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„Schämt euch, ihr Gaffer vom Hauptbahnhof!“

 

Am Mittwochnachmittag wurde in der Nähe des Hagener Hauptbahnhofs ein Mädchen von einem Auto angefahren. Mit solchen Vorfällen haben Polizisten – leider – sehr oft zu tun. Zum Polizeialltag gehört aber immer häufiger auch, dass Rettungseinsätze von Gaffern behindert werden. Mit dem Smartphone filmen oder fotografieren sie alles, was die Linse einfängt, um die Bilder bei WhatsApp zu verschicken oder auf Facebook zu teilen. Auch bei dem Unfall in Hagen war dies offenbar der Fall. Grund genug für die Polizei, sich die Gaffer vorzuknöpfen – mit einem Rant auf Facebook.

„Schämt Euch, ihr Gaffer vom Hauptbahnhof“, heißt es in dem Posting, das innerhalb weniger Stunden etwa zwei Millionen Menschen erreicht hat und bis zum Donnerstagnachmittag 25.000 Mal geteilt wurde. Die Beamten beschreiben darin die Vorfälle aus ihrer Sicht. Polizisten wurden demnach von Schaulustigen gebeten, zur Seite zu gehen, damit sie besser filmen können. Gaffer hätten über Tücher geschaut, die von der Feuerwehr aufgehängt wurden, um dahinter das Mädchen in Ruhe versorgen zu können.

„Unfassbar“ sei dieses Verhalten, schreibt die Hagener Polizei – und es kann nicht nur für die Opfer und Helfer negative Folgen haben. Sondern auch für die Gaffer selbst. Wer hilflose Personen abfilme und zur Schau stelle, könne mit einer Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren belegt werden, sagte Polizeisprecher Tino Schäfer dem WDR.

Den Polizisten zufolge häuften sich derartige Vorfälle in den vergangenen Jahren. Auch deshalb kauft das Land Nordrhein-Westfalen mobile Sichtschutzwände, die vor allem bei Autobahnunfällen eingesetzt werden sollen. Fast eine halbe Million Euro an Steuergeldern wurden dafür investiert.

Eine gute Nachricht gibt es aber auch noch aus Hagen: Wie der WDR schreibt, geht es dem Mädchen inzwischen wieder besser.


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