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Wo bitte geht’s hier zu Pluto?

 

Screenshot aus der Nasa-Simulation "Eyes on Pluto".Screenshot aus der Nasa-Simulation "Eyes on Pluto"

Ein Vorbeiflug in 12.500 Kilometern Entfernung bedeutet in kosmischen Maßstäben geradezu intime Nähe. Aus solch kuscheliger Entfernung soll die New-Horizons-Sonde am kommenden Dienstag die Oberflächendetails von Ex-Planet Pluto fotografieren. Bis dahin legt sie das letzte Stück ihrer bislang gut neun Jahre andauernden Reise zurück, falls es nicht erneut zu kleineren Unwägbarkeiten kommt wie am vergangenen Wochenende. Noch bleibt also ein bisschen Zeit, um sich per App oder interaktiver Simulation auf den Höhepunkt der Mission vorzubereiten.

Die Nasa-Simulation Eyes on Pluto überfordert auf den ersten Blick mit allerlei sich verändernden Zahlen, verschiedenen Fenstern und Knöpfen. Doch wer sich etwas Zeit nimmt, bekommt hier einen detaillierten Einblick in die Mission: Im Ride-Along-Modus etwa kann der Nutzer der Sonde auf ihrem Weg zu Pluto über die Schulter schauen und dabei Missionszeitpunkt und Fluggeschwindigkeit beliebig verändern. Ein separates Fenster zeigt an, zu welchem Zeitpunkt die Instrumente an Bord der Sonde welchen Himmelskörper untersuchen sollen. Und wem das immer noch nicht reicht, der kann sich mithilfe des Programms Eyes on the Solarsystem auch gleich noch über etliche andere Nasa-Missionen im Sonnensystem informieren.

Nicht von der Nasa, aber von den Entwicklern der Astronomie-App SkySafari ist die kostenlose App namens Pluto Safari. Auch mit ihr lässt sich der Weg von New Horizons im Detail verfolgen. Gleich in der Startansicht zeigt sie einen Countdown für den sogenannten Pluto Flyby (auf Twitter diskutiert unter #plutoflyby), also den Moment, an dem die Sonde dem Himmelskörper am nächsten kommt. Außerdem zeigt sie die aktuelle Entfernung zwischen Sonde und Kleinplanet an – am heutigen Tag noch etwa sieben Millionen Kilometer.

Ähnlich wie Eyes on Pluto kann auch Pluto Safari den Weg der Sonde aus verschiedenen Perspektiven anzeigen. Außerdem enthält die manchmal etwas unübersichtliche App jede Menge Infos rund um die Mission, wie etwa einen Zeitstrahl mit wichtigen Ereignisse sowie einen Stream mit aktuellen Bildern und Nachrichten zum Thema. So findet sich dort etwa eine aktuelle Pluto-Darstellung von Google Earth, welche die aktuellen Bilder der Mission auf eine Kugel projiziert. Derzeit kann der Nutzer so um eine verschwommene braun-fleckige Kugel navigieren, nicht blau übrigens – die Ansicht soll jedoch aktualisiert werden, sobald New Horizons höher aufgelöste Bilder zur Erde sendet.

Projektion der aktuellen Pluto-Daten auf eine Kugel in Google Earth
Projektion der aktuellen Pluto-Daten auf eine Kugel in Google Earth

Wer es schon immer unfair fand, dass Pluto sein Status als Planet von der Internationalen Astronomischen Union aberkannt wurde, kann diese Meinung übrigens auch in der Pluto-Safari-App bei einer Umfrage kundtun. Die Chance, neu entdeckte Berge und Täler von Pluto und dessen Mond Charon zu benennen, ist indes leider verstrichen. Das Seti-Institut hat nach einer öffentlichen Abstimmung eine entsprechende Vorschlagsliste bei der IAU eingereicht.

Wer es bis zum Flyby in der kommenden Woche gar nicht mehr erwarten kann, dem sei bis dahin noch folgender Zeitvertreib ans Herz gelegt: Die New-Horizons-Sonde lässt sich auch als 3-D-Modell ausdrucken, die Anleitung dazu gibt's auf der Nasa-Seite.

Weitere Teilchen finden Sie hier.

2 Kommentare

  1.   Force9

    Ist eigentlich bekannt, welches Betriebssystem auf den Computern der Sonde läuft?
    Win… kann es wohl nicht sein.
    Nachdem es seit über 9 Jahren immer noch funktioniert….

  2.   cs

    @Force9: Obwohl normalerweise VxWorks in der Raumfahrt sehr verbreitet ist, verwendet New Horizons laut dieser Quelle http://digitalcommons.usu.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1520&context=smallsat Nucleus RTOS von Mentor Graphics.