Die besten Texte, Videos und Links für den Unterricht

Stadt, Land und Siedlungsstruktur

Von 24. Januar 2014 um 17:47 Uhr
Leben Urban: Die Skyline von Singapur

Blick auf die Skyline von Singapur ® aisaek/photocase.com

Buenos Aires, New York, Singapur – erstmals leben heute mehr Menschen in Städten als in Dörfern. Laut der Internationalen Statistikkonferenz gilt eine Siedlung mit mindestens 2.000 Einwohnern als Stadt. Eine Stadt hat meist eine Funktion für das Umland: als Verwaltungssitz, als wirtschaftliches oder kulturelles Zentrum. Das Leben in der Stadt unterscheidet sich von dem in ländlichen Regionen. Städter können in vielen Geschäften einkaufen, kulturelle Angebote nutzen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind sie jederzeit mobil. Zugleich ist das Stadtleben anonymer als das Landleben, es gibt mehr Umweltbelastungen, und die Bevölkerung wohnt häufig nach Einkommen oder ethnischer Zugehörigkeit getrennt. Diese Trennung heißt Segregation. In einem Dorf hingegen leben weniger als 2.000 Menschen. Es gibt Agrarwirtschaft, weniger Infrastruktur als in der Stadt, die Besiedlungsdichte ist geringer.

Städte hat es schon immer gegeben, die moderne Stadt ist aber erst mit der Industrialisierung entstanden. Die Industriellen bauten Fabriken in Städten, da sie dort viele Arbeitskräfte fanden und weil Städte gut an Verkehrsnetze angebunden waren und sind: Rohstoffe können leicht angeliefert werden, die fertigen Produkte gelangen schnell in die ganze Welt. Gleichzeitig wuchs die Bevölkerung. Auf der Suche nach Arbeit zogen die Menschen aus den Dörfern oder armen Ländern in die Städte. Mehr technische und soziale Infrastruktur war nötig und der Wohnungsbau nahm zu. Diese Entwicklung heißt Verstädterung.

In Entwicklungsländern, ging die Verstädterung in den letzten Jahrzehnten so rasant voran, dass sogenannte Megacities entstanden sind. Müllberge, Slums, Luftverschmutzung und unüberschaubare Menschenmassen sind die Folge. Diese Städte sind so gewaltig, dass sie kaum zu kontrollieren sind.

Ganz andere Probleme haben Städte in den westlichen Ländern. Der demographische Wandel und wirtschaftliche Probleme haben dazu geführt, dass Städte dort schrumpfen. Andere Städte haben so viele Einwohner, Wirtschaftskraft und damit Steuereinnahmen verloren, dass die Städte die Infrastruktur kaum noch finanzieren können.

Die Probleme der schrumpfenden Städte und Megacities sollen Stadtplaner und Stadtentwickler lösen: Sie planenden Wohnungsbau, entwickeln die Infrastruktur, gestalten Erholungsräume und machen Städte zu attraktiven Wirtschaftsstandorten. In Ihre Konzepte müssen Stadtplaner auch die verschiedenen Stadttypen einbeziehen: Europäische Städte unterscheiden sich von amerikanischen, eine Hauptstadt erfordert andere Planungen als eine Industriestadt.

Zu den im Text angeschnittenen Themen finden Schüler auf dieser Seite Materialien.

Verstädterung und Urbanisierung

Was macht die Stadt urban? (Universität Oldenburg)
Der angesehen Stadtsoziologe Walter Siebel erläutert in diesem Text den Begriff Urbanisierung. Er bezieht sich auf klassische Werke der Stadtsoziologie von Georg Simmel, Louis Wirth und Max Weber.

Verstädterung (Bundeszentrale für politische Bildung)
Zahlen, Daten und Fakten zur Verstädterung finden Schüler in dieser Präsentation.

Ich habe noch Hoffnung (DIE ZEIT, 52/2004)
Der UN-Bevölkerungsexperte Naison Mutizwa-Mangiza erklärt das Phänomen Landflucht und wie sie auf die Entwicklung von Städten wirkt.

Die Geschichte der Stadt (Universität Köln)
Am Beispiel der Stadt Köln erfahren Schüler wie die Verstädterung vonstatten geht.

Die Turbo-Verstädterung Afrikas (Schweizer Radio)
Afrika ist der Kontinent mit der größten Verstädterungsquote. Warum das so ist und welche Folgen sich daraus ergeben, erfahren Schüler aus diesem Radiobeitrag.

Der Beitrag der  Archäologie zur Stadtgeschichtsforschung (Freiburger Dokumentenserver)
Stadtarchäologen können herausfinden, wie Straßen, Gebäude und Infrastruktur einer Stadt sich über Jahrhunderte entwickelt haben. An den Überresten können Sie erkennen, wie lange zurückliegende Ereignisse oder Personen- und Berufsgruppen den Stadtraum beeinflusst haben.

Megastädte

Dossier: Megastädte (Bundeszentrale für politische Bildung)
In diesem Dossier erfahren Schüler mehr über die Megastädte dieser Welt. Was charakterisiert sie? Welche Probleme gibt es in den Riesen unter den Städten? Wie sieht die Megastadt der Zukunft aus?

Seoul – von der Metropole zur Metropolregion (Geographische Rundschau, 07/2000)
Eine Megastadt ist häufig aus mehreren kleineren Städten entstanden. Häufig ist gar nicht zu erkennen, wo eine Stadt aufhört und eine neue anfängt, da mehrere Städte über Jahrzehnte zu einer Agglomeration zusammengewachsen sind. Am Beispiel der Stadt Seoul erfahren Schüler wie das funktioniert.

Metropole, Megacity, Moloch – die Expo 2010 in Shanghai (Deutsche Welle)
Unter dem Motto Better City – Better Life zeigte die EXPO 2010, vor welche Probleme die Megastadt Shanghai Architekten stellt, und wie sie sie lösen können. Wie gehen Architekten mit der alten Bausubstanz um? Wie können sie das Wachstum und die Folgen bewältigen?

Megacities: São Paulo (National Geographic Channel)
Über zehn Millionen Menschen leben in São Paulo. So viele Menschen produzieren eine Menge Müll. Diese sechsteilige Dokumentation zeigt, dass viele Bewohner von dem Müll leben müssen; andere bekommen durch ihn Arbeit.

Asiens Megastädte im Kunstlicht (ZEIT ONLINE, 10.01.2012)
Die Megastädte dieser Welt sind durch massenhafte und unkontrollierte Zuwanderung aus angrenzenden Regionen und dem Ausland entstanden. Viele Wohnquartiere sind wild gewachsen, die Architektur und Lebensweise dort ist sehr traditionell, außerdem sind Armenviertel und Slums entstanden. In asiatischen Megastädten hat der Fotografieprofessor Peter Bialobrzeski diese Viertel fotografiert und auch deren Umwandlung abgelichtet: Von traditioneller Wohnweise und Armenvierteln zu Hochglanzquartieren.

Stadt am Netz (Telepolis, 13.2.1996)
Die Megastadt Los Angeles ist facettenreich. Sie ist Traumfabrik, Stadt des Körperkults und der amerikanischen Umweltbewegung, Metropole der Gangkriminalität und Polizeigewalt. Der Stadtsoziologe Mike Davis hat die Megastadt in seinem berühmten Buch City of Quartz beschrieben.

Armut und Verstädterung: Slums

Mike Davis: Planet der Slums (3sat)
Der Stadtsoziologe Mike Davis meint: Die Zukunft der Stadt ist der Slum. Im Film erläutert Davis seine These. In diesem Ausschnitt aus Planet der Slums können Schüler mehr über Davis’ Thesen lesen.

“Wer will, kann mit Obdachlosen unter einer Brücke schlafen” (ZEIT ONLINE, 5.4.2011)
Die Ethnologin Eveline Dürr hat das Phänomen des Slumtourismus auf einer Müllkippe in Mexiko untersucht. Im Interview erklärt sie, was Reisende in Elendsviertel treibt.

Ein Panorama der Welt (Geo.de)
Der Fotograf Jonas Bendiksen hat Slums bereist und die Bewohner und ihre Behausungen fotografiert. Aus den Bildern hat er Montagen der Wohnräume zusammengesetzt. Dazu erzählen Sprecher, was die Bewohner aus ihrem Leben berichtet haben und zeigen: Slum ist nicht gleich Slum.

Wie ein Slum in Nairobi aus dem Schatten tritt (ZEIT ONLINE, 30.12.2010)
In Slums finden sich nur diejenigen zurecht, die dort leben. Denn die Hütten und Häuser haben die Bewohner wild gebaut, es gibt keine Karten. Die Einwohner des Slums Kibera in Nairobi haben das geändert. Denn nur wer den Slum kennt, kann ihn auch verändern.

Der ländliche Raum

Prognose der ländlichen Bevölkerung (Bundeszentrale für politische Bildung, BPB)
Prognosen und Zahlen zur ländlichen Bevölkerungsentwicklung finden Schüler in dieser Präsentation.

Ländlicher Raum (Aus Politik und Zeitgeschichte, BPB)
Die Peripherisierung ist das größte Problem im ländlichen Raum. Was mit dem Begriff gemeint ist, erfahren Schüler aus dem ersten Text dieser Publikation. Weitere Texte befassen sich mit der Frage, wie wirtschaftliche, bauliche und soziale Probleme des ländlichen Raumes zu lösen sind.

Selbst ist der Kunde (DIE ZEIT, 29/2010)
Da die Landbevölkerung abnimmt, gibt es in Dörfern immer weniger Infrastruktur und immer mehr Läden schließen. Wie Landbewohner diese Entwicklung auffangen, erklärt Georg Etscheit.

Und fort der Stolz (DIE ZEIT, 17/2010)
Ländliche Regionen leiden darunter, dass Unternehmen Produktionsstandorte aus wirtschaftlichen Gründen schließen oder verlagern. Ein Beispiel dafür: Das Dorf Luterbach in der Schweiz.

Raumbilder für das Land (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg)
Dass die Probleme ländlicher Räume nicht unlösbar sind, zeigt diese Publikation.

Werkstatt-Stadt – Dorf (Werkstatt-Stadt)
Hier finden Schüler zwölf Projektbeschreibungen von Entwicklungsprojekten im ländlichen Raum. Sie fördern familienfreundliches Wohnen, ökologische Entwicklungskonzepte und Dienstleistung und Infrastruktur auf dem Land.

Polens Landwirtschaft und ländliche Siedlungen in der Transformation (Praxis Kultur- und Sozialgeographie)
Wie verändern sich landwirtschaftlich Regionen in einer industrialisierten Welt? Verändern sich ländliche Lebensformen? Am Beispiel Polens geht der Autor auf diese Fragen ein.

Infrastruktur und Mobilität

Der Benzinpreis ist nicht entscheidend” (ZEIT ONLINE, 10.11.2010)
Die zunehmende Suburbanisierung trennt das Wohnen vom Arbeiten. Die Infrastruktur muss also vor allem Mobilität gewährleisten. Ein Weg, das zu erreichen, ist der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

RAVE  – Raum und Verkehr (nachhaltiger-verkehr.de)
Das Forschungsprojekt Raum und Verkehr – Nachhaltige Raum- und Verkehrsplanung hat Projekte in Dörfern, Kommunen und Städten dokumentiert, die Verkehrsinfrastrukturen ausbauen. Dokumentiert sind die Projektziele und die bisherige Umsetzung.

Die Logik der kurzen Wege: räumliche Mobilität und Verkehr als Gegenstand der Stadtforschung (Erdkunde – Archive for Scientific Geography, 53/1999)
Jeder will in der Stadt schnell an sein Ziel kommen – egal ob er am Rand oder im Zentrum lebt. In diesem Text erläutert der Autor das Konzept der Stadt der kurzen Wege.

Forschungsprogramm Stadtverkehr (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung)
Das “Forschungsprogramm Stadtverkehr” (FoPS) hat sich mit Fragen der Raum- und Verkehrsplanung befasst. Ziel war es, Städten Erkenntnisse zur Verfügung zu stellen, damit sie Straßen oder den Öffentlichen Personennahverkehr besser planen zu können. Auch Umwelt- und Luftschutz spielen dabei eine Rolle. Auf dieser Seite finden Schüler die gesammelten Erkenntnisse.

Auswirkungen des demographischen Wandels auf die soziale Infrastruktur (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung)
Neben der technischen Infrastruktur wie Straßen, Wasserversorgung, Müllentsorgung und Energieversorgung muss es in Städten und Dörfern auch soziale Infrastruktur geben. Gemeint sind damit Krankenhäuser, Schulen, Kindertagesstätten, kulturelle Einrichtungen und Verwaltung. Die Autoren dieser Studie haben untersucht, wie sich der demographische Wandel auf die soziale Infrastruktur in Deutschland auswirkt.

Stadtentwicklung und Stadtplanung

Der Einfluss der Charta von Athen auf den Wohnungsbau (Technische Universität Graz)
Die Charta von Athen begründete die Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert – die Stadt sollte vor allem funktional sein. Aus dieser Präsentation erfahren Schüler, was das bedeutete.

Städtebauförderungsprogramm Soziale Stadt (Soziale Stadt Bundestransferstelle)
Auf dieser Seite erfahren Schüler alles über das Programm Soziale Stadt. Das Programm fördert benachteiligte Viertel, die durch Segregation entstanden sind. Die Förderung soll Viertel baulich, sozial, kulturell und wirtschaftlich aufwerten.  Mehr über erfolgreiche Projekte ist hier nachzulesen.

Werkstatt-Stadt– Innovative Projekte im Städtebau (Werkstatt-Stadt)
Auf dieser Seite finden Schüler 212 Projektbeschreibungen von Stadtentwicklungs- und Stadtplanungsvorhaben. Mit der Städteliste können Schüler herausfinden, welche Projekte es in ihrer Nähe gibt.

Chinas große Urbanisierung (ZEIT ONLINE, 3.3.2011)
Der Autor berichtet, wie die chinesische Regierung versucht, Landbewohner zu Städtern zu machen, indem sie neue Städte entwickelt.

Aufwärts immer (DIE ZEIT, 9/2010)
Für die Stadtentwicklung genügt es nicht, Straßen und Wohnungen zu bauen, erfolgreich die Wirtschaft zu fördern und Erholungsflächen zu schaffen. Am Beispiel der Stadt Chemnitz zeigt sich, dass Stadtplaner auch das Image einer Stadt entwickeln müssen.

Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung)
Das Forschungsprogramm fördert innovative Projekte, die die Herausforderungen an heutige Stadt- und Raumplanung bewältigen wollen. Auf dieser Seite finden Schüler Modellvorhaben, die sich mit ganz verschiedenen Problemstellungen beschäftigen: Wie macht man ein Stadtviertel für Jugendliche, Alte oder Behinderte attraktiv? Wie können Stadtplaner Voraussetzungen schaffen, um die lokale Wirtschaft zu stärken? Wie können Genossenschaften ihr Wohnungsangebot attraktiver für eine breite Mieterschicht gestalten?

Die Stadt der Zukunft (ZEIT Wissen, 2/2009)
Stadtplanung ist immer auch Zukunftsplanung. Am Beispiel von Berlin zeigt ZEIT Wissen, wie eine ideale Stadt der Zukunft aussehen kann.

Zerstörung, Wiederaufbau und Stadtumbau (Freiburger Dokumentenserver)
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren viele Städte in Europa durch Luftangriffe großflächig zerstört. Am Beispiel von Freiburg im Breisgau erfahren Schüler, wie der geplante Wiederaufbau einer Stadt funktioniert. Anhand von Bildern können Schüler in dieser Publikation die Veränderungen visuell nachvollziehen.

Nachhaltigkeit und ökologisches Bauen

Nachhaltige Stadtentwicklung (Mit offenen Karten, youtube.de)
In dieser Sendung der Reihe Mit offenen Karten erfahren Schüler, was der Begriff nachhaltige Stadtentwicklung bedeutet und wie sie in der Praxis funktioniert.

Naturschutz und Lebensqualität in Städten und Gemeinden(Deutscher Städtetag)
Der Wettbewerb Grün in der Stadt sollte Städte und Gemeinden dazu anregen, Bauprojekte umweltfreundlich zu planen. Die Dokumentation präsentiert Projekte, bei denen das gut gelungen ist.

Flasche leer, Mauer hoch (DIE ZEIT, 9/2010)
Sie sind in vielen Ländern ein Müllproblem – dabei sind Plastikflaschen ein hervorragendes Baumaterial. Für Haiti wäre es ideal geeignet.

… und das hält (DIE ZEIT, 23/2011)
Ein Haus aus Stroh? Dass und wie es geht erklärt Lukas Grasberger.

Internetportal für nachhaltige Siedlungen (oekosiedlungen.de)
Auf dieser Seite finden Schüler 183 Beschreibungen von ökologischen Bauprojekten. Emissionsfreie Siedlungen, Ökodörfer, autofreies Wohnen, Passivhäuser, Nullabwasserhäuser, Solarhäuser – zu den verschiedenen Stichworten des ökologischen Bauens gibt es verschiedene Projektdokumentationen.

Schrumpfende Städte

Dossier Schrumpfende Stadt (Bundeszentrale für politische Bildung)
Hier finden Schüler grundlegende Informationen zum Thema Stadtschrumpfung: Seit wann schrumpfen Städte? Warum schrumpfen Städte? Welche Konzepte gibt es, um mit Schrumpfung umzugehen oder sie aufzuhalten?

Shrinking Cities (shrinkingcities.com)
Das Projekt Schrumpfende Städte/Shrinking Cities hat über Jahre Schrumpfung international erforscht. Schüler finden auf dieser Seite umfangreiche Publikationen, Ausstellungsbeschreibungen und Prognosen darüber, wie Städte künftig schrumpfen.

Städte im Umbruch 01/2004(schrumpfende-stadt.de)
In dieser Publikation geht es um verschiedene Themen: die Geschichte von Schrumpfung, die Frage, warum besonders ostdeutsche Städte schrumpfen und um den mangelhaften Umgang mit der Schrumpfung. Die Autoren sind Stadtplaner, Wissenschaftler, Politiker und Architekten.

Wachstum durch Abriss (DIE ZEIT, 44/2009)
Wie schrumpft man Städte gesund? Die Internationale Bauausstellung in Sachsen-Anhalt hatte wilde Ideen.

Null Euro Urbanismus (null-euro-urbanismus.de)
Die Verwaltungen schrumpfender Städte haben meist wenig Geld für Stadtentwicklungskonzepte. Auf dieser Seite haben Stadtplaner gute Konzept dokumentiert und stellen Publikationen zum Thema “Stadt ohne Geld gestalten” bereit.

Migration und Segregation

Land-Stadt-Migranten im globalisierten Bangalore (Freiburger Dokumentenserver)
Am Beispiel der IT-Stadt Bangalore zeigt die Autorin Stefanie Hertlein in ihrer  Magisterarbeit, was bestehende soziale Netzwerke für neue Städter bedeuten. Sie erklärt den Begriff soziale Netzwerke, geht dann auf die Entwicklung der Stadt Bangalore ein und untersucht die sozialen Netzwerke und deren Wirkung.

Urbaner Wandel durch Migration (Heinrich Böll Stiftung)
Städte sind vor allem durch Migration aus dem Umland oder aus anderen Ländern gewachsen. Am Beispiel der Keupstraße in Köln zeigen die Autoren dieses Artikels, wie sich Migration auswirken kann.

Dossier: Segregierte Stadt (Bundeszentrale für politische Bildung)
Aus diesem Dossier erfahren Schüler, was Segregation ist, warum sie Migranten besonders häufig betrifft und wie Politiker und Stadtplaner damit umgehen können.

Der Stadtsoziologe Hartmut Häußermann meint, Segregation werde immer mehr zum Problem, Städte funktionierten nicht mehr als “Integrationsmaschinen” . Der Stadtsoziologe Thomas Krämer-Badoni widerspricht ihm. Er meint, Segregation sei nicht ungewöhnlich und die Stadt sei auch nie eine Integrationsmaschine gewesen.

Frankreichs Schwierigkeiten mit den Banlieue (Bundeszentrale für politische Aufklärung)
Die Banlieue ist der französische Vorort. Seit 2005 die Bewohner der Pariser Banlieue angestachelt durch Ausgrenzung, Polizeigewalt und Armut auf die Straßen gingen und wochenlang Polizei und Regierung in Atem hielten, ist klar: Segregation kann zu extremen Ausbrüchen führen .

Der Hass der Vergessenen (DIE ZEIT, 34/2010)
Dass die Konflikte in der Banlieue seit 2005 keineswegs gemildert sind, zeigt dieser Artikel von Gero von Randow.

Siedlungsformen und Stadttypen

Die Europäische Stadt (Deutscher Städtetag)
Was Max Weber unter der europäischen Stadt verstand und was heute und zukünftig eine europäische Stadt ausmacht, erfahren Schüler aus dieser Publikation. Mehr zu der Frage “was eine europäische Stadt auszeichnet”, können Schüler hier nachlesen.

Diese Stadt: das war doch Sozialismus (Freitag.de, 11.8.2000)
Eisenhüttenstadt, früher Stalinstadt, war einmal das Modellbild der sozialistischen Stadt. Wie die aussehen sollte und dann entstand, erfahren Schüler aus diesem Artikel.

Industriestädte in der SBZ/DDR (Technische Universität Berlin)
Wie eine Industriestadt in einem sozialistischen Land aussah, erfahren Schüler aus dieser Publikation.

Europäische und globale Städtesysteme (Universität Duisburg)
Aus dem Script zu einer Vorlesung über Stadtgeographie erfahren Schüler, was es mit dem Konzept der global city, der Weltstadt auf sich hat.

London, Hauptstadt ohne Land (DIE ZEIT, 18/2011)
Die amerikanische Soziologin Saskia Sassen hat London zu einer global city erklärt, weil die Stadt im globalen Finanzmarkt einer von drei zentralen Knotenpunkten weltweit ist. Wie das Leben in der global city der Finanzen aussieht, erfahren Schüler aus diesem Artikel.

Urbanisierungsprozesse in den Entwicklungsländern (Fachhochschule Köln)
Wenn die europäische Stadt anders aussieht als die amerikanische, wie ist es mit Städten in Entwicklungsländern? Haben auch sie spezielle Merkmale?

Die orientalische Stadt (Universität Duisburg-Essen)
Geschichte und Merkmale der orientalischen Stadt nach der Definition von Eugen Wirth beschreibt der Autor in diesem Material zu einem Seminar der Universität Duisburg.

Metropolregionen – Konzepte, Definitionen und Herausforderungen (Informationen zur Raumentwicklung, 9/2002)
Was ist eine Metropole? Was ist eine Metropolregion? Das erfahren Schüler aus dieser Publikation.

Kairouan, heilige Stadt des Maghreb (Schätze der Welt, SWR)
Die typisch afrikanische Stadt gibt es nicht. Zu unterschiedlich verläuft die Verstädterung in afrikanischen Ländern. Es gibt industriell oder islamisch geprägte Städte und andere Stadttypen. Der Film über Kairouan zeigt ein Beispiel einer afrikanischen Stadt.

Religion und Stadtentwicklung im Islam – das Beispiel Teheran/ Iran (Erdkunde – Archive for Scientific Geography, 56/2002)
Wie sieht eine islamische Stadt aus? Die Autoren vertreten die These, dass religiöse und weltliche Stiftungen eine Stadt im islamischen Orient prägen. Sie verdeutlichen das am Beispiel der Stadt Teheran.

Schönere Häuser, bessere Menschen (DIE ZEIT, 31/2006)
1889 veröffentlichte der Brite Ebenezer Howard Tomorrow, seine Vision von der idealen Stadt. Seine Gartenstadt sollte aus mehreren, nach Funktion getrennten Teilen bestehen, zwischen denen viele Grün- und Agrarflächen liegen sollten. Auch heute gibt es noch Gartenstädte, auch in Deutschland.

Die Stadt als Fokus gesellschaftlicher Veränderungen – Suburbanisierung (Universität Duisburg)
Was bedeuten die Begriffe Suburbanisierung, Reurbanisierung und Desurbanisierung? Wie sind suburbane Siedlungen entstanden? Antworten auf diese Fragen erhalten Schüler aus dem Script zu einer Vorlesung.

Leben als Angstpartie (spiegel.de, 25.10.2004)
Gated Communities kommen überall dort in Mode, wo Menschen viel Geld haben, sich gleichzeitig unsicher fühlen und unter ihresgleichen bleiben wollen. Mehr über diese Wohnform, die in den USA entstanden ist, erfahren Schüler aus diesem Artikel.

Das Stadtleben und seine Wirkung: Urbanität

Warum uns Städte reich machen (ZEIT ONLINE, 3.8.2011)
Ökonomen sind der Ansicht, dass Städte die zentralen Triebkräfte unserer Zeit sind: gesellschaftlich, ökonomisch und politisch.

Gentrifizierung im 21. Jahrhundert (Aus Politik und Zeitgeschichte)
Immer mehr Stadtviertel in deutschen und ausländischen Städten sind angeblich gentrifiziert. Was heißt das, gentrifiziert? Ist das ein neues Phänomen? Ist das gut oder schlecht? Wer gentrifiziert wen? Ein Überblick

Psychisch gestresster in der City (ZEIT ONLINE, 23.6.2011)
Metropolen machen Menschen anfällig für Depressionen und Angststörungen. Warum? Forscher vermuten, dass die Hirne von Städtern anders arbeiten als die von Dorfbewohnern.

Dossier: Überwachte Stadt (Bundeszentrale für politische Aufklärung)
In der öffentlichen Wahrnehmung gelten Städte häufig als unsichere Orte: Kriminalität, Gewalt und Luft- sowie Umweltverschmutzung sind ein Problem. Dieses Dossier erklärt Strategien, mit denen Städte überwacht werden, und bietet kritische Texte zum Thema.

Was die Welt von Manhattan lernen kann (ZEIT ONLINE, 24.9.2010)
Der Stadtplanungsexperte Christopher Choa sieht in Megastädten wie New York den Schlüssel, um die Energieprobleme der Zukunft zu lösen. Was damit gemeint ist und ob der Experte recht hat, erklärt Stefan Mauer.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Sehr gute Zusammenstellung! Habe diese Materialien bereits einmal im Erdkundeunterricht verwendet. Was ich auch empfehlen kann, ist, dass man sich einen externen Experten in den Unterricht hereinholt. http://bit.ly/otUgJQ Viele Firmen reagieren durchaus positiv auf solche Anfragen. Externe Experten lockern die Unterrichtssituation gewöhnlich auf und es bietet den Schülern einen unkomplizierten Einblick in bestimmte Fachthemen.

  2. 2.

    Liebe Frau Knappig,

    freut mich, dass die Zusammenstellung zu meinem Leib- und Magenthema so gut ankommt. Und sicherlich ein guter Tipp ihrerseits.

    Beste Grüße
    Franziska Kelch

    • 10. Oktober 2011 um 17:10 Uhr
    • Franziska Kelch
  3. 3.

    Liebe Redaktion,

    vielen Dank für diese Sammlung bzw. Auflistung spannender Beiträge zum Thema Stadtentwicklung. Als Geograph hoffe ich, dass dies erst der Anfang ist, denn es sollte noch viel intensiver das Thema behandelt werden und die Zukunft zum gemeinsamen Handeln.

    • 1. November 2012 um 21:26 Uhr
    • TimmyS
  4. 4.

    Ganz im Gegenteil! Ich will aufs Land!!!!!!!

    • 20. Dezember 2012 um 12:10 Uhr
    • Karin Dorr
  5. 5.

    Erschreckend! Städte sind doch beschi… (darf ich nicht ausschreiben)

    • 21. Dezember 2012 um 17:27 Uhr
    • Klaus
  6. 6.

    Für junge Menschen ist die Stadt anziehender als das Land,
    weil in der Stadt mehr “los” ist.
    Leider ist die Physik, Chemie und Biologie da nicht auf ihrer Seite.
    1.)Physik:
    Wenn sich der Mensch von einem Stück Land ernährt, so entnimmt er dem Boden eine bestimmte Menge chemischer Elemente. Gibt er diese dem Boden nicht wieder zurück, so verarmt der Boden an diesen Elementen – ist eine Massenbilanz.
    Wie das für heute aussieht, zeigt
    http://members.aon.at/goedheinz/GOD_Deutsch/Zukunft/2069FaqD/2069FaqD_LeSt.html#2069-Stadt
    (Bitte bis zur Grafik scrollen)
    Nach einer gewissen Zeit sind die dort wachsenden Pflanzen mit wenig Nährwert, im Extremfall wird der Boden unfruchtbar.
    2.)Chemie:
    In der Landwirtschaft arbeiten nur noch ca. 5% der Bevölkerung, das bedingt MaschinenEinsatz, das dann Monokultur und das weiters PestizidEinsatz – durch den vielen GiftEintrag sind die Landwirte heutzutage bei schlechterer Gesundheit als die Städter.
    Die Kunstdüngung bringt dann noch weitere Probleme, siehe
    http://www.chemievorlesung.uni-kiel.de/1992_umweltbelastung/dueng2.htm
    3.)Biologie:
    In der Stadt ist vom Lebensnotwendigen ein bisschen zuwenig:
    zuwenig Sonne, Sauerstoff, Bewegung,… und vom Lebenshemmenden ein bisschen zuviel: Autoabgase, Staub, Lärm, Hektik …,
    dazu noch minderwertige Nahrungsmittel, siehe
    http://members.aon.at/goedheinz/GOD_Deutsch/Archiv/Ernaehrung/LebmittQual.html
    All das bestraft die Natur mit Krankheiten
    und die Evolution andet dies auf längere Sicht mit dem Niedergang der betreffenden Zivilisation,
    die USAner sind schon auf dem Weg dazu, siehe
    http://www.medknowledge.de/abstract/med/med2006/06-2006-4-diabetes-usa-da.htm
    http://diabetes.niddk.nih.gov/dm/pubs/statistics/index.htm
    und die Menschheit allgemein auch:
    http://members.aon.at/goedheinz/GOD_Deutsch/Zukunft/2069FaqD/2069FaqD_Nahr.html#Gesundheit&HochertragsSorten
    Diese Fakten deuten darauf hin,
    dass die großen Städte eine Fehlentwicklung sind.

    • 23. Dezember 2012 um 10:20 Uhr
    • Heinz Göd
  7. 7.

    Eine hervorragende Zusammenstellung von Quellen die auch fuer mich als professionellen Architekten noch spannend ist. Wer sich ueber die Schulzeit hinaus wissenschaftlich mit dem Thema beschaeftigen moechte, der kann u.a. in Dortmund, Berlin und Hamburg Stadtplanung studieren – ein hochaktuelles und spannendes Studienfach!

    • 1. März 2013 um 01:40 Uhr
    • urbanist
  8. 8.

    Was fehlt is ein Beitrag über seelisch entwurzelte Städter. Die urbane Lebensweise entfernt die Menschen nachhaltig von den Grundlagen und den Grundlogiken des menschlichen Daseins. Das an sich ist nicht neu und begann schon während der Industrialisierung, wird aber heute weit auf die Spitze getrieben.

  9. Kommentar zum Thema

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