Die einen spielen Punkrock, die anderen Noisepunk. Beide beweisen schwarzen Humor in ihren Texten. Ein gutes musikalisches Paket für den Hafenklang.
Lee Hollis ist eine dieser Personen, die man aus verschiedenen Ecken kennen könnte. Vielleicht hat man mit ihm in den 1980er Jahren in Kaiserslautern den Punk entdeckt, als er dort mit der US-Army stationiert war. Man könnte ihn aus dem Supermarkt in seiner neuen Wahlheimat Saarbrücken kennen. Oder man hat einen seiner Kurzgeschichten-Bände im Regal stehen oder seine Artikel im Punk-Fanzine Zap gelesen. Oder aber man kennt Lee Hollis als Mitglied zahlreicher Punk- und Hardcore-Bands, wie den Spermbirds, Walter Elf, 2BAD oder Steakknife. Mit letzteren bespielt er am 31. Januar das Hafenklang. Das war noch nicht alles. Die Nerven stehen ebenfalls auf der Bühne. Die Noisepunk-Band hat 2012 mit Die Die Die ihr vielbeachtetes Debüt beim Hamburger Label Fidel Bastro veröffentlicht. Nun ist der Nachfolger so gut wie fertig, von dem sicherlich schon der ein oder andere Song seinen Weg in die Setlist gefunden hat.
Text: Miriam Mentz
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Grotesk, opulent, schön: Hamburgs Designernachwuchs zeigt seine Abschlussarbeiten bei der „Graduate Fashion Show“ der Akademie für Mode & Design.
Die Fashionshow der Akademie Mode & Design (AMD) Hamburg kann ein Sprungbrett sein. Die Veranstalter verraten, dass über das Event im letzten Jahr Lady Gaga auf die Arbeiten von Sarah Haase und Hanieh Sabokbar aufmerksam geworden sei. Der Star bat die Nachwuchsdesignerinnen, einige Teile ihrer Kollektionen nach New York City zu senden. Tage später wurde Frau Gaga dann auch dabei fotografiert, wie sie die Mode aus Hamburg am eigenen Körper spazieren trug. Also schön die Augen offen halten, ob man am 31. Januar in der REE Location im Alten Heizwerk eine blonde Frau in auffälliger Garderobe und großer Sonnenbrille sieht…
Identity lautet das diesjährige Motto der Abschlussschau, in deren Rahmen Absolventinnen und Absolventen der AMD insgesamt 150 Outfits auf dem Laufsteg präsentieren. Zwei Shows werden veranstaltet – eine startet um 19.30 Uhr, die andere um 22 Uhr. Musik und Film spielen neben der Mode dabei eine wichtige Rolle. Im Anschluss an die zweite Show werden die drei Jahrgangsbesten der AMD gekürt, die ihre Abschlusskollektionen im Juli 2015 auf der Fashion Week in Berlin zeigen dürfen.
Text: Lena Frommeyer
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Anstatt den Sonntag auf der Couch zu verbringen, kann man besser eine neue Sportart ausprobieren. Wie wäre es mit Bouldern?
Unter Bouldern versteht man das seilfreie Klettern in Absprunghöhe. Möglich ist das in Hamburg unter anderem in der Nordwandhalle in Wilhelmsburg. Bouldern ist eine eigenständige Disziplin im Klettersport, die kaum Voraussetzungen und Equipment erfordert. Man sollte grundsätzlich keine akute Höhenangst haben und man braucht ein paar Kletterschuhe, die vor Ort gegen Gebühr ausleihbar sind. Dann kann es auch schon losgehen und man klettert die Routen in acht Schwierigkeitsstufen ab. Anfänger sind mit den gelben, grünen und vielleicht auch roten Strecken gut bedient. Wer fällt oder abspringt, landet weich auf dem mit Matten ausgelegten Boden. Beim Bouldern geht es um Spaß und Technik. Man hat schnell Erfolgserlebnisse, kommt mit anderen Kletterern in Kontakt und auch Kids kraxeln begeistert in die Höhe. Prinzipiell kann man einfach loslegen. Wer trotzdem eine fachkundige Einleitung wünscht, wartet auf den nächsten Mittwoch. Ab 19 Uhr findet dann immer eine Einführung statt, die nichts zusätzlich kostet.
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Das B-Movie startet seine Reihe mit Filmen der „Neuen Rumänischen Welle“ am 1. Februar mit dem 2007 in Cannes prämierten „4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage“ (OmU).
Als 2007 in Cannes der rumänische Film 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage (1./12./28.2.) (Foto) die Goldene Palme gewann, war man geneigt, von einer Eintagsfliege zu sprechen. Doch der Tidenhub der Neuen Rumänischen Welle hält schon sehr viel länger an, als der Filmtitel des gefeierten Schwangerschaftsdramas erhoffen ließ. In Abgrenzung von der Diktatur Ceaușescu und dennoch geprägt von ihr, eröffnet eine junge Regisseursgeneration unverstellte Perspektiven auf die Gegenwart des Landes. Filme wie das Polizistenporträt Police, Adjective (1./5./22.2.) und die Krankenhaus-Odyssee Der Tod des Herrn Lazarescu (5./15./26.2.) gelten als ebenso beklemmende wie gallige Alltagsstudien. Einige ältere Produktionen, darunter der in den Sechzigern als staatsfeindlich verbotene Klassiker Die Rekonstruktion (5./19./22.2.) und Harun Farockis Mediencollage Videogramme einer Revolution (8./19.2.), vervollständigen die Reihe.
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Der Kulturflohmarkt hat endlich ein Dach über dem Kopf. Er zieht in die Wilhelmsburger Zinnwerke – mit Musik und der beliebten Plattenverkostung von Wolfgang Strobl.
Es tut sich was in den Wilhelmsburger Zinnwerken. Die städtische Kreativgesellschaft ist neuer Mieter der 2.800 Quadratmeter großen Halle. Sie will das Potenzial für eine umfassende kreative Nutzung ausloten. Das erste Projekt, das (noch mit einer Sondergenehmigung) in das historische Gebäude zieht, ist der Kulturflohmarkt FlohZinn, der bislang auf dem Gelände rund um die Zinnwerke stattfand und sich großer Beliebtheit erfreut. Am 1. Februar kommen hier die Nachbarschaft und Besucher vom Festland erstmals mit einem Dach über dem Kopf zusammen. Neben klassischen Flohmarktständen lebt das Event durch sein buntes Rahmenprogramm: Der Comicbus fährt vor, Peter Falke, Hüter des Archivs der Wilhelmsburger Zeitung, öffnet gegen Spende seinen Fundus, die Musikerinnen von Strange Fruits spielen auf ihrer Ukulele und man kann bei der Wilhelmsburger Plattenverkostung von Wolfgang Strobl Vinylschnäppchen machen.
Hier funktioniert der Pogo-Circle generationsübergreifend, denn das junge Quartett hat den Punk der 1970er wieder ausgegraben.
Klingt das nicht nach einem vielversprechenden Sound, den ein schwäbelnder Abiturient mit Sicherheitsnadel im Ohr von sich gibt, während er, unterlegt von Blockflötenmusik, Telefonrechnungen vorliest? So etwas erlebt man während eines Konzerts der Modern Pets im Molotow – so zumindest beschreiben die Exil-Schwaben und Wahlberliner selbst die zu erwartende Darbietung. Ein Musikjournalist würde wohl eher etwas über die Shocks oder Buzzcocks schreiben. Diese Bands nahmen eine Vorbildstellung in einer entscheidenden Prägungsphase für die Modern Pets ein. Wir halten es in dieser Ankündigung einfach mal schlicht: Am 31. Januar wird im Molotow dem Punk-Sound der späten 1970er wieder frisches Leben eingerotzt. Aber davon wollen die Modern Pets nichts wissen – also, wer begeistert sich für Telefonrechnungen?
Text: Miriam Mentz
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Der Themenmonat im Kulturschloss Wandsbek wird von Hamburgern und Flüchtlingen gestaltet – Diskussionen, ein Theaterworkshop und eine Feier gehören dazu.
Seit etwa einem Jahr helfen Ehrenamtliche des Unterstützerkreises Litzowstraße in Wandsbek untergebrachten Flüchtlingen. Nun soll eine Themenreihe im Februar zeigen, welchen Lebensumständen die Familien aus Syrien, dem Iran, Irak und Afghanistan ausgesetzt sind und wie ihr Leben in der Fremde aussieht. Das Programm startet am 1. Februar mit einem politischen Frühschoppen. Diskutiert wird hier über die europäische Grenzpolitik sowie die Frage, welche Bedingungen für eine erfolgreiche Integration in Deutschland erforderlich sind. Am 6. Februar eröffnet die Ausstellung Verfrachtet von Elke Gäth und Ulrike Krogmann mit Fotografien von und Tönen aus der Containersiedlung in der Litzowstrasse. Am Wochenende um den 21. Februar können Flüchtlingen im Rahmen eines Theaterworkshops ihre Geschichten erzählen und auf die Bühne bringen. Am 28. Februar gipfelt der Themenmonat in einem interkulturellen Fest mit Tanz, Musik und Kulinarik. Der Eintritt zu allen Events ist frei.
Nichts für Weicheier: Von den Anfängen der Zivilisation bis zu ihrem Untergang in sieben Stunden – Energieriegel liegen bereit im Thalia Theater.
Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner dauert als Aufführung etwa 16 Stunden, gemeinhin angelegt als „Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend“. Dagegen fasst sich Regisseur Antú Romero Nunes vergleichsweise kurz: Er powert seine Bearbeitung des Rings in immerhin sieben Stunden durch, nachdem er bislang in zwei großen Happen – Rheingold/Walküre und Siegfried/Götterdämmerung – im Thalia-Theater zu sehen war. Der große deutsche Fantasy-Stoff, der in Sachen Intrigen und Blutdurst modernen Nachkommen wie der Fernsehserie Game Of Thrones in nichts nachsteht, spannt in Nunes’ Inszenierung einen Bogen von den Anfängen der Zivilisation bis zu ihrem Untergang. Damit das auch jeder unbeschadet übersteht, gibt es in den Pausen Rheingold-Suppe, warme Speisen, Snacks oder eine Überlebenstüte mit Energieriegel, Sandwich und Getränk.
Reggae, Dancehall, Afrobeat und karibische Sounds: Je zwei Live Acts und Soundsystems sorgen am 31. Januar für heiße Rhythmen im Fundbureau.
Das passende Wetter für eine Reggae-Afrobeat-Party gibt es in Hamburg nur selten – schon gar nicht zu dieser Jahreszeit. Aber nichts könnte der lokalen Bass-Culture-Gemeinde egaler sein, als das bisschen Wind und Regen auf dem Weg zum Fundbureau, wo am 31. Januar je zwei Live Acts und Soundsystems zu Gast sind, um den Besuchern mit Dancehall, Afrobeat und Soca einzuheizen. Für’s early warm up ist der Roots-Reggae-Sänger und Produzent King Pata in Begleitung eines „Gambian Artist“ vorgesehen. Mit Spannung wird auch der Auftritt des jamaikanischen Roots-Sängers Fantan Mojah (Foto) erwartet. Nach den Live-Acts übernimmt das Buffalo Soundsystem aus Hannover die musikalisch Unterhaltung. Das Team wird sich den Rest dieser Nacht mit der Hamburger Crew von West Coast Sound teilen.
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Eines von vielen Nebenprojekten der Wareika-Köpfe Henrik Raabe und Jakob Seidensticker macht am 30. Januar Halt im Golden Pudel Club.
Schon seit Schultagen machen Henrik Raabe und Jakob Seidensticker zusammen Musik. Ihr wohl bekanntestes Projekt ist Wareika, als welche sie bereits 2008 ihr Debüt bei Connaisseur Recording und zuletzt 2013 den Longplayer Wternal über Visionquest veröffentlichten. Live hat das Duo eine besondere Form der Präsentation für sich entwickelt, bei der natürliche und elektronische Klänge jedes Mal neu zum Leben erweckt und irgendwo zwischen House, Dub und Jazz zusammengebaut werden. Zudem toben sich beide in zahlreichen Nebenprojekten gemeinsam und einzeln aus – The Havana Boys zählen dazu, Glowing Glases, Federleicht und Silky Raven. Letzteres vereint die Lust von Raabe und Seidensticker, den jazzigen Anteilen ihrer Musik mehr Raum zu verschaffen, und nimmt das Publikum so mit auf eine erhellende und ungeheuer tanzbare Reise unter dem Motto: Erwarte das Unerwartete. Man darf gespannt sein und sich mitreißen lassen.
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