‹ Alle Einträge

Reinrassig asiatisch?

 

Wie deutsch ist der deutsche Schäferhund? Das ist eine Frage, die unter Biologen seit Langem diskutiert wird. Grundsätzlich gibt es drei Lager: Die einen behaupten, Hunde seien zuerst in Europa domestiziert worden, die anderen glauben, der Hund in Europa gehe ausschließlich auf asiatische Import-Hunde zurück – und die Dritten halten es schließlich für möglich, dass Menschen in mehr als einer Gegend der Erde die Idee hatten, Hunde zu züchten. So was ließe sich natürlich mit Gentests untersuchen. Problem: Wir reden über eine Zeit vor 10.000 und mehr Jahren. Da werden die DNA-Proben rar.

Nun hat aber ein Team von Wissenschaftlern um Laurent Frantz, Genetiker an der Universität Oxford, einen 5.000 Jahre alten Hundeknochen aus Irland mit der DNA von 650 modernen Hunden verglichen und das Ergebnis im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht. Die Kurzzusammenfassung: Der europäische Hund ist wohl so eine Art Mischling. Manche Sorten sind mehr asiatisch, andere weniger. (Der deutsche Schäferhund scheint übrigens eher europäisch zu sein.)

Das spricht erst mal für die These, dass die Hundezucht sowohl in Europa als auch in Asien erfunden wurde. Wau! Um sicher zu sein, bräuchten die Forscher allerdings mehr und ältere Hundeknochen. So wird der Streit noch ein paar Jahre weitergehen.

Weitere Netzfundstücke von ZEIT ONLINE finden Sie hier.


13 Kommentare

  1.   FrancoisP

    Gut, der deutsche Schäferhund is europäisch…aber ist er auch deutsch?
    Ich meine deutsch genug in diesen Zeiten?

  2.   benyakov@hotmail.de

    Ist mir auch schon bei der deutschen Eiche aufgefallen.

  3.   AWKBL

    Ob der deutsche (?) Schäferhund europäisch oder gar deutsch ist, kann wohl kaum abschließend beurteilt werden. Aber die wahre Frage ist doch: Bekennt er sich zur deutschen Leitkultur? Und nachdem er sich da beharrlich ausschweigt, kann man ihm nur mit dem größten Mißtrauen entgegentreten.
    Außer, die AfD stellt ihm eine Einbürgerungsurkunde aus…

  4.   JackTheZipper

    Typisch Lügenpresse! Irgendwann behaupten sie noch, der deutsche Nazi wäre eigentlich ein Europäer. Und noch dreister: Die meisten Europäer (außer die Neandertaler) kommen aus Afrika. Frechheit!

  5.   benyakov@hotmail.de

    Kürzlich sah ich im Supermarkt Deutschländer Würste.
    Würde gerne eine europäische Lösung anbieten, allein mir fehlen die Worte.

  6.   00Schneider

    Hat der Autor auch schon Erkenntnisse zum Araber (Pferd), zum Königsberger Klopps und zum Toast Hawaii?

  7.   Zeitzeichenselbstmitdenker

    Dreiste Lüge! Der Deutsche Schäferhund ist reinrassig deutsch und trug früher einen Schnauzbart. Er frisst Mark und Knochen und gehorcht nur einem deutschen Führer.

  8.   Mike

    Der erste Hund (eindeutig nicht mehr Wolf) in Europa fand man im Kesslerloch und ist etwas über 14000 Jahre alt. Die Fundstelle ist heute auf Schweizer Hoheitsgebiet, das konnte damals aber noch niemand ahnen. Und so ist „Deutscher Schäferhund“ doch nur eine Marke, vergleichbar mit dem deutschen Feinschmecker, der am liebsten Krakauer und Wiener Würstchen isst.

  9.   redukteur

    Na, da hat man es den Nationalen aber gegeben, richtig tapfer.
    Am Besten man schafft alle Herkunftsbezeichnungen an, kann ja keiner wissen, ob es einer in den falschen Hals bekommt.
    Anspringen tun ja genug auf die Vorlage.

  10.   Ludowig

    „vergleichbar mit dem deutschen Feinschmecker, der am liebsten Krakauer und Wiener Würstchen isst.“

    Ein Hesse isst nur Frankfurter Wüstcha! Und der Saarländer als halber Welschling nur Lyoner!