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Poetry Slam

Beim Wettstreit Stop Klock treten in der andächtigen Atmosphäre der Christianskirche Slam-Meister und Dichter-Koryphäen gegeneinander an.

Die Christianskirche in Ottensen ist ein wunderbarer Ort für Poesie. In ihrem hohen, mit Sternen übersäten Deckengewölbe kann sich der Klang von Worten perfekt entfalten. Heute findet hier der legendäre Dichterwettstreit der Literatur altonale statt, der Stop Klock Poetry Slam. Gedichte treffen auf Prosa, Spoken-Word-Künstler auf Geschichtenerzähler. Die Teilnehmer haben fünf Minuten Zeit, die Jury zu überzeugen. Wird Mona Harry, Siegerin im Vorjahr, erneut gewinnen? Die 1991 geborene Hamburgerin hat starke Gegner. Pierre Jarawan, deutscher Slam-Champion 2012, den amtierenden Hamburger Stadtmeister David Friedrich, Chefsatiriker Anselm Neft aus Bonn und die wortgewandten Hamburgerinnen Lea Heese und Monika Mertens. Den Abend eröffnet Ken Yamamoto aus Berlin: Der Sohn eines japanischen Vaters und einer deutschen Mutter arbeitete bisher als Synchronsprecher, Fließbandarbeiter, Kurierfahrer, Diamantenverkäufer, Büroangestellter, Ausstellungsführer und Regieassistent. Heute ist er als ziemlich guter Dichter anwesend.

Text: Katharina Manzke

 

Grünanlage

Vor zehn Jahren lud das Team erstmals zum Tanzen zu technoiden Sounds nach Entenwerder. Diesem Konzept bleiben die Outdoor-Clubber bis heute treu.

Mehr als 4.000 Menschen waren bei der ersten runden Geburtstagsparty in Entenwerder dabei, die Anschluss-Sause vervollständigt nun die Feierlichkeiten zum Jubiläum der Open Air-Party Grünanlage. Das Konzept – technoide Sounds bei freiem Eintritt – bleibt, nur am DJ-Pult wird diesmal wild gewechselt: Am 5. Juli stehen Mathias Kaden, die Adana Twins und Jay Pauli an den Reglern auf der Elbinsel, auf der alles begann, vor zehn Jahren, als kleine Party zum Hafengeburtstag konzipiert. Los geht es um 14 Uhr, dann wird getanzt, tanzt, tanzt bis die Outdoor-Clubber um 22 Uhr den Saft abdrehen. Bei der After-Hour im Waagenbau darf es dann wieder laut werden. Die Gerüchteküche besagt zudem, dass das Grünanlagen-Team demnächst auch einen Club bespielen wird. In der Talstraße ist da gerade ein entsprechendes Objekt frei geworden …

Text: Marco Fuchs

 

Nick Oliveri

Der ehemalige Bassist von Kyuss, Queens of the Stone Age, Dwarves und Mondo Generator gastiert mit seinem Solo-Projekt im Hafenklang.

Er zählt zu den Mitbegründern der einflussreichen kalifornischen Band Kyuss und damit zu jenen Leuten, die in den 1990er Jahren den Stoner Rock auf den Weg gebracht haben. Nach seinem Rausschmiss bei Kyuss rief Nick Oliveri die Gruppe Mondo Generator ins Leben, deren Musik ebenfalls von fetten Riffs und satten Grooves geprägt war. Außerdem war er Bassist bei Queens of the Stone Age und Mitglied der Sub-Pop-Band Dwarves. Der Promifaktor ist also ziemlich groß, wenn Oliveri nun mit seinem Solo-Projekt nach Hamburg kommt. Sein aktuelles Album trägt den bezeichnenden Titel Leave Me Alone und ist bei einem Londoner Label mit dem entzückenden Namen Schnitzel Records erschienen. Kostproben daraus wird es sicherlich bei Oliveris Auftritt im Hafenklang geben. Bleibt die Frage, welche Mitmusiker der bärtige Glatzkopf diesmal um sich geschart hat.

 

Sneaker Hangout

Mit der ersten Messe für Sneaker-Geeks wird das Terrace Hill zum Treffpunkt für Fans von Turnschuhen – diese können dort gekauft, getauscht und bewundert werden.

Voll könnte es zwar werden, aber die Gefahr, dass man einander auf die Füße tritt, besteht wohl kaum bei dem Sneaker Hangout, der unter dem Motto Not Just Shoes im Terrace Hill stattfindet. Stattdessen werden sich Turnschuh-Sammler ausgiebig untenrum mustern. Neben der Möglichkeit, mit anderen Fans in Kontakt zu kommen, kann man auf der kleinen Messe auch alte Sneaker verkaufen, tauschen oder neue erwerben. Rund 20 Aussteller, darunter Shops aus Hamburg, Bremen, Kiel, Berlin und private Sammler sind vertreten. Sogar Sneaker-Vereine gehören zu den Ausstellern – was es alles gibt … Die Veranstalter und Organisatoren des Events, Tom Hinz, Jan Portius und Dennis Feldhus, sind in Sachen Trends übrigens auf dem Laufenden: Sie betreiben den Sneaker-Blog Month of June und posten regelmäßig die neuesten Modelle aus dem Hause Nike, Adidas und Co. Der Turnschuh ist eben nicht einfach nur ein Treter, sondern eine Wissenschaft für sich.

Text: Katharina Manzke

 

Salut Salon

Wieder in der Thalia-Spielzeitpause zu hören: Das neue Programm der vier Damen, die mit klassischen Instrumenten Sounds aus „Kill Bill“ aber auch Stücke von Franz Liszt interpretieren.

Zwischen Korea und Indien mal ein bisschen Hamburg: Seit ihrer Gründung im Jahre 2000 sind die vier Damen von Salut Salon mit ihren charmanten Kammerspielprogrammen jenseits von E und U weltweit erfolgreich unterwegs – wer hätte das gedacht von einem Ensemble von Schulfreundinnen, das sich aus einem literarisch-musikalischen Salon in Eppendorf herausgebildet hat. Mittlerweile hat sich die Besetzung geringfügig verändert, mit dabei ist aber auch beim neuen Programm Die Nacht des Schicksals natürlich die musikalische Puppe Oskar. Gespielt werden Schicksalsschläge unterschiedlichster Couleur, von Sounds aus Kill Bill neben Klassikern wie Franz Liszts Mephistowalzer oder Camille Saint-Saëns’ Danse Macabre, oder auch eigene Chansons.

Text: Hanna Klimpe

6.7. (Premiere), 10.+11., 16.–19.7.

 

Daughterville

Auf dem Dockville-Gelände in Wilhelmsburg steigt zum zweiten Mal das von Jugendlichen organisierte Musikfestival – mit Bands und DJs, House und Indiepop.

Die stetig wachsende Dockville-Familie hat letztes Jahr ein Töchterchen bekommen: Daughterville wird von Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren organisiert, die Musik, Kunst und Poetry Slam in einem proppenvollen Ein-Tages-Festival präsentieren – ein Open-Air für die Zielgruppe von der Zielgruppe. Eingeladen haben die Veranstalter in diesem Jahr unter anderem die Hamburger Indiepopper Fuck Art, Let‘s Dance, den Singer-Songwriter Tom Klose, die Post-Pop-Band Loifior, die zu den diesjährigen Krach-&-Getöse-Gewinnern gehören und Folk von Naked As We Came. Für Beats sorgt das DJ-Set von Roosevelt, Tanzen Hilft! besorgt Deep House und Timo Kreissl lässt es mit Trance und TripHop grooven. Mit Spektrum, Lüttville, Scienceville und dem Ursprung des Ganzen, dem Dockville, nähert sich das Gelände in Wilhelmsburg der sommerlichen Vollbespielung. Gut so!

 

SPRING # 11

Illustrationen treffen Texte: Künstlerinnen und Autoren feiern die elfte Ausgabe ihres Magazins mit Party und Lesungen – diesmal zum Thema „Wunder“.

Wer es noch nicht kennt, hat etwas verpasst: Über ein Dutzend Künstlerinnen geben jährlich das gebundene Printwerk Spring heraus. Ihre Comics und Illustrationen fertigen sie zu einem bestimmten Thema an – bei der ersten Ausgabe ging es um Nachstellung, ihre zehnte und letztjährige Arbeit widmeten die Kreativen dem ABC of Tragedy. Mitte Juni erscheint nun Spring # 11 zum Thema Wunder als Siebdruck-Schuber mit 15 Plakaten von 15 Zeichnern und einem Extraheft mit Texten von Teresa Präauer, Jochen Schmidt, Michael Weins, Tessa Müller, Benjamin Maack und Katharina Hartwell. Weil solcherlei hübsche Ergebnisse begossen gehören, laden die Künstler und Autoren zur zweitägigen Release-Party mit Ausstellung und Lesung in die Kinogalerie Projektor. Während am 5. Juli die Bilder enthüllt werden und DJ Alexander Kasbohm ab 20 Uhr die Köpfe zum Nicken bringt, lesen am 6. Juli ab 15 Uhr nacheinander die Autoren ihre Texte vor, darunter auch Benjamin Maack, den man für seinen Erzählband Monster liebt.

Text: Lena Frommeyer

 

Kleiderfee & Ponys

Musikalischer Montag ohne Katerstimmung: Im Sommersalon erklingen Geschichten, in der Astra-Stube spielen Jöphi sowie Nora und das Pony des Zorns.

Wer den Hamburger Berg am Wochenende lieber meidet, um nicht vollgekotzt zu werden, der freut sich vielleicht am Montag über diese illustre Veranstaltung an gleicher Stelle: Regelmäßig laden die Kleiderfee und Dr. Winter in den Sommersalon zu ihren Wohnzimmergeschichten – diesmal als unplugged Sonderausgabe. Das ganze wird ein buntes Allerlei, ein Abend voller Diskussionen, Spielereien, improvisierter Unterhaltung und natürlich Live-Musik. Außerdem mixen die Bartender Spezial-Cocktails, die man für vier Euro kaufen kann.

Wer sich nun gar nicht für den Hamburger Berg begeistern kann, dem sei ein Besuch ab 20 Uhr in der Astra-Stube ans Herz gelegt. Hier released der Hamburger Musiker Jöphi („Garage-Pop mit Begeisterung für die 1960er und 1970er“) seine neue Platte und lässt  zuvor Nora und das Pony des Zorns auf der Bühne los.

Text: Lena Frommeyer

 

altonale Endspurt

Spiel, Spaß, Tanz, Musik und jede Menge gutes Essen: Das Straßenfest zählt zu den Highlights der Altonaer Stadtteil-Sause.

Die altonale, die vergangenen Monat begann, hat sich auch noch einiges an Highlights für den Juli aufgespart. Am 2. Juli heißt es erneut Altona macht auf, wenn ein ganzer Stadtteil auf Balkonen und am Fenster zum Performancekünstler wird. Am 3. Juli geht die zweite Auflage von book.beat an den Start. Hier werden Musik und Literatur aufs Schönste verquickt. Zu Gast im Thalia in der Gaußstraße ist diesmal der Hamburger Singer-Songwriter Niels Frevert, der schon mal ein paar Songs seines sehnlich erwarteten neuen Albums Paradies der gefälschten Dinge vorträgt. Außerdem liest Tino Hanekamp Texte zum Thema Rausch. Der Höhepunkt der mehrwöchigen Sause ist aber Jahr für Jahr das Straßenfest, das vom 4. bis zum 6. Juli stattfindet. Tanz und Musik auf unzähligen Bühnen, Spiel, Spaß und jede Menge zu essen. In diesem Jahr wirft man anlässlich des 350-jährigen Jubiläums von Altona auch hier einen Blick in die Vergangenheit – mit alten Kinderspielen, einem mobilen Porträtstudio und vielen Rundgängen. So klingt die altonale feierlich aus.

 

Unknown Places

Die Tänzer und Choreografen der Contemporary Dance School Hamburg begeben sich für ihre Abschlussarbeiten im Sprechwerk auf neues Terrain.

„Neuland“ ist ein Begriff, der seit Angela Merkel nicht mehr ganz so sexy ist, aber eigentlich immer noch eine sehr schöne, aufregende und manchmal auch beängstigende Sache bezeichnet: Sich auf neues Terrain zu begeben, um sich neu zu definieren, oder auch um einen Sehnsuchtsort zu finden. Unknown Places passt als Motto also hervorragend für eine Abschlussarbeit, wie sie der diesjährige Jahrgang der Contemporary Dance School Hamburg in zwei unterschiedlichen Programmen im Sprechwerk zeigt, heißt es doch für die Tänzer und Choreografen auch, jetzt neue Wege zu beschreiten. Wie Raul Valdez, der künstlerische Leiter der Schule, betont: „Für die Tänzerinnen und Tänzer ist es eine Einladung, ihr kreatives Potential zu entfalten. Und immer gilt: Jede Aktion in der Gegenwart baut eine eigene Spannung auf, bringt eine Zukunft mit anderen Regeln, anderen Verbindungen und einer anderen Schwerkraft.“

Text: Hanna Klimpe