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Neue Indizien gegen Zschäpe – das Medienlog vom Montag, den 26. August 2013

 

War Beate Zschäpe über die Banküberfälle ihrer beiden Kompagnons Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt doch besser informiert, als das ihre Anwälte bislang glaubhaft machen wollen? Dies legt zumindest ein Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel nahe, der sich auf einen Vermerk des BKA vom 14. Juni stützt.

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Demnach haben die Ermittler durch die Auswertung des Computers aus der Zwickauer Wohnung herausgefunden, dass Zschäpe kurz nach den Überfällen in Arnstadt und Eisenach im Internet nach Polizei-und Unfallmeldungen in Tatortnähe gesucht habe.

Außerdem fanden die Ermittler laut Spiegel heraus, dass Zschäpe am 16. Juni 2011 zu Holger G. gefahren sei, um einen manipulierten Reisepass abzuholen. Das Treffen habe der Mitangeklagte G. bei seinen Vernehmungen verschwiegen.

Die türkischsprachige Zeitung Zaman greift diese Bericht auf und schreibt ebenfalls über die neuen Vorwürfe gegen Zschäpe und G. (“Zschäpe war offenbar über Banküberfälle informiert”)

Keine Berichte in den englischsprachigen Onlinemedien.

Das nächste Medienlog erscheint am Dienstag, 27. August 2013

6 Kommentare


  1. Zschäpe wusste, dass das Trio nicht von regelmäßiger Erwerbsarbeit lebte?
    Zschäpe wusste auch, dass man sich falscher Dokumenten und Namen bediente?

    Was bitte soll daran die neue Erkenntnis sein?
    Wie lauten die neuen Tatvorwürfe, wurde die Anklage erweitert?
    Oder ist doch alles nur alter Wein in neuen Presseartikeln?

    PS: Woher hat eingentlich der Spiegel aktuelle BKA-Vermerke?

  2.   Michael Holzer

    Natürlich war Beate Zschäpe informiert. Aber ist sie als einzige Überlebende nicht das Bauernopfer. Natürlich wusste sie von den Morden. Aber beteiligt war sie nicht daran. Warum schreibt keiner über die Massenmorde der amerikanischen Regierung. Warum konzentriert sich die Presse nicht mehr auf die vielen toten Zivilisten, welche die USA in nächster Zeit in Syrien produzieren werden. Da gehts nicht um 10 Menschenleben, sondern um hunderttausende Tote. Aber da haben unsere Mainstreamjournalisten Schiss um ihre Jobs.


  3. Tja, ‘Terror’ liest man immer weniger. Anonyme, feige Morde taugen halt nicht zum Terror sondern nur zum Rätselraten auf der einen Seite und heimliche DVDs machen auf der anderen. Flagge zeigen die Rechten nur, wenn sie in Horden auftreten. Pech für die Nebenkläger, Glück für Zschäpe.

  4.   Marcel

    Beate Zschäpe bekommt eh kein Urteil….und weiterhin laufen demnächst die 20 Monate U-Haft ab. Also entweder klare Beweise zur Mittäterschaft (die bis heute nicht vorliegen) oder Entlassung aus der U-Haft…..
    Der können die gar nichts!!!!! Wer schweigt, gewinnt !!!!!!!!!

  5.   AnTax

    In jedem der 4 Kommentare steckt eine Wahrheit. Es muss doch schon recht müssig sein,immer nur über “offenbare” Handlungen zu berichten,für die bisher absolut keine Beweise vorhanden sind, “angeblich”… (Wortwitz grins) Meinen geringen juristischen Kenntnissen zufolge,kann man Frau Zschäpe bisher nur die Brandstiftung nachweisen,wahrscheinlich die aber auch nur durch ihre eigene Mithilfe … Man könnte ihr auch nachweisen,das sie Menschenleben gefährdete und dies in Kauf nahm. Was noch??? Alles Andere sind doch nur Mutmassungen eines Staatsapparates,der nun versucht sein “verlorengegangenes Image” wieder auf zu polieren , der sich unendlich blamiert hat und es noch tut.

  6.   bekir_fr

    Wieso eigentlich bezeichnet die Presse die Mitangeklagten Holger G(erlach) und Carsten S(chultz) meistens nicht mit vollem Nachnamen, sondern nur als Holger G. und Carsten S.? Sind die Persönlichkeitsrechte dieser Nazis schützenswerter als die von Beate Z.?
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    Danke für die Frage, wir haben das im Blog gleich noch einmal thematisiert! Viele Grüße, ZEIT ONLINE
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    Laut Wikipedia (wo sein Name ausgeschrieben wird) sei Gerlach ein “umfassend” geständiger Mitläufer und “seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft im Zeugenschutzprogramm des BKA”. Also wohl ein “guter” Nazi, der von den Ämtern noch gebraucht und daher von der Presse geschont wird? Obwohl seine U-Haft-Entlassung die Justiz nicht von einer Anklage abhielt und ihn nicht davon, die Übergabe eines “manipulierten” Reisepasses an Beate Z. zu verschweigen.

    Übrigens: Da es einerseits “manipulierte” Reisepässe ja nicht an jeder Straßenecke gibt und andererseits der Nutznießer eines solchen Dokuments bestimmt kein Waisenknabe ist, kann man den Status “Mitläufer” getrost als Verharmlosung betrachten. Viel eher ist das doch ein Mittäter, also genau die Schublade, in die man die Wäsche-Wascherin des vermeintlichen Killer-Duos, Beate Z., stecken will.

    Und ständig hört man von “neuen Indizien gegen Z.” – so als ob sich die Schlinge um sie immer weiter zusammenzöge und die Schuldnachweise immer erdrückender würden. Dabei ist immer noch nicht geklärt, ob wirklich alle 10 Morde auf das Konto des toten Duos gehen. Hatte doch ziemlich am Anfang des Prozesses der o.g. Carsten Schultze bei seiner “belastenden” Aussage für seine Übergabe der Tatwaffe an das Duo eine Örtlichkeit genannt, die erst nach dem 4. Mord eröffnet hat!