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Death From Above 1979

Die kanadische Indie-Rock-Band hat sich nach der Trennung wieder zusammengerauft und präsentiert ihr neues Album „The Physical World“:

Eine gute Sache will man ja nicht zu schnell verbrauchen. Dass Death From Above 1979 zehn Jahre für einen Nachfolger ihres hoch gelobten Debüts You’re A Woman, I’m A Machine brauchten, war dennoch irgendwie übertrieben. Jesse F. Keeler und Sebastien Grainger haben sich für das Album The Physical World wieder zusammengerauft. Nach Keilerei klingt auch die Platte der kanadischen Indie-Rock-Band: Rockmusik aus Bass, Schlagzeug und Gesang, immer noch gut und irgendwie kein bisschen weiterentwickelt. Auch prima. Bliebt zu hoffen, dass sich die Jungs diesmal besser vertragen und es ein wenig flotter zum dritten Album kommt. Also, lieb sein.

Text: Michael Weiland

LIFE AFTER DEATH FROM ABOVE 1979 – Trailer from MEMORY on Vimeo.

 

Joan Miró

After-Work-Führung: Das Bucerius Kunst Forum zeigt in „Miró. Malerei als Poesie“, wie die Literatur das Werk des berühmten Künstlers formte.

Dass man neue Blicke auf alte Dinge werfen kann, hat das Bucerius Kunst Forum schon mehrfach gezeigt. Aus Richtung der Literatur schaut es diesmal auf das Werk von Joan Miró (1893–1983), das farbenfroh, gelenkig und emotional, millionenfach von Postkarten und Kaffeebechern gekapert wurde, das von Frauen und Vögeln in der Nacht erzählt oder von einem Stern, der die Brust einer Schwarzen liebkost. Doch so verzärtelnd Mirós Werk auch wirkt, hat der Spanier sich zeitlebens an neuen Ausdrucksformen und an einer Auflösung des Bildraums abgearbeitet – und war als leidenschaftlicher Leser maßgeblich von avantgardistischer Literatur beeinflusst. Autoren wie Tristan Tzara, Paul Éluard und Robert Desnos gaben sich in seinem Pariser Atelier die Klinke in die Hand, er arbeitete mit vielen von ihnen zusammen und verwandelte immer auch wieder Gedichtesammlungen in Künstlerbücher. Diese sind im Bucerius Kunst Forum in großer Auswahl zu sehen, ebenso wie Zeichnungen und Gemälde Mirós, die zeigen, wie der Maler, vom Krieg ernüchtert und von den Dadaisten inspiriert, die Sprache in kleine Stücke schlug und stattdessen ein ganzes Universum an Bildzeichen auftauchen ließ, die zwar an Schrift erinnern, jede Lesbarkeit aber verweigern.

Text: Sabine Danek

After-Work-Führung: Teilnehmerzahl begrenzt, Anmeldung nicht erforderlich, rechtzeitiges Eintreffen empfohlen

 

John Allen

Drei Singer-Songwriter bespielen die Astra-Stube mit gefühlvoller Musik: der Hamburger John Allen, Jo Bergeron aus Kanada und René Ahlig aus Dresden.

Die Astra-Stube wird einmal mehr zur Bühne für Musik mit Seele – handgemacht und mit viel Gefühl vorgetragen. Drei Künstler statten dem Club unter der Sternbrücke einen Besuch ab. Die kürzeste Anreise hat der Hamburger John Allen (Foto). Seinen Stil verortet er zwischen klassischem Singer/Songwriter, Folk, Country, Punk und Americana. Unter anderem nennt er Bob Dylan als großen Einfluss. Sein neues Album Sophomore erschien im Herbst 2014. Die Nummer zwei ist Jo Bergeron, Singer-Songwriter aus Québec (Kanada). Er tourte kürzlich mit Chris Cresswell (The Flatliners), Joey Cape, und Brian Wahlstrom (Scorpios) durch Nordamerika. Dritter Künstler des Abends ist René Ahlig alias No King. No Crown. aus Dresden, dessen ständiger Begleiter seine Gitarre ist. Vor einigen Jahren brach er alle Brücken hinter sich ab und reiste ans andere Ende der Welt. Diese Erfahrungen lässt er zu gefühlvollen Texten und Melodien werden. Seine neue EP Golden Silver erschien 2015 auf dem Berliner Indie-Label Flix Records.

Text: Lena Frommeyer

 

„Fußball-Quiz“

Die Stunde der Wahrheit: Wer hat das größte Fußball-Wissen? Im Galopper des Jahres (Haus 73) treten mehrere Teams gegeneinander an.

Es ist ja in der Regel nicht wirklich viel los an einem Montagabend in Hamburg. Gar nicht blöd also, sich mit der Wiederaufnahme einer illustren Veranstaltung auf den Wochenanfang zu stürzen. Es geht um die schönste Nebensache der Welt. Nein, nicht Matratzensport, sondern Fußball. Das Fußball-Quiz geht in eine neue Saison. Vier Jahre lang stellte Quizmaster Henning Juergensen seine Fragen im Café Osterdeich in Eimsbüttel. Nun zieht er mit dem Spiel in den Galopper des Jahres, ins Haus 73 ein und bringt Verstärkung mit: Blogger und „ehemaliger Phrasenballsportler“ David Gohla. So läuft der Abend ab: Teams aus maximal fünf Spielern treten gegeneinander an. Es werden 3 mal 7 Fragen gestellt und es gibt ein Schwerpunktthema – diesmal: Werktags unter Flutlicht – Europapokalabende. Wichtigste Regel: Niemand darf Onkel Google um Rat fragen, die Smartphones bleiben in der Hosentasche.

Text: Lena Frommeyer

 

„Creators“

Im Schmidt-Theater sollen Autoren und Komponisten gefunden werden, die den nächsten deutschsprachigen Musical-Hit schreiben.

Auf die Idee, dass es Hamburg an Musicals fehlen könnte, wäre man vielleicht nicht von selbst gekommen. Aber eben weil die Singspiele so beliebt sind, tut immer Nachschub Not. Darum haben die Schmidt-Theatermacher Corny Littmann und Norbert Aust eine neue Veranstaltung ins Leben gerufen: Unter dem Motto „Neue Musicals braucht das Land“ soll der Wettbewerb Creators Autoren und Komponisten ausfindig machen, die für den nächsten deutschsprachigen Musical-Hit verantwortlich zeichnen. Die Bewerbungsphase startete im Sommer vergangenen Jahres, jetzt können Ergebnisse präsentiert werden: Am 2. März findet die erste von drei Vorrundenshows im Schmidt-Theater statt, fünf Produktionen stellen sich dort dem Publikum vor. Dann kürt die Fachjury (Foto) mit bekannten Namen wie Gayle Tufts, Jane Comerford, Tivoli-Hauskomponist Martin Lingnau und dem Vorsitzenden Helmut Baumann bis zu zwei Gewinner. Nach zwei weiteren Vorrunden im April und Mai steigt im Oktober das Finale der besten sechs, die jeweils mit Fördergeldern in Höhe von 10.000 Euro bedacht werden.

 

Kunst aus Kiew

Die Ukraine ist mehr als Protest und Krieg. Im Kulturkreis Torhaus, einer kleinen Burg in Wellingsbüttel, wollen Künstler aus Kiew Horizonte erweitern.

Bis vor Kurzem wusste man im Westen ziemlich wenig über die Ukraine. Auch jetzt beschränken sich die Kenntnisse auf Proteste, Krieg und Politik. Die anderen Facetten des Landes, zum Beispiel ihre Kultur und Kunst, bleiben relativ unterbeleuchtet. Einen Einblick bietet die Vernissage „Kunst aus der Ukraine“ im Kulturkreis Torhaus – mit folgenden Akteuren:

Die Malerin Vira Vaysberg aus Kiew schreibt regelmäßig politische Kolumnen und Kommentare für ukrainische Zeitungen. In Zeitschriften veröffentlicht sie zudem Berichte über die deutsche Kunstszene. Vaysberg malt mit Öl. Neben Einzelausstellungen in Kiew waren ihre Arbeiten oft in ihrer Wahlheimat Hamburg zu sehen, zum Beispiel im HosenStall in St. Georg sowie im Museum für Kommunikation und dem Museum für Hamburgische Geschichte. Die Malerin Lana Svit lebt seit 1995 ebenfalls in Hamburg und malt am liebsten Stillleben mit Ölfarben. Der Maler und Zeichner Olexandr Lirner führt die Tradition der klassischen Avantgarde fort. Auf seinen Bildern ist häufig das alte Kiew zu sehen, das es längst nicht mehr gibt – mit verwinkelten Gassen, Altbauten und idyllischen Innenhöfen.

Text: Natalia Sadovnika

 

Altonaer Apfelschnuten

Das Amateur-Theater Altona feiert 90-jähriges Bestehen – am 1. März ist es in der Stadtteilschule Bahrenfeld zu Gast, am 7. und 8. März im Altonaer Theater.

Im Jahr 1925 verspeiste Charlie Chaplin im Goldrausch seinen Stiefel, das Bolschoi-Theater zeigte den Stummfilm Panzerkreuzer Potemkin und nach der Vorstellung tuckerten die Besucher in Opels beliebtem Laubfrosch nach Hause. Im selben Jahr, einer Zeit, in der statt Kultur die Politik für Aufsehen sorgte, wurde aus einem Eisenbahnverein das Amateur-Theater Altona. Mehr als 2.000 Aufführungen später feiern die mittlerweile 65 Mitglieder ihr 90-jähriges Bestehen. Der gemeinnützige Verein ist das einzige Amateur-Theater in Hamburg, welches viermal im Jahr eine Profibühne für ihre Darbietungen nutzen darf. Die Stücke kommen im Altonaer Theater, in der Stadtteilschule Bahrenfeld und Osdorf auf die Bühne. Im März führen die Schauspieler Mien Appelsnuut ut Altona auf, Regie führt Heike Leseberg. In der Komödie versucht sich Anton Meier als Privatdetektiv, der Kriminalschriftsteller Harry wird zu seinem Assistenten, und beide ermitteln gegen Harrys Verleger.

Text: Adriana Jodlowska

 

Let’s Dance

Vom Exzess zum Hangover: Das B-Movie entführt aufs internationale Disco-Parkett und zeigt vom 1. bis zum 29. März jede Menge Tanz- und Party-Filme.

Vom Exzess zum Hangover: Die Tanzfläche als Sehnsuchtsort, als Schauplatz glorioser Selbstdarstellung und schwerer Abstürze – eine kleine, kompakte Reihe mit Tanz- und Party-Filmen zeichnet die Evolution von Disco zu Techno musikalisch und filmisch nach. Den Auftakt bildet selbstverständlich das genrebildende Hochglanzstück Saturday Night Fever (1./12./14.3.) mit John Travolta als proletarischem Dancing King der Seventies. Einen nostalgischen Blick zurück auf den Hedonismus vor Aids wirft der (Tanz-)Kostümfilm Studio 54 (21./22./28.3.). Die Club-Kultur der Neunziger feiert aus einer Cardiffer Perspektive Human Traffic (1./5./14.3.), während Party Monster (7./9./29.3.) ins New Yorker Nightlife entführt, wo dann auch zum großen Finale das Langzeitprojekt Check Your Body at the Door (26./28.3.) in einer historischen Rückschau filmischen Tanzunterricht gibt.

 

 

Ich, das Ungeziefer

Kafka mit Käfer im Schauspielhaus – die Vorstellung am 1. März ist ausverkauft. Weitere Vorstellungen finden am 2. und 8. März statt.

Den handlungsarmen Stoff von Kafkas Verwandlung ins Theater zu bringen, ist eine große Herausforderung. Genau das reizte Theaterautor Peter Karpatí, als er von dem Regisseur Viktor Bodó um eine Bühnenfassung gebeten wurde. Der aus Ungarn stammende Künstler studierte Kafkas Werk, seine Briefe und Tagebücher und ließ nur etwa zehn Sätze aus der ursprünglichen Fassung in seinem Stück stehen. Viel Inspiration holte er sich hingegen aus dem autobiografischen Text Brief an den Vater, der untrennbar mit der Erzählung zusammenhängt. Karpatí gelang es, für Viktor Bodós Inszenierung einen Text zu verfassen, der genau das Grundgefühl transportiert, das die Lektüre von Die Verwandlung auslöst: jene eigenartige Mischung aus Beklemmung und Befremdetsein, die manchmal von einem hilflosen inneren Lachen begleitet wird. Weil das, was geschieht, so absurd ist und dennoch wirkt, als sei es aus dem Alltag gegriffen. Kafkaesk eben. Das fängt beim nachmittäglichen Teetrinken an und führt bis hin zur Paarung des Käfers mit einer verrückten Hutmacherin. Häufig wird dabei in die Trickkiste gegriffen. Was Wind- und Nebelmaschine, Vergrößerungsgläser und die weiße Leinwand zum Schattenspielen zaubern, ist überraschend und phantasievoll. Die Bühnenbildner haben ein wahres Wunderland geschaffen, wenn auch ein ziemlich düsteres.

Text: Katharina Manzke

 

FlohZinn

Der Wilhelmsburger Kulturflohmarkt hat jetzt ein Dach über den Kopf bekommen und lädt am 1. März zur großen Feilscherei in die ehemaligen Zinnwerke.

Im Februar bekam der Wilhelmsburger Kulturflohmarkt FlohZinn ein Dach über den Kopf. Am ersten Sonntag im März wird nun wieder in den Zinnwerken direkt am Veringkanal um gebrauchte Waren und Secondhand-Artikel gefeilscht. Ganze 2.500 Quadratmeter stehen dazu in der alten Elektrolysehalle zur Verfügung. Zur stimmungsvollen Untermalung gibt es Live-Musik vom Singer-Songwriter Rami Olsen, ab 10 Uhr fährt der Comicbus vor, Wolfgang Strobl lädt zur legendären Plattenverkostung mit Vinyl-Schnäppchen. Das Team der Kaffeeklappe verkauft Glühbruch (Glühwein und Wilhelmsburger Deichbruch), Kuchen und Bohnentrunk. Die Flohmarktstände für den 1. März sind bereits ausgebucht, bei gutem Wetter kann man aber auch auf dem Außengelände seinen Hausstand verticken. Ab 9 Uhr morgens geht es los, um 17 Uhr ist dann Schicht im Schacht.

Text: Lena Frommeyer