minen Kongos und vor allem auf dortige Kinderarbeit aufmerksam. "Millionen Menschen profitieren von den neuen Technologien, aber sie fragen nicht, wie sie produziert werden", sagte Amnesty-Experte Mark Dummett.

Wer auf der Suche nach einem Smartphone ist, dessen Rohstoffe unter ordentlichen Bedingungen gewonnen wurden, sollte sich das Fairphone anschauen. Dessen Hersteller achtet nach eigenen Angaben darauf, dass die verwendeten Materialien fair gehandelt werden und das Smartphone unter guten Arbeitsbedingungen hergestellt wird.

Mehr Teilchen finden Sie hier.

21 Kommentare

  1. Avatar  Mausi6

    Zumindest zeigt sich der Autor mit diesem Artikel schon äußerst ZEIT-tauglich.
    Schön selektiv schreiben und was nicht sein darf, wird auch nicht berichtet.

 

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