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Goldmarie & Fridolin

Im Rahmen der Partyreihe im Bunker an der Feldstraße sorgt KlangKuenstler aus Berlin für romantische House-Schwingungen.

Exzellenznachweis für die elektronische Partyreihe ist im Juli das Set von KlangKuenstler, dem emotionalsten Pferd im Stall von Oliver Koletzkis Label Stil vor Talent. Der Mittzwanziger Michael Korb stammt aus Bayern, lebt aber mittlerweile in Berlin und saugt die Clubschwingungen der Stadt 24 Stunden am Tag ein, verarbeitet sie und spuckt neue Tracks aus. Die klingen dann wunderbar warm und weich, geben der Romantik den Vorzug gegenüber dem schnöden Hedonismus. Sein Deep und Tech House reicht dem Dancefloor die Hand und blicken gleichzeitig in die Wolken. Individueller kann Tanzmusik nicht sein. Das bin ich wird dann auch sein Debütalbum heißen. Support kommt von Rich vom Dorf (Kiddaz / Tächno) und Bodega (Minimal Anders), und die stimmige Dekoration des Feldstraßenbunkers besorgen Die Dekologen.

Text: Marco Fuchs

 

Musikduell im Schanzenpark

An die Waffen, äh, Instrumente: Die Hamburger Bands Johnny Liebling und Der Fall Böse treten auf der Bühne im Zirkuszelt gegeneinander an.

Das haben wir so auch noch nie gesehen: Beim gemeinsamen Konzert der Hamburger Bands Der Fall Böse und Johnny Liebling im Bajazzo betreten die Beteiligten nicht etwa nacheinander die Bühne, nein, gleichzeitig soll es sein. „Auf der einen Seite: Der Fall Böse, Halunken, Tagelöhner und immer noch auf der Suche nach guten Menschen an bösen Orten. Auf der anderen: Johnny Liebling, düstere Seelen im feinen Zwirn“, so der halodrige Pressetext. Das einzige, was die beiden eigentlich sehr freundschaftlich miteinander verbundenen Bands voneinander trennt, ist ein kleiner Holztresen und ein Barkeeper, der sich absolute Neutralität auf die Fahne geschrieben hat. Mehr wird vorerst über den genauen Ablauf des Abends nicht verraten. Aber unsere Fantasie befeuert derart unsere Neugierde, dass wir dieses Spektakel auf keinen Fall verpassen werden.

 

Projekt: Sculpture

Optisch-musikalische Reizballungen für Augen und Ohren: Dan Hayhurst und Reuben Sutherland laden zur psychedelischen Tanzreise auf die MS Stubnitz.

„Bleeps“ und „Clonks“ treffen auf „Optical Art“. Das Duo Sculpture besteht aus dem britischen Musiker Dan Hayhurst und dem neuseeländischen Animationskünstler Reuben Sutherland. Die beiden kooperieren seit 2008 miteinander. Ihr Equipment setzt sich aus analogen und digitalen Geräten zusammen. Die dabei entstehenden „Opto-Musical agglomerate“, wie das Duo seine Arbeitsergebnisse nennt, sind Rausch und Schmaus für Ohren und Augen: bunt animierte, psychedelisch anmutende Grafiken, die auf Dauer vielleicht die eine oder andere leichte Halluzination hervorrufen könnten, dazu minimaler Techno ohne Proll-Faktor. Wer sich dieser seltenen Möglichkeit, sich einer angenehmen Reizüberflutung auszusetzen, wahrnehmen möchte, sollte am Donnerstagabend unbedingt den Party-Kutter MS Stubnitz.

 

Ein Tag in Dar

Das studentische Austauschprojekt stellt Tansanias Millionenstadt am Meer eindrucksvoll akustisch vor – in der HAW als Multimedia-Installation.

Daressalam ist die größte Stadt Tansanias und Hamburgs bislang einzige Partnerstadt auf dem afrikanischen Kontinent. Dorthin ist eine Gruppe Studierender der HAW Hamburg gereist, um eine Hörbuchproduktion gemeinsam mit tansanischen Kommilitonen zu realisieren. Prof. Dr. Steffen Burkhardt holte das Studienprojekt des International Media Centers (IMC) an die HAW. Die Kooperation soll Presse- und Meinungsfreiheit in Afrika fördern und demokratische Strukturen stärken. Diese haben die deutschen und tansanischen Studierenden nun ganz konkret gelebt. Eine Woche wohnten sie gemeinsam in Daressalam und fingen die akustisch herausfordernde Atmosphäre von Dar ein. Das Ergebnis ist eine hörbare Stadtführung zu Kunst- und Kulturveranstaltungen, über Märkte und in Moscheen, begleitet von Musik und Menschen der Stadt. Das Projekt zieht ein weiteres ungewöhnliches Ereignis nach sich: Erstmals nimmt der Studiengang Medien, Information, Bibliothek an der Jahresausstellung des Kunst- und Mediencampus teil und veröffentlicht das Hörbuch dort. In einer atmosphärischen Installation aus Bildprojektionen, Hörbuchausschnitten sowie Musik und Filmen aus dem tansanischen Alltag soll die Hafenstadt sinnlich erfahrbar gemacht werden.

Text: Alissa Schrumpf

 

Passion Victim Vol. 7

In einem Zirkuszelt im Schanzenpark spielt unter anderem die Contryfolk-Band Torpus & The Art Directors im Rahmen der Konzertreihe.

Die Konzertreihe Passion Victim hat sich für seine Sommeredition etwas Besonderes einfallen lassen: Die Veranstaltung schlägt buchstäblich ihr Zelt im Grünen auf und feiert im Schanzenpark in Zirkusatmosphäre. Der akustische, aufbrausende Countryfolk von Torpus & The Art Directors passt ganz gut in Wald und Wiese. Mit ihrem Album From Lost Home To Hope und vor allem den folgenden mitreißenden Live-Sets hat sich die Band einen Bombenruf auch über die Grenzen Hamburgs erspielt. Bald wird es Zeit, mit neuen Songs nachzulegen – an denen wird mit Hochdruck gearbeitet. Ebenfalls zur Gartenparty eingeladen ist die britische Musikerin Gemma Ray mit folkig-spukigem Blues. Das wird ein sehr atmosphärischer Abend – da kann man auch verschmerzen, dass nur zwei statt der üblichen drei Acts spielen. Man muss ja auch auf die Nachbarn Rücksicht nehmen.

Text: Michael Weiland

 

Filmnächte am Millerntor

Nette Zweckentfremdung: Vor der Südtribüne wird vom 10. bis 18. Juli eine Leinwand aufgebaut. Das Freiluftkino eröffnet mit einer Doku über die Esso-Häuser.

Auch wenn man es im Moment kaum glauben mag: Stadien können mehr als nur die Heimat von Fußball sein. Traditionellerweise transformiert das Programmkino 3001 die St.-Pauli-Arena auf dem Heiligengeistfeld im Sommer zum Freiluftkino. Bei diesen Filmnächten am Millerntor darf sich das Publikum entspannt auf der Südtribüne zurücklehnen – anstatt herumzugrölen oder auf Trommeln einzuschlagen – und der Handlung auf der Leinwand folgen, die zum Eröffnungsabend am 10. Juli zum Fenster zur direkten Nachbarschaft wird: Hausbau auf St. Pauli heißt die aktuelle Fassung des Films über die Esso-Häuser. Das Team von Empire St. Pauli begleitet in der Langzeit-Dokumentation den Kampf von Aktivisten und mittlerweile Ex-Bewohnern der Hochhäuser an der Reeperbahn, die kürzlich abgerissen wurden. Weitere Filmnacht-Termine sind: Fack Ju Göthe (11.7.), Do The Right Thing (14.7.), Drive (15.7.), Inglourious Basterds (16.7.), Machete Kills (17.7.) und der Hamburg-Klassiker Absolute Giganten (18.7.). Ab 21 Uhr öffnen die Stadion-Tore – der Film beginnt gegen 22.15 Uhr.

Text: Lena Frommeyer

 

Diamonds and Pearls

Unter einem schillernden Motto zeigt die Evelyn Drewes Galerie facettenreiche, dreidimensionale Arbeiten junger Künstler aus Münster.

In eine funkelnde Schmuckkiste hat sich die Evelyn Drewes Galerie verwandelt. In den Ausstellungsräumen, in denen sonst ausschließlich Malerei gezeigt wird, sind noch bis zum 15. August keine tatsächlichen Juwelen, dafür aber facettenreiche, dreidimensionale Kunstobjekte zu sehen. Sie stammen von Studierenden der Kunstakademie Münster, die die Klasse der bekannten Objektkünstlerin Ayşe Erkmen besuchen. In ihren Arbeiten beschäftigen sie sich sowohl mit dem schönen Schein als auch mit dem Abgründigen dahinter. Sie blicken auf die Kehrseite des Kapitalismus, entlarven Illusion und Blendung. Eine ironische Selbstwahrnehmung ist dabei zu spüren. Ein einzelnes Werk wird nicht zu wichtig genommen, sondern präsentiert sich als eine Perle auf einer langen Kette von vielen. Inspiriert sind die schillernden Arbeiten auch vom spiegelglatten Boden der Galerie. Während der Ausstellung kann dieser als Dancefloor genutzt werden. Passend zum Motto Diamonds and Pearls, benannt nach einem Song- und Albumtitel von Prince aus dem Jahr 1991, werden in den Freiräumen zwischen den Arbeiten Songs gespielt.

Text: Katharina Manzke

 

Quiz-Duell

Im Literaturhaus macht ein Ratespiel heute Lust auf Lesen. Studierende der Uni Hamburg veranstalten ein Quiz mit 99 Fragen aus der Welt der Bücher.

Das Live-Quiz ist eine Unterhaltungsform, die in britischen Pubs seit Jahren ausgiebig zelebriert wird. Heute darf erstmals im ehrwürdigen Literaturhaus in Hamburg geknobelt und gerätselt werden, bis sich die Stirn in Falten legt und man mit einem großen Bier die Spannung wegtrinken möchte. Mit Fragen wie diesen: Wie heißt der Mann ohne Eigenschaften eigentlich mit Vornamen? Wer war Hermann Harry Schmitz? Bei welcher Gelegenheit traf Lizzie Bennet auf Mr. Darcy? Kann man Literatur-Nobelpreisträger an ihren Stimmen erkennen? Und Romane an den dazugehörigen Literaturkritiken? Die Organisatoren der amüsanten und lehrreichen Quiz-Show, bei der man auch schöne Preise gewinnen kann, kennen sich bestens aus: Als Studierende der Geisteswissenschaften verbringen sie selbst viel Zeit mit Büchern. Innerhalb des Kurses Literatur- und Lesungsorganisation, der von der Arbeitsstelle für Studium und Beruf der Universität Hamburg angeboten wurde, erarbeiteten sie im 13. Stock des Philosophenturms wochenlang einen Katalog von insgesamt 99 Fragen, recherchierten Themengebiete und überlegten sich Dramaturgien.

Text: Katharina Manzke

 

Peter Sempel

Der Regisseur präsentiert sich vor und auf der Leinwand des Metropolis – beim Werkinterview und der Vorführung von „Die Ameise der Kunst“.

Chicago – Santa Monica – Seoul. Nicht nur, weil die Redaktion von SZENE HAMBURG regelmäßig ihre Postkarten von den Hot Spots des internationalen Filmgeschehens erreichen, ist Peter Sempel ihr Lieblingsregisseur. Sondern auch, weil es ihm seit nunmehr 33 Jahren gelingt, das Banner des Underground-Films emporzuhalten. Einen kurzen Hamburger Zwischenstopp dieses „Weltreisenden in Sachen Film“ (als den ihn der Berlinale-Katalog einmal titulierte) nutzt das Metropolis-Kino zu einer „Best of“-Schau. Eingeleitet wird der Rückblick auf Sempel-Frühwerke wie Dandy (13./15.7.), den Musikerporträts Nina Hagen – Punk + Glory (22.7.) und Lemmy (23.7. – über den Motörhead-Chef) mit einer echten Welturaufführung. Im Werkinterview Filmkunst des Stadtfernsehsenders Tide gibt Sempel am 9.7. ab 19 Uhr Auskunft über sein filmisches Wollen und Wirken als Schöpfer von „Kunstundmusikoverkillpoesiefilmen“.

 

Design-Beratung

Nachbarschaftshilfe 2.0: Studierende der HFBK bieten öffentliche Gestaltungsberatung auf St. Pauli – für ein Stück Selbstbestimmung in der Gentrifizierung.

Auf St. Pauli tut sich was – und nicht nur Gutes. Zumindest nicht aus der Sicht alteingesessener Einwohner, Shopbetreiber und all derjeniger, die das Viertel als Heimat bezeichnen. Abrisse, steigende Mieten und Eigentumsneubauten stehen auf der Tagesordnung. Hilflos zusehen und resignieren? Nicht, wenn das Designprojekt der HFBK ein Wörtchen mitzureden hat.

Jeden Mittwoch bieten Design-Studierende der HFBK Nachhilfe der etwas anderen Art. Im Rahmen der Beratung werden mit Familien, Studenten-WGs oder Ladenbesitzern Gestaltungsfragen in kleinem und großem Stile diskutiert. Design betrifft öffentliche und private Plätze gleichermaßen, die Sitzungen bieten in diesem Sinne eine gemeinsame Plattform und sollen dazu animieren, die Entwicklung des Stadtteils und des Lebensumfeldes im eigenen Interesse voranzutreiben. Das Projekt bietet Anwohnern damit das Handwerkszeug, um aktiv in die Entwicklung des Viertels einzugreifen und auf das zu reagieren, was die Stadt ihnen baulich vor die Nase setzt.

Text: Tanja Ehrlich