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Empörung? Wir sagen „Nein, danke“

 

 

Edeka hat es wieder getan – kurz vor dem Muttertag am 12. Mai hat die Supermarktkette einen neuen Werbespot veröffentlicht. Gespottet wird darin über die vermeintlich unfähigen und tollpatschigen Väter. Und nun wird wieder von “Empörungswellen” berichtet und gar von einem Boykottaufruf gegen den Lebensmittelhändler ist die Rede. Doch möchten wir uns wirklich darüber empören? Nein, danke.
Ja, ich verstehe, warum viele Menschen diesen Werbespot sexistisch und väterfeindlich finden. Denn er bedient Stereotype, die wir als Gesellschaft doch längst hinter uns gelassen haben sollten.

Doch was, wenn Jean Remy von Matt und seine “Werbejünger” sich nur satirischer Mittel bedient haben? Und was, wenn für einige dieser Clip wirklich auch ein Stück weit Realität darstellt? Überhöhen wir gar einen Clip und wird damit ein Edeka-Werbespot zum Thema der Woche, wie vergangene Woche der Spargel?

Nun bin ich kein Vater, und deswegen habe ich mal jemanden gefragt, den dieser Clip betrifft – meinen Vater. Selbst Werber und ja, Vater. Empört er sich? Und wie, aber nicht über die Väter, die als komplette Versager dargestellt werden, sondern über die oberflächlich dargestellte Rolle der Mutter. Ist unsere Mutter nur ein “Sicherheitsnetz” für die Momente, in denen Papa wieder nervt, mir nicht zuhört oder mir die Haare beim Kämmen entreißt? Nein, denn eine Mutter ist so viel mehr, und das sollten auch die Kollegen von Edeka und Jung von Matt erkannt haben. Empörung aus!


197 Kommentare

  1. Avatar  franzgeorgA5

    Mal ganz provokant gefragt, liebe Autorin: Würde die Empöria eine frauenfeindliche Gesinnung des Clips postulieren, würden Sie dann auch schreiben: „Und was, wenn für einige dieser Clip wirklich auch ein Stück weit Realität darstellt?“ oder „nur satirischer Mittel“ vermuten?

  2. Avatar  RolandHoltz

    Auf Jungs als nächstes persiflieren wir den Vatertag! Wir erklären den internationalen Monty zum Py, freuen uns darüber, das bestimmte Priester auch Väter werden können, um anschließend hanebüchenen Blödsinn bei jeder Gelegenheit zu verbreiten (was garantiert bis dahin nie der Fall war), erklären den Wahltag von Trump zum Unesco Weltkulturerbe und natürlich: Always look on the bright sight of life.

    Dazu eine Facebook-Kampagne, damit jeder Geheimdienst mindestens 2 Wochen vorher weis was wir tun, bevor wir es tun und besuchen dann die „Republika“, um uns von unserem verehrten Bundespräsidenten den Kopf zurechtsetzen zu lassen. Bleibt nur noch zu fragen, wie wir Herrn Bömermann hier integrieren können.

    Und jetzt frage ich mich ob dieser Post wohl gelöscht werden wird, was bestimmt nicht passieren würde, wenn Herr Nur diesen Unsinn im ARD zum Besten geben würde oder in München die Scheiben mit Stacheln gewischt werden.

    Das Leben ist so schön!

  3. Avatar  kin.okin

    Oh mann… Regen wir uns wirklich darüber auf? Ich bin Vater und vieles davon kommt einem bekannt – wenn auch stark überzeichnet – vor. Schlimm? Nö. Lustig. Wir sollten uns alle weniger ernst nehmen!

  4. Avatar  oannes

    Klisschees von vorne bis hinten!
    Schön, dass es noch andere Läden als Edeka gibt.

  5. Avatar  netter troll

    Muss man sich über jeden Unsinn empören. Nur ein Grund weniger um bei Edeka einzukaufen. Nicht als Boykott sondern weil die offenbar ihre Kunden nicht verstehen.

  6. Avatar  Mondscheinsonate

    Satire geht anders… Der Spot ist sowas von 60er und hat nichts, worüber ich lachen könnte – dabei mag ich durchaus guten schwarzen Humor. Meine Kinder sind jetzt in den Zwanzigern und als sie klein waren, war mein Mann nicht mal ansatzweise so dämlich, wie die dargestellten Väter – und auch keiner der anderen Männer in unserem Freundeskreis. Heute sind junge Väter noch viel besser geworden und ich kann nachvollziehen, dass sich einige von ihnen von diesem Spot verunglimpft fühlen.

  7. Avatar  Barrbara

    Ich verstehe den Spot anders. Wer sich im Alltag um seine Kinder kümmert, macht auch Fehler, wird immer verantwortlich gemacht, wenn was schief läuft, von allen Seiten kritisiert und muss sich gelegentlich auch bei seinen Kindern unbeliebt machen. Daneben gibt es in vielen Familien leider noch den Schönwetter-Elternteil, der mit diesen Herausforderungen kaum in Kontakt kommt und sich aus Unangenehmem heraushält. Das wird hier gezeigt, nur dass man dabei die klassischen Rollen vertauscht.

  8. Avatar  Alexander Vogel

    Ich bin selbst Vater von zwei Kids (20 und 17J). Ich habe mir den Spot drei mal angeschaut und mich jedes mal schlapp gelacht. Ein drei Minuten Filmchen ist für mich weder ein Abbild der Gesellschaft, noch die Diskriminierung eins ganzen Geschlechts.
    Und wenn mal ehrlich ist, dann ist doch wie an jeder Satire (und das ist es für mich) ein kleines bisschen Wahrheit dran.

    Ich bleibe locker und schaue es mit nochmal an.

  9. Avatar  guido.wirtz

    Darf man einfach auch nur mal lachen?

    Es ist mir doch so was von egal, ob diese Werbung Stereotypen bedient. Sie erzählt eine gute Story aus dem prallen Leben ohne Rücksicht auf das, was „man“ sagen „darf“ Vielleicht verletzt sie das eine oder andere Gefühl. So wie es das Leben auch tut. Können wir das Leben nicht einfach mal machen lassen? Und dürfen wir das manchmal auch einfach mal zeigen?

    Wenn diese Werbung nicht mehr drin ist, worüber müssen wir demnächst noch alles einen Balken machen mit dem Warnhinweis machen: VORSICHT, könnte Ihre Gefühle verletzen? Schutzräume überall? Funktional konsequent zu Ende gedacht können das nur Gummizellen sein…

  10. Avatar  Silvershilling

    @Tom1978 und H.Wimmer
    Zum Vatertag kommt deshalb nichts Entsprechendes, weil der sogenannte Vatertag noch nie dafür da war, Vätern für irgendwas zu danken. Der war für Männersauftouren ins Grüne. Wenn man da was satirisch umdrehen wollte, könnte man beispielsweise eine nette Frauen-Landpartie inszenieren (und würde prompt wieder dabei landen, wie die Männer in der Zwischenzeit mit den Kindern Pizza backen und im Garten spielen). Weil nämlich der Vatertag kein Pendant zum Muttertag darstellt, sondern beide die klassische Rollenverteilung verstärken. Die ist immer noch so gut in den Köpfen verankert, dass man damit spielen kann, wie dieser Clip es tut. So dolle fand ich den jetzt nicht, aber wenn man sich aufregen will, dann nicht über Sexismus gegen Männer.

 

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