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Was aus dem Arabischen Frühling wurde

 
Was aus dem Arabischen Frühling wurde
Situation in ausgewählten arabischen Ländern im Januar 2016. Quelle: Economist

Vor fünf Jahren begannen die Volksaufstände in Tunesien, die sich schnell ausweiteten, in 17 Ländern zu Umbruch führten und so ganz Nordafrika und den Nahen Osten veränderten. Als Arabischen Frühling fassen wir die Entwicklungen heute zusammen. Doch wo hat sich die Lage tatsächlich verbessert? Und wo ist die Situation der Menschen schlechter als zuvor? Der Economist zieht mit einem Blogbeitrag Bilanz.

In Ägypten ist die Lage unsicher. Es regiert ein autoritäres System, Kritiker kommen so gut wie nicht zu Wort, die wirtschaftliche Lage ist schlecht. Terroranschläge wie zuletzt in Hurghada machen dem wichtigsten Wirtschaftszweig, der Tourismusindustrie, zu schaffen. Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für die nördliche Sinai-Halbinsel ausgesprochen. Tunesien hingegen hat sich eine moderne und demokratische Verfassung gegeben, 2015 wird das nationale Dialogquartett mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Ganz anders ist die Situation in Libyen, ein "failed state", wie es in der Grafik des Economist bitter heißt. Zwei Blöcke kämpfen um die Macht, das Land lässt sich quasi nicht mehr kontrollieren, die IS-Kämpfer breiten sich aus, immer wieder kommt es zu Terroranschlägen. Wie die Lage in den übrigen Staaten ist, haben die Kollegen des Tagesspiegels hier zusammengefasst.

Der Economist-Text enthält auch eine Zeitleiste, in der die politischen Entwicklungen in Tunesien, Libyen, Ägypten, Syrien und dem Jemen aufgeführt sind.

Weitere Teilchen finden Sie hier.

20 Kommentare

  1.   keinhorst

    Was aus dem „Arabischen Frühling“ wurde, füllt die Nachrichtenspalten der gesamten Presse in ganz Europa. Jeden Tag.

    Auch ich schwelge jetzt mal in Metaphern: Aus dem „Arabischen Frühling“ wurde der „Europäische Herbst“.

  2.   neologo

    Der von Westeuropa unterstützte arabische Frühling hat Arabien tatsächlich verändert. Es tobt überall Bürgerkrieg, die Lebenssituation aller Moslems in Arabien hat sich verschlechtert, die Christen wurden so gut wie alle vertrieben oder ermordet (Juden gibt es schon lange nicht mehr dort), hundertausende unschuldige Araber starben, die Wirtschaft liegt am Boden, Europa ist von moslemsichen Flüchtlingen überrant.

    Und manche Biowesteuropäer fragen, warum flüchten so viele?

  3.   Andreas Bachman

    Also kurz gesagt, die Länder denen es gut ging, geht es jetzt sehr schlecht und die anderen, bis auf ganz wenige ausnahmen, so wie zuvor oder schlechter geworden. Stellvertretend für den Westen klopfe ich mir mal auf die Schulter dafür.

  4.   Silvia Arnold

    Wie kommt man auf die Idee, den Irak auf der Karte als autokratische Demokratie zu bezeichenen? Es ist eindeutig ein failed state.

  5.   Thomas Bayer

    ich würde sagen: Ab 21. März haben wir auch einen arabischen Frühling.

  6.   JeSuisCharlie

    Wenn man den Nahost-Experten Michael Lüders („Wer den Wind sät“) und Jürgen Todenhöfer („Inside IS“) glaubt, liegt die Ursache der Bürgerkriege in den Arabischen Ländern fast ausschliesslich im westlichen Kolonialismus, späterer politischer Intervention, wirtschaftpolitischer Unterjochung, um die natürlichen Ressourcen der betroffenen Länder auszubeuten und den umfangreichen Waffenexporten in die jeweiligen Regionen begründet.
    Die Tatsache, dass in den überwiegend islamisch geprägten Krisenherden auf diesem Planeten eine über Jahrhunderte anhaltende Auseinandersetzung zwischen Moslems schiitischen und sunnitischen Glaubens eskaliert,…. dass tief verwurzelte fundamentalistische Glaubensrichtungen den Nährboden für terroristische Organisationen geschaffen haben,…dass in vielen Ländern die Population explodiert und vor allem die jungen Bevölkerungschichten nach Freiheit, Demokratie und Wohlstand streben und sich gegen totalitäre, meist höchst korrupte Despoten wenden, die Ihre Bevölkerung über Jahrzehnte unterdrückt und ausgebeutet haben, das alles passt nicht so recht ins ideologische Weltbild.

  7.   Silvia Arnold

    Oder vielleicht auch einen stramm-deutschen, mit den selben verheerenden Folgen wie in den arabischen Ländern.

  8.   interessierter Mitbürger2

    „Wie kommt man auf die Idee, den Irak auf der Karte als autokratische Demokratie zu bezeichenen? Es ist eindeutig ein failed state.“

    Ich kann ihnen versichern, dass dem nicht so ist!
    Klar, sie haben aktuell große Probleme mit Aufständischen/IS, aber ein failed state ist es nicht. Die meisten Foristen wären vermutlich positiv überrascht, wenn sie Bilder aus z.B. Bagdad sähen täten.

  9.   Lignite

    Wo die USA ihre verdeckten und verdreckten Kriege führt, bleibt nur Elend.

    Das Problem der Welt ist die USA mit ihrem brutalen altkolonialistischen Weltherrschaftsanspruch, die die UN leider völlig instrumentalisiert hat.

  10.   DerZweifler

    Solange der Begriff „arabischer Despotismus“ existiert, wird sich „aufklärerisch“ in diesen Ländern nichts verändern. Aber durch die migrierten Ströme, Europa schon.