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Hier bebt, brennt, spuckt die Erde

 
Hier bebt, brennt, spuckt die Erde
Der Screenshot zeigt einen Ausschnitt von Eruptions, Earthquakes & Emissions.

Unser Planet ist unruhig. Er bäumt sich auf, kehrt sein Innerstes nach außen. Entsprechend ereignen sich Erdbeben und Vulkanausbrüche regelmäßig. Manchmal mit dramatischen Folgen: Wie im August dieses Jahres, als in Mittelitalien die Erde bebte. Oder wie im Frühling 2010, als der isländische Eyjafjöll-Vulkan Europa in eine Aschewolke hüllte. Oft aber unbemerkt. Nur die sensiblen Geräte von Geowissenschaftlern in aller Welt zeichnen kleinste Erschütterungen seit Jahren auf.

Die Smithsonian Institution und das National Museum of History haben nun Daten aus mehr als 50 Jahren in einer interaktiven Karte zusammengefasst. Die Grafik veranschaulicht, wo die Erde gebebt hat, welche Vulkane noch aktiv sind und wie viele Tonnen Schwefeldioxid* sie in die Luft pusten. Und sie zeigt: Alle Ereignisse folgen einem beeindruckenden Muster. Denn der Planet ist ein Flickenteppich. Jedes Jahr wird die Erdkruste millionenfach erschüttert. Die Ursache: Die Oberfläche der Erde ist nicht geschlossen. Sie besteht aus sogenannten tektonischen Platten, die sich ständig bewegen und aneinander reiben. Treffen sie aufeinander, wird enorme Energie frei. Insbesondere an diesen Grenzflächen brechen Vulkane aus oder es ereignen sich schwere Beben (hier eine Grafik der gefährdetsten Gebiete der Erde).

Vorraussagen sind kaum möglich

Wie oft und intensiv es bebt und brennt, zeigen orangefarbene Dreiecke sowie türkisfarbene und neongrüne Kreise auf der Smithsonian-Weltkarte. Auf ihr sind alle Ereignisse von 1960 bis Oktober 2016 dokumentiert. Angegeben sind zudem etwa der genaue Ort, die Stärke und die Dauer.

Bis heute können selbst Wissenschaftler nicht genau voraussagen, wann sich der nächste Vulkanausbruch oder das nächste Erdbeben ereignet. Warnsysteme beispielsweise reagieren erst, wenn es bereits ein Beben gab**. Menschen, die in vom Epizentrum weiter entfernten Gebieten leben, können dann gewarnt werden – Orte in der Nähe aber lassen sich kaum evakuieren.

Welche Folgen das haben kann, zeigte sich im August in Mittelitalien. Die Erde bebte mit einer Stärke von 6,2 auf der Richterskala. Hunderte Menschen starben. Als hell leuchtender Punkt ist die Katastrophe selbst in dem bunten Gewimmel auf der Smithsonian-Weltkarte zu erkennen.

Weitere Fundstücke aus dem Netz finden Sie im Teilchen-Blog

*,** Anm. d. Red.: Wie in den Kommentaren erwähnt, enthielt der Text an diesen Stellen Fehler. Wir haben sie korrigiert.

 

5 Kommentare

  1.   Etna

    Na, da ging einiges schief.
    1. Die Karte zeigt nicht die Stickstoffemissionen der Vulkane, sondern den Schwefeldioxid-Ausstoß.
    2. Vulkanausbrüche können im Gegensatz zu Erdbeben besser vorhergesagt werden, allerdings nicht der genaue Termin des Ausbruchs.
    3. Ein Frühwarnsystem, das erst im Nachhinein wart, ist kein Frühwarnsystem, sondern ein Warnsystem.

  2.   Silver33

    „…und wie viele Tonnen Stickstoff sie in die Luft pusten.“
    Unsere „Luft“ besteht zu ca. 78% aus Stickstoff; ihr Anteil an vulkanischen Exhalationen ist daher völlig uninteressant. Anders dagegen die Menge an CO2 und Schwefelverbindungen. Deren Ursprung und Umweltauswirkungen hätte ein Wissenschaftsjournalist sicher noch weiter ausgeführt.
    Für den „Chrome-Browser“ gibt es eine schöne App (https://dominoc925-pages.appspot.com/webapp/quakemon/default.html), die zu jedem aktuellen seismischen Ereignis noch viele Detailinformationen gibt.

  3.   G.M.V.

    Verehrte Frau Schadwinkel, »RTFM« sagt der Angelsachse, wobei „M“ hier für „mouse-over Text“ stehen könnte: SO2 ist nicht Stickstoff! Mit Dank im Voraus für die Korrektur.

  4.   Besondere Aufgaben

    So langsam glaube ich, dass Alinas Artikel so eine Art Wimmelbild für Fortgeschrittene sind – nach dem Motto: Finde den Fehler! Anfangs noch leicht befremdet halte ich sie mittlerweile für die amüsanteste ZON-Redakteurin.
    Heute: Stickstoff (hatten wie schon, deswegen sind die Kreise auch nicht neongrün, sondern schwefelgelb, gell) und Frühwarnsystem. Letzteres gibt es selbstverständlich, allerdings gegen Tsunamis an Küsten. Ansonsten dürfte „Menschen, die in vom Epizentrum weiter entfernten Gebieten leben“ ein Erdbeben ziemlich wurscht sein, weil sie genausoviel davon merken wie wir, wenn in China der berühmte Sack Reis umfällt.

  5. Alina Schadwinkel  Alina Schadwinkel

    Sehr geehrte Kommentatoren,

    vielen Dank, dass Sie so aufmerksam gelesen haben. Die Fehler sind korrigiert.

    Freundliche Grüße