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Warum Grönland ein Scheinriese ist

 
Weltkarte in der Mercator-Projektion. CC BY wonderwhy/flickr
Weltkarte in der Mercator-Projektion CC BY wonderwhy/flickr

Grönland hat eine Gesamtfläche von etwa 2,17 Millionen Quadratkilometern. Der gesamte Kontinent Afrika ist fast 14 Mal so groß. Auf dem Papier. Auf Weltkarten wie der am Anfang dieses Textes wirkt Grönland dennoch viel größer, als es im Verhältnis zu anderen Ländern ist. Ein Scheinriese quasi, wie der freundliche Herr Tur Tur aus Michael Endes Buch Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, der immer kleiner wird, je näher man ihm kommt. Doch woran liegt das?

Zunächst einmal daran, dass sich unsere dreidimensionale Erde relativ schlecht auf einem Blatt Papier abbilden lässt. Deshalb gibt es keine ideale Karte. Keine zweidimensionale Darstellung der Weltkugel kann gleichzeitig Verhältnisse von Winkeln, Flächengrößen und Längen realitätsgetreu darstellen. Daher kennt die Kartographie verschiedene Darstellungsmodelle. Die Washington Post führt in dieser Grafik einige davon auf und zeigt, wie sich – je nach Art der Projektion – das Größenverhältnis von Afrika und Grönland (grün eingefärbt) ändert.

Übersicht verschiedener Kartenprojektionen. Screenshot: Washington Post
Übersicht verschiedener Kartenprojektionen Screenshot: Washington Post

Und damit sind wir wieder bei der Karte am Anfang dieses Textes. Sie ist eine Mercator-Projektion (in der Washington-Post-Grafik links unten zu finden) – eine winkeltreue Darstellung der Erdkugel, die jedoch dazu führt, dass Flächengrößen nicht immer im korrekten Verhältnis angezeigt werden. Das ist auch die Erklärung, warum Grönland auf diesen Karten so groß ist.

Im Netz verbreitet sich derzeit übrigens noch eine weitere Kartensammlung – und da ist die Art der Darstellung zunächst nicht entscheidend. Bei Katie Kowalsky, die Stadtpläne in Pop Art à la Roy Lichtenstein umgewandelt hat, geht es vor allem um Ästhetik.

Stadtplan von Paris - nach Art von Roy Lichtenstein. Screenshot: mapbox/katieykowalsky
Stadtplan von Paris - nach Art von Roy Lichtenstein. Screenshot: mapbox/katieykowalsky

Weitere Teilchen finden Sie hier.

11 Kommentare

  1.   Cailuda

    Oder wie es andere so schön dargestellt haben – the true size of Africa: http://flowingdata.com/2010/10/18/true-size-of-africa/


  2. @2: Nur blöd, dass die True-Size-of-Africa-Karte ebenfalls auf der Mercator-Projektion basiert… Eine korrigierte Version wurde schon 2011 erstellt – im Web hat sich trotzdem ausschließlich die Mercator-Version weiterverbreitet.

    http://cartonerd.blogspot.co.at/2011/09/welcome-to-marauding-carto-nerd.html


  3. Das (Haupt-)Problem ist nicht Mercator, sondern der Äquator gehört in die Mitte. Siehe Peters-Projektion:

    https://www.wikiwand.com/en/Gall%E2%80%93Peters_projection


  4. Verzerrungen passieren bei allen Flächen mit intrinsischer Krümmung (beim Zylindermantel zum Beispiel nicht). Höherdimensionale Betrachtungen ähnlicher Art können auch zur Erklärung der Schwerkraft dienen.

  5.   P_Meyer

    Alles Quatsch!
    Wäre die Erdscheibe eine Kugel, würden die Australier ja ständig Kopfschmerzen haben!
    Ausserdem würden Südpazifik und Südatlantik ständig ins Weltall tropfen…
    Oder hat Kolumbus etwa Indien auf einer West-Route errreicht? nö!

    So…nachdem das geklärt ist, werde ich jetzt ins Studio gehen und die Scheinwerfer für die nächste „Mondlandung“ ausrichten. :-)

  6.   Arrian

    Eigentlich kann man sich die tatsächlichen Relationen anhand eines einfachen Vergleichs klarmachen: Grönland ist mit 2.166.086 km² etwas kleiner als der (nach der Teilung des Sudan) flächengrößte afrikanische Staat Algerien, der eine Landfläche von 2.381.741 km² hat.

  7.   klimbimquadrat

    Dann ist Algerien ja fast so groß als wie Afrika.

  8.   G.Regitz

    Die Mercatorprojektion ist weder längen- noch flächen- dafür aber winkeltreu und wird deshalb in der Seefahrt zur Navigation benutzt, weil sie die Umgebung so abbildet wie man sie an einem beliebigen Ort wahrnimmt.

  9.   Sikasuu

    In Schulatlanten wird heute meist versucht zw. Mercartor und Flächentreue ein Kompromiss zu ziehen. Da sehen dann die Flächen nicht mehr so verschieden aus.
    .
    Doch der „gute alte Globus“ ist immer noch vor zu ziehen, auch wenn er nicht auf ein Blatt Papier passet. Sollte im Zeitaöter von Recheren und Tablets doch kein problem mehr sein:-))
    .
    Meint
    Sikasuu
    .
    Ps. Sätestens wenn man einem Grosskreiskurs auf einer Mercatorprojektion einzeichnet und dann bemerkt, das da eine gerade Lienie gebogen wird, merkt man/frau, das do was nicht stimmt:-))