Samuel Beck und seine Crew liefern eine unterhaltsame Mischung aus Rockmusik und philosophischem Input.
Eine Ukulele – was war das noch gleich? Der Sound des Zupfinstruments, das aussieht wie eine Mini-Gitarre, ist den meisten wohl bekannt aus Israel Kamakawiwo’oles Sommerhit Somewhere over the rainbow von 2010. Weitaus weniger gemächlich geht es zu, wenn der Ukulelenprediger sein Arbeitsgerät in die Hand nimmt: Live und unplugged gibt es Rocksongs auf die Ohren.
Aber warum eigentlich „Prediger“? Samuel Beck ist ein multitaskingfähiges Exemplar der Unterhaltungszunft und liefert neben Ukulelenrock auch „philosophische Schlussfolgerungen“ – ehrlich und ganz ohne Diktat. Die Texte des Hobbyphilosophen liefern nämlich keine verbindlichen Handlungsempfehlungen, sondern eröffnen neue und erfrischende Perspektiven auf die fundamentalen Fragen des Seins.
Allen, die fürchten, das Habfinale der WM zu verpassen, sei gesagt: Die Angst ist unbegründet – danach geht der Abend nahtlos zur Spiele-Übertragung über.
Text: Tanja Ehrlich
Empfohlener redaktioneller Inhalt
An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können sich externe Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Der Fotojournalist porträtiert Mensch und Natur des Amzonasgebietes – weit weniger idyllisch, als man annehmen mag.
Mads Nissens wiederholte Reisen in das Amazonasgebiet inspirierten ihn zu seinem dokumentarischen Langzeitprojetk Amazonas. Seine schweren Schwarz-weiß-Fotografien erfassen alle Facetten des scheinbar unendlichen Landschaftsgebietes, die eindrucksvollen Urlandschaften und die Artenvielfalt. Der Fotograf hat sich auf Erkundungstour begeben, porträtiert indigene Völker und abgelegene, verarmte Industriesiedlungen, die vorherschenden Lebensweisen, exotische Rituale und ganz persönliche Geschichten.
Doch das paradiesische Setting trügt: Die Atmosphäre ist stets bedrückend und für den Betrachter nahezu unheimlich, nicht zuletzt, weil die Vergänglichkeit dieser exotischen Schönheit stets den Subtext der Arbeiten ausmacht: Abholzung und Brandrodung stehen wortwörtlich vor der Tür und sowohl Natur als auch Kultur scheinen der Ausbeutung hilflos ausgeliefert. So entsteht in den Bildern eine intensive Spannung zwischen Schönheit und Bedrohung.
Die Ausstellung ist noch bis zum 5.9 . in der Freelens Galerie zu besuchen.
Drei neue Geschichten der Kult-Detektive erklingen im 3-D-Surround-Sound-Gewand im Planetarium Hamburg. Den Anfang macht die Folge „Das Grab der Inka-Mumie“.
Helden der Kindheit – und nicht nur das: Die Drei ??? sind bis heute Helden einer längst erwachsen gewordenen Gemeinde an Hörspielfreunden. Wenn Justus „Besserwisser“ Jonas, Peter „Schisser“ Schaw und Bob „Spürnase“ Andrews im sonnigen Rocky Beach nach Kunsträubern, der Musikmafia oder vergifteten Hähnchenschenkeln fahnden, hört die Ü30-Generation gebannt zu. Mit einem Superpapagei ging der „Lauschangriff“ Ende der 1970er Jahre los – mittlerweile gibt es die 169. Folge. Live-Lesungen oder Vollplayback-Theaterabende sind längst Kult und die Tickets ruckzuck vergriffen. Der neueste Fragezeichen-Clou der Produktionsfirma Ho3rraum Media zieht nun ins Planetarium Hamburg ein: Drei neue Geschichten, werden hier als „immersives Hörspiel“ präsentiert – was bedeutet, dass über 60 Lautsprecher sowie vier Subwoofer hinter der 21 Meter durchmessenden Sternenkuppel und mit einer neuen Soundtechnologie vom Fraunhofer-Institut jeder Sitzplatz die volle Dröhnung abkriegt. Den Anfang macht die Folge Das Grab der Inka-Mumie am 9. Juli.
Geh mir weg mit Reeperbahn. Der Verein führt Hamburger durch Gebiete, die nicht als Touristenziele gelten – die City Nord, Waltershof und der Osten gehören dazu.
„Normalerweise gehen die Leute eher im Jenischpark oder am Elbufer spazieren“, so Piet Beerepoot, der Gründer von Stattreisen. Seit 25 Jahren bietet der Verein Entdeckertouren explizit für Hamburger an, in Winkel ihrer Stadt, die sie eher selten besuchen, wenn sie nicht ausgerechnet dort wohnen. Stattreisen – der Name ist durchaus wörtlich zu nehmen. „Hamburger kennen ihre Stadt oft nicht so gut, wie sie denken“, sagt Beerepoot. Zum Jubiläum entwickelte sein Team 13 neue Rundgänge – einige davon sind als Radtour konzipiert und klingen ziemlich abenteuerlich. Jeden Sonntag beispielsweise geht es ins Marschgebiet im Hamburger Osten, die Bille entlang in Richtung Rothenburgsort, vorbei an einer von Künstlern genutzter Industriebrache und versteckten Hafenbecken … Wer mitfahren möchte, steht um 14 Uhr mit seinem Fahrrad vor dem Haus der Photografie (Deichtorhallen) bereit. Die geführte Tour dauert etwa 3,5 Stunden, ist 15 Kilometer lang und kostet 14 Euro.
Des einen alter Kram ist des anderen neueste Errungenschaft – der Flohmarkt auf dem Alsterdorfer Markt geht in die nächste Runde.
Shopping ist heutzutage so einfach wie nie zuvor. Ein paar Klicks genügen und schon ist das Objekt der Begierde per Express auf dem Weg zu seinem neuen Besitzer. Einen Makel hat das Ganze jedoch: Beim Online-Shopping findet man immer genau das, was man sucht. Auf Flohmärkten hingegen findet man Sachen, von denen man überhaupt nicht wusste, dass man sie sucht. Wahrscheinlich einer der Gründe dafür, dass sich der Alsterfloh so großer Beliebtheit erfreut. Der bekannte Flohmarkt auf dem Alsterdorfer Markt und den angrenzenden Straßen bietet viele charmante Privatstände. Am 6. Juli kann das vorletzte Mal in diesem Jahr das ein oder andere Schnäppchen geschlagen oder sich einfach nur sattgesehen werden. Das familienfreundliche Flair (und die guten Wetteraussichten) laden von 9 bis 17 Uhr zum Schlendern und Trödeln ein.
Jubiläumsschippern auf der Hedi mit Hamburgs bekanntestem Chill-Out-DJ und Werken des Komponisten Carl Philipp Emanuel Bach.
Er gehört zu den bekanntesten DJs der Stadt, dennoch ist er auf kaum einer Line-Up-Liste der üblichen Tanzklubs zu sehen. Raphaël Marionneau legt keinen Massen- und Party-kompatiblen 4-to-the-floor-Sound auf, sondern widmet sich seit nunmehr fast 20 Jahren unter anderem um die Verknüpfung von Ambient- und Downbeat-Tracks mit klassischer Musik. Er beschallt regelmäßig das Planetarium unter verschiedenen Motti, produziert Radioshows für den NDR und N-Joy, und mit der Reihe le café abstrait im alten Mojo Club rief er 1996 eine der ersten Chill-Out-Veranstaltungen des Landes ins Leben – die übrigens bald wieder reaktiviert werden soll. Zum Jubiläumsjahr des Komponisten C. P. E. Bach hat Marionneau Teile aus dessen Werken in sein Set eingebaut. „Die entspannende Kraft klassischer Werke mit einem Schwerpunkt auf C. P. E. Bach“, lautet die Ankündigung zu dieser speziellen Barkassanfahrt. Hoffentlich lädt auch das Wetter zum Chillen ein.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können sich externe Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
12, 8 oder 4 Euro? Im Juli können Besucher der Galerie der Gegenwart selbst entscheiden, wie viel Eintrittsgeld sie für die laufenden Ausstellungen bezahlen möchten.
Kunst liegt immer auch im Auge des Betrachters, und damit ebenso ihre Wertigkeit. Im Juli gibt es in der Hamburger Kunsthalle eine besondere Aktion. Die Besucher entscheiden selbst, wie viel sie zahlen. Den regulären Eintrittspreis von 12 Euro. Oder aber 8, 6 oder 4 Euro. Auch Null-Euro-Zahler sind willkommen. Anlass für das in der deutschen Museumslandschaft bisher einmalige Angebot sind Modernisierungsmaßnahmen. Während der Gründungsbau und der zum Bahnhof gelegene Erweiterungsbau schließen, zeigt die Galerie der Gegenwart weiterhin zwei interessante Ausstellungen: C’est la vie stellt die beiden größten französischen Lithographen des 19. Jahrhunderts, Henri de Toulouse-Lautrec und Honoré Daumier, dialogisch gegenüber. Ihre Bilder zeigen Aspekte der Pariser Gesellschaft der damaligen Zeit auf manchmal bissige, unterhaltsame und aufschlussreiche Art. Mit Lichtwark revisitedwürdigt die Kunsthalle ihren ersten Direktor Alfred Lichtwark (1852-1914): Für die Ausstellung setzten sich sechs zeitgenössische KünstlerInnen mit Hamburg auseinander und präsentieren ihre Arbeiten parallel zu Auftragswerken, die die Hansestadt zu Lichtwarks Zeiten widerspiegeln.
Text: Lena Frommeyer
Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 21 Uhr, vor Feiertagen 10 bis 18 Uhr , Montag geschlossen
Finn Martin, Mimi Schell und Scarlet Punch beglücken ihr Open-Air-Publikum mit Singing/Songwriting, Jazz, Soul, Gospel und Swing.
Die sommerliche Konzertreihe erfreut sich seit einigen Jahren größter Beliebtheit. Auf dem Lattenplatz zwischen Knust-Eingang und Hanseplatte geben ein oder mehrere Acts mindestens ein Mal pro Woche bei den Knust Acousticsgratis ihre Musik zum Besten. Am Mittwoch, den 9. Juli, ist unter anderem Finn Martin an der Reihe. Der Sänger hat im letzten Jahr am deutschen Vorentscheid des Bundesvision Song Contests teilgenommen und das Stück Ich bin ich für die Gruppe Glasperlenspiel komponiert, das in den hiesigen Single-Charts immerhin Platz 32 erreichte. Mit von der Partie ist an diesem frühen Abend auch die Sängerin Mimi Schell, die mit ihrer vielseitigen Stimme im Jazz ebenso zuhause ist wie im Soul und im Gospel. Dritte im Bunde sind schließlich Scarlett Punch mit einer Mischung aus „Swing, Klezmer, Gypsy und Rock’n’Roll“.
Im Literaturhaus präsentieren die jungen Teilnehmer dieser Prosawerkstatt bei einer großen Lesung erstmals eigene Texte der Öffentlichkeit.
Es ist noch kein Genie vom Himmel gefallen und erst recht kein guter literarischer Text. Selbst die größten Talente müssen ihr Handwerkszeug beherrschen, brauchen Struktur, um schönen Gedanken eine Form zu geben. Seit 2006 gibt es das Schreiblabor des Jungen Literaturhauses. Bis zu 12 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 19 bis 25 Jahren, die über erste Schreiberfahrungen verfügen, können sich für einen Kurs bewerben. An zehn Abenden arbeiten sie mit zwei erfahrenen Schriftstellern an den eigenen Texten. Neben handwerklichen Aspekten des Schreibens wird dabei auch notwendiges Wissen über das Leben als Autor vermittelt, man erfährt Einiges über den Literaturbetrieb, übt den kritischen Umgang mit Texten und die Präsentation, zum Beispiel anhand von Blogs. Geleitet wurde der Kurs in diesem Jahr von Mareike Krügel und Thomas Pletzinger. Bei der Lesung im Literaturhaus am 7. Juli lesen die Schreiblaboranten ihre in der Werkstatt entstandenen Texte erstmals der Öffentlichkeit vor.
Dänischer Triple Threat im Innenhof des Altonaer Rathauses: Im Rahmen der altonale präsentiert der Hamburger Musikblog Camels & Lions junge Popmusik aus dem Nachbarland.
Eine feine Auswahl dänischer Interpreten gibt sich am 5. Juli im Innenhof des Altonaer Rathauses die Ehre: The Migrant, The New Spring und Ice Cream Cathedral sind zu Copenhagen Calling geladen. Man könnte an dieser Stelle noch eine Menge Worte verlieren: Klingt wie der, ist besser als jener, aber (noch) nicht so gut wie … Unvoreingenommen hat man jedoch bekanntermaßen am meisten von nicht bekannten Künstlern. Also nur so viel vorweg: The-Migrant-Frontmann Bjarke Bendtsen bedient sich eines dänisch-texanischen Inspirationspotpourris. Das Ergebnis ist eingängiger Folk-Pop. Hinter The New Spring verbirgt sich Solokünstler Bastian Kallesøe, der mit Stimme und Gitarre für zusätzliches Folk-Flair sorgt. Ice Cream Cathedral bringt mit futuristischem Spacepop frischen Wind ins Rathaus.
Text: Tanja Ehrlich
Empfohlener redaktioneller Inhalt
An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können sich externe Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können sich externe Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können sich externe Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.