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Nach #MeToo folgt nun #MeTwo

 
Der Aktivist Ali Can veröffentlichte beim Onlinemagazin "Perspective Daily" ein Video zur #MeTwo-Kampagne.

Seit Wochen spricht Deutschland über Mesut Özil und damit auch: über Integration. Nach einer langen Debatte über ein Foto des Fußballers mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan trat Özil vor einer Woche aus der deutschen Nationalmannschaft auch deshalb zurück, weil er sich rassistisch angegangen fühlte. Der Aktivist Ali Can nutzt die Diskussion um Özils Abgang, um auf Alltagsrassismus aufmerksam zu machen.

Ähnlich wie bei der #MeToo-Debatte, die durch den Sexismusskandal um Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ausgelöst wurde, teilen Menschen nun online, mehrheitlich via Twitter, ihre Rassismuserfahrungen unter dem Hashtag #MeTwo mit. Auslöser ist ein Video, das Can über den Twitter-Kanal des Onlinemagazins Perspective Daily veröffentlichte.

Seither wurden Tausende Tweets veröffentlicht, in denen Twitter-Nutzer berichten, was ihnen widerfahren ist:

Aber offenbar gibt es auch Menschen, die sich durch die Debatte ausgegrenzt fühlen, was diese Nutzerin wiederum kritisiert:

Dieser Nutzer hat eine andere Sicht auf die Rassismusdebatte:

Es gibt jedoch auch Kritik von Nutzern. Sie sehen durch #MeTwo die Komplexität des Themas verwischt.

Unter dem Hashtag finden sich jedoch nicht nur Berichte von Alltagsrassismus, den Menschen erleben mussten. Dieser Nutzer lobt die Willkommenskultur, die er in Deutschland erlebt hat.

Außerdem äußern sich Menschen, die zwar rassistisch angegangen wurden – die in der #MeTwo-Debatte jedoch mehr sehen als eine Aneinanderreihung von negativen Erlebnissen. Diese Nutzerin beschreibt, wie sie auf rassistische Äußerungen reagiert:

Und dieser Nutzer beschreibt, was wir alle aus #MeTwo lernen können:


58 Kommentare

  1.   Jan Böhmermann

    Und das meiste sind Geschichten aus dem Paulanagarten.

  2.   Piotr Piotrorovici

    „In den Medien gibt’s nur Deutsche, deutscher Herkunft. Woran liegt‘s?“

    Na so ein Quatsch! Mal als Beispiel: Bei ARD/ZDF sind die Moderatoren mittlerweile überwiegend mit Migrationshintergrund. Tagtäglich laufen auf 80% der Kanäle nur Reportagen aus arabischen Ländern. Also ein Reality-Check machen, bitte!

  3.   Killian

    Ich kann das nicht mehr ernstnehmen. Gerade auf Twitter ist die Versuchung doch riesig, sich irgendwas auszudenken, um Aufmerksamkeit und likes zu generieren. Genau dafür wurden facebook und co geschaffen und genau deswegen sind sie so erfolgreich. Alles was dort kommuniziert wird, sollte äußerst skeptisch betrachtet werden.

  4.   vaas montenegro

    Wenn zu meiner Freundin am Hauptbahnhof im kurzen Sommerkleid aus einer „Männergruppe“ heraus: “ Ey du Deutsche Hure“ zugerufen wird, ist das dann sexistisch ( #metoo ), rassistisch ( #metwoo ) oder sollte sie sich daran gewöhnen und das ganze „nicht so eng sehen (#mepechgehabt ) ?

  5.   Heiligerer Bimbam

    Auch hier ist die Frage relevant: Wann wird aus Einzelfällen ein System? Wenn ein Deutscher als „scheiß Kartoffel“ bezeichnet wird… ist das Rassismus oder nur die Aussage eines Idioten?

    Und wieviel der Rassismusopferaussagen sind Ausdruck gekränkter Ehre, grundsätzliche Opfermentalität, genereller Empfindlichkeit, überhöhten Anspruchsdenkens? (Bei Menschen jeglicher Ethnie, die sich Rassismus ausgesetzt sehen…)

  6.   6.18.5.9.8.5.9.20

    „Seit Wochen spricht Deutschland über Mesut Özil und damit auch: über Integration. …“
    Haben Sie leider Recht.
    „…weil er sich rassistisch angegangen fühlte. Der Aktivist Ali Can nutzt die Diskussion um Özils Abgang, um auf Alltagsrassismus aufmerksam zu machen.“
    Ihr Aufmacher ist ein schönes Beispiel dafür, wie reflexartig „Integration“ zum Thema wird – auch bei Ihrer Dachmarke „Zeit“ – wobei es sogar sehr deutlich ist, dass es (nicht nur Özil, wenn ich ihn denn richtig verstanden habe) eben auch dem Protagonisten Ihres Artikels um Erfahrungen mit Rassismus geht.

    Reflexartig „Integration“ zum „Debatten“-Gegenstand zu erklären, ohne sich erstmal anzuhören, was da von demjenigen kommt, der diesen Äußerungsbedarf angemeldet hat, verfolgt – ob vorsätzlich oder nicht sei dahingestellt – zwei Dinge:
    1. eine automatische Entkräftung des empfundenen „Vorwurfs“ Rassismus durch die Umverteilung des „Schuld“-Gewichtes von den eigenen Schultern (so man sich denn in der Rolle des sich rassistisch Verhaltenden wiederfindet), hin zu einer „WENN, DANN bist du aber auch Schuld“-Version, da es für Integration immer zwei Seiten braucht, an deren jeweiligem Verhalten Integration auch durchaus scheitern kann.
    2. den Wegfall der Notwendigkeit, bis zum Ende zuzuhören, ohne dazwischenzugretschen mit einem „Ja, aber…“, bis hin zu „Mimimi – immer diese Opferrolle“.

    Ich finde, jeder hat die Gelegenheit, sich erstmal anzuhören, was der Andere an persönlichen Rassismus-Erfahrungen gemacht hat.
    Voraussetzung dafür ist natürlich eine Offenheit und Bereitschaft.

    Der Versuch aller möglichen (sogar „vernünftigen“) Blätter, Foren und sonstigen Diskussionteilnehmer, diesen offensichtlichen Äußerungsbedarf von Menschen, die Zielscheibe von Rassismus werden (ob Opfer ist nochmal eine andere Frage) von vornherein mit Defiziten in den eigenen „Integrationsanstrengungen“ mithilfe der Umdeutung des Gesprächsbedarfs hin zu einer „Integrationsdebatte“ abzudämpfen, scheint mir womöglich ein Gewohnheitsreflex zu sein. Es gibt ja seit 20-1000 Jahren ja fast kein anderes Thema mehr, als die öffentlichen Dauerfrage: „wie, hätten wir denn gerne, soll sich der „Ausländer“ verhalten soll?“

  7.   6.18.5.9.8.5.9.20

    @vaas montenegro:
    – Ich würde behaupten, dass diese Äußerungen sowohl rassistisch, als auch sexistisch sind. „Pech gehabt“ trifft da mMn gar nicht zu.
    Ob die „Männergruppe“ eine Gruppe von Rassisten und Sexisten war, oder eine Gruppe von A****löchern, die sich des Rassismus und Sexismus quasi als „Trägermedium“ bedient haben, ist per Ferndiagnose nur schwer zu sagen.

    Ggf. ist es sogar die Kombination. Rassist zu sein schließt nicht aus, ein A****loch zu sein – und umgekehrt.

    Grundsätzlich finde ich: rassistische Äußerungen machen nicht per se zum Rassisten. Die innere Einstellung des sich Äußernden scheint mir ausschlaggebend. Und die ist – hüben wie drüben – nur schwer zu ermitteln.
    Erst recht von außen und aus der Ferne. Wobei es natürlich Indizien gibt: sich wiederholende Äußerungen/Verhaltensmuster etc.

  8.   keats

    Warum der Artikel im blog wo man Kommentare nicht melden kann ?

  9.   Blues Man

    Einer der Tweets und darauf die Antwort.

    ‚Alle, die vor mir stehen und sagen „ich sehe keine Hautfarben, für mich sind alle gleich” und damit wesentliche Teile meiner Identität und Lebensrealität leugnet.‘

    ‚Habe lange über diesen Tweet nachgedacht und bin immer noch ratlos. Wenn man aus Interesse fragt, woher jemand (z. B. mit dunkler Haut) kommt, wird das als rassistisch empfunden. Wenn jemand sagt, dass Hautfarbe etc. für ihn nicht ausschlaggebend ist, offenbar auch.‘

    https://mobile.twitter.com/en2ge/status/1022745828753121280?p=v

    So ganz allmählich wird’s kompliziert.

    Wie man’s macht, macht man’s falsch. Und macht man’s falsch, ist’s auch nicht richtig.

  10.   donkorr

    Gleich kommen die relativierer und sagen, wir würden uns das nur einbilden

    ich bin halbafrikaner und spreche perfekt deutsch, habe einen Uniabschluss und kenne meinen afrikanischen Vater nicht und dennoch bin ich für die da draussen immer der Schwarze

    Polizei ständig: PASSPORT ?

 

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