Ein Blog mit Ihren Notizen, Gedichten und Bildern für die gedruckte ZEIT
Kategorie:

Zeitsprung

Zeitsprung: Kirchweih

Von 21. April 2015 um 18:00 Uhr

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Seit vielen Hundert Jahren findet bei uns in der Fränkischen Schweiz am ersten Maiwochenende das Walberla-Fest statt. Der Name leitet sich von der heiligen Walburga ab, der man hier im 17. Jahrhundert eine Kapelle baute. Entsprechend wird der Berg, auf dem diese Kapelle steht, im Volksmund Walberla genannt. Offiziell heißt die Erhebung Ehrenbürg.
Mitten im Städtedreieck Nürnberg–Bamberg–Bayreuth gelegen, fällt sie dem Besucher schon von Weitem ins Auge.
Dass sich am Festverlauf so gut wie nichts verändert hat, zeigt der Vergleich der Ansichtskarte von 1908 mit dem Foto aus dem vorigen Jahr. Nach wie vor steht die Geselligkeit im Vordergrund, die Freude am Bier und am leiblichen Genuss. Große Festzelte und spektakuläre Fahrgeschäfte sind verpönt. Wir freuen uns heute schon auf den Aufstieg zum Walberla und auf die blühenden Kirschgärten an den Hängen des Berges.

Manfred Franze, Ebermannstadt, Oberfranken

Kategorien: Zeitsprung

Zeitsprung: Gipfel

Von 10. April 2015 um 18:00 Uhr

In unserer Familie gibt es eine gewisse Faszination für die Alpen. Und als mir mein Vater vor vielen Jahren bei einem Familienurlaub aus der Ferne den Gipfel des Großglockners zeigte, den mein Großvater einst erklommen hat, entstand bei mir eine spezielle Beziehung zu diesem Berg. Mein Großvater (linkes Foto, Erster von links) machte die Tour 1939 kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Er starb vor meiner Geburt, weshalb ich ihn nie persönlich kennenlernte. Ich bestieg den Berg im vergangenen Jahr (rechtes Foto, Erster von links). Nachdem ich von meiner Tour zurückkam, gab mir mein Vater das alte Album meines Großvaters mit Postkarten und Fotos vom Großglockner. Vorher war niemandem aufgefallen, dass die Karten auf der Rückseite beschrieben waren, doch nun entdeckte ich den Bericht seiner Kletter- Erlebnisse, gerichtet an die Familie daheim in Köln, und war sehr berührt: Die Gefühle waren die gleichen, trotz der 75 Jahre, die uns trennten.

Ulrich Limper, Köln

Kategorien: Zeitsprung

Zeitsprung: Presto

Von 7. April 2015 um 16:00 Uhr

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Er kam 2010 als Findelkind zu mir. Mit der Unterstützung der Internetseite eich­hoernchen­schutz.de habe ich ihn in meiner Wohnung aufgezogen. Am Anfang wollte Presto nur schlafen und trinken. Später machte er seinem Namen aber alle Ehre: Er war flink und ständig in Bewegung, tobte, nagte, versteckte und suchte überall. Als er dann »erwachsen« war, musste ich ihn schweren Herzens aus­wildern. Er kam aber noch eine lange Zeit täglich zu Besuch. Irgendwann blieb er fort, ich hoffe, weil er eine »Presta« gefunden hat. (Schluchz!)

Holger Hansen, Zarnekau, Schleswig­-Holstein

Kategorien: Zeitsprung

Zeitsprung: Geschäftsübernahme

Von 25. März 2015 um 15:00 Uhr

Diese Diashow benötigt JavaScript.

In unserer Familie gibt es einen Kaufmannsladen, den mein Großvater etwa 1930 für meinen Vater ge­baut hat. Der Kaufmannsladen hat einen Weltkrieg überstanden und reiste 1957 offiziell mit mir aus der DDR aus. (Als Kind von »Republikflüchtigen« – meine Eltern waren vorerst ohne mich in den Westen gegangen – wurde ich ausgewiesen, durfte aber mei­ne Besitztümer offiziell mitnehmen.) Das Bild von 1956 zeigt mich mit meinen Großeltern (rechts mein Großvater, der »Erbauer« des Kaufladens). Kürzlich konnte meine zweijährige Enkelin Anna den Laden übernehmen. Aus diesem Anlass haben wir dann alle vier Generationen im und neben dem Laden foto­grafiert, die mit ihm schon gespielt haben und noch weiter spielen werden: meine Tochter Sonja, Anna, meinen Vater und mich (von links nach rechts).
Sonja hat immer sehr stolz erzählt: »Den Kaufladen hat mein Urgroßvater für meinen Opa gebaut.« In unserer konsumorientierten Zeit finde ich es schön, wenn die Dinge wegen ihrer Geschichte geschätzt werden und auch Kinder eine Idee vom Eingebun­densein in Zusammenhänge bekommen.

Elke Greven, Aachen

Kategorien: Zeitsprung

Zeitsprung: Zurück

Von 19. März 2015 um 12:00 Uhr

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Anfang 2000 erhielten wir endlich unseren lange erwarteten Adoptivvorschlag für ein Waisenkind von den Philippinen. Das Bild, das wir zugeschickt bekamen, zeigt Christian im Alter von drei Jahren am Treppengeländer des Waisenhauses Concordia Children’s Services in Manila. Im Mai 2000 durften wir Christian dann dort abholen. Im vergangenen Jahr besuchten wir mit Christian zum ersten Mal wieder die Philippinen und natürlich auch das Concordia. Zwei der damaligen Erzieherinnen konnten sich noch an ihren Schützling erinnern. Mit der Leiterin und einer der beiden Erzieherinnen steht Christian auf dem neuen Foto wieder am gleichen Geländer vor dem Eingang des Concordia. Das Waisenhaus wurde inzwischen renoviert – und Christian ist gewachsen, wie man sieht.

Roland Pfister, Mörgen, Unterallgäu

Kategorien: Zeitsprung

Zeitsprung: Der Gletscher

Von 11. März 2015 um 12:00 Uhr

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Im Sommer 1982 habe ich mit meiner Frau und unseren Töchtern den Briksdalgletscher in Norwegen besucht. Vergangenen Sommer waren wir noch mal dort, diesmal mit unserer Enkeltochter. Der Gletscher ist mittlerweile weit weniger imposant – ein sichtbarer Beleg für den Klimawandel.

Peter Teitje, Hamburg

Kategorien: Zeitsprung

Zeitsprung: Wasserfall

Von 6. März 2015 um 15:00 Uhr

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Dies ist einer meiner Lieblingsorte, ein kleiner, versteckter Wasserfall in einem Waldstück meines Heimatorts. Hier kommt kaum jemand vorbei. Die Stelle ist so zugewachsen, dass man den Wasserfall vom Weg oben aus kaum sieht. Ich suche dieses verwunschene Plätzchen immer mal wieder auf, um Ruhe zu tanken. Dabei sind Bilder in verschiedenen Jahreszeiten entstanden.

Claudia Schellmann, Pliezhausen, Baden-Württemberg

Kategorien: Zeitsprung

Zeitsprung: Besetzt

Von 27. Februar 2015 um 15:00 Uhr

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Im Mai 2009 feierte unsere Tochter mit Freundinnen ihren elften Geburtstag. Nach einem Besuch im Dresdner Arnoldbad ließen wir uns im angrenzenden Blüherpark zum Picknick nieder. Ein leerer verwitterter Sandsteinsockel lud zu einem ganz besonderen Foto der Geburtstagsgesellschaft ein. Als wir fünf Jahre später mal wieder dort vorbeischauten, war der Sockel besetzt: Im Zuge der Wiederherstellung des Parks unter denkmalpflegerischen Aspekten hatte man im Jahr 2012 die von Lorenzo Mattielli um 1744/45 geschaffene und beim Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 sehr stark beschädigte Figurengruppe Merkur und Minerva wieder aufgestellt.

Uta Jarsumbeck, Dresden

Kategorien: Zeitsprung

Zeitsprung: An der Grenze

Von 22. Februar 2015 um 12:00 Uhr

Diese Diashow benötigt JavaScript.

»Bis zur Grenze 5 km, wenn Flensburg deutsch bleibt«, so steht es auf dem Schild, das Demonstranten anlässlich der Volksabstimmung vom 10. Februar 1920 vor unserem Haus aufgestellt hatten. Mein Großvater war zu diesem Zeitpunkt Arzt in Gravenstein, das nach dem Ergebnis der Volksabstimmung dänisch wurde und heute Gråsten heißt. Also zog er mit seiner Praxis nach Flensburg um, in das abgebildete Haus, in dem auch nachfolgende Generationen als Ärzte arbeiteten. Heute ist das längst Geschichte. Deutsche und Dänen leben freundschaftlich auf beiden Seiten der offenen Grenze zusammen. Und unser Haus ist ein kleines Symbol dafür, wie Verhältnisse und Beziehungen unter den Menschen sich ändern und verbessern können, wenn die Menschen es nur wollen.

Hartwig Becker, Flensburg

Kategorien: Zeitsprung

Zeitsprung: Abgeschlagen

Von 17. Februar 2015 um 12:00 Uhr

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Im Jahr 1980 besuchten wir Hongkong, damals noch britische Kronkolonie. Vom höchsten Berg der Insel, dem Peak, hatten wir einen fantastischen Blick über die Insel Hongkong (im Vordergrund) und die Halbinsel Kowloon. Alles voller hoher Wolkenkratzer, die uns sehr beeindruckten. 2014 waren wir wieder da und sind natürlich auf dem Peak gewesen. Man konnte fast nichts wiedererkennen, die Häuser sind mittlerweile alle viel höher. Besonders gut sieht man das an dem Gebäude, welches 1980 das höchste war. Das Jardine-Haus ist knapp 180 Meter hoch. Schaut man genau auf das jüngere Bild, so ist dieses Haus im Zentrum des Bildes immer noch zu sehen, allerdings wirkt es wie ein Zwerg neben seinen Nachbarn, die teilweise mehr als doppelt so hoch sind. 1980 das höchste Gebäude, jetzt reicht es nur noch für Platz 150!

Klaus Liphard, Essen

Kategorien: Zeitsprung