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Dieser Wetterreporter nimmt seinen Job etwas zu ernst

 

Hurrikan Florence wütet an der Südostküste der USA. Straßen sind durch Starkregen überflutet, Windböen knicken Bäume um und mindestens fünf Menschen sterben. Die Bilder und Nachrichten, die uns in den vergangenen Tagen aus den USA erreichen, sind verheerend. Aber offenbar sind sie für einen Berichterstatter nicht dramatisch genug. Denn ein Reporter, der für den Weather Channel live aus einem der betroffenen Gebiete berichtet, erweckt den Eindruck einer etwas überspitzten Inszenierung.

Was war passiert? Reporter Mike Seidel ist in einem Beitrag zu sehen, in dem er sich – geschützt durch einen blauen Regenanorak – mit aller Kraft gegen den Sturm stemmt. Im Hintergrund sind wenige Sekunden später jedoch zwei Männer zu sehen, die ziemlich gelassen in kurzen Hosen die asphaltierte Zufahrt hinaufspazieren. Ob da einer gemogelt hat? Diesen Vorwurf weist der Sender zurück und begründet den dramatischen Auftritt des Reporters damit, dass dieser auf dem feuchtem Gras kaum Halt gehabt habe, während die zwei Männer im Hintergrund auf einer Straße gelaufen wären.

Auf Twitter sind nun eine Menge weiterer #Weathergate-Videos zu sehen. So wird aus einer dramatischen Inszenierung nun doch noch eine gelungene Parodie.

 

11 Kommentare

  1.   AllesKeinProblem

    Manchmal, zu ganz wenigen Gelegenheiten, ist die Internetkultur etwas grandioses.

  2.   Sperrling

    Och, das ZDF nimmt sich da nichts. 1997 beim Oderhochwasser hat sich der ZDF-Fuzzi mit ner Wathose ins Wasser gestellt, während er 10m weiter durchaus trockenen Fußes hätte berichten können aber das wäre wohl nicht dramatisch genug rübergekommen.

  3.   Eta Carinae

    Erinnert mich an die US Reporterin, die bei einer Reportage mit einem Kanu etwas hin und her padelte, nur just in dem Moment stiefelten vor ihr zwei Männer gerademal knöcheltief, durch das Wasser.

  4.   Schlachtreifes Federvieh

    @Eta Carinae

    Das kann nur diese Szene sein:

    https://imgur.com/gallery/l0I8rKS

  5.   Health Angel

    Angesichts solcher Bilder muss man sich doch nicht mehr wundern, dass Begriffe wie „fakenews“ und „lügenpresse“ Konjunktur haben. Wenn schon bei solchen Gelegenheiten manipuliert wird, wo soll man da bitte noch das Vertrauen in die „große“ Berichterstattung hernehmen?

  6.   Jens Siegfried

    „Die Bilder und Nachrichten, die uns in den vergangenen Tagen aus den USA erreichen, sind verheerend.“

    Man kann die „Bilder und Nachrichten“ selbstverständlich als oberflächlich, reißerisch und teilweise aus dem Kontext gerissen bezeichnen.
    Aber das die „Bilder und Nachrichten“ deswegen gleich „verheerend“ sind, das ist ein bißchen arg weit übertrieben, oder ZON?

  7.   mudd1

    @Sperrling
    1997? Wirklich? Der ZDF-Reporter waere inzwischen ja selbst bei einem Mord schon wieder auf freiem Fuss, aber sich bei einem Hochwasser ins Wasser zu stellen, oh nein, das vergessen wir nicht so schnell!

  8.   Schreibschwatzer

  9.   junkie

    Leider untertscheiden immer weniger Menschen zwischen den Quellen. Der Boulevard ist nun mal unterhaltsamer, ohne viele Worte zu verstehen und unterhaltsamer. Informationen sind da eher langweilig, kompliziert und leider immer schwerer zu finden.

  10.   NaDaSchauHer

    „Florence“ ist nun schon mal drei Wochen her … ^^

 

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