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Richter Götzl hat seine Rolle gefunden – das Medienlog von Freitag, 9. August 2013

 

Drei Tage nach Beginn der Verhandlungs-Sommerpause gibt es zum Prozess weitere Zwischenbilanzen. Richter Götzl kommt deutlich besser weg, als sein Handeln vor Prozessbeginn vermuten ließ.

An jedem Werktag fassen wir im NSU-Prozess-Blog die wichtigsten Medienberichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Bemerkenswert ist der Kommentar von Tanjev Schultz („Würdevolles Zerren an den Nerven“). Er zieht in der Süddeutschen Zeitung eine positive Zwischenbilanz. In diesem Verfahren sei nach „erstaunlich kurzer Zeit eine erstaunlich sachliche Arbeitsatmosphäre entstanden“, schreibt er. Der Prozess habe bereits jetzt dazu beigetragen, die Opfer und ihre Familien zu rehabilitieren.

Besonders der Vorsitzende Richter Manfred Götzl kommt gut weg. Die langen Querelen vor Prozessbeginn rund um die Zulassung der Journalisten seien schon fast vergessen, Götzls Autorität habe nicht dauerhaft gelitten. „Es mag einfühlsamere Richter geben, aber Götzl wirkt gut vorbereitet, er fragt präzise, und juristische Mätzchen unterbindet er schnell“, kommentiert Schultz.

ZEIT-Redakteurin Özlem Topçu zieht auch in einem Videobeitrag auf ZEIT ONLINE ein Zwischenfazit. Mittlerweile hätten alle Beteiligten ihre Rollen gefunden – so auch Götzl, der das Verfahren gut leite. Er lasse viele Fragen der Nebenkläger zu, vor allem was die Rolle der Behörden in den Mordfällen angehe. Die Behörden, die lange Zeit keine rechtsextremistische Spur in Betracht zogen.

Topçu spricht zudem über die Hauptangeklagte Beate Zschäpe, die beharrlich die Aussage verweigert. Die Journalistin thematisiert auch die Berichterstattung rund um den NSU-Prozess. Die einzelnen Verhandlungstage würden sehr chronistisch beschrieben, oft fehle eine Einordnung.

Keine Berichte in türkisch- oder englischsprachigen Onlinemedien.

Das nächste Medienlog erscheint am Montag, dem 12. August.

 

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