‹ Alle Einträge

Popstar wehrt sich gegen Naziband

 

Die Naziband „Kommando Freisler“ hat ein Lied des Popstars Annett Louisan nachgespielt, unterlegt mit rechtsextremen Texten. Jetzt hat das Management der Künstlerin laut einem taz-Artikel angekündigt rechtlich gegen den Missbrauch des Liedes vorzugehen. Denn um ein Lied textlich oder musikalisch zu verändern, bedarf es der Erlaubnis des Musikverlages. Die hatten die Neonazis natürlich nicht eingeholt.

Das Management der Sängerin zeigte sich entsetzt, wie die Rechtsrocker ihr Lied „Das Spiel“ verändert und inhaltlich umgekehrt haben. „Wie er sich festbeißt, dich zu Boden schmeißt, wie er dich zerreißt, der will doch nur spielen“, singt die Gruppe fröhlich über den brutalen Angriff eines Kampfhundes auf der neuen CD „FSK 18“.

Der Sänger von „Kommando Freisler“, Oliver Keudel, ist in der rechten Szene kein Unbekannter. Er betreibt im Harz ein Tattoo-Studio mit dem Namen „Zettel am Zeh“ und singt auch bei der bekannten Rechtsrockband „Agitator“. Beide Bands zeichnen sich durch aggressiven Antisemitismus und Rassismus sowie eine unverhohlene NS-Glorifizierung aus. Bei einem Auftritt 2006 in Berlin, bei einem NPD-Aufmarsch für die Freilassung des Sängers der verbotenen Naziband „Landser“, wurde Keudel festgenommen, weil er folgenden Liedtext ins Mikrofon gröhlte:

„Ich bin mit Leib und Seele Nazi und ich weiß mit Sicherheit: für mich kann’s nix Schö­ne­res geben, ich bleib Nazis für alle Zeit.[…] Da der gute alte Wiesenthal uns leider nicht mehr jagt – und der Pole beim polonisieren ständig gnadenlos versagt – komm ich fast um vor Lachen! Ich find das völlig Geil! – Dann tanze ich durch meine Bude, heb den Arm und schrei Juchhu“

Die Texte von Kommando Freisler, sind noch eindeutiger, als die von Agitator:

„In Belsen, in Belsen, da hängen se an den Hälsen.
Fidiralala, fidiralala, fidiralalala.
In Buchenwald, in Buchenwald, da machen wir die Juden kalt.
Fidiralala, fidiralala, fidiralalala.
In Majdaneck, in Majdaneck, da machen wir aus Juden Speck.
Fidiralala, fidiralala, fidiralalala.
Aus Judenhaut, aus Judenhaut, da wird der Lampenschirm gebaut.
Fidiralala, fidiralala, fidiralalala.
In Auschwitz weiss ein jedes Kind, dass Juden nur zum Heizen sind.
Fidiralala, fidiralala, fidiralalala.“

Oliver Keudel und Schlagzeuger Sebastian Kramm wurden am 2.November 2009 vom Amtsgericht Herzberg wegen des Einspielens der Kommando Freisler-CD „Geheime Reichssache“ wegen Volksverhetzung zu Geldstrafen verurteilt. Der kurz zuvor verstorbene Nazianwalt Jürgen Rieger hätte als Verteidiger auftreten sollen.

Vertrieben werden die CDs der Gruppe vom W&B-Versand von Neonazikader Thorsten Heise aus dem thüringischen Fretterode. Er gilt als wichtige Schnittstelle zwischen der militanten Kameradschaftsszene und der rechtsextremen NPD. Über den Onlineversand von Heise können neben einschlägigen Rechtsrock-CDs auch Sturmhauben, Schlagstöcke und Tränengas-Dosen bestellt werden. Immer wieder wurde das Anwesen von Heise in den letzten Jahren durchsucht und Tausende von ihm produzierte CDs beschlagnahmt. Bei der Durchsuchung im Herbst 2007 wurden auch eine Maschinenpistole, ein Maschinengewehr und eine Pistole gefunden.

3 Kommentare


  1. […] viaStörungsmelder » Popstar wehrt sich gegen Naziband. […]


  2. Wieder einmal hat offensichtlich der bekennende Nazi Oliver Keudel zugeschlagen. Mitte des Jahres soll die Beruffungsverhandlung gegen ihn wegen der Straftat in Sachen „geheime Reichssache – Kommando Freisler“ vor dem Landgericht in Göttingen stattfinden. Die zuständige Staatsanwaltschaft ist in die Berufung gegangen. Keudel hat sein Tattoo-Studio „ZettelamZeh“ Anfang des Jahres geschlossen. Angeblich soll er beabsichtigen von Bad Lauterberg nach Schladen umzuziehen. Die Nazistin Annett Müller wohnt ebenso, wie Keudels ehemaliger Kompagnon der Neonazi Jan Sedlack, nach wie vor in Bad Lauterberg. Sedlack ist in des öfteren mit seinem Kampfhund in der Bad Lauterberger Innenstadt, er wohnt nur ca. 200 Meter entfernt,zu sehen. Er wohnt in einem Haus der Familie des Nazis und NPD Ratsherren und niedersächsischen LaVo Mitgliedes Michael Hahn.

  3.   NochbeiVerstand

    Was zur Hölle ist eine Nazistin? Ich würde mal etwas vorsichtige sein und keine Namen und Wohnorte von Politischen Gegnern öffentlich machen, sowas geht auch andersrum und hilft niemandem.

 

Kommentare sind geschlossen.