So funktioniert Kapitalismus

Merkel, die Merkantilistin

Von 4. Mai 2006 um 10:36 Uhr

Heute ausnahmsweise mal ein “copy-paste”: Der Artikel ist so heute in der ZEIT erschienen. Aber er ist so schön und knüpft nahtlos an die jüngste Diskussion in HERDENTRIEB an, dass ich ihn einfach reinstellen musste.

Die Stärke der deutschen Wirtschaft bereitet den Nachbarländern Sorgen. Ja, die Stärke! Während deutsche Ökonomen und Leitartikler vergangene Woche noch über den aus ihrer Sicht zu hohen Tarifabschluss der Metallbranche lamentierten, erregte eine Studie des Pariser Konjunkturforschungsinstitut OFCE europaweit Aufsehen: France: Le Coût d’outre-rhin. Darin warfen die Franzosen Deutschland, dem Land auf der anderen Seite des Rheins, vor, sich auf Kosten der Nachbarländer zu sanieren. Bereits in den vergangenen Jahren hätten die deutschen Reformen, gepaart mit der Lohnzurückhaltung, Frankreichs Wachstum verlangsamt. Noch schlimmer komme es 2007, wenn die Große Koalition in Berlin mit der geplanten Anhebung der Mehrwertsteuer Ernst mache.

Der Aufschrei der Franzosen ist berechtigt. Er zeigt ein weiteres Mal, dass die hiesigen Volkswirte von Makroökonomie nichts verstehen und stets nur die direkten Folgen von Entscheidungen für Firmen und Haushalte sehen. In einer Währungsunion ist diese partielle Blindheit jedoch gefährlich. Denn was Deutschland gerade betreibt, ist Merkantilismus pur.

Früher, als es den Euro nicht gab, ärgerte sich die deutsche Exportwirtschaft immer über Italien. Die Italiener nutzten wiederholt die Abwertung ihrer Währung, um über billigere Produkte den deutschen Firmen Marktanteile auf den Exportmärkten abzunehmen. Hierzulande hieß es dann für ein paar Jahre Lohnzurückhaltung üben, bis die alte Wettbewerbsstärke von Siemens, Bosch und Co. wieder hergestellt war. Damit sollte dank des Euro Schluss sein. Feste Wechselkurse verhindern Auf- und Abwertungen. Der Haken: Sie verhindern nominale Wechselkursschwankungen, nicht aber reale.

Das beste Maß, die Veränderung des realen Wechselkurses zu messen, sind die Lohnstückkosten. Sie zeigen, wie günstig ein Produkt herzustellen ist und sie sinken, wenn die Löhne der Arbeiter langsamer steigen als ihre Produktivität – wie es in Deutschland seit Jahren geschieht. Damit werden die Firmen und ihre Produkte international wettbewerbsfähiger. So gesehen wertet Deutschland seit 1995 gegenüber den anderen Euro-Mitgliedsländern ab. Das verärgert den Rest der Gemeinschaft.

Lohnstueckkostenvergleich

Ein Ende ist nicht in Sicht: Selbst die nun in der Metallindustrie vereinbarteLohnsteigerung von drei Prozent wird die Lohnstückkosten nicht erhöhen. Das legen zumindest die Analysen mehrerer Investmentbanken nahe. Somit werden die deutschen Firmen der Konkurrenz auch künftig das Leben schwer machen.
Dabei dürfte die deutsche Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit inzwischen wieder vollständig hergestellt haben. Dafür sprechen die Lohnstückkosten, die um knapp zehn Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre liegen. Dafür sprechen auch die Marktanteilsgewinne: Seit Mitte der neunziger Jahre haben deutsche Produkte ihren Marktanteil innerhalb der Währungsunion von 25,3 auf 27 Prozent gesteigert; Italiens Marktanteil ging von 13 auf 10,6 Prozent zurück, der französische von 17,2 auf 14,5 Prozent. Selbst bei den Gewinnen nehmen die deutschen Firmen seit vergangenem Jahr die Spitzenstellung in Euroland ein: Was am Ende in der Kasse blieb, machte 2005 gut 9,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus, in Frankreich nur 7,7 Prozent, in Italien sieben Prozent.

Profit shares

Dass sich Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit nicht in hohen Wachstumsraten niederschlägt, liegt an der schwachen Binnennachfrage. Pikant ist daher der Plan der Großen Koalition, zum einen die Mehrwertsteuer kräftig zu erhöhen und mit einem Teil der Mehreinnahmen die Lohnnebenkosten zu senken. Mit diesem Eingriff verschärft die Wirtschaftspolitik einen Marktprozess statt ihn abzufedern. Die höhere Mehrwertsteuer wirkt zunächst wie ein Zoll: Sie verteuert die Importe der ausländischen Anbieter, lässt aber die Exporte der deutschen ungeschoren. Durch den teilweisen Transfer der Steuereinnahmen in die Arbeitslosenversicherung werden die deutschen Firmen noch wettbewerbsfähiger, oder sie verdienen noch mehr. Beides ist zur Zeit unnötig.

Die Pariser Konjunkturforscher erwarten, dass Deutschland mit der Mehrwertsteuererhöhung seine Exporte kräftig steigern kann, während Frankreich, Italien und Spanien erhebliche Einbußen verzeichnen werden. In Summe gewinne Deutschland aber weniger, als der Rest Eurolands verliere.

Die Geduld der anderen großen Länder geht zu Ende. Macht Deutschland so weiter wie in den vergangenen Jahren, bleibt nur zweierlei: Entweder Italien, Spanien und Frankreich verlassen die Währungsunion, werten ab und machen die Wettbewerbsvorteile der Deutschen auf einen Schlag zu Nichte. Oder sie verfolgen dieselbe Politik der Lohnzurückhaltung, gepaart mit wirtschaftspolitischen Annehmlichkeiten für die Unternehmen. Die Folgen wären ein auf Jahre hinweg schwaches Wachstum in Euroland und deflationärer Druck.

Da beide Reaktionen in letzter Konsequenz selbst für Deutschland mehr Schaden als Nutzen bedeuteten, muss die Große Koalition umdenken. Merkantilismus ist out, Stimulierung der Binnennachfrage in, sollte ihr Motto lauten. Nur wenn mehr gekauft wird, und so auch mehr Güter und Dienstleistungen aus der EU, kann Deutschland Euroland an seiner neuen Stärke teilhaben lassen. Deshalb dürfen die Firmen vorübergehend nicht weiter entlastet werden. Deshalb muss die Senkung der Lohnnebenkosten verschoben werden oder nur den Arbeitnehmern zu Gute kommen. Deshalb muss die Regierung, wenn sie Geld braucht, eine Reichensteuer einführen – statt pauschal die Mehrwertsteuer zu erhöhen.

Kann die Berliner Republik umdenken? Zweifel sind erlaubt. Ihre gefährliche Wirtschaftspolitik ist nie in der Absicht konzipiert worden, den Rest Eurolands an die Wand zu drücken. Sie ist Ausfluss einer einseitigen Debatte, die den Abbau der Staatsverschuldung an Platz eins setzt und sonst dem Motto folgt: Was gut für die Unternehmen ist, ist gut für Deutschland. Makroökonomen, die Folgen und Wechselwirkungen von Entscheidungen ins Kalkül ziehen, wissen, dass das nur manchmal stimmt.

Leser-Kommentare
  1. 9.

    Zu “Merkel, die Merkantilistin” einige Fragen und Anmerkungen:

    A, Die Italiener nutzten wiederholt die Abwertung ihrer Waehrung
    um ihren Landsleute den Konsum weltweit gehandelter Waren zu ‘vermiesen’. Dies gilt insbesondere fuer die schoenste Zeit des Jahrs, den eigenen Urlaub, der dann nur im ‘Inland’ stattfinden sollte.
    Ist es besser ein Auto billig zu produzieren und es zu exportieren als eins selber zu fahren (konsumieren)?

    B, Hierzulande hiess es dann fuer ein paar Jahre Lohnzurueckhaltung ueben
    oder die inlaendische Arbeitsintensitaet – insbesondere der weniger qualifizierten Arbeit – zu reduzieren bzw. Arbeit zu substituieren, was auch einen Beitrag zur Arbeitslosigkeit bedeutet vgl. G. Steingart (2004) Deutschland, Der Abstieg eines Superstars

    C, Das beste Mass, die Lohnstueckkosten.
    Das legt nahe, dass es auch andere Masse (z.B. Preisindizes) gibt. Nach welchem Kriterium ist das Mass ‘Lohnstueckkosten’ besser als jedes andere?

    D, Die hoehere Mehrwertsteuer wirkt zunaechst wie ein Zoll
    Haben Spanien, Italien und Frankreich im Mittel nicht hoehere Mehrwertsteuersaetze als Deutschland und sind somit – ihrer Argumentation folgend – protektionistischer?

    E, Grafik ‘Vorteil Deutschland’
    Die einzige Grafik der Durckversion sowie der Artikel selber legen nahe, dass die zunehmende Diskrepanz in den Lohnstueckkosten fuer das ‘Ungleichgewicht’ verantwortlich ist. Hier waeren aber sicherlich noch die Lohnstueckkostenindizes anderer grosser Volkswirtschaften instruktiv gewesen, die vielleicht einen Hinweis darauf geben koennten, welche Volkswirtschaften sich wie im ‘Global Village’ bewegen sollten.

    Antworten

    • 5. Mai 2006 um 20:12 Uhr
    • Stefan
  2. 10.

    @ Lindner / Kramladen

    Ist die Einkommensteuer etwa nicht an den Faktor Arbeit gekoppelt? Ob Sie jetzt 19,5% an Beitraegen in die Rentenversicherung zahlen, oder denselben Betrag an Steuern, mit denen die Rentenversicherung finanziert wird, macht doch eigentlich keinen Unterschied.

    Allerdings koennte man ueber die Beitragsbemessungsgrenzen bei den Sozialversicherungsbeitraegen reden, bzw. ueber eine gewisse Progression bei den Anspruechen, wie sie beispielsweise im amerikanischen Social Security System existiert.

    Antworten

    • 5. Mai 2006 um 20:40 Uhr
    • Sven Greune
  3. 11.

    @ Greune

    Da haben Sie recht. Das Problem im Moment ist aber, dass Arbeitnehmer mit relativ geringen Loehnen ueberproportional hohe Lohnnebenkosten bezahlen, die Lohnnebenkosten also regressiv wirken.

    Gerade neulich bin ich auf einen Vorschlag des DGB gestossen, wie bei den Steuern einen Freibetrag fuer Sozialleistungen einzufuehren. Als Arbeitnehmer waere man dann versichert, muesste aber reduzierte oder gar keine Beitraege bis zu einem gewissen Einkommen bezahlen. Ich weiss nicht genau, wie der Vorschlag diskutiert wurde, fand ihn aber ganz spannend.

    Der Ausfall in den Beitraegen muesste dann zu von einer hoeheren Lohnsteuer bezahlt werden, die auch im internationalen Vergleich in Deutschland ziemlich gering ist.

    Sympathien haette ich auch dafuer, Kapitaleinkuenfte staerker zur Finanzierung des Sozialstaates heranzuziehen, was ja auch im Zusammenhang mit der Buergerversicherung diskutiert wird. Ob das bei freiem Kapitalverkehr moeglich (oder politisch durchsetzbar) ist, weiss ich nicht. Schweden leistet sich auch einen grossen Sozialstaat, besteuert Arbeitseinkommen mit sehr viel hoeheren Saetzen als wir, Kapitaleinkommen aber sehr viel geringer mit einer Flat Tax.

    Aus meiner Sicht waere der Freibetrag fuer Sozialbeitraege dem Kombilohn vorzuziehen, weil dieser doch sehr genau kontrolliert werden muesste.

    Antworten

    • 6. Mai 2006 um 00:39 Uhr
    • F Lindner / Kramladen
  4. 12.

    @ Stefan

    Einige Anmerkungen zu ihren Fragen

    zu A. "Ist es besser ein Auto billig zu produzieren und es zu exportieren als eins selber zu fahren (konsumieren)?"

    Das ist eine weite Frage. Dem Mikrooekonom fallen hier wohl zuerst die Praeferenzen und die Produktionskosten ein und das Kriterium fuer das ‘besser’ ist dann ein Wohlfahrtsmass. Die Antwort lautet dann: Es kommt darauf an. Auf die Praeferenzen, die Produktionskosten bzw. die relativen Kostenvorteile.
    Da Sie vorher die Abwertung einer Waehrung ansprechen, koennte man auch noch makrooekononische Aspekte hinzunehmen. Z.b. wie wirkt sich die Abwertung auf die Zahlungsbilanz, die Inflationsrate, das Zinsniveau und die Beschaeftigung im Inland und Ausland aus. Ist das Wohlfahrtskriterium in der mikrooekonomischen Betrachtung schon mit einigen Schwierigkeiten behaftet, so wird die Frage nach dem ‘besser’, wenn man die makrooekonomischen Aspekte mit beruecksichtig ziemlich komplex.

    zu C. "Nach welchem Kriterium ist das Mass ‘Lohnstueckkosten’ besser als jedes andere?"

    Sie haben recht, es gibt mehrere Preis- und Kostenindices fuer das Konzept des realen Wechselkurses. Welche Indices anderen vorzuziehen sind, haengt von der Fragestellung ab.

    Ad hoc fallen mir dazu zwei Texte ein. Eine ziemlich erschoepfende Diskussion dieses Themas findet sich bei:

    Edourd B. Maciejewski, ‘Real’ Effective Exchange Rate Indices. A Re-Examination of the Major Conceptual and Methodological Issues, IMF Staff Papers No. 3, 1983, S. 491-541

    Ein anderer aufschlussreicher Text zu diesem Thema ist:

    Philip Turner und Jozef Van’t dack (1993): Measuring International Price and Cost Competitiveness, BIS Economic Paper No. 39.

    Im vorliegendem Fall geht es um die Wertbewerbsfaehigkeit und die Profitabilitaet der Unternehmen in einer Waehrungsunion. D.h. nominale Wechselkursaenderungen, die die preisliche Wettbewerbsfaehigkeit beeinflussen, spielen keine Rolle. Fuer die Frage der Wettbewerbsfaehigkeit und Profitabilitaet sollte von daher ein Kostenindex geeignet sein. Nicht zuletzt wegen der Datenverfuegbarkeit, die bei der Operationalisierung theoretischer Indexkonstrukte immer eine bindende Restriktion ist, kann man wohl sagen, dass die Lohnstueckkosten hier am ‘besten’ geeignet sind.

    zu D. "Haben Spanien, Italien und Frankreich im Mittel nicht hoehere Mehrwertsteuersaetze als Deutschland und sind somit – ihrer Argumentation folgend – protektionistischer?"

    Sie haben recht, Italien und Frankreich haben hoehere Saetze und Spanien hat wie Deutschland einen Satz von 16%, wobei es in jedem der genannten Laender noch ‘ermaessigte’ und in Italien, Frankreich und Spanien noch ‘stark ermaessigte’ Saetze gibt. (Naehere Informationen finden Sie hier.)

    Aber die Hoehe der Saetze ist im vorliegendem Fall nicht der Punkt. Entscheidend ist die Erhoehung der Mehrwertsteuer in Deutschland im Zusammenspiel mit der geplanten Senkung der Lohnnebenkosten in Deutschland. Ersteres trifft alle, letzteres trifft nur die Unternehmen in Deutschland.

    Mit besten Gruessen

    Antworten

    • 6. Mai 2006 um 18:56 Uhr
    • Uwe Richter
  5. 13.

    @ Stefan / Uwe Richter

    Zu den Lohnsstueckkosten als gute Annaeherung fuer den realen Wechselkurs: Tatsaechlich sind es ja Unterschiede in den Inflationsraten, die bei Festwechselkursen den realen Wechselkurs bestimmen. Die EZB hat in ihrem Monatsberich vom Mai 2005 festgestellt, dass ein Hauptteil der Inflationsunterschiede (und damit der Unterschiede der realen Wechselkurse) auf die Lohnstueckkosten zurueck geht – andere Faktoren wie der Preis von Importen und hoehere Steuern spielen auch eine Rolle, sind aber nicht dominant. Sucht man sich also einen guten Deflator fuer einen realen Wechselkursindikator, scheinen die Lohnstueckkosten gut geeignet.

    Den Bericht gibt es hier: http://www.ecb.de/pub/pdf/mobu/mb200505en.pdf. Interessant in dem Bericht ist auch eine Graphik auf Seite 70, in der die Entwicklung der realen effektiven Wechselkurse als ein Indikator fuer die Wettbewerbsfaehigkeit dargestellt ist und Deutschland als wettbewerbsfaehigstes Land dasteht…

    Antworten

    • 6. Mai 2006 um 21:31 Uhr
    • F Lindner / Kramladen
  6. 14.

    Wie waere es denn wenn die Spanier, Italiener, Iren und Franzosen .. nicht inflationieren … wie hoch ist Spaniens Handelsdefizit inner/ausserhalb der EU? Richtig … 7,8% … Deutschland hat mit dem Euro gelitten .. es verlor sein Zinsvorteil … und musste ueber die Loehne bluten .. jetzt sind die Spanier, Italiener und Franzosen dran … weniger konsumieren und die Inflation geht zurueck .. und die Zinsen koennen sinken bzw. stabil bleiben …

    Wir haben niedrige Lohnstueckkosten … und das ist gut so … wenn die Anderen es nicht haben … dann muessen die uns hinterher hecheln .. Deutschland hat lange genug gelitten … der Arbeitsmakrt muss erstmal auf die Beine … und der Osten und China schlafen nicht .. also … auch mal ueber den Tellerrand hinaus schauen …

    Nochmals: steigende Lohnstueckkosten sind nicht gut! Steigende Loehne sind auch nicht gut … bzw. nicht wenn die Inflation steigt und wenn die Handelsdefizite so ausarten wie im Fall von Spanien!

    P.S.: Wenn man es genau nimmt … ist einer der Gruende fuer unser leiden darin zu sehen .. dass gewisse Laender mehr konsumieren als sie erwirtschaften .. und kein Problem damit haben … denn solange Deutschland seine Exportmacht hat … ist die Welt in Ordnung … nur wenn die Kuh geschlachtet ist .. darf man sich nicht wundern … wenn sie keine Milch mehr gibt … um es kurz zusammenzufassen .. wenn Deutschland aus dem Euro aussteigt … dann sind Spanien und Italien … Bankrott … und eine Waehrungsreform waere die Folge!

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    • 8. Mai 2006 um 13:37 Uhr
    • greenjg
  7. 15.

    Zwei Fragen:

    1. Der deutsche Mehrwertsteuersatz von 16% liegt unter dem europaeischen Durchschnitt. Die deutschen Lohnnebenkosten weit ueber dem europaeischen Durchschnitt. Wenn Deutschland sich in seiner Steuerstruktur seinen Nachbarlaendern naehert, sollte das doch zu weniger Verzerrungen fuehren, oder? Falls Deutschland wirklich unlautere Konkurrenz betreibt, dann sollte man wohl an irgend einer anderen Schraube drehen.

    2. Wie soll die Regierung denn Einfluss darauf nehmen, ob die Senkung der Lohnnebenkosten den Arbeitnehmern zugute kommt? Haengt das nicht vollstaendig von der Elastizitaet von Angebot und Nachfrage ab?

    Mit freundlichen Gruessen

    Antworten

    • 9. Mai 2006 um 10:56 Uhr
    • Jeju Vogt
  8. 16.

    @Jeju Vogt

    Die Loehne sind eben zumindest nach unten als eher unelastisch anzusehen (im Abschwung einer der Gruende, warum es zu steigender Arbeitslosigkeit und nicht zu einem Lohnrueckgang kommt).
    Das heisst, wenn die Regierung nur die von den Arbeitnehmern zu entrichtenden Lohnnebenkosten senkt, kommt dies zunaechst auch nur diesen zugute. Langfristig kann dies natuerlich geringere Lohnzuwaechse und damit eine Verschiebung zu den Arbeitgebern zur Folge haben.

    Freundliche Gruesse

    Antworten

    • 9. Mai 2006 um 16:11 Uhr
    • Arne
  9. Kommentar zum Thema

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