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André E. und das Geld – das Medienlog vom Montag, 1. Juli 2013

 

Die Verhandlung im NSU-Prozess geht am Dienstag weiter. Die Veröffentlichungen zum Prozess vom Wochenende.

An jedem Werktag fassen wir im NSU-Prozess-Blog die wichtigsten Medienberichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Geld unter dem Schlafsofa: Der Tagesspiegel berichtet, dass bei dem Angeklagten André E. gefundenes Geld von einem der Raubüberfälle der NSU stammen könnte. Schon im November 2011 fanden die Ermittler demnach 3.885 Euro bei der Festnahme von E. auf dem Anwesen seines Zwillingsbruders Maik. Das Geld war unter einem Schlafsofa versteckt, dass E. genutzt haben soll. Die Ermittlungen laufen noch, daher wird das Geld nicht in der Anklageschrift erwähnt. E. ist wegen Unterstützung des NSU im Münchner Prozess angeklagt, hat sich aber noch nicht geäußert.

Eine Meldung veröffentlicht dazu auch das türkischsprachige Nachrichtenportal Haber 35.

Rückschau: Die Schweizer Zeitung Der Landbote aus der Stadt Winterthur befasst sich am Wochenende ebenfalls mit dem NSU-Prozess und thematisiert noch einmal den 14. Prozesstag am vergangenen Montag. An diesem Tag ging es unter anderem um die Ermordung des Änderungsschneiders Abdurrahim Özüdoğru. Der Autor Fritz Dinkelmann geht auf die Aussagen der Zeugen ein, beschreibt die Fotos, die von dem Ermordeten gezeigt wurden, sowie das „Paulchen Panther“-Video.

Außerdem beobachtet Dinkelmann das Verhalten der Anwälte Beate Zschäpes und schreibt, diese seien, während das Video lief, minutenlang in einer Pose erstarrt: „Abgewendet von ihrer Mandantin blickt Anja Sturm nach rechts in ein schwarzes Loch, Wolfgang Stahl streckt sich weit in eine Finsternis vor ihm, und Kollege Wolfgang Heer will nach links gedreht nichts mehr von dem allem sehen.“

 

Die englischsprachigen Onlinemedien berichten nach wie vor nicht mehr über den NSU-Prozess.

 

Das nächste Medienlog erscheint am Dienstag, den 2. Juli.

2 Kommentare

  1.   Martin Hausmeier

    Und E. wird sich auch nicht äußern.
    Solange die Herkunft des Geldes nicht zweifelsfrei geklärt werden kann, und das wird nicht geschehen, kann ihm nichts passieren.
    Schon bald wird E. wieder ungestört seinen Hobbys nachgehen. Es sei denn, er hat sich vorher über Justiz, Verfassungsschutz, Polizei, Politiker, etc. pp. totgelacht.


  2. Die bemühte Küchenpsychologie des Winterthurer „Lanboten“ über „das Verhalten der Anwälte Beate Zschäpes“ zeigt, wie wenig es doch zu berichten gibt.

    Was sagen eintlich die spanischen Zeitungen?

 

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