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US-Wahlkampf

Joe Biden, der Präsident von Animal Crossing

 

Joe Bidens digitaler Wahlkampf geht in die nächste Runde. Während Donald Trump trotz Pandemie weiter große Wahlveranstaltungen abhält, setzen Joe Biden und Kamala Harris auf Livestreams und nun auch Videospiele.

Es gibt einige Gewinner der Pandemie: Amazon, Netflix, Zoom und auch Nintendos Animal Crossing: New Horizons, das während des Lockdowns zum Hit wurde. In dem Spiel, eine Mischung aus Die Sims und Second Life, gestalten Spielerinnen und Spieler auf der Nintendo Switch eine kleine Insel, ganz nach den eigenen Vorstellungen. Für Millionen Nutzerinnen und Nutzer der perfekte Zeitvertreib, um der Enge der Quarantäne zu entfliehen.

22 Millionen Einheiten des Spiels wurden seit Veröffentlichung im März weltweit verkauft. Das neueste Feature, ganz in amerikanischer Tradition, ist ein Schildchen der Biden/Harris-Kampagne für den virtuellen Vorgarten. Insgesamt stehen vier Symbole zur Auswahl, Spielerinnen und Spieler können diese durch Scannen eines QR-Codes im Nintendo Switch App-Store herunterladen.

Biden und Harris haben sich aufgrund der Pandemie früh dafür entschieden, neue, digitale Wege im Wahlkampf zu gehen. Reden und Spendenaufrufe fanden per Livestream statt und erreichten die Menschen in ihren Wohnzimmern auf den Endgeräten. Die Animal-Crossing-Community zu erreichen, bezeichnete Christian Tom, zuständig für digitale Kooperationen der Biden/Harris Kampagne, als "aufregende, neue Möglichkeit", die Unterstützer der Kampagne auf diesem Wege zu vernetzen.

Auch wenn sich einige Nutzer darüber beschweren, dass reale Politik an ihrem synthetischen Zufluchtsort gemacht wird, wirklich neu ist dies nicht. Spielerinnen und Spieler haben schon vor einiger Zeit damit begonnen in dem im Spiele eingebauten Editor Trump- und MAGA-Symbole (Make American Great Again, Trumps Wahlkampfslogan von 2016) und -Kleidung herzustellen, um neben dem bevorzugtem Einrichtungsstil der kleinen Inselhäuschen auch die politische Position zu zeigen.

Donald Trumps Wahlkampfsprecherin, Samantha Zager, machte sich derweil über den Zug der Biden/Harris-Kampagne lustig, so sagte sie im Gespräch mit CNN: "Das erklärt alles: Joe Biden denkt, er kandidiere als Präsident von Animal Crossing aus seinem Keller." Weiter bestärkte sie Trumps Kurs bei großen Events aufzutreten, "in der echten Welt, vor echten Amerikanern".

Ob die Implementierung Geld gekostet hat, ist bisher nicht bekannt. Auf Anfrage erhielt ZEIT ONLINE vom japanischen Publisher bisher keine Antwort.


4 Kommentare

  1. Avatar  TheFirstOne

    Finde ich nicht gut. Lasst den amerikanischen Wahlkampf bloß aus unseren Videospielen raus.

  2. Avatar  initrd

    Trump läßt sich da bestimmt auch gut einbauen, als Bösewicht in Marvel Avengers oder Pate in Mafia: Definitive Edition. Das kommt dann seinem Stil auch am nähesten.

  3. Avatar  Fridolin der Streifenfreie

    Ich würde Kandidaten, die mich in meiner Freizeit mit Werbung belästigen, aus Prinzip nicht wählen.

  4. Avatar  kassiber

    Wir müssen die EU Grenzen schützen. Dies muss man konsequent machen und wenn es nicht klappt konsequent abschieben. Aber es wir immer Leute geben die das verteufeln, ich finde es scheinheilig soetwas nicht klar zu sagen. Abseits dessen kann es ein überschaubares Kontingent für geflüchtete geben und mehr finanzielle Unterstützung für Anrainerstaaten der Krisenherde.

    Aber wahrscheinlich wird mein Text eh nicht freigegeben

 

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