Werder Bremen-Schachtjor Donezk 1:2

20:20 Moin. (Moin moin darf man abends nicht sagen, hab ich mir sagen lassen.)

Live Blog auch auf Meine Saison. Wer noch?

Rinat Achmetov, der Schachtjor-Besitzer, dessen Namen Franz Beckenbauer gerade nicht eingefallen ist, hat das Charisma eines Steuerprüfers. Andererseits sieht er aus wie der junge Bruder von Peer Augustinski. Ein Mann mit viel Geld – und mit vielen Talenten, so hört man. Kleiner Tipp an Werder: Wie man ihn entwaffnen kann, sieht man hier.

Aufstellungen

Bremen: Wiese – Boenisch, Naldo, Prödl, Fritz – Niemeyer, Baumann, Frings, Özil – Roseberg, Pizarro

Donezk: Pyatov – Srna, Kucher, Chygrynskyy, Rat – Jadson, Lewandowski, Fernandinho, Willian, Ilsinho – Luiz Adriano

Heißt es eigentlich Schachtjor, Schachtjar oder Schachtar? Die FAZ liefert wichtige Erkenntnisse.

15 Kilogramm soll der Pott schwer sein, mir gefällt er ja ganz gut. Aber es gibt welche, die das anders sehen und Kurt Tucholsky in Anspruch nehmen, der „den Sportpreisen klassische Scheußlichkeit“ attestiert. Den Uefa-Pokal speziell dürfte er jedoch nicht gemeint haben.

5′ An die Werder-Abwehr! Modus umstellen! Heute ist nicht Bundesliga, heute hat es Konsequenzen, wenn Ihr verliert. Erste Großchance für Schachtjor durch Luiz Adriano, nachdem Prödl aus der Abwehr herausrückte und die anderen drei der Kette rumstehen.

12′ Kommentator Laaser: „Ich glaube, Boenisch ist nervös.“ Fritsch: „Ich glaube, Boenisch kanns nicht besser.“ Zweiter Ballverlust schon am eigenen Strafraum.

20′ Ist der Ball zu fest aufgepumpt? Ist er nicht rund? Technisch sind wir gerade auf Kreisliganiveau: schlampige Ballannahmen, Pässe zum Gegner. Besonders die Bremer, aber Schachtjor hält sich derzeit auch höflich zurück.

25′ Tor für Schachtjor Donezk 0:1 Luiz Adriano Zwei Steilpässe, der Ball findet eher zufällig den Weg zu Adriano, Prödl steht aufm Schlauch, Wiese duckt sich beim Heber.

Die Bremer Abwehr scheint dem nicht gewachsen. HSV-Fans reiben sich schon die Händchen.

35′ Tor für Werder Bremen 1:1 Naldo Entschuldigung, was sehen wir hier? Ein europäisches Finale? Pyatov patscht einen unplatzierten 30-Meter-Freistoß Naldos ins Tor. Entweder die Jungs in der Kneipe nebenan sind drei Sekunden hinter meinem TV-Signal. Oder sie haben so lange mit dem Torjubel gebraucht, weil sie es nicht glauben konnten, dass der Ball drin ist.

Halbzeit 1:1 Ein Spiel mit Niveau – man weiß nicht, wohin man kucken soll vor Scham. Werder spielt, Verzeihung, sauschlecht. Die Abwehr, außer Naldo, kommt nicht klar. Wiese hat einen Fernschuss gut pariert, aber eine Mitverantwotung am Gegentor lasse ich mir auch nicht ausreden. Einfach wegducken – wer macht denn sowas? Und das Spiel nach vorne? Özil ist unsichtbar, die Spielzüge fallen heute aus. Es scheint, dass die Spieler erkannt haben, dass die beste Strategie ist: den Fehlpass so spielen, dass der Ball zwischen zwei oder drei Gegenspieler runter fällt. Sodass die uneinig sind, wer den Ball nehmen soll. Diesen Moment der Unsicherheit dann nutzen und drauf gehen! Sowas nenn ich Realismus.

Aber wenn man mit einer solchen Leistung mit 1:1 in die Pause geht, kann man eigentlich nur gewinnen.

47′ Boenisch und Niemeyer kombinieren – sorry, da muss ich die Augen schließen.

Die 11 Freunde bloggen auch live.

62′ Werder hat jetzt meist den Ball, aber sie spielen in etwa so präzise ab, als hätten sie 2 Dioptrien zu viel. Oder zu wenig. Trotzdem wird es sich für Schachtjor wohl rächen, dass sie die Schwächephase des Gegners nicht genutzt haben. Jedenfalls lassen sich die Bremer Fans die Laune nicht verderben.

74′ Werder wäre fast zu seiner ersten Torchance gekommen, doch der Pass auf Özil gerät einen Tick zu lange.

78′ Fast die Führung für Werder: Pizarro berührt einen Freistoß mit dem Kopf, aber Keeper Pyatov ist doch kein Stümper. Ist schnell unten in der Ecke. Mit Flanken sollten es die Bremer weiterhin versuchen.

Hunt ist für Rosenberg eingewechselt worden, harmloser kann er den Job auch nicht verrichten. Inzwischen sind acht Deutsche auf dem Feld. Wie viele wären es, wenn es der HSV statt Werder geschafft hätte?

88′ Naldo schießt aus 45 (!) Metern. Übermut? Nein, ein Signal an die Stürmer: Bewegt Euch!

Zwischenstand nach 90 Minuten 1:1 Ab in die Verlängerung! Die zweite Halbzeit war ausgeglichener, die Bremer haben den Gegner nun besser im Griff. Gerade im defensiven Mittelfeld. Und Naldo köpft alles raus. Aber es ist nach wie vor ein schwaches Finale. Vielleicht knüpft Hunt an eine Aktion kurz vor Abpfiff an, dem besten Spielzug Bremens, die zum Tor führte. Leider Abseits.

97′ Tor für Schachtjor Donezk 1:2 Jadson Eine halbe Minute, bevor ich weggenickt wäre oder umgeschaltet hätte, fällt der erneute Führungstreffer. Auf der rechten Seite ist Srna blank, seinen Pass verwertet Jadson. Wiese ist mit der Hand noch am Ball, doch der überlegt nur kurz – und kullert ins Netz.

Im Gegenzug macht Pizarro fast den Ausgleich, doch die Abwehr wehrt auf der Linie irgendwie ab.

108′ Jetzt hat Boenisch mal viel Raum auf links, und was macht Boenisch? Er schießt ohne Gegnerdruck aus 30 Metern. Schießt einen Gegenspieler an. Falsche Entscheidung, würd ich mal sagen.

Endstand Werder Bremen-Schachtjor Donezk 1:2 nach Verlängerung Ein schwacher Auftritt der Bremer im Finale, sie konnten Diego und Mertesacker nicht ersetzen. Almeida hätte sicher auch besser gespielt als Rosenberg. Nach vorne klappte lange überhaupt nichts, große technische Schwächen machten sich im Passspiel und in der Ballannahme bemerkbar. Null Spielfluss, keine herauskombinierte Torchance. Und Torwart Wiese hatte auch schon bessere Tage. Kurz vor Abpfiff fiel zwar der vermeintliche Ausgleich, doch der Schiedsrichter sah ein Foul Pizarros.

Donezk war die bessere Elf, vor allem in der ersten Halbzeit. Angesichts des Spielverlaufs schon kurios, dass Werder überhaupt so lange ein Unentschieden hielt. Damit bleibt die Bundesliga seit acht Jahren, seit dem Champions-League-Sieg der Bayern, ohne internationalen Titel. Und muss mit der Diagnose leben, von Europas Spitze abgehängt zu sein. Dennoch ist es eine gute Uefa-Pokal-Saison für Werder: den AC Milan geschlagen, eine weitere italienische Mannschaft (Udinese) ausgeschaltet, das Highlight in Hamburg. Immerhin mal wieder eine Finalteilnahme. Bloß für den letzten Schritt haben Qualität und vielleicht auch Kraft nicht genügt.

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Vorbericht

Erstmals seit 2002 steht eine deutsche Mannschaft im Finale des Uefa-Pokals, erstmals seit 1997 könnte es einen deutschen Titelgewinn geben. Vor zwölf Jahren gewannen die „Eurofighter“ aus Schalke dank der Die-Null-muss-stehen-Strategie ihres holländischen Trainers Huub Stevens im Elfmeterschießen gegen Inter Mailand; damals wurden die Finals noch in zwei Runden ausgetragen. Vor sieben Jahren scheiterte Borussia Dortmund gegen Feyenoord Rotterdam mit 2:3. Dass es bis heute die letzte Endspielteilnahme eines deutschen Klubs im Europapokal blieb, damit konnte man damals nicht rechnen, zumal Bayer Leverkusen eine Woche später erst im Glasgower Finale der Champions League an Real Madrid scheiterte. Dabei war der Uefa-Pokal, der in der nächsten Saison umbenannt und reformiert wird, mal ein deutscher Wettbewerb.

Insofern hat Bremen heute einen nationalen Auftrag. Bei einem Sieg bliebe man vermutlich für einige Zeit von den dämlichen Ausreden deutscher Fußballvertreter verschont, von wegen das Kartellamt sei an der Misere schuld. Oder das Bosman-Urteil. Oder die SPD.Werder muss jedoch ohne Diego, Per Mertesacker und Hugo Almeida auskommen. Mertesacker hat sich im Hamburger Halbfinale verletzt, Diego und Almeida sind gelbgesperrt. Bei der Gelegenheit sollten die Verbände mal über den Zweck von Gelbsperren nachdenken. Fußballer zu sperren wegen Gelben Karten, also wegen Verwarnungen, ist in Pokalwettbewerben äußerst fraglich. Nun fehlen im Finale wichtige Spieler, das ist doch in niemandem Sinne. Michael Ballack hat 2002 das WM-Finale, also seinen Karrierehöhepunkt verpasst, auch weil er im Achtelfinale gegen Paraguay in der Nachspielzeit ungerechterweise Gelb gesehen hatte. In der Liga ist das Prinzip in Ordnung. Aber in K.o-Wettbewerben, also mit Finals, schadet sich der Fußball nur selbst. Eine solche Regel ist mir aus einer anderen Sportart nicht bekannt. Entspringt sie dem Willen zur Maßregelung von ungezogenen Fußballprofis?

Aber zurück zum Sportlichen: Gegner ist Schachtjor Donezk, das Spielzeug des reichen Ukrainers Rinat Achmetov. Bestückt mit starken Brasilianern in der Offensive, mit europäischen Haudegen in der Abwehr und erprobt in der Champions League – die Mannschaft ist stärker als ihr Name. Im Halbfinale schaltete sie ihre Landsleute aus Kiew aus, vorher wurde Olympique Marseille rasiert. Und im Dezember gewann Schachtjor 3:2 in Barcelona, wenn auch gegen ein B-Team. Torsten Frings soll gewarnt haben, man solle den Gegner nicht unterschätzen. Öhm, Herr Frings. Wie soll ich es Ihnen beibringen? Bremen ist heute keinesfalls Favorit.

Werders Trumpf soll heute Mesut Özil sein. Er ist einer der wenigen Gewinner der Saison: vom Ersatzmann und Diego-Backup zum Nationalspieler. Zum Vorteil soll ihm gereichen, dass das Spiel in Istanbul stattfindet, also dort, wo er Freunde und Verwandte hat.

 

HSV revanchiert sich an und in Bremen

0:29 Moin. Hier, in den Straßen von Pauli, lassen sie gerade schon wieder Tim Wiese hochleben (sofern sie noch singen können, stehen können muss man dazu ja nicht). Moin dogfood, ich schreib bei Dir mal die Aufstellungen ab.

Werder

Wiese – Fritz, Mertesacker, Naldo, Bönisch – Tziolis, Frings, Diego, Özil – Pizarro, Almeida

HSV

Rost – Demel, Gravgaard, Mathijsen, Aogo – Jarolim, Silva, Trochowski, Pitroipa  – Guerrero, Olic

20:42 Gerade vorhin auf dem Fußweg nach Hause über darüber aufgeregt, dass Waldemar Hartmann Fernsehwerbung macht (Bier). Ohne Anlass, einfach so. Aber nicht ohne Grund, nicht ohne Gründe, zwei, um genau zu sein: Erstens macht ein Journalist keine Werbung. Zweites nicht mit jemandem (Hoeneß), über den er berichtet. Und drittens schon gar nicht, wenn er von der ARD bezahlt wird. Das muss ein Ende haben! Auch wenn es müßig scheint und man es schon hundert Mal gesagt hat – das darf man nicht hinnehmen.

Ich schaue übrigens Sat.1, Moderator ist Erich Laaser. Laaser ist Präsident des Verbandes Deutscher Sportjournalisten. Was sagt er eigentlich zu dem Thema Journalisten und Werbung?

2′ Geht ja gut los: Olic taucht vor Wiese auf, weil Pitroipa ihn per Hacke freigespielt hat. Aber Wiese hält. Im Gegenzug (die Ecke hat die Weltregie nicht gezeigt, stattdessen Zeitlupen), muss Rost bei einem Diego-Schuss nachfassen.

12′ Der HSV geht mutig ran, ist die aktivere Mannschaft. Bislang nichts von Verunsicherung zu spüren. Sieht ganz anders aus als vor einer Woche im Pokalhalbfinale.

17′ Gravgaard, das anatomische Wunder, hat nur ein Gelenk, irgendwo um die Hüftgegend. Hat sich auch das Copyright auf den Titel „Mein Feind, der Ball“ für seine Autobiographie gesichert. Aber er steht meist richtig. Außer bei langen, hohen Bällen. Remember Dortmund: Sahin auf Kehl – 1:0.

22′ HSV bekommt mehrere Schuss-Chancen während eines Angriffs. Den von Guerrero wehrt Wiese spektakulär zur Ecke. Wieder Wiese! Immerhin, liebe Hamburger, Elfmeterschießen bleibt Euch heute erspart.

28′ Tor für Hamburg 0:1 Trochowski Gute, wenn auch gemächliche Kombination des HSV. Die Flanke Demels vom rechten Flügel zielt auf den langen Pfosten, wo Trochwoski sich im Rücken von Fritz gelöst hat. Kopfball gegen die Laufrichtung des Torwarts. Viele Kopfballtore wird der kleine Trochowski nicht mehr machen und gemacht haben. Aber wie fahrlässig die Bremer linke Seite (Özil und Bönisch) beim Gegentor verteidigt hat! Unterzahl auf dem Flügel bei einem eher langsamen HSV-Angriff.

34′ Dass Bönisch Bundesliga spielt, finde ich erstaunlich. Null Ballgefühl.

Halbzeit 0:1 HSV legt im Vergleich zu voriger Woche klar zu und die gefährlicheren Szenen, daher ist das Ergebnis gerecht. Bremen fast ohne Torchance, Diego hat nur weit entfernt vom Tor gute Szenen, Özil hingegen ist sehr beweglich, doch die Spitzen sind isoliert. Beim HSV hat Guerrero offensichtlich nicht verwunden, dass Olic ihn bei der ersten Aktion des Spiels übersehen hat. Seitdem spielt er den Ball zu spät oder gar nicht ab. Insgesamt auf jeden Fall ein anderes Seherlebnis, zwei Bundesligisten zuzuschauen als (gestern) zwei Premier-League-Klubs.

48′ Die Hamburger beginnen die zweite Halbzeit mit einer ihrer kurzen Ecken, die sie immer wieder einstreuen. Aogo schießt ans Außennetz, ans Außennetz. Die Hamburger Spieler, wohlgemerkt. Die Hamburger Fans beginnen die zweite Halbzeit mit einer Rauchbombe.

51′ Rost mit einer geradezu hilflosen Flankenabwehr. Den abtropfenden und tickenden Ball kann Almeida mit dem Kopf nicht mehr genug beschleunigen, Rost kann fangen.

55′ Bremen im Glück! Naldo fällt im Zweikampf mit Olic im eigenen Strafraum und bekommt den Freistoß. Wäre ein sicheres Tor geworden. Ich hab da nichts gesehen, im Gegensatz zu Laaser.

Dafür hat der HSV in der ersten Halbzeit von einer falschen Abseitsentscheidung profitiert. Wäre auch ein sicheres Tor geworden.

60′ Jetzt hat sich Bönisch gerade mit dem Ausgleich per Fernschuss versucht. Da hätt ich mich aber entschuldigen müssen. Man sieht übrigens aber nicht, ob er Links- oder Rechtsfuß ist.

64′ Der HSV hat schon einige ordentliche Fouls gesammelt. Jetzt sieht Guerrero Gelb und wird im Rückspiel gesperrt fehlen. Hab ich schon mal gesagt, dass ich Gelbsperren schlecht finde? In der Liga lasse ich es mir noch gefallen, aber in K.o.-Systemen ist es überflüssig. Man stelle sich vor, man verpasst ein WM-Finale wegen einer Gelbsperre. #Überregulierung

65′ Wieder siegt Wiese gegen Olic, der alleine schräg auf ihn zuläuft. Olic versuchts mit einem Heber. Kurz später macht Pitroipa fast das 0:2.

71′ Größte Chance für Werder im ganzen Spiel. Der eingewechselte Rosenberg kommt im 16er frei zum Schuss. Doch statt zu schieben , schickt er den Ball knapp drüber. Keeper Rost zeigt seinen Mitspielern Zähne.

78′ Es wird langsam brenzliger für den HSV. Nur noch Werder greift an und kommt zu Schüssen um die Strafraumgrenze und Ecken. Eben zwei Aktionen im Hamburger 16er, die Schiedsrichter außerhalb schon mal ahnden.

90′ 4 Minuten Nachspielzeit. HSV hängt in den Seilen, Werder drängt und packt die Brechstange aus.

Endstand 0:1 Der HSV überrascht mit einer klaren Steigerung gegenüber der Vorwoche. Mit einem Sieg in Bremen haben die Experten nicht gerechnet. Die erste Halbzeit ging an die Gäste, Mitte der zweiten Halbzeit war der HSV zwei drei Mal dem 0:2 nahe. In der Schlussphase musste er wieder mal in den roten Bereich. Da hat nicht viel zum Ausgleich gefehlt, auch ging er am Rande eines Elfmeters spazieren. Aber davon bekam der HSV in jüngster Zeit ja genug.

Bremen verteidigte nachlässig, besonders beim Tor. „Begleitschutz“ nennt das Thomas Schaaf. Offenbar hatte sich der Schlendrian wieder in die Mannschaft geschlichen. Der Sturmlauf kam zu spät und war zu ungenau. Zur Not rettete Frank Rost.

Der HSV mag nächsten Donnerstag Favorit sein, aber allenfalls leicht. Zumal Martin Jol auf Guerrero verzichten müssen wird, der gelbgesperrt ist. Weil Petric wohl noch verletzt ist, bleibt nur noch Olic als einzige Spitze. Aber vielleicht zaubert er ja noch eine aus seinem holländischen Hut.

Gute Nacht, einen schönen 1. Mai, nachher gibts noch die schönsten Bilder, und nächsten Donnerstag werde ich im Stadion sein.

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Vorbericht

Nordderby Teil 2/4: Werder Bremen gegen den Hamburger SV, Uefa-Cup-Hinspiel. Die Hamburger haben in diesen entscheidenden Saisonwochen doppeltes zu fürchten: Erstens könnten sie am Ende trotz dreier Chancen wie immer in den vergangenen rund zwanzig Jahren ohne Titel dastehen, zweitens die Bremer die Hauptverantwortung dafür tragen. Ausgerechnet die Bremer also, die ja „alle stinken, weil sie aus der Weser trinken“, wie der Hamburger Fußballvolksmund behauptet. Vor einer Woche versperrte Werder dem HSV den Weg ins Pokalfinale. Dass es der Solar-Tim im Werder-Tor war, der im Volkspark seine drei Paraden im Elfmeterschießen wie vor wilden Pferden flüchtend feiern durfte, schmerzt die Hamburger sehr. David Jarolim, der die Rote Karte sah, aber dennoch heute spielen und fallen darf, gibt zu: „Wenn ich daran denke, tut es immer noch weh. So etwas erlebt keiner gerne.“ Mit Wut aber auch der Last von zwei Niederlagen reist das HSV-Ensemble um Trainer Martin Jol, Sportchef Dietmar Beiersdorfer, Kapitän Jarolim und Fan-Vorsänger Jojo Liebnau rund 120 Kilometer westlich. Um Revanche zu nehmen.

Hinter der Bremer Mittelmäßigkeit in der Bundesliga könnte man fast eine List vermuten: Lange ließen sie einen glauben, ihre Saison wäre verpfuscht, selbst Trainer Thomas Schaaf stand (zumindest außerhalb des Klubs) in Frage. Lange glaubte man in Hamburg, die Bremer endlich mal wieder sportlich überholt zu haben. Kommt jetzt der große Pustekuchen? In der Bundesliga jedenfalls schlampen die Bremer, wie zuletzt gegen Bochum, und schonen ihre Kräfte. Der HSV hingegen, für den in der Liga zwischen Meisterschaft und Platz 7 noch alles drin ist, fährt auf Reserve. Doch unken gilt nicht im Fußball, um 20.45 Uhr geht es bei Null wieder los. Und hier wird live gebloggt.

 

Ein Spiel wie ein Album der Dire Straits

20:17 Moin, herzlich willkommen zum Live-Blog von ZEIT ONLINE. Heute erstes Halbfinale im DFB-Pokal, dem Lieblingswettbewerb vieler Fußballfreunde. Wollen wir hoffen, dass es ein spannendes Match wird, vielleicht mit Verlängerung. Was natürlich keine Selbstverständlichkeit ist, wenn ein Erstligist zuhause gegen einen Zweitligisten spielt.

ARD bringt New Order im Trailer. Hat DJ Mehmet seine Finger im Spiel? #Blauer Montag

Für die Hardcore-Fans die Aufstellungen:

Lerverkusen

Adler – Kadlec, Haggui, Friedrich, Henrique – Rolfes, Kroos, Vidal, Renato Augusto – Kießling, Helmes

Mainz

Wache – Löw, Noveski, Svensson, Hoogland – Pekovic, Amri, Feulner, Neustädter, Karhan – Bancé.

catenaccio bloggt auch live.

12′ Die Mainzer beginnen ganz brav, verteidigen mit elf Spielern – und wenn sie den Ball erobern, schlagen sie einen langen Ball auf ihren Stürmer, den es manchmal gar nicht gibt. Sieht manchmal aus wie das Trainingsspiel Abwehr gegen Angriff, bei dem Abwehr keine andere Aufgabe hat als an den Ball zu kommen. Bevor Angriff den Ball zurückerhält. Bislang geht es gut.

20′ Erste gute Chance im Spiel. Dimo Wache kann einen zweifach abgefälschten Schuss abwehren, was schwer genug gewesen ist, Patrick Helmes schaltet schnell, aber der Winkel ist ungünstig, sodass sein Nachschuss fast an der Eckfahne endet – und es dennoch nur knapp vorbei ist. Gute, weil schnelle Reaktion Helmes‘.

27′ Bo Svensson gewinnt den Zorro-aus-der-Lindenstraße-look-alike-Award. In der letzten Folge, die ich gesehen habe, war Zorro noch dabei. Inzwischen, erfahre ich beim googeln, soll er sein Comeback gegeben haben. Weiß jemand mehr?

35′ Wie ich höre, soll T-Mobile wieder da sein. Aber so wie es aussieht scheint die ARD die Fußballübertragung nicht für diese Nachricht zu unterbrechen. War ihr ja immerhin drei Minuten in der Tagesschau wert. Von 40 Millionen Kunden in Deutschland war die Rede.

Halbzeit 0:0 Das Spiel ist wie eine Scheibe der Dire Straits: technisch anspruchsvoll, aber sterbenslangweilig. Die Mainzer verteidigen schulmäßig: gutes Verschieben in die Breite, richtige Abstände in der Tiefe, wach bei langen Bälle, reaktionsschnell auf kurze Bälle – alles sehr solide. Den Leverkusenern fällt nichts ein, spielen querquerquer, Flanke und Standard zählen wohl nicht zu ihren Mitteln. Immerhin bewahrt das Ergebnis die Spannung. Vielleicht sollte ich mir die nächsten 75 Minuten sparen und mich beim Elfmeterschießen wieder einklinken.

DJ Mehmet legt Justin Timberlake als Pausenmusik im Stadion auf.

55′ Mit AC/DC ist Leverkusen in die zweite Halbzeit geschickt worden, doch wie lange reicht dieser Push? Das Bemühen um Tempo ist Bayer anzusehen, aber Mainz gelingt es geschickt, Leverkusen nicht in die Gefahrzone vordringen zu lassen. #Autobahn zur Hölle

66′ In den verkürzten Tagesthemen in der Pause war übrigens erneut der Netzausfall von T-Mobile eine der Top-Meldungen. Gibts denn nichts anderes zu berichten? Ist das gut getarnte, weil unauffällig wirkende, Schleichwerbung?

75′ Wenigstens auf den Rängen ist was los. Die Mainzer Ultras machen mehr Krach als die Heimfans, denen man aber zugutehalten sollte, dass sie nicht pfeifen. Und sogar die Mainzer Mannschaft hat eben zwei Minuten lang versucht anzugreifen.

81′ Schusschance Vidal, Wache pariert, Nachschuss Rolfes an den Pfosten, Abseitstor Kießling – in drei Sekunden mehr Action als im Rest des Spiels.

82′ Tor für Leverkusen 1:0 Angelos Charisteas Der eingewechselte Joker staubt einen Abpraller Waches ab, der einen harten, unplatzierten Schuss Renato Augustos nicht unter Kontrolle bringt.

88′ Tor für Mainz 1:1 Aristide Bancé Das wird ordentlich Zoff geben! Mainz macht den überraschenden Ausgleich, während Charisteas verletzt im eigenen Strafraum liegt. Mainz spielt einfach weiter, Schiedsrichter Weiner pfeift nicht ab. Leverkusen verteidigt nicht ernsthaft, Adler protestiert mehr, als dass er sich aufs Torhüten konzentriert. Fair Play geht anders. Oder hat Charisteas simuliert?

Zwischenstand nach 90 Minuten 1:1 Die letzten 15 Minuten haben es in sich, weil die Mainzer Kraft nachgelassen hat. Bis dahin ein Spiel ohne Höhepunkte. Bin gespannt, ob die Charisteas-Situation Adrenalin reinbringt.

92′ Tor für Leverkusen 2:1 Arturo Vidal Das ging schnell. Wieder ein Abpraller, nach Kießlings Schuss aus sieben Metern. Vidal fliegt in den hohen Ball. Ob sich Mainz noch was einfallen lässt?

97′ Leverkusen jetzt mit dem Willen, das Spiel zu entscheiden. Kießling vergibt die Chance zum 3:1.

104′ Tor für Leverkusen 3:1 Simon Rolfes Im Anschluss an eine Ecke köpft Friedrich aufs Tor, und aus kurzer Distanz hält Rolfes den Fuß hin. Zuvor lenkte Wache einen Kopfball Friedrichs über die Latte.

117′ Tor für Leverkusen Michael Kadlec 4:1 Mainz gibt den Widerstand nun seit Minuten auf. Kadlec darf sich den Ball einfach durchs Abwehrzentrum legen und Wache ausspielen.

Endstand 4:1 nach Verlängerung 75 Minuten lang verteidigt Mainz schulmäßig und fair, Leverkusen fällt nichts ein, bleibt aber geduldig und konzentriert. Das Motto: steter Tropfen höhlt den Mainzer Stein. Gegen Ende wird der Druck höher, und Charisteas‘ Tor scheint die Entscheidung. Doch Mainz kommt mit seiner einzig guten Chance zum Ausgleich. Die Verlängerung verläuft extrem einseitig. Leverkusen fährt nach Berlin, Berlin, wie sie gerade von ihren Fans erfahren. DJ Mehmet beweist derweil mit „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ postmoderne Ironie.

Morgen dann das Nord-Derby HSV gegen Werder. Ich werde im Volkspark sein, hier wird wohl ein anderer live bloggen.

Wenn man den Twitterern glaubt, haben wir allerdings ein historisches Spiel verpasst: Liverpool und Arsenal trennen sich 4:4. 4 Tore Arshavin.

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Vorbericht

In der Hinrunde bediente Bayer Leverkusen die Fußballliebhaber mit feinem, riskantem Spiel und galt bis zur 0:2-Heimniederlage gegen Bayern München Ende November als Mitfavorit auf den Titel. Noch immer spielt Bayer an guten Tagen, wie jüngst gegen Bremen und in Wolfsburg, schön, ist aber auf Rang 9 der Bundesliga abgerutscht. Die internationalen Plätze sind nur mit dem Fernglas zu erspähen, daher ist der DFB-Pokal der „Cup der letzten Hoffnung“ (in der SZ haben wir schon bessere Wortspiele gelesen).

Der Weg scheint frei, denn Bayer hat im ersten Halbfinale ein Heimspiel gegen einen Zweitligisten. Sollte der HSV morgen gegen Bremen gewinnen und sich im Mai für die Champions League qualifizieren, dürfte Leverkusen sogar das Finale verlieren. Und wäre dennoch für die Europa League qualifiziert, so heißt der Uefa-Pokal, der früher Messe-Pokal hieß, im nächsten Jahr. Im Exil Düsseldorf, wo Bayern seit der Rückrunde wegen Umbauarbeiten seine Heimspiele austrägt, gelang noch kein Bundesliga-Sieg. Aber vom Pokal-Viertelfinale, dem überaus ansehnlichen 4:2 gegen die Bayern, zehren die Fans noch heute. Die Vorzeichen stehen gut.

„Die glücklichen Umstände“, schreibt Philipp Selldorf (SZ), „machen aus Leverkusen aber keinen glücklichen Fußballklub.“ Denn der Abwärtstrend ernüchtert die Vereinsführung um Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser zunehmend. Auch Trainer Bruno Labbadia, im Herbst noch als Tabellenführer gefeiert, kann sich internen Rügen nicht mehr entziehen. Man gewinnt den Eindruck, dass Holzhäuser seit Wochen von nichts anderem mehr spricht als vom „besten Kader, den Bayer je hatte“. Ein Wink mit dem Laternenpfahl. Extern hält sich die Kritik jedoch in Grenzen, „Labbadia hat das Glück“, fügt Selldorf an, „im ruhigen Leverkusen auf eine verhaltene öffentliche Meinung zu treffen und auf ein Publikum, das seinen Gefühlen weniger drastisch Ausdruck verleiht als etwa das in Köln, Schalke oder Stuttgart.“

Dem Gegner FSV Mainz 05 ergeht es ähnlich: gut spielen und verlieren. Am Anfang der Saison sah es so aus, als könnte Jörn Andersen den unersetzlich scheinenden Kulttrainer Jürgen Klopp ersetzen. In jüngster Zeit hingegen ist der Herbstmeister FSV auf Platz 3, den Relegationsrang, gefallen. Die letzten vier Heimspiele verliefen sieglos. Zudem wird Mainz seinen Spielmacher Markus Feulner in der kommenden Saison zu Klopps neuen Klub Borussia Dortmund ziehen lassen müssen. „Er ist seit langem eine der Stützen des Teams“, schreibt Uwe Marx in der FAZ. „Seine Eckbälle und Freistöße gelten als fußballerische Waffen.“ Außerdem erfahren wir, dass er sich von einer Dame in den Achtzigern Yoga beibringen lässt, um sich auf den Fußball einzustimmen. Den ganzheitlichen Ansatz verfolgt auch sein Klub, der heute mit einer Überraschung ins Pokalfinale einziehen will, um Mut für den Aufstiegskampf in die Bundesliga zu tanken.

 

Manchester City-HSV 2:1

20.30 Moin, moin. Herzlich Willkommen zum Uefa-Pokal-Live-Blog von ZEIT ONLINE aus Hamburg. Drücken wir den beiden Nordklubs die Daumen, denn ein wunderbares Halbfinale würde auf den deutschen Fußballfreund warten: HSV gegen Werder.

Ich konzentriere mich zunächst auf den HSV, will aber ein Auge auf Werder haben. Und vielleicht entscheide ich mich noch um – je nach Spielstand. Den aktuellsten Beitrag finden Sie unten. Und ganz unten kurze Vorberichte. Natürlich freue ich mich auf Ihre sachdienlichen Hinweise in den Kommentaren.

Der HSV spielt mit zwei 6ern: Jarolim und Aogo. Petric ist auf der Bank. Für Werder macht Diego mit. Die haben ja daraus ein Geheimnis gemacht wie Bayern München. Offenbar ihr Vorbild, auch in Sachen Aufmerksamkeit des Boulevards, wie Klaus Allofs heute in der Berliner Zeitung zugibt: „Wir haben vor sechs Jahren mit einem Unternehmensberater definiert, was wir überhaupt wollen. Das Wichtigste war, dass man nicht im Mittelmaß versinkt, sondern sich als Marke Werder positioniert. Dazu gehört, dass man vorkommt. Wir wollten schon in die Klatschspalten.“ Auf dem Weg zum SV Werder Hollywood?

dogfood bloggt auch. Wer noch?

2′ Die Holzklotzigkeit der City-Abwehr hat schon im Hinspiel amüsiert. Dunne hackt am Ball vorbei und streift das Püppchen Pitroipa an seinen dünnen Hüftknochen. Das war schon fast Elfmeter.

8′ Ganz seltsame Aktion eben: Viele Spieler um den Hamburger Strafraum und den Ball, und keiner bekommt ihn unter Kontrolle, nicht mal Keeper Rost, der ihn einem Gegner in den Rücken abschlägt. Eine halbe Minute lang springt der Ball hin und her, als wäre er ein Rugby-Ei, und die Spieler rutschten wie auf Schmierseife. Diese Szene könnte man schön mit der Musik der „Klamottenkiste“ unterlegen.

12′ Tor für den HSV 0:1 Paolo Guerrero Irgendwas scheint mit dem Rasen oder dem Schuhwerk der Spieler nicht zu stimmen. Pitroipas Flachpass in die Mitte kriegt Olic nicht in Besitz, den trudelnden Ball grätscht Guerrero ins Tor.

16′ Tor für Manchester City Elano 1:1 (Handspenalty) Herr Schiedsrichter, das war eine Fehlentscheidung! Trochowski wird am angelegten Oberarm angeschossen, dreht sich dabei noch weg. Elano mit viel Schmackes ins Tor. Reporter Wolff-Christoph Fuss: „Dieser Elfmeter war unseriös.“

20′ Sehr lebhaftes Spiel vor sehr lauter Kulisse,. Wie im Hinspiel, nur nicht so einseitig für das Heimteam. Auch die HSV-Fans hört man gut: „Wir sind alles Hamburger Jungs.“

Werder liegt 0:1 durch Inler hinten.

30′ Mit langen Flugbällen sollte es der HSV immer mal wieder versuchen, auch wenn es nicht der hohen Ästhetikschule entspricht. Die Schwächen der City-Abwehr, sich darauf vorzubereiten, waren schon vor einer Woche sichtbar. Gerade auf der rechten Seite, wo Richards soeben etwa zehn Meter rückwärts läuft und die Gefahr gerade noch bannen kann.

Udinese gegen Bremen inzwischen 2:1 durch Quagliarella. Diego hatte zuvor ausgeglichen.

Uiuiuiui! Quagliarella zum 3:1 für Udinese, damit ist das Hinspielergebnis egalisiert.

43′ Man City ist dem 2:1 zum zweiten Mal sehr nahe gekommen. Zwei Mal Elano, erst kann Rost einen Schuss aus kurzer Distanz halten, dann jagt Elano einen direkten Freistoß aus 30 Metern an die Latte.

Halbzeit 1:1 Tempo und Intensität sind im Spiel, kaum Unterbrechungen, von den vielen Abseitsentscheidungen gegen City abgesehen. Zweite (Europa-)Liga im besten Sinne. Der HSV hat sich zunächst durch die üble Fehlentscheidung, die zum Ausgleich geführt hat, nicht aus dem Konzept bringen lassen. In den letzten 15 Minuten jedoch war City aktiver. Entweder sind die Außenmikrofone extrem laut gestellt (soll in England ja vorkommen), oder die Stimmung ist wirklich so gut. Musste eben den Fernseher leise stellen. HSV-Fans wie immer sangesfreudig, vorhin war der Capo und Fast-Aufsichtsrat Jojo Liebnau im Bild. Mit Megaphon. Und mit dem Rücken zum Spiel.

Kurz zu Werder: Diego nutzt den Bock des Kolumbianers Zapata zu einem Traumtor: dreht sich auf dem Ball (Fachbegriff „Schwalbe“) und ihn in den Giebel. Aber der Vorsprung ist verspielt. In Italien regnets.

46′ Alle, Didi Beiersdorfer, Wolff-Christoph Fuss und die Twitter-Gemeinde, fordern seit 15 Minuten Gelb/Rot für Dunne. Doch er darf weitermachen.

50′ Tor für Man City 2:1 Caicedo Wieder wird der HSV durch eine Fehlentscheidung benachteiligt. Beim Pass, der dem Tor mittelbar vorausging, stand ein Stürmer im Abseits, der Jansen zu einer Abwehraktion zwingt, die zum Ballverlust führt. Aber schon wieder rutschen Spieler aus, diesmal Gravgaard. Caicedo nutzt es prima.

54′ Junge, der Elano kann vielleicht undurchschaubare Freistöße schießen. Diesmal geht er an den Pfosten. In der Folgeszene muss Rost eine Flanke von der Linie kratzen, und der Nachschuss steigt über die Latte. Das Spiel kommt nicht zur Ruhe.

59′ Das geht wohl nicht mehr lange gut. HSV-Abwehr lässt sich von einem Lupfer aushebeln, und Robinho, der einläuft, schießt im Fallen, bedrängt vom Außenverteidiger (!) Boateng Rost an. Kurz später Abseitstor von Caicedo.

Wieder Diego! Nur noch 2:3, das heißt Udinese braucht zwei Tore. Deutsche Klubs wackeln, und alle fiebern mit. #Europapokal-Feeling

73′ Dem HSV gelingt es jetzt ein bisschen, aber wirklich nur ein bisschen, besser, Ruhe ins Spiel zu bringen. Zwischen der 50. und der 65. Minute musste man auf das Gegentor fast warten. Robinho, der City-Star, mit zwei Aktionen: einer ekligen Schwalbe und einem Tritt in Frank Rosts Blume. Petric kommt für Trochowski.

76′ Gelb/Rot für Dunne: nach einem Nichts an Foul, aber dennoch gerecht. #wurdaberauchzeit

84′ Olic scheitert nach gutem Pass von Jansen am großen Shay Given, der per Fußreflex abwehrt. HSV jetzt stärker, aber souverän ist das nicht. Richards kommt zu einer Chance, nachdem Jansen die Kraft für einen Befreiungsschlag ausgeht.

Endstand 2:1 Der HSV hat es geschafft – und Werder auch. Das heißt, es wird in den nächsten drei Wochen vier Mal zum Nordd-Derby kommen: DFB-Pokal, Uefa-Pokal (2x) und Bundesliga.

Der HSV hatte in Manchester bange Minuten zu überstehen, zwischenzeitlich war seine Widerstandskraft erloschen. Ein Mal Pfosten, ein Mal Latte, einige gute und einige halbgute Torchancen für Man City – das war knapp. Andererseits gingen beiden Gegentoren Fehlentscheidungen des Schiedsrichters voraus: ein Nieundnimmer-Elfmeter und ein übersehenes Abseits. Der HSV hat in dieser Saisonphase große Probleme, über 90 Minuten zu „gehen“. Rechnet man das Hinspiel ein, ist der HSV der verdiente knappe Sieger. Jedenfalls waren es zwei sehr aufregende, intensive Spiele. Komisch, dass die Spieler heute ständig ausrutschten. Da muss der Zeugwart aber was in die Mannschaftskasse tun.

Martin Jol nach dem Spiel: „Wir wussten, dass sich die Schiedsrichter hier beeinflussen lassen.“ Spricht den Elfmeter und das Abseitstor an. Premiere-Reporter: „War kein Abseits.“ Das wäre auch zu viel verlangt, dass ein deutscher Sportreporter die Abseitsregel verstehen würde.

Werder lag schon 1:3 zur Pause hinten und hätte beinahe das 1:4 hinnehmen müssen. Ganz schlimmes Stellungsspiel der Werder-Viererkette übrigens beim 1:2. Inklusive Tim Wiese. Doch dann machten  Diego und Pizarro den Italienern den Garaus. Diego hatte zuvor sogar einen Elfmeter verschossen. Thomas Schaaf nach dem Spiel: „Die erste Halbzeit war gar nichts.“ „Es war kein Bluff mit Diego.“

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Vorbericht

Wie hat der HSV die Last-Minute-Niederlage in Stuttgart verkraftet? Heute im Rückspiel gegen Manchester Ciy sind jedenfalls Defensiv- und Steherqualitäten gefragt. Die Engländer sind heimstark. 3:1 ist zwar eine gute Ausgangsposition für den HSV, aber die lange Saison in drei Wettbewerben zehrt an den Kräften. Vor einer Woche in Hamburg war Piotr Trochowski bester Spieler, er ist inzwischem zu einem Stammspieler gereift, der auch Verantwortung übernimmt. Auch Michael Gravgaard, der dänische Abwehrspieler, wird immer wichtiger – nachdem er sein erstes Spiel in Karlsruhe mit drei Fehlern in den Sand gesetzt hat. Martin Jol hat alle Puzzle-Teile gut zusammengelegt.

Mit dem gleichen Ergebnis tritt Werder Bremen in Udinese an. Die Bremer haben den Vorteil (wenns einer ist), dass sie in der Bundesliga auf die Bremse treten können, denn mehr als Mittelfeld ist nicht mehr drin. Umso mehr sind sie heute unter Zugzwang. Udinese giit als Klub, der aus wenig viel macht, und gute Stürmer hat. Und schon immer hatte. Fast immer. Oliver Bierhoff schoss hier dies meisten seiner über 100 Serie-A-Tore. Carsten Jancker jedoch verdiente sich das Etikett „Nulltorestürmer“. Handicap für Werder, dass Diego wohl verletzt ausfällt. Im Hinspiel schoss er zwei Tore.

 

Bayern München-FC Barcelona 1:1

20:19 Moin, moin. Willkommen zur Wiederauferstehung Jürgen Klinsmanns formerly known as Viertelfinalrückspiel Champions League!

Bei der Live-Lektüre zum Aktualisieren bitte „F5“ oder „Neu laden“ drücken und nach unten scrollen. Einen kurzen Vorbericht gibts es ganz unten. Ich freue mich natürlich wie immer auf Ihre Kommentare, auch nach dem Spiel. Empfehlung: den Ticker in einem zweiten Tab öffnen, der meldet die wichtigsten Ereignisse vom Spiel Chelsea gegen Liverpool.

Marcel Reif sieht heute ein bisschen aus wie Yves Saint-Laurent. Er analysiert die Lage der Bayern klar und treffend: Rensing kann Kahn nicht ersetzen, den Backup für Lahm, Jansen, ließ man nach Hamburg ziehen, Oddo ein Flop. Nicht alles sei Klinsmanns Schuld, den Kader haben andere zusammengestellt. Was nicht ganz stimmt, denn den Jansen hat er vergrault.

Wer noch schnell mit nem Tipp auf Bayern Millionen machen will, lies hier. Angeblich ist im Europapokal noch nie ein 0:4 im Rückspiel gedreht worden.

Die Aufstellung der Bayern:

Butt – Lahm, Lúcio, Demichelis, Lell – Ottl, Bommel, Sosa, Zé Roberto – Ribéry, Toni. Schweinsteiger verletzt, Oddo, Altintop, Rensing auf der Bank.

Die Elf von Barcelona:

Valdes – Abidal, Piqué, Puyol, Alves – Touré, Keita, Xavi – Messi, Iniesta, Eto’o. Es fallen aus: Henry (Fieber), Marquez (Sperre).

Messi spielt. Auf der Seite von Lahm, das dürfte ein hochinteressantes Duell werden.

Ich hab aufgehört zu zählen, wie oft Franz Beckenbauer nun gesagt hat, dass der FC Bayern das Spiel gewinnen könne. „Aber doch nicht mit vier oder fünf Toren.“ Oder war das immer eine Wiederholung?

6′ Daraus könnte der FCB Mut schöpfen. Sosa klaut Abidal am rechten Flügel den Ball, seine Flanke kommt perfekt zu Toni, dem der Ball über das Pony rutscht. So was nennt man eine Hundertprozentige. Kurz später setzt sich Ribéry auf links gut durch. Nach einer Ecke trifft Toni, allerdings aus klarem Abseits. Überhaupt machen die Bayern einen sehr aufgeweckten Eindruck, selbst Ribéry hat eben den Ball erkämpft.

13′ Lell scheint keinen Kredit bei den Fans zu haben (wen wunderts?). Zweiter Fehlpass = Pfiffe. Doch das Publikum macht sich bemerkbar, is halt Champions League, nicht Bundesliga. Im Gegenzug kommt Ribéry aus 15 Metern mit links zum Schuss. Knapp über das Ziel.

19‚ In London geht Liverpool durch Fabio Aurelio (welch ein Name!) in Führung. Es ist zu hoffen, dass es Liverpool noch schafft. Allein, um Franz Beckenbauer, den Premiere-Anti-Experten, zu korrigieren, für den Liverpool „keine besonders gute Mannschaft“ hat.

28′ Xabi Alonso erhöht für Liverpool auf 2:0. Jetzt sind wir dort fast wieder auf Null. Ich schalt trotzdem nicht um. Erst ab der Verlängerung.

30′ Barcelona hat es mit Kurzpass-Staffetten geschafft, sich vom Bayern-Druck zu befreien, ohne aber selbst gefährlich zu werden. Das ist Verteidigen Modell Barca: den Ball in den eigenen Reihen halten und ihn vor dem Gegner verstecken. Mich interessiert die Ballbesitzstatistik.

Halbzeit 0:0 Luca Toni hatte es auf dem Kopf, Pfeffer ins Spiel zu bringen. Hätte er nach fünf Minuten das 1:0 gemacht … wer weiß? Aber wie sagt Stromberg? Hätte, hätte, Fahrradkette. Jedenfalls sind die Bayern gleichwertig, anfangs waren sie gar besser. Bis Barcelona es schaffte, durch Ballbesitz im Mittelfeld die Angriffsluft des Gegners zu ersticken. Beiden Teams ist der Respekt vor dem Kontrahenten daran anzumerken, dass sie sehr intensiv decken und die Zweikämpfe bestreiten. Messi ist bei Lahm in guten Händen, wobei man in jeder Aktion seine Klasse sieht. Die Partie hat Rasanz. Aber die Spannung weicht von Minute zu Minute.

Die gibts stattdessen in London, wo Liverpool in Chelsea 2:0 führt: ein tricky Freistoß und ein Elfer.

47′ Tor für Bayern 1:0 Franck Ribéry Zé Roberto schickt Ribéry in den Strafraum. Der wackelt den Torhüter Valdes perfekt aus, schickt ihn zu Boden, und der Weg ins Netz ist frei. Klinsmann winkt seine Mannen nach vorne.

51′ Didier Drogba verkürzt zum 1:2 für Chelsea. Das Tor ändert nicht viel.

55′ Schön zu sehen gerade: Toni beteiligt sich nicht an der Balleroberung. Bleibt stehen und gestikuliert. Macht ihn sympathisch. Aber nicht wertvoller.

57′ Alex gleicht für Chelsea zum 2:2 aus. Das sieht dann wieder nach klaren Verhältnissen aus.

60′ Wer dachte, das Gegentor würde Barcelona verunsichern, sieht sich getäuscht. Sie bleiben ihrer Linie treu, greifen früh an und erhöhen sogar das Tempo. Der FC Bayern kommt nicht dazu, Druck aufzubauen.

73′ Tor für Barcelona 1:1 Keita Ein Kunstwerk von Tor. Mehrere Direktpässe im, am und um den Münchner Strafraum herum beendet Keita mit einem 18-Meter-Linksschuss ins Tor. Bayern-Fans schreien „Klinsmann raus!“ Wird Pressechef Hörwick dagegen vorgehen?

76′ Lampard mit dem 3:2 das Duell für Chelsea.

78′ Drei Wechsel: Borowski und Altintop für Sosa und Zé Roberto. Pfiffe. Aliaksandr Hleb für Iniesta. Macht sich bekannt mit der Fröttmaninger Arena, der Ex-Stuttgarter (und künftige Bayer?).

81′ Eigentlich war ein Match mit wenigen Toren erwartet worden, aber in Chelsea ist das sechste gefallen: Lucas (Liverpool) zum 3:3. Damit steht es 6:4 für Chelsea.

84′ Was ist denn da los? Jetzt fällt das 3:4 durch de Kuyt. Liverpool fehlt plötzlich wieder nur ein Tor. #umschalten

Klinsmann-raus-Rufe werden lauter. Aber das hat nicht nur mit seiner sportlichen Bilanz zu tun. Sie mögen ihn nicht. Jetzt rufen sie nach Ottmar Hitzfeld.

89′ Frank Lampard macht das 4:4 für Chelsea: rechter Pfosten, linker Pfosten, rein. Im Gegenzug fällt fast das 4:5, doch Essien rettet per Flugkopfball.

90′ Jetzt sind die Bayern-Ultras in ihren Song „Kernkraft 400“ übergegangen.

Endstand 1:1 Bayern schlägt sich achtbar, besonders die Verteidigung hat sich zusammengerissen. Messi, das Schreckgespenst,  bekam wenig Raum zur Entfaltung, weil Lahm ihm auf den Fersen stand und weil auch Ribéry mitverteidigte. Lúcio und Demichelis stark. Doch nach vorne reicht ein Ribéry nicht. Ottl, Bommel, Sosa, Lell – zu viel Mittelmaß für die Offensive. Und Toni sah in der 5. Minute kläglich aus, als er dem Spiel einen neuen Impuls geben konnte.

Barca demonstrierte jedoch ohnehin, dass es sich nicht durch einen Rückstand von seinem Weg abbringen lässt. Das wurde nach Ribérys coolem Tor deutlich. Wer mit einem Push für die Bayern rechnete, sah sich getäuscht. Denn Barcelona zog die Zügel seines Kombinationsspiels an, wollte auf keinen Fall verlieren. Bayern hingegen war nicht mit allen Mitteln auf weitere Tore aus, brachte zwar immer viele Spieler hinter den Ball, um nicht wieder die Hütte vollzukriegen. Für einen Sieg war das aber zu wenig. Allerdings hatte Klinsmann auch keine Trümpfe mehr: Klose, Podolski, Schweinsteiger, selbst Nachwuchsstürmer Müller verletzt oder krank. Und Donovan in den USA.

Fazit: Barca war im Hinspiel, vornehm gesagt, zwei Klassen besser. Im Rückspiel hatte Guardiolas Elf alles im Griff und hat letztlich seine Überlegenheit gegenüber den Bayern bestätigt. Ein Favorit auf den Titel.

Die Bayern-Fans rufen derweil nach Hitzfeld, Matthäus, Gerland und Scholl.

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Vorbericht

Jürgen Klinsmann ist im Moment einer der am meisten beobachteten Menschen in Deutschland. Ist er ein Novize, ist er schon gescheitert? Gestehen ihm die Bayern ein Übergangsjahr zu? Oder wird die Saison am Ende als Erfolg bewertet? Die Meisterschaft ist ja noch locker drin. Und gibt es nicht doch ein paar aus den Bayern-Reihen, die heimlich hoffen? Die offizielle Sprachregelung für heute: mit Anstand aus der Champions League verabschieden, Barcelona knapp schlagen. Aber wenn doch ein frühes Tor fällt … Barca-Coach Pep Guardiola hat seine Mannschaft vor den „Germanen“ gewarnt. Wenn sie gereizt sind, sei alles möglich. Wer die Bilder vom vorigen Mittwoch im Kopf hat, mag an ein Wunder jedoch nicht glauben. Eher an eine weitere Lektion für die Bayern. Doch der Ball ist rund.

Wie geht es weiter mit Jürgen Klinsmann? Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge haben mit seiner Verpflichtung jedenfalls Mut bewiesen. Und sie würden diesen Beweis erneuern, wenn sie an ihm festhalten. Mut deswegen, weil sie einen Mann beschäftigen (und gut belohnen), den sie einst, als er Nationaltrainer war, bekämpft hatten und der aus verschiedenen Gründen den Bayern-Fans schwer zu vermitteln ist. Etwa weil er Oliver Kahn in der Deutschen Elf degradierte. Mut aber vor allem, weil sie sich damit selbst in Frage stellen, gilt Klinsmann doch als Radikalreformer.

Im anderen Spiel geht Chelsea nach dem sensationell klaren 3:1-Auswärtssieg als Favorit in das Rückspiel gegen Liverpool. Die Prognosen scheinen nicht zuzutreffen, wonach Roman Abramowitsch die Lust an seinem blauen Spielzeug verloren habe und es bergab gehe mit seinem Klub. Auch in der Meisterschaft hat Chelsea wieder Chancen. Guus Hiddink sei Dank, dieser Kerl macht wirklich aus Zuckersteinen Gold.

Aber das war nicht immer so. Wer weiß, an welcher historischen Europapokalpleite Hiddink beteiligt war?

 

VfB rückt mit Sieg in letzter Sekuden an den HSV heran

Die Sonntagsspiele des 27. Spieltags in der Analyse

VfB Stuttgart-Hamburger SV 1:0 (0:0) Es war kein gutes Spiel, und es war ein glückhafter Sieg für den VfB. Zwar war er gerade gegen Ende das aktivere Team, doch ihm fehlt Kombinationssicherheit und Passgenauigkeit. In erster Linie waren es Dribblings und Schüsse, richtig gute Chancen hat er nicht herausgespielt. Das reicht für die Bundesliga, doch auf internationaler Bühne muss sich Babbel etwas überlegen, da braucht er ein stimmigeres Konzept. Und so wie es aussieht, wird sich der VfB wohl mindestens für den Uefa-Pokal qualifizieren. Serdar Tasci und Matthieu Delpierre bilden zusammen mit Jens Lehmann jedoch eine sehr stabile Mitte. Tasci unterliefen zwar in der ersten Halbzeit zwei Fehler, doch sein Zweikampfgeschick hat ihn ins Notizbuch des AC Milan gebracht. Mario Gomez hat seine Nationalmannschaftsform in den Klub hinüber“gerettet“. Viele Stolperer, kaum den Ball gehalten. Und dann entscheidet er das Spiel und schiebt den VfB bis auf drei Punkte an Rang 2 heran.

Der HSV hat heute dafür gezahlt, dass er in drei Wettbewerben dabei ist. Die letzten 25 Minuten war der Tank leer, und er verließ sich noch mehr als vorher auf Olic (später Petric) und auf lange Bälle. Dennoch hätte er fast gewonnen, da Aogo in der Schlussminute die Latte traf. Die Innenverteidigung Mathijsen und Gravgaard steht sicher, Rost gibt dem Team Ruhe. Aber spielerisch war es ohne Jarolim zu wenig.

Wenn man bedenkt, dass eine der beiden Mannschaften Meister werden könnte oder nächstes Jahr in der Champions League ran darf (muss), war es ein enttäuschendes Spiel. Auch wenn immerhin die Schlussphase eine Steigerung und Dramatik bot.

Bayer Leverkusen-Werder Bremen 1:1 (1:1) Zum siebten Mal nacheinander verpasst Leverkusen einen Heimsieg, im Düsseldorfer Exil holte es aus fünf Spielen drei Punkte. Chancen gab es reichlich, gerade in der zweiten Halbzeit, doch die größte versiebte Kießling in er ersten Halbzeit: Vor dem leeren Tor schob er den Ball gegen den Pfosten. Ein Unentschieden ist wohl zu wenig, um das Ziel Uefa-Pokal-Qualifikation weiter zu verfolgen. Ein enttäuschendes Ergebnis, gerade weil Bayer früh durch einen famosen Fernschuss Barnettas in Führung ging. Für Bremen hat dieses Spiel einen recht hohen Egal-Faktor, Werder dürfte die Bundesliga derzeit als Trainingsprogramm für die zwei Pokalwettbewerbe betrachten.

Hier alles über die Samstagsspiele

Das Live-Protokoll vom Sonntag

Endstand Stuttgart-Hamburg 1:0, Leverkusen-Bremen 1:1

91′ Tor für Stuttgart 1:0 Mario Gomez Mit seiner ersten guten Tat entscheidet Gomez das Spiel  zugunsten des VfB, zuvor hatte Rost einen Volley von Hitzlsperger abgewehrt.

90′ Dennis Aogo wuchtet aus 25 Metern an die Latte, es war die einzige Offensivaktion des HSV in den letzten zwanzig Minuten. Und hätte fast den Sieg gebracht.

87′ Kuriose Aktion: Schieber schließt fast von der Grundlinie aufs Lattenkreuz. Niemand im Stadion hatte damit gerechnet, Rost wäre fast übertölpelt worden.

81′ Eine Flanke von Hilbert landet auf der Hamburger Latte. VfB sucht den Sieg, doch es sind Einzelaktionen. Die müden Hamburger sind auf ein Remis aus.

70′ Stuttgart erarbeitet sich nun ein Übergewicht, aber von Kombinationsspiel nicht viel zu sehen. Dribblings und Schüsse, das wirkt alles eher wie Zufall.

65′ Nach wie vor sehr verteiltes Spiel, Stuttgart macht eher das Spiel, Hamburg kontert. Echte klare Torchancen gibt es nicht, dafür sind die Abwehrspieler zu konzentriert. Die Frage ist nun: Lässt der HSV in der Schlussphase nach, weil er vor drei Tagen im Uefa-Pokal tätig war?

Jetzt hat Hitzlsperger mal eine Schusschance aus 20 Metern.

58′ Großes Fairyplay von Olic: spielt den Ball absichtlich ins Seitenaus, weil Roberto Hilbert verletzt am Boden liegt. Und das in aussichtsreicher Position.

55′ Der HSV versucht es fast nur mit hohen Steilpässen. Ob das daran liegt, dass ihr Balltreiber Jarolim nicht dabei ist? Dem VfB gelingt es öfter, an und in den Strafraum zu kombinieren, doch dort scheitert er an einer Überzahl an Abwehrspielern. Oder an seiner Ungenauigkeit.

Thomas Hitzlsperger knallt einen Freistoß aus 26 Metern direkt aufs Tor, und Frank Rost baggert den Ball Richtung Außenlinine

Markus Babbel bringt den 20-jährigen Julian Schieber für Ciprian Marica, der zu den schwächsten Bundesliga-Stürmern zählt.

Halbzeit 0:0 Die ersten 15 Minuten haben beide Mannschaften stürmisch losgelegt, doch dann gewannen die Abwehrspieler die Oberhand. Ausgeglichenes Spiel mit verteilten Chancen, die beste für Olic kurz vor der Pause. Der VfB hingegen hätte (vielleicht) einen Handelfmeter bekommen können. Aber ich halte Boatengs Handspiel für unabsichtlich.

Leverkusen gegen Bremen 1:1. Stefan Kießling vergab eben eine Riesenchance, als er Tim Wiese ausspielt – und gegen den Pfosten schießt.

45′ Doppelchance für Ivica Olic nach zwei Tasci-Fehlern. Einen langen Ball, auf den sich Tasci schlecht vorbereitet hat, zieht Olic aus spitzen Winkel Richtung Eckfahne. Eine schwache Kopfballabwehr Tascis legt Guererro auf Olic, der gegen die Latte schießt.

41′ Der HSV kommt bereits zur fünften Ecke, oft aus harmlosen Situationen. Doch der VfB hat bislang bei Standards alles im Griff.

33′ Pizarro gleicht für Bremen zum 1:1 aus.

32′ Chance für Serdar Tasci aus vier Metern, doch er entscheidet sich für den falschen Fuß. Mit links hätts was werden können.

25′ Das Tempo und die Zielstrebigkeit sind nun aus der Partie. Das Hamburger defensive Mittelfeld arbeitet gut, und die Stuttgarter Viererkette ahnt die langen Pässe nun besser. Lehmann pflückt eben eine Ecke am Fünfer Höhe des langen Pfostens. Das können nicht viele Keeper der Bundesliga. Jedoch frage ich mich, ob seine Comeback-Ambitionen in der Nationalelf ein Aprilscherz waren.

13′ Der Ball war gerade ungefähr eine halbe Minute im Hamburger Strafraum, doch Timo Gebhart und Mario Gomez bleiben an der Hamburger Überzahl hängen.

12′ Leverkusen ist durch Tranquillo Barnetta mit 1:0 in Führung gegangen. Vorlage Toni Kroos.

10′ Nach dieser Anfangsphase leg ich mich fest: Es geht nicht 0:0 aus. Denn es sind bereits einige interessante Näherungen an des Gegners Tor zu registrieren: Piotr Trochowski weiß, dass Jens Lehmann gerne auf Flanken spekuliert (siehe Gegentor am vorigen Samstag in Bochum) und zieht vom Flügel direkt aufs Tor – Lehmann kommt gerade noch ins kurze Eck. Auf der Gegenseite verhindert Jerome Boateng mit der Hand (wohl) ein Tor durch Timo Gebhart. Marcel Reif hält es für einen Elfmeter, ich denke aber keine Absicht.

Außerdem versucht es der HSV auffällig oft mit langen Bällen, da hat man wohl eine Schwäche des VfB ausgemacht. Bislang jedoch endeten die Versuche immer knapp Abseits.

16:58 Moin, moin. Mladen Petric beim HSV auf der Bank, was angesichts seiner schwachen Leistung gegen Man City wenig überrascht. Für ihn ist Paolo Guerrero dabei, am Donnerstag Joker-Torschütze. Für den gelbgesperrten David Jarolim ist Tavares als 6er am Start. Für Stuttgart stürmt Marica für den gesperrten Cacau. Diego nicht im Aufgebot, vermutlich wird er für das Rückspiel in Udine geschont.

Ich werde auch Tore vom Spiel Leverkusen-Bremen melden.

Andere Live-Blogs:

allesaussersport: VfB-HSV

catenaccio: Bayer-Werder

Vorberichte

Der HSV macht zurzeit sehr viel aus seinen Möglichkeiten, der Ball läuft sicher und ansehnlich durch die Reihen, die Spitzen lösen sich gut. Gegen Manchester City am Donnerstag begeisterte das Team mit einer starken spielerischen und kämpferischen Leistung, besonders Piotr Trochowski spielte groß auf und war an allen Toren beteiligt. Gegen Hoffenheim am vorigen Samstag konnte sich der HSV auf seine Fans verlassen, die den 1:0-Sieg mitverteidigten.

Die FAZ schreibt: „Der HSV hat das Momentum auf seiner Seite.“ Zu einem von drei möglichen Titeln sollte es in dieser Saison reichen. Ob es mehr wird? Hängt auch von den Reserven ab, die das Team hat. Es wäre schade, wenn es ihm wie den Leverkusenern 2002 ergehen würde, die auf dem Zahnfleisch ins Finish gingen. Oft zu hören ist vom guten Zusammenhalt in der Mannschaft, und die Neuen Gravgaard und Rincon scheinen gut integriert. Das spricht alles für Trainer Martin Jol, gegen den auch Mladen Petric und Trochowski nicht laut mucken, wenn sie mal auf der Bank sitzen.

Heute steht allerdings eine hohe Hürde vor dem HSV: das Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart. Unter Trainer Markus Babbel rückte der VfB Stück für Stück nach vorne und käme bei einem Sieg Platz 2 bis auf drei Punkte nahe. Babbel ist seit November im Amt und hat erst ein Mal verloren: das aber deftig, 0:4 in Bremen. Wenn der HSV heute gewinnen sollte, ist er meiner Meinung nach Titelfavorit. In Stuttgart kann man sein Meisterstück machen.

Für mich natürlich ein besonderes Spiel: VfB-Fan, der seit einem halben Jahr in Hamburg lebt, und ab und an zum HSV geht. Ab 16.45 blogge ich das Spiel hier live.

Das zweite Match könnte etwas für Ästheten werden, obwohl hier der 9. gegen den 10. spielt, nämlich Bayer Leverkusen gegen Werder Bremen. Beide gelten als Anhänger des offensiven, schnellen Spiels. Doch die einen (Bayer) haben Konstanz- , die anderen (Werder) haben Abwehr- und Motivationsprobleme. Außerdem hört man aus Bremen immer mal wieder „Anti-Diego-Äußerungen“ aus der Mannschaft, auch wenn er zwei Tore schießt, so wie am Donnerstag gegen Udinese.

Herauskommen könnte heute ein flottes Spielchen. Für Leverkusen geht es immerhin noch um eine Chance auf die Qualifikation zu den Uefa- oder UI-Cup-Plätzen. Bremen wird sich diese Saison wohl auf DFB- und Uefa-Pokal konzentrieren. Vielleicht ist das heute auch nur die Generalprobe für das Berliner Pokalfinale am 30. Mai.

 

Frankfurt ist nicht Barcelona

Die Samstagsspiele des 27. Spieltags

Bayern München-VfL Wolfsburg 4:0 (3:0) Die Bayern haben es schnell geschafft, die Stimmung nicht kippen zu lassen. Ein sehr frühes 1:0 von Ribéry und das feine 2:0 Tonis haben klar die Richtung des Spiels vorgegeben und der Eintracht den letzten Mumm genommen. Das biedere Frankfurt war der richtige Therapiegegner. Es wären noch weitere Tore drin gewesen. Immerhin haben die Bayern nun Hertha überholt, und Jürgen Klinsmann hat ne Schippe Sand unterm Hintern. Doch letztlich entsprangen die ersten drei Tore zwei Standardsituationen und einem Distanzschuss. Das war sicher auch eine glückliche Fügung. Dennoch große Erleichterung.

Klinsmann rechtfertigt die Aufstellung Butts: „Er war der einzige, der in Barcelona seinen Kopf hingehalten hat. Im wahrsten Sinne des Wortes, bei einem schlimmen Foul von Henry. Und die Mannschaft hat ihn nicht gerächt. Wenn das vor zwanzig Jahren passiert wäre, hätte ich ihn über die Bande getreten.“ Am Mikrofon wirkt er souverän: „Ich werde es schaffen, den Meistertitel zu holen, und dann kann ich auch das eine oder andere Ding hier ändern.“ Zum Rückspiel gegen Barcelona sagt er: „Wir wollen gewinnen. 4:0 wird gegen die beste Mannschaft der Welt natürlich nicht gehen.“

Bommel, auf Barcelona angesprochen: „Keine Einstellung?! Fehlendes Herz?! Ich kanns nicht mehr hören. Ich wollte sie ja wegtreten, aber ich kam nicht ran.“

Borussia Mönchengladbach-VfL Wolfsburg 1:2 (0:1) Wolfsburg deutlich schwächer als in der Vorwoche beim 5:1 gegen Bayern. Aber es sind zwei gute Zeichen, dass der VfL erstens nach einem Ausgleich in der Schlussphase noch mal zurückschlägt, Stichwort Winner-Mentalität. Zweitens kann er auch schwächere Leistungen mit drei Punkten vollenden. Felix Magath hat jedenfalls getob am Spielfeldrand. Zvejzdan Misimovic mit seiner achtzehnten Torvorbereitung im 27. Spiel, das lässt sich sehen. Gladbach ist nicht wie ein Absteiger aufgetreten, spielerisch stark, mit vielen Chancen. Ein Punkt wäre verdient gewesen.

Hannover 96-Hertha BSC Berlin 2:0 (1:0) Fußball kann komisch sein, viele Wochen lang gewann Hertha Spiel um Spiel nach dem Muster: kaum Chancen, knappe Siege. Nun hat sie drei Mal nacheinander verloren, bei den beiden jüngsten Niederlagen vergab sie viele Chancen. Nun fällt (neben Arne Friedrich) auch noch Andrej Woronin aus, Herthas Bester, weil er sich zu einem Tritt hinreißen ließ. Hertha könnte nun wirklich durchgereicht werden. Vor acht Tagen noch Erster, jetzt Vierter. Hannover kann auf seine Heimstärke vertrauen und sich etwas von den Abstiegsrängen absetzen. Jetzt sollte 96 auch mal auswärts punkten. Berlins Coach Lucien Favre enttäuscht, aber gefasst. Er hatte ja nie behauptet, dass sein Team ein Meisterkandidat ist.

TSG Hoffenheim-VfL Bochum 0:3 (0:1) Das Ergebnis ist hart für Hoffenheim, und die Tabelle ist es inzwischen auch für den Herbstmeister. Sie scheinen nicht mehr gewinnen zu können (der neunte vergebliche Versuch) – und holen sich zudem Rote Karten ab. Die gegen Keeper Haas kann passieren, doch Eduardos Hieb setzt die Reihe der Undisziplinertheiten fort. Da er Wiederholungstäter ist, wird er in dieser Saison nicht mehr oft spielen. Bitter für den Höhenflieger der Hinrunde, zumal er auch heute wieder überlegen war und Chancen hatte. Bochums Rückrunde ist eine Sensation, der VfL war ja im Dezember fast abgeschrieben. Jetzt ist er fast geretettet. Stanislav Sestak mit drei Toren, obwohl er nicht gut gespielt hat.

Borussia Dortmund-1.FC Köln 3:1 (1:1) Dritter Sieg für Jürgen Klopps Dortmunder in Serie. Dabei haben die Kölner stark begonnen und hätten die Dortmunder nicht so leicht zum Ausgleich kommen lassen müssen. Gehts für die Kölner noch mal in den Abstiegskampf? Spieler und Trainer zufolge schon. Und Dortmund schielt nach den Uefa-Pokal-Rängen.

Energie Cottbus-Arminia Bielefeld 2:1 (1:0) Dank großem Willen und kerniger Haltung kommt Cottbus wieder ran und zieht Bielefeld näher zu sich. Sollte das Energie-Kollektiv erneut die Klasse halten, kann man das kaum hoch genug schätzen. Denn gegen Cottbus ist selbst Bielefeld ein Krösus. Arminias Chris Katongo mit dem Fehlschuss des Tages: aus sechs Metern Distanz zwölf Meter drüber. Amateurhaft.

Schalke 04-Karlsruher SC 2:0 (1:0) Gegen den KSC genügt ja ein Tor zum Sieg. Auch diesmal hatte er wieder gute Möglichkeiten, aber wieder nix: zum achten Mal ohne Tor. Klare Abstiegstendenz. Schalkes Team siegt für das Trainertrio Büskens/Mulder/Reck. Jermaine Jones drückt seinen Wunsch offen aus: „Wenn wir Spieler das wollen, kommt man an uns nicht vorbei.“

Das Live-Protokoll

Endstände Gladbach-Wolfsburg 1:2, Hoffenheim-Bochum 0:3, Cottbus-Bielefeld 2:1, Schalke-KSC 2:0, Dortmund-Köln 3:1, Bayern-Frankfurt 4:0, Hannover-Hertha 2:0.

17:15 Rote Karte Andrej Woronin (Hertha) Oh, wie dämlich! Woronin tritt ohne Ball und Grund nach, klarer kann eine Rote Karte nicht sein. Ist es die Hitze? Ist es die dritte Niederlage in Serie?

17:11 Tor für Wolfsburg 1:2 Sascha Riether Ein Schuss wird geblockt und bleibt am Elfmeterpunkt liegen. Riether, der zuvor eine Muss-Chance ausgelassen hatte, legt ein. Magath redet wütend auf seine Spieler ein.

17:08 Tor für Schalke 2:0 Jeffeson Farfan KSC-Goalie Miller irrt durch den Strafraum, rutscht aus, und Farfan dreht den Ball mit links fast von der Grundline ins Tor.

17:07 Tor für Dortmund 3:1 Eigentor Pedro Geromel Aua! Geromel will zur Ecke klären und schiebt den Ball unbedrängt platziert neben den Pfosten.

17:05 … und Mönchengladbach gleicht zum 1:1 durch Dante aus Kopfballtreffer nach Freistoßvorlage Marko Marins. Wolfsburgs Tormann Diego Benaglio mit Orientierungsproblemen. Gladbach war anfangs besser, Wolfsburg ab der 60. Minute. Jubel sicher in München.

17:02 Wolfsburg ist auf das 2:0 in Gladbach aus.

16:56 Tor für Bochum Stanislav Sestak 0:3 Zufälliger kann kein Tor vorbereitet werden, denn das Dribbling Paul Freiers blieb zwei Mal hängen. Doch am Ende rollt der Ball Sestak vor die Füße. Hoffenheim scheint auch mit acht Feldspielern nur den Vorwärtsgang zu kennen.

16:47 Tor für Hannover 2:0 Arnold Bruggink Hertha versäumt die Tore, Hannover macht sie. Hanke bereitet diesmal vor, Bruggink schiebt ein. Jubel in München.

16:47 Rote Karte Daniel Haas (Hoffenheim) Wie dick kann es noch kommen? Der Hoffenheimer Torwart hebelt Sestak so aus, dass der einen Überschlag hinlegt. Zuvor gabs ein Missverständnis mit einem Abwehrspieler. Rochtige Entscheidung Rafatis. Nun im Tor: Ramazan Öczan.

16:47 Tor für Cottbus Stanislav Angelov 2:1 Rebound-Tor, nachdem Arminen-Keeper Dennis Eilhoff pariert hat.

16:46 Rote Karte Carlos Eduardo (Hoffenheim) Korrekte Strafe durch Babak Rafati für einen Unterarmschlag Eduardos. Hoffenheim hat die Nerven nicht im Griff, solche Szenen häufen sich.

16:42 Tor für Bochum 0:2 Stanislav Sestak Klasse Aktion von Sestak,der Salihovic im Strafraum narrt und sein zweites Tor macht. Heuer war er auswärts noch ohne Tor war. Pfiffe in Sinsheim gegen die Heimmannschaft, so weit ist es mit dem Herbstmeister gekommen.

16:36 Tor für Dortmund 2:1 Tamas Hajnal Einen abgewehrten Ball nimmt Hajnal aus 25 Metern volley. Kölns Torsteher Faryd Mondragon hat die Finger noch dran, kann ihn nur an den Innenpfosten lenken. Darf man halten.

16:36 Tor für Bayern Bastian Schweinsteiger 4:0 Abstauber, nachdem Nikolov einen Toni-Schuss nur bremsen, aber nicht halten kann.

16:35 Tor für Bielefeld 1:1 Vlad Munteanu Ein „Ausgerechnet“-Tor werden die Lokalzeitungen sicher schreiben, denn Munteanu hat lange für Cottbus gespielt. Am langen Pfosten verwertet er eine Flanke volley per Aufsetzer. Kurz zuvor hätte Cottbus fast auf 2:0 erhöht.

16:32 Gladbach macht da weiter, wo es aufgehört hat: mit Angriffen auf das Tor des Tabellenführers. Doch Colauttis köpft bloß an den Pfosten. Und mit Marins Tempo und Wendungen scheint die VfL-Abwehr nicht klarzukommen.

Halbzeitstände Bayern-Eintracht 3:0, Hannover-Hertha 1:0, Gladbach-Wolfsburg 0:1, Hoffenheim-Bochum 0:1, Bielefeld-Cottbus 0:1, Dortmund-Köln 1:1, Schalke-KSC 1:0

16:14 Tor für Cottbus Dimitar Rangelov Weiche Flanke von Timo Rost, und der Bulgare Rangelov lässt sich am Elfmeterpunkt seitlich in den Ball fallen. Beim Gegenangriff zielt Thorben Marx knapp daneben und verpasst den Ausgleich.

16:12 Tor für Bochum 0:1 Stanislav Sestak Hoffenheim hat keinen Vertrag mit der Glücksgöttin. Bessere Mannschaft, mehr Chancen, doch das Tor machen die Gegner. Abstauber nach abgewehrter Ecke. Im Gegenzug kommt Salihovic dem Ausgleich nahe. Halt nur nahe.

16:09 Hertha greift weiter an, man sieht Andrej Woronin mehrfach sich den Zopf raufen. (Oder was macht man mit Zöpfen? Zupfen?)

16:06 Tor für Bayern 3:0 Lúcio Ecke (Schweinsteiger), Kopfballtor Lúcio, der sich sogar leicht ducken muss. Frankfurt leistet wichtige Aufbaudienste für die Fußballnation. Uli Hoeneßens Gesicht ist ein Spielball seiner Emotionen.

15:59 Tor für Dortmund 1:1 Neven Subotic Noch ein Kopfballtreffer, hier nach einer Ecke Alexander Freis. Dortmund wieder auf Remis-Kurs, es wäre das 14. im 27. Spiel.

15:59 Tor für Hannover 1:0 Mike Hanke Technisch feiner Kopfball von Hanke am langen Pfosten. Hertha nach Monaten des Glücks nun im Pech, denn bis dahin waren sie sehr aktiv.

15:54 Tor für Schalke 1:0 Kevin Kuranyi Jermaine Jones flankt mit links, das alleine ist schon eine Nachricht. Und der Kevin kanns am besten mit dem Kopf. Hier könnte man gar von einem Flugkopfball sprechen, der Keeper Markus Miller auf dem falschen Fuß erwischt. Angesichts der Karlsruher Schussschwäche dürfte das schon die Entscheidung sein.

15:49 Tor für Wolfsburg Edin Dzeko 0:1 Wieder bereitet Zvejzdan Misimovic vor, seine Flanke verwertet wieder Dzeko per Kopf freistehend. Gladbach war bislang besser. Wolfsburg auf dem Bayernweg?

dogfood bloggt nach überstandener Gallenoperation auch wieder. Gottseidank.

15:47 Tor für Bayern 2:0 Luca Toni Ribéry lupft einen Freistoß gefühlig über die Mauer, Toni dreht den Ball volley rein. Zweite Chance – zweites Tor.

15:45 Tabellenführer Wolfsburg gerät in Mönchengladbach unter Druck, musste den Gegner schon drei Mal mit Ball in den Strafraum passieren lassen. 1:0 liegt in der Luft.

15:41 Tor für Köln 0:1 Nemanja Vucicevic Auswärts sind sind sie stärker, die Kölner Aufsteiger. Vucicevic leitet sein erstes Tor selbst ein, das mit dem rechten Außenrist fein vollendet.

15:36 Dortmunds Tormann Roman Weidenfeller verhindert mit dem linken Standbein das Kölner Führungstor durch Milivoje Novakovic.

15:33 Tor für Bayern 1:0 Franck Ribéry Ein harter Schuss aus 20 Metern überfordert Frankfurts Keeper Oka Nikolov, das dürfte dem Spiel die Brisanz nehmen. Mit geduldigen sollte Klinsmann besser nicht rechnen. Jubel ist nicht zu hören.

15:22 Thurn und Taxis rechnet mit einer Ablösung Klinsmanns um 17.20 Uhr durch Paul Breitner. Oder durch Ottmar Hitzfeld, der im Premiere-Studio Krokodilstränen vergießt. Selten sah man ihn so gut gelaunt in den letzten Jahren. Spricht indirekt von falscher Taktik in Barcelona.

15:15 Moin, moin. Heute bloggen wir ausnahmsweise mal die Konferenz (außerdem die aktuellen Beiträge nach oben, ganz unten sind die Vorberichte). Von der Tabelle aus betrachtet gibt es kein Spiel von herausragender Bedeutung. Das Bayern-Spiel hat natürliche besondere Brisanz #Klinsmann

Klinsmann setzt Michael Rensing wieder auf die Bank. Angeblich soll Klinsmann ihm seinen Einsatz versprochen haben. Im Stadion sollen „Klinsmann-raus“- und „Rensing“-Rufe zu hören sein. Fritz von Thurn und Taxis rechnet mit schwachen Bayern, das hat seine Recherche mit dem Busfahrer gegeben, die er ohne Augenzwinkern zum Besten gibt: „So eine Stille war noch nie auf der Fahrt ins Stadion.“ #Fußballjournalismus in Deutschland

Vorberichte auf den Samstagsspieltag

Der 27. Spieltag kennt zunächst nur ein Thema: Wie ergeht es dem 1. FC Köln? Kriegen Jürgen Klinsmann und Bayern München noch die Kurve? Es ist erstaunlich, dass Klinsmann nach dem Opfergang nach Barcelona noch auf der Bayern-Bank sitzt. So wehrlos hat man die Bayern noch nie gesehen. Doch vielleicht kann Klinsmann auf die Laurenz-Meyer-Lehre vertrauen, die er bei seinem Amtsantritt als CDU-Generalsekretär verkündete: „Einen zweiten Fehlgriff kann sich Frau Merkel nicht erlauben.“ Die Experten waren sich bis heute nicht sicher, ob sie Meyers Selbstgarantie besonders dumm oder besonders dreist finden sollten. Jedenfalls könnte ein frühzeitiges Scheitern Klinsmanns auch die Tektonik der Bayern-Führung durcheinanderbringen. Hängt das Schicksal Karl-Heinz Rummenigges, der schon den Mathematiklehrer Ottmar Hitzfeld vergrault hat, an Klinsmann? Uli Hoeneß hat einen nahezu unerschöpflichen Kredit im Verein, und Franz Beckenbauer ist ohnehin von keinem Amt abhängig, um dieses Land zu regieren.

Spannend wird vor allem sein, wie die Bayern-Fans Klinsmann empfangen; in der Abendzeitung gibts einen Vorgeschmack. So spannend ist das auch wieder nicht, denn er war bei ihnen nie wohlgelitten. Fans vergessen nicht, wie er sich 97 als Spieler verabschiedet hatte: „Nie mehr Bayern!“. Fans vergessen auch nicht, dass er Oliver Kahn 2006 auf die Bank setzte. Bislang konnte Klinsmann wenigstens auf die makellose Bilanz in der Champions League verweisen. Bislang, wie gesagt. Andererseits ist die Münchner Arena durch rigide Fan-Politik ruhiggestellt. Blöcke wurden getrennt, zu vorlaute Fan-Klubs mit Stadionverbot bedacht. Die Bibliothek der Liga.

Ach ja, einen Gegner haben die Bayern auch noch: Eintracht Frankfurt, die Biedermänner, sagen die Lästerer. Solides Fußwerk würdigen die Sachlichen. Die Eintracht folgt einem Schema: gegen die Kleineren gewinnen, gegen die Großen klein beigeben. So wird man am Ende 13. Was nicht schlecht ist, vielen Frankfurtern aber auf Dauer zu bescheiden. In den 90ern wurde in Frankfurt der schönste Fußball in Deutschland gespielt. Damals standen Namen wie Uwe Bein und Andy Möller für Eintracht. Heute sind es Friedhelm Funkel und Heribert Bruchhagen.

Sollte sich der Reformer des deutschen Fußballs also ausgerechnet nach einem Spiel gegen das Mittelmaß der Bundesliga verabschieden müssen? Denn wenn Klinsmann heute nicht gewinnt, ists wohl aus.

Der VfL Wolfsburg verteidigt seine frische Tabellenführungin Mönchengladbach. Tradition gegen Retorte, werden Nostalgiker zetern. Doch den Wolfsburgern wird man damit nicht mehr gerecht. Zu stürmisch treten sie auf, wer Bayern 5:1 schlägt, der sammelt automatisch Sympathien. Außerdem hat Wolfsburg einen Traditionalisten auf der Bank sitzen: Felix Magath. Magath könnte zum Über-Sieger der Saison werden. Galt er vor zwei Jahren als Auslaufmodell, könnte er als Erster mit Wolfsburg Meister werden – und das mit Fanfarenfußball. Dagegen scheint sein (kulturelles) Pendant Klinsmann mit seinem Latein am Ende. Als Magath vorige Woche den Torhüter wechselte, weil man sich gegen Bayern ja erlauben kann, wollte er das hinterher als Dankessignal an Ersatzmann Lentz verkaufen. Von wegen, das war die Rache des Stoikers! Denn Magath hat sich noch nie abwertend über Bayern geäußert, obwohl ihn die Entlassung nach zwei Double-Gewinnen gewurmt haben muss.

Mönchengladbach hat in der Rückrunde seine Abwehr stabilisiert und ist längst wieder ein aussichtsreicher Kandidat für den Klassenerhalt. Ob Trainer Hans Meyer gegen die Wolfsburger Torjäger Edin Dzeko und Grafite wieder mit Libero spielen lässt?

Zwei Teams könnten heute bereits den Anschluss an den rettenden Platz 15 verlieren: Der „impotente“ Karlsruher SC, der seit Wochen, Monaten, eigentlich während der ganzen Saison, große Not beim Einlochen hat, muss in Schalke ran. Es dürfte schwer werden, dort den letzten Rang zu verlassen, denn erstens war Schalke auch zu krisenhaften Zeiten abwehrstark. Zweitens hat sich die Lage nach dem Auswärtssieg in Bielefeld fürs Erste beruhigt. Da sich kein anderer zu finden scheint, der sich Schalke antun will, bleibts bis auf weiteres beim Trainertrio Büskens/Mulder/Reck. Dass Kevin Kuranyi ab Juli sein Bärtchen in Bremen ziselieren wird, dürfte eine Ente sein, die, wie man hört, darauf zurückgeht, dass sich seine zwei Berater gegeneinander ausspielen wollten.

Zu einem reinen Abstiegsduell treffen sich Energie Cottbus und Arminia Bielefeld. Für Cottbus wird es wieder mal Zeit für einen Sieg. Bei einer Niederlage dürfte es zum direkten Klassenerhalt nicht mehr reichen, allenfalls noch zum Relegationsrang 16. Andererseits ist Cottbus daran gewohnt, abgeschrieben zu werden. Gleiches gilt für die Bielefelder. Die es diesmal vielleicht deswegen erwischen könnte, weil sie weniger Experten als sonst auf ihrem Zettel haben.

Zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Köln ist mit einem knappen Ergebnis zu rechnen. Dortmund spielt meist Unentschieden (und hat die wenigsten Niederlagen der Liga: 4), Köln ist auswärtsstark. Mit seinem Sieg würde sich die Borussia an die Uefa-Pokal-Plätze ranschleichen. Aufsteiger Köln, eine der Überraschungen der Saison, braucht nur noch wenige Punkte, um aller Sorgen ledig zu sein.

Kann die „TSG 1789 Hoffenheim“ (allesaussersport) noch gewinnen? Der letzte Sieg datiert aus dem Januar. Das so vorbildliche Kombinationsspiel ist zurzeit ein Fragment, denn es fehlen viele wichtige Spieler. Aber die Mannschaft wirkt auch unmotiviert. Was einen nicht überrascht, wenn von 1 auf 6 gestürzt ist. Heute geht es gegen den VfL Bochum, eine der besten Rückrundenmannschaften. Vorige Woche verlor sie jedoch das Heimspiel gegen Stuttgart.

Mit der Hertha aus Berlin, bis vor einer Woche Tabellenführer, scheinen die wenigsten im Titelrennen zu rechnen. The trend is not her friend. Denn zwei Niederlagen (Stuttgart, Dortmund) lasten auf ihr. Doch trennt sie nur 2 Punkte von ganz Oben. Das ist keine schlechte Ausgangsposition, zumal Windschatten einem Außenseiter besser liegen dürfte. In Hannover hat sie es heute mit einem Abstiegskandidaten zu tun, der sehr wechselhafte Leistungen zeigt. Und der die meisten Gegentore der Liga zu zählen hat (56), obwohl ein Nationalspieler das Tor bewacht.

Ab 15.15 Uhr wird an dieser Stelle die Premiere-Konfernez live gebloggt. Morgen gehts übrigens weiter mit Leverkusen-Bremen und Stuttgart-Hamburg.

 

FC Barcelona-Bayern München 4:0

20:17 Moin, moin. Herzlich willkommen zum Live-Blog von ZEIT ONLINE. Wie immer empfehle ich, den Ticker in einem zweiten Fenster zu öffnen. Und hier gelegentlich „F5“ oder „Neu laden“ drücken, die aktuellen Einträge erscheinen unten.

Jürgen Klinsmann will wieder das Gesicht zeigen, das wir von ihm aus der Nationalmannschaft kennen. Nach Monaten der Defensive, geht er zum Angriff über. Zur Überraschung aller wechselt er den Torhüter, die Agenturen haben es im Laufe des Tages gemeldet: Statt Michael Rensing steht heute Jörg Butt im Tor. Eine Light-Version der Torwartfrage 2006. Aktionismus? Butt ist 34, ein Neuaufbruch sieht anders aus.

Nach der 1:5-Niederlage in Wolfsburg hatte Klinsmann, laut Eigenauskunft, seiner Mannschaft ein Donnerwetter beschert. Nachdem er bislang immer als ihr Fürsprecher aufgetreten war. Heute hat er ein Interview in seiner Lieblingszeitung SZ platziert, in dem er sich (mehr oder weniger) zwischen den Zeilen gegen Kritiker, auch klubinterne, wehrt. Und seinem Vorgänger Ottmar Hitzfeld, der sich auch gerne spitzzüngig zu Wort meldet, schickt er einen lieben Gruß: „Vergangene Saison hat national alles funktioniert, man wurde Meister und Pokalsieger, hat sich aber blamiert in Europa.“ Blamiert in Europa! Das ist gewagt, wenn man bedenkt, dass der Adressat ein Uefa-Cup-Halbfinalist ist. Solche Töne kennen wir von Klinsmann nicht. Könnte auch ein Wink an Franz Beckenbauer sein, der eine Trainerdiskussion gegen den Willen Uli Hoeneßens angezettelt hat. Kann natürlich auch ein inszenierter Königsmord werden.

Pech natürlich, dass nach Miroslav Klose und Lucío auch Philipp Lahm verletzt ausfällt, neben Franck Ribéry Bayerns Bester. Die Abwehr spielt also mit Lell, Breno, Demichelis, Oddo und Butt; das ist, gelinde gesagt, nicht die erste Reihe. Im Mittelfeld Bommel, Altintop, Zé Roberto, Schweinsteiger und Ribéry, im Sturm Toni. Die Bayern, heißt es, spielen zwei Saisons: eine inder Bundesliga, wo man 1:5 und 2:5 gegen Wolfsburg und Bremen verliert; und eine in der Champions League mit einer makellosen Bilanz. Ich will kein Meckerer sein, aber der 5:0-Sieg in Lissabon im Achtelfinale baute auf einer sehr schwachen ersten Halbzeit auf.

Barca, der Champions-League-Sieger von 2006, hat seine dekadente Phase unter dem neuen Trainer Pep Guardiola überwunden. Die Stars sind Xavi, der Magister des Mittelfelds, und sein Erster Offizier Iniesta, der Kameruner Mittelstürmer Eto’o, Henry, der seine Form gefunden hat, und natürlich Messi. Nicht zu vergessen Alves, der stürmende Rechtsverteidiger. Der Abwehr sagt man hingegen Schwächen nach, allerdings sind Puyol, Piqué und Marquez auch keine Anfänger.

5′ Erste Riesenchance für Barcelona: Pass von Xavi auf Henry, der Butt ausspielt, aber keinen Druck mehr hinter den Ball bekommt. Sodass Demichelis auf der Linie klären kann.

9′ Tor für Barcelona 1:0 Messi Der Ball wandert entlang des Sechzehners von Henry zu Iniesta auf Eto’o, der auch einen Blick für Mitspieler hat. Sein Diagonalpass erreicht den freistehenden Messi, der mit dem linken Innenrist sanft ins linke Eck einschiebt. Hätte Rensing auch nicht gehalten.

12′ Tor für Barcelona 2:0 Eto’o Wieder ein kombiniertes Tor, diesmal in umgekehrter Reihenfolge: Messi dribbelt auf die Abwehr und steckt im letzten Moment auf Eto’o, der Butt tunnelt. Sieht nicht gut aus für den Deutschen Meister, werden schlimmste Befürchtungen wahr?

Zu seiner Verteidigung muss man sagen: Lell spielt normal auf der rechten Seite. Gegen Messi sieht er bislang alt aus. Das Duell Messi/Lahm hätten wir gerne gesehen. Nächste Szene der beiden: Messi kommt gegen Lell im Strafraum zu Fall. Und sieht wegen Schwalbe Gelb. Ist ein wenig arg schnell gefallen. Andere Schiedsrichter hätten Elfmeter gegeben.

20′ Vom Look and Feel sieht es nach einem 6:0 aus. Wenn Barcelona gnädig sein wird. Klinsmann sollte auf Doppellibero umstellen.

Guardiola sitzt wegen übertriebenen Protests gegen Messi-Geld inzwischen auf der Tribüne.

30′ Die minutenlange Verletzungspause (der blutende Butt musste am Kopf getackert werden, nachdem er die Stollen Henrys abbekam) hat den Bayern Zeit zum Luftholen gegeben. Doch das Spiel geht nur in eine Richtung.

38′ Tor für Barcelona 3:0 Messi Henry lässt Oddo auf links stehen, in seinen strammen Flachpass rutscht Messi. Das Tor war längst überfällig. Klinsmanns Gesicht versteinert.

43′ Tor für Barcelona 4:0 Henry Bommel knockt Messi an der Strafraumgrenze um – und legt anschließend mit einem Querpass Henry das Tor auf. Damit ist der Fußballgottesbeweis erbracht.

Halbzeit 4:0 Noch nie gesehen, sowas. Doch, wenn im Sommer Profiklubs gegen Amateurmannschaften zum Test antreten. Eigentlich hätte man nach 25 Minuten wegen technischer Unterlegenheit abbrechen müssen. Barcelona spielt mindestens drei Klassen besser, selbst in deutlichsten Unterzahlsituationen kommen die Bayern nicht an den Ball. Die Abwehr ist ohne Chance und verliert zudem im Aufbau oft den Ball aus Nervosität. Barcelona erreicht ein Niveau, gegen das eine Bundesliga-Mannschaft nicht ankommt. Eigentlich mag ich diesen Spruch nicht – aber Barcelona hätte noch mehr Tore machen können. Bayern-Dusel mal anders: nur 0:4. Beruhigend ist, dass Beckenbauer Klinsmann in der Halbzeit nicht entlassen kann. Er muss ans Premiere-Mikro.

Barcelona schießt aufs Rote Kreuz.

In den Kommentaren finden einige User die Worte, die einem eigentlich fehlen müssten. Moritz Meyer grauts vor der Leistung Lells, Alex fordert den Zwangsabstieg Bayerns in die Amateurliga. Grüße aus meiner Heimat Mittelhessen gibts auch noch. Vielleicht wirds ja geographisch noch konkreter.

Sammer verlangt „deutsche Tugenden“ #do-it-the-udo-lattek-way

46′ Es geht los, ich freue mich auf die zweite Halbzeit. Ist das Gaffertum, Voyeurismus?

Messi tunnelt Bommel #Weihnachten für einen Fußballfreund

Die Tunnelwertung dürfte 25:0 stehen.

57′ Ich war am Sonntag aufm Spielplatz in Ottensen und hab mit zwei Drei- und Vierjährigen gekickt. Warum muss ich gerade daran denken?

59′ Gute Tat von Butt, seine erste: Einen rasanten Flachschuss Messis lenkt er übers Tor. Bei Barcelona ist übrigens auch ein Tormann dabei. Auf Twitter gibts nen Wettkampf um die besten Klinsmann-Flug-nach-LAX-Gags, etwa hier und hier.

67′ Gerade erst kapiert, dass auf Sat1 Marcel Reif kommentiert, der den Klageton sicher besser beherrscht als Fritz von Thurn und Taxis (Premiere) #umschalten

71′ Den darf Zé Roberto machen, doch er braucht zu lange und gewährt Puyol die Chance, mit einem Tackling das 1:4 zu verhindern. Erste Chance für Bayern, erste Ecke für Bayern.

75′ Barcelona will die Bayern nun bloßstellen und lächerlich machen. Gehört im Fußball bestraft. Die Bayern scheinen dazu nicht in der Lage. Dabei wäre mit zwei Toren die Sache wieder halbwegs offen.

83′ Lell gewinnt einen Ball gegen Messi #Weltpremiere

91′ Marquez holt sich eine taktische Gelbe Karte, damit er seine Sperre im Rückspiel absitzen darf.

Endstand 4:0 Barca war den Tick bess… ähm: Pessimisten hatten mit einem überlegenen Gegner und einer klaren Niederlage gerechnet. Dass die Bayern aber so chancenlos sein sollten, das war nicht vorauszusehen. Das Ergbnis drückt nicht aus, wie viel besser Barcelona war. Technisch, taktisch, im Tempo, in der Abwehr. In der zweiten Halbzeit hat die Katze Barcelona mit der Maus München gespielt.

Messi ist der Alptraum Lells (und dem Rest der Bayern-Abwehr).

Klinsmanns Bonus ist verbraucht. Bislang konnte er auf die Ergebnisse (auch die Leistungen?) in der Champions League verweisen. Und hat noch heute vor dem Spiel auf die angebliche Blamage der Bayern im Vorjahr verwiesen: das 0:4 in St. Petersburg. Nun hat er sein eigenes Petersburg erlebt. Schwer vorzustellen, dass er in München eine Zukunft hat. Wenn man Rummenigge und Beckenbauer zuhört, ist Rückendeckung nicht zu erwarten. Die Fans mögen ihn ohnehin nicht. Aber er ist sicher nicht der Alleinschuldige, Bayern wird lernen müssen, das Wort Konzept zu buchstabieren.

Wer war wohl diesmal Schuld daran, dass der deutsche Vereinsfußball dem höchsten Niveau nicht gewachsen ist: Das Kartellamt? Das Bosman-Urteil? Die protestierenden Amateure, die sich gegen den neuen Bundesliga-Spielplan wehren? Diese Ausreden wird man nicht heute hören. Auch nicht morgen oder nächste Woche. Das traut sich keiner angesichts dieser Klatsche für die Bundesliga. Aber bald, wenn wieder mal über Fernsehmillionen diskutiert wird. Und dann werden nicht nur Rummenigge oder Hoeneß ihre alte Leier singen. Sie werden assistiert werden von Michael Meier, Verband und Co.

Doch es ist nicht alleine das Geld.

 

Wales-Deutschland 0:2

20:22 Moin, moin, heute aus Berlin, wo Zeit Online seine neue Dépendance bezogen hat. Kneipe am Prenzlauer Berg, skeptische Blicke unserer Tischnachbarn, die Jungs mit Laptop beim Fußballkucken beäugen. Vorsicht, Event-Fan-Falle! Neben mir: Matthias Bossaller, der neue Kollege, Steffen Dobbert, der Rainer Holzschuh von Zeit Online, sowie Guy Simonow, html-Knecht des indirekten freistosses.

Heute Wales, früher Stolperstein, zu Zeiten von Ryan Giggs oder Ian Rush. Hat diesen Status aber eingebüßt. Wir erwarten nicht weniger als einen Gomez-Hattrick. („F5“ drücken nicht vergessen, um unseren Ergüssen zu folgen!)

20:35 Eigentlich 11-Freunde-Redakteure anwesend? Kucken wahrscheinlich England, die alten Romantiker. Aufstellung: Enke – Lahm, Tasci, Mertesacker, Beck – Hitzlsperger, Ballack, Schweinsteiger, Rolfes – Podolski, Gomez. Jansen verletzt raus, Rolfes dafür rein.

In der ARD heißt es: eine Spitze, nämlich Gomez. Podolski also im linken Mittelfeld. Werden sehen.

20:42 Die Jungs kucken mir über die Schulter. Sehen mir zu, wie ich mein Pointenfeuerwerk zünde. Fühle mich beobachtet. Ist ein bisschen wie beim Austreten. Hoffentlich läufts!

20:45 Hymnen gesungen, Schweigeminute gehalten (wofür eigentlich? weiß das jemand?). Geht los. Kulisse wie beim Frauenfußball. Die dpa wird von einer „gähnenden Leere“ schreiben.

3′ Die Serie Gomez gegen Gomez geht weiter: Erste Flanke zu hoch, er springt untendrunter. Kurz später, sagen wir, mutiger Schussversuch. Leipzig hätte schon gepfiffen, aber hier in Cardiff ist fast keiner da zum Pfeifen.

11′ Tor Deutschland 0:1 Ballack Ein Pfeil aus 28 Metern. Steffen Simon und die Bildregie geben dem Torwart die Mitschuld. Spiel entschieden?

Neue Ansage zur Frage: Wer ist der Boss im Team? Zum zweiten Mal in vier Tagen das 1:0 durch Il Capitano, zum zweiten Mal eine Bewerbung für das Tor des Monats. Die Schuss gewordene Entschlossenheit.

Trainer Baade twittert: „Noch 4 Tore, und Ballack hat Rummenigge eingeholt. Und das als Mittelfeldspieler. Nicht schlecht.“ #ewige Torjägerliste DFB-Elf

21′ Enke verhindert mit dem Ringfinger das 1:1, Deutsche lassen den Walisern viel Platz und Zeit im Mittelfeld.

26′ Podolski hat wohl das Oberseminar „Fehlpass im Hauptstudium“ besucht.

27′ Tasci verursacht zwei halbe Elfmeter in einer Aktion (Hand und Foul), Steffen Simon addiert zu einem frühen, vorzeitlupenhaften „Strafstoß“. Das Pub ist sich einig: war nix!

32′ Gomez knapp vorbei – Mitleid oder Schadenfreude? Kurz später scheitert Podoski (heute Nummer 10), nachdem Ballack klasse aufgelegt hat. Dann Gomez im Abseits, hätte eigentlich gepasst, wenn sein Kopfball ins Tor gegangen wäre. #Pechvogel

35′ Wirkt lahm heute, der Beck. Ganz im Gegenteil zum vorigen Samstag. Hoffenheim ausgepowert?

37′ Podolski besteht das Vordiplom der Christian-Ziege-Flanken-Schule mit „gut“.

Halbzeit 0:1 Nach dem frühen Tor war eigentlich zu erwarten: leichtes Spiel. Denkste! Abwehr unterlegen im Kopfball, viel Raum im Mittelfeld für die Waliser, trotz Hitzlsperger, Rolfes und Ballack im Zentrum. Außenspieler Beck, Schweinsteiger und Podolski mit einfallslosem Spiel ohne Ball. Gomez ohne Fortune. Bleibt Ballack als herausragender Spieler. Und Enke, die grüne Spinne, die erstaunlich viel zu tun hat.

1:0 für England: Crouchy (29′). Jubel in der Schwalbe?

Korrektur: Ballacks Schuss aus 32 Metern, mit 108 km/h Speed. Nach ersten Berechnungen war der Ball also 1 Sekunde unterwegs. Gemessen von Ballacks Fuß bis zum Überschreiten der Torlinie. Nicht eingerechnet den Geschwindigkeitsverlust durch Luftwiderstand und Erdanziehung.

Unsere Umgebung hat sich übrigens an uns gewöhnt, auch wenn wir Fremde bleiben. In Kreuzberg hätten wir mit unseren Laptops schon aufs Maul gekriegt.

48′ Tor für Deutschland Eigentor Williams Die Waliser wollen wohl Gomez weitere Therapiesitzungen ersparen. Krummer ist selten ein Tor gefallen. Fallend, stolpernd, wie eine Marionette, der man die Fäden zerschneidet, sichert Gomez den Ball und schießt den Ball grob Richtung Tor. Williams besorgt den Rest. Den Abwerspieler zu einem Eigentor zwingen: Stürmerqualität.

Kneipe reagiert mit Heiterkeit.

56′ Enke macht weitere Zentimeter im Rennen um die Nummer 1 gut. Rettet die 2:0-Führung mit gutem Reflex und bügelt erneut die Fehler von Tasci und Co aus.

63′ Steffen Simon macht Fußballkabarett: „Das machen sie gut, mit viel Ruhe.“ Und das, während die deutsche Abwehr seit Minuten Blinde Kuh spielt.

Lukas Podolski beweist es: Menschen können unsichtbar sein.

Oh, jetzt betreten Eisern-Union-Fans die Bude. Muss ich mich in meinem weißen Hemd fürchten?

72′ Trochowski für Podolski. ARD zeigt Zeitlupe, in der Podolski mit Ballack aneinander gerät. #Führungsspielerdebatte

73′ Gomez-Spiele gehen weiter. Rutscht aus und schießt sich gegen das Standbein. Es ist vermaledeit.

78′ Einer der wenigen Höhepunkte des Spiels: der eingesprungene Lahm an der Eckfahne. Tiefpunkt: Hinweis auf Waldis WM-Club. #Würgereiz

89′ Noch ein Gomez! Eigentlich gute Bewegung, Mitnahme und Schuss im selben Ansatz. Doch drüber.

Endstand 0:2 Bis zur 60. Minute war Wales gleichgut. Bei Enke darf man sich bedanken, dass die Führung hielt und dass Wales nicht mehr herankam. Deutsche Abwehr, besonders Tasci, mit Flüchtigkeitsfehlern und größeren Problemen bei langen, hohen Bällen als die gegnerischen Pendants. Rolfes fahrig, Hitzlsperger dagegen sehr solide. Ballack stark, gerade in Bedrängnis sieht man seine Klasse. Und dann seine Schusstechnik! Gomez hat seine Tore für den VfB aufgehoben. Man weiß auch nicht, ob „sein“ 0:2 Linderung oder Symptom seiner Melancholie ist? Schweinsteiger sollte man das Attribut Juniorchef absprechen. Das Portugal-System (zwei 6er Rolfes und Hitzlsperger, Ballack vorgezogen, Podolski links, eine Spitze) hat heute nicht gegriffen. Andererseits, WM-Qualifikationsspiele sind keine Catwalks.

Ballack über die Handgreiflichkeit Podolskis: „Er ist ein junger Spieler und hat noch viel zu lernen.“ Würde gerne beim nächsten Training Mäuschen spielen. #Aufmüpfige abgrätschen

23:01 Im Raucherraum mokiert man sich über die müden Aprilscherze von Waldemar Hartmann und Paul „Potato“ Breitner. Darauf haben wir keine Lust mehr – und sagen Tschüs bis zum nächsten Mal.