Neuer Club im alten Kir: Mit dem Monkeys Music Club geht ein neuer Veranstaltungsort für Nachtschwärmer an den Start. Eröffnungsparty mit den Bands Big Banders und The Melones ist am 28. Februar.
Manchmal hängt man persönlich an einer Sache, obwohl sie schon länger nicht mehr vertretbar ist. Nach der Entscheidung, sie zu beenden, steht häufig ein Neuanfang. Das Kir in Ottensen ist kürzlich diesen Weg gegangen. Ende Januar hieß es tschüss Nachtleben. Doch nur einen Monat später sagt an gleicher Stelle der Monkeys Music Club Hallo. Die neuen Inhaber haben sich vorgenommen, die Hamburger Club-Landschaft vom Kiez weg nach Altona hinein zu erweitern. Hierbei setzt man primär auf Live-Musik, verspricht seinem Publikum aber auch Club-Nächte, deren Genre sich an der Mischung des altehrwürdigen Vorgängers messen lassen kann. Auf dem Programm stehen zum einen Soul, Beat, Ska, Rock, Punk und Rock ’n’ Roll, aber eben auch Indie und New Wave. Und einige beliebte Partyreihen, wie Kir on the Rocks (6.3.), welche jetzt unter Turn on the Rocks weitermacht, wurden aufgrund des Erfolges einfach direkt übernommen. Die große Eröffnungsparty steigt am letzten Februarwochenende. Wir sind gespannt, wie es in den nächsten Monaten weitergeht!
Jonas Hassen Khemiris Stück über die Angst vor dem Islamismus läuft ab 28. Februar im Thalia in der Gaußstraße – die Premiere ist ausverkauft.
„Weißt du, ich bin nicht sicher, wie viel sich nur in meinem Kopf abspielt“, gesteht Amor seiner Jugendliebe Valeria. Nach einem Bombenanschlag in Stockholm ist die diffuse Angst vor islamistischem Terror allgegenwärtig. Amor projiziert sie auf sich, glaubt plötzlich überall Aufmerksamkeit zu erregen, Blicke zu spüren, Gedanken zu erraten. Jonas Hassen Khemiris Stück Ich rufe meine Brüder in der Inszenierung von Anton Kurt Krause im Thalia in der Gaußstraße ist kurz nach dem Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo erschreckend aktuell. Was für eine Fratze nicht nur der Terror, sondern auch die Angst davor haben kann, sieht man an der Pegida-Bewegung. Da kann es nicht schaden, die Angst beim Schlafittchen zu packen und auf eine Theaterbühne zu heben.
Die Liebessehnsucht von Menschen und Maschinen: Alan Ayckbourns Komödie in der Inszenierung Karin Beiers feiert am 28. Februar Premiere im Schauspielhaus.
Liebe! Das ist alles, was der Komponist Jerome sucht. Um ihren reinen Klang zu synthetisieren, sammelt er seit Jahren alle Töne der Welt. Weil sie seine Besessenheit nicht mehr erträgt, verlässt ihn seine Frau mit der gemeinsamen Tochter. In Gesellschaft von GOU 300 F, eines hochkomplexen Babysitter-Roboters, verzweifelt der Künstler. Mit seinem Kind ist all seine Inspiration dahingegangen. Er schmiedet einen gewagten Plan, um seine Tochter wiedersehen zu können … Karin Beier inszeniert im Schauspielhaus Ab jetzt die bizarre Farce aus der Feder des berühmten britischen Autors Alan Ayckbourn. Es dürfte interessant werden, zu verfolgen, wie das bittere und dabei höchst komische Stück aus dem Jahr 1988 heute wirkt. In unserer Zeit, die noch viel technokratischer ist als damals. Und dabei dennoch nicht weniger liebessüchtig!
Die beiden Jazzer aus Hamburg spielen Material aus ihrem aktuellen Album „Togetherness“ am 28. Februar im Mojo Café.
Auf der Homepage des Godemann-Bauder-Duos steht: „Tradition heißt, die Glut am Lodern zu halten, jedoch nicht in der Asche zu stochern?“ Das habe ein japanischer Weiser oder ein osteuropäischer Philosoph – da ist man sich anscheinend nicht ganz sicher – mal gesagt. Eine gute alte Tradition des Mojo Club ist es, im hauseigenen Café regelmäßig kleine Jazz-Kombos spielen zu lassen, die noch nicht bekannt genug sind für die große Hauptbühne des Clubs. Am 28. Februar ist dort der Gitarrist Massoud Godemann mit seinem angestammten Kontrabassisten Gerd Bauder zu Gast. Die Jazz-Presse lobte das letzthin erschienene Album des Duos, Togetherness, unter anderem als „filigranes Kleinod des kammermusikalischen Jazz“. Mit einem Besuch ihres Auftritts im Jazz Café kann man an diesem Abend kaum etwas verkehrt machen.
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Drei Hamburger Musikschaffende beschallen die Golem-Bar mit ausgewählten Stücken aus ihren jeweiligen Plattensammlungen.
Wenn jemand Platten auf die Teller legt (oder eben hinter dem DJ-Pult sein Laptop aufklappt, um eine vorgefertigte Playlist abzurufen), will man in der Regel das werte Publikum zum Tanzen bringen. Tobias Levin, Thorsten Seif und Stephan Rath, die am 28. Februar in der Golem-Bar auflegen, hätten mit Sicherheit nichts gegen eine volle Tanzfläche einzuwenden. Aber ihr „Erfolg“ als DJs misst sich an diesem Abend nicht unbedingt an der Personendichte auf dem Dancefloor. Mit Levin, Seif und Rath ist geballtes musikalisches Wissen am Start. Alle drei sind seit Jahren (besser: Jahrzehnten) als popkulturell Schaffende maßgeblich am Hamburger Musikgeschehen beteiligt – als Musiker, Produzenten, Labelbetreiber, Promoter oder Berater. Die Plattensammlungen der drei sollen es in sich haben. Was wird an diesem Abend zu hören sein? Cooler Soul, zackiger White Funk, feurige Latin Grooves und vielleicht ein bisschen Jazz? Alles möglich, und noch viel mehr. Fest steht, dass sich hier auch das bloße Zuhören lohnt. Und wenn doch jemand tanzen möchte? Aber bitte doch, nur zu!
Elektronische Musik ohne Klischees und Plattitüden: Conscious Future Music verwandeln den Golden Pudel Club in eine Zeitmaschine.
Das hier ist mit voller Absicht Zukunftsmusik und hat selbstredend weder etwas mit Richard Wagner zu tun, dem damals eine solche spottend vorgeworfen wurde, noch mit überinnovativen Talentwettbewerben, bei denen künftige Stars und Sternchen entdeckt werden sollen. Bei Conscious Future Music geht es vielmehr um elektronische Klänge, die sich immer wieder neue Wege vorbei an gewohnten Mustern und den üblichen Konventionen suchen, Kreise ziehen und Haken schlagen, Klischees und Plattituden umschiffen, nur um doch wieder zu ihrer eigentlichen Bestimmung zurückzufinden: dem Dancefloor und den Menschen darauf. Gemeinsam mit Philip Berg und Phuong-Dan, dem Macher der Reihe Gatto Musculoso (italienisch für „muskulöse Katze“), verwandeln Conscious Future Music am 27. Februar den Golden Pudel Club in eine musikalische Zeitmaschine. Verlockend.
Das Hamburger Duo Zucker zeigt die Performance „Schlaflied für den Feind (Umarme mich)“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Stimme X“.
„Stimme X“ heißt eine neue Reihe für experimentelles Musiktheater an verschiedenen Orten in der Stadt. Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Theater und Musik beschäftigen sich dabei in offener Weise mit dem Thema Stimme und probieren sich an frei oder eben noch gar nicht definierten Klangformaten. Am 27. Februar geht die Veranstaltungsreihe unter der Leitung von Frank Düwel und Hans-Jörg Kapp in ihre dritte Runde. Zu Gast ist diesmal die Hamburger Post-Riot-Grrl-Band Zucker. In der Krypta des Golem präsentieren die Musikerinnen Christin Elmar Schalko und Pola Lisa Schulten eine Performance unter dem Motto „Schlaflied für den Feind (Umarme mich)“. Bleibt das spröde Duo der Tradition des Riot Grrrlism treu, wird das mit Sicherheit alles andere als ein beruhigender Abend.
Text: Katharina Manzke
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Eine philosophische Liebesnacht zwischen dem französischen Philosophen René Descartes und Königin Kristina Wasa von Schweden – die Veranstaltung ist ausverkauft.
Laut Neurologie befinden wir uns alle immer im „Cartesianischen Theater“. Mittels Sinnesorganen und Nervenbahnen generieren wir unsere ganz eigene Welt. „Ich denke, also bin ich“, erkannte bereits René Descartes. Der französische Philosoph ist die Hauptfigur des ersten „Cartesianischen Theaterstücks“, das sich auf einer echten Bühne abspielt. Die Rahmenhandlung in Kristina und Descartes ist eine Liebesnacht des Philosophen mit der Königin Kristina Wasa von Schweden. In dieser durchpflügt das Paar 2.500 Jahre Fundamentalphilosophie. Weniger theorielastig als vielleicht vermutet. Es wird auch geküsst und gefochten, verspricht der Autor Josh Goldman, der nicht nur Philosophie studiert hat, sondern auch Plots für Actionserien schreibt. Passenderweise wird das Stück, das schon seit Mai 2014 über verschiedene Bühnen wandert, im Februar in der Modern life school aufgeführt, einem kleinen Tempel für zeitgenössische Theoretiker in der Innenstadt.
Druckvolles Techno-Set einer energiegeladenen Performerin: Mit Yetti Meißner kommt ein Resident-DJ des angesagten Berliner Clubs Sisyphos ins Docks.
Nach erfolgreichem Sternbrücken-Festival Ende Oktober 2014 meldet sich die Heartbeats-Crew aus dem Winterschlaf zurück. Mit Yetti Meißner hat man sich hierfür ein besonderes Sahnehäubchen aufgespart: Die gebürtige Berlinerin, die ihre Homebase im angesagten Sisyphos Club gefunden hat, ist nicht mehr wegzudenken aus dem Nachtleben der Hauptstadt. Umso schöner, dass jetzt auch Hamburger in den Genuss eines ihrer Sets kommen. Im Docks erwartet die Gäste ein energiegeladenes Techno-Set, dargeboten von einer nicht minder energiegeladenen Performerin. Unterstützung gibt es unter anderem von Kyonka, Schubkraft, Jabster und – last but not least – Heartbeats-Gründer Toomanyfaces, der die Nacht druckvoll ausklingen lassen wird und nebenbei noch Geburtstag feiert – Herzlichen Glückwunsch!
Es ist immer wieder eine Freude, den musikalischen Entertainer auf der Bühne zu erleben. Mit Charme, Sex-Appeal und Power tritt er am 27. Februar im Polittbüro auf.
„Fernsehen mit deiner Schwester. Irgendwie gehört sie dazu und sie lässt uns in Ruhe. Es ist ok, wenn sie dabei ist. Wir könnten auch nicht die ganze Zeit zu zweit sein.“ Gelesen klingt es nur halb so schön wie gesungen, die Zeile aus einem der eingängigen Bernd-Begemann-Songs. Wer in seiner Jugend die Hamburger Schule feierte, ist auch mit dem Musiker groß geworden. Er gründete hier an der Elbe im Alter von 20 Jahren die Band Die Antwort. Nach einigen gemeinsamen Alben tingelte er lieber solo durch die Clubs, bis es etwa ein Jahrzehnt später erneut zur Bandgründung kommt. Wer das alles genauer wissen will, klickt sich durch die achtseitige Biografie auf seiner Homepage. Bernd Begemann und die Befreiung setzt sich heute zusammen aus Bernd Begemann (Gesang und Gitarre), Ben Schadow (Bass), Kai Dorenkamp (Keyboard) und Achim Erz (Schlagzeug). Besonders viel ist in den letzten Jahren musikalisch nicht passiert. 2012 erschien bei Tapete Records anlässlich seines 50. Geburtstages das Album Der brennende Junge – Die beliebtesten Lieder aus 25 Jahren. Bei seinem Solo-Auftritt im Polittbüro kann er auf einen großen Fundus aus sehr unterhaltsamem Diskurspop zurückgreifen.
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