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Algorithmus kürt kreative Künstler

 

Kreativität: Algorithmus kürt kreative Künstler
Welches Gemälde ist kreativ und welches nicht? Forscher der Rutgers University glauben es zu wissen. Quelle: Quantifying Creativity in Art Networks, Rutgers University, Screenshot: ZEIT ONLINE

Was Schönheit ist, weiß nur Gott. Das hat Albrecht Dürer einst gesagt, und der muss es wissen. Schließlich zählt er zu den größten Künstlern, die dieses Land je hervorgebracht hat. Was hingegen Kreativität ist, weiß außer Gott auch noch ein spezieller Algorithmus, den Forscher der Rutgers University im US-Bundesstaat New Jersey programmiert haben.

Kreativ ist ein Kunstwerk für die Wissenschaftler dann, wenn ihm ein hoher Wert an Originalität und Einfluss zuzuschreiben ist. Um dies festzustellen, untersuchten sie zwei Datensätze mit jeweils 62.000 Bildern auf visuelle Elemente wie Klarheit der Farben und Natürlichkeit der Formen. Berücksichtigt wurde dabei auch die jeweilige Entstehungszeit des Kunstwerks.

Ihre Ergebnisse haben sie in einer Studie zusammengefasst. Besonders viel Kreativität steckt demnach in Edvard Munchs Der Schrei und Roy Lichtensteins Yellow Still Life.

Und Albrecht Dürer? Kommt nach den Maßstäben der US-Forscher gar nicht gut weg. Zumindest die Kohlezeichnung, die Dürers Mutter zeigt, taucht im Kreativitätsranking ganz unten auf.

Weitere Teilchen finden sie hier.

11 Kommentare

  1.   Kunstgeigerzähler

    Wie dumm ist das denn? Wieder mal so ein bescheuerter Versuch, Kategorien wie „Klarheit der Farben“ (wieso denn oder „Natürlichkeit der Formen“ als messbar festzuschreiben. Sind nun „klare Farben“ besser oder schlechter als „unklare“? Und neben Originalität ausgerechnet „Einfluss“ messen zu wollen zeugt von naiver Ignoranz (als könne der „Einfluss“ von Kunstwerken nicht auch durch außerkünstleische Komponenten wie Geld, Definitionsmacht, politische Verhältnisse, Glück oder Pech etc. befördert oder behindert werden).

  2.   fragfix

    Kreativität – inzwischen sowieso ein wertloses Unwort – lässt sich nicht messen und die Qualität von Kunst lässt sich nicht in mathematischen Formeln errechnen. In der Kunst sind Ideen wichtiger als Gleichungen. Die beiden Ignoranten, entschuldigung Autoren, sind auch keine Kunstwissenschaftler, sondern Computerspezialisten, offensichtlich unterbeschäftigte. Sie haben ja schon angkündigt, man könne dass ganze auch auf Musik anwenden. Vermutlich steht Bachs Matthäuspassion dann unten links, der Radtzkymarsch aber oben rechts, wegen der „Klarheit der Farben“.

    Ansonsten Zustimmung zu #1.

  3.   Jorma Leppänen

    Prima.Jetzt weiss ich wieder was. Rutgers University werde ich nicht besuchen.

  4.   Shismar

    Natürlich lässt sich Kreativität messen. Die Qualität von Kunst allerdings eher nicht. Das war hier auch nicht beabsichtigt. Der Ansatz die Originalität und den Einfluss auf andere Künstler als Maßstab zu nehmen finde ich auch ganz sinnvoll.

    Ob die Kriterien allerdings so wie kolportiert tatsächlich „Klarheit der Farben und Natürlichkeit der Formen“ waren und falls ja, ob es da nicht bessere Faktoren gäbe?

  5.   Lebeding

    Zu 1 und 2 ergänzend:
    wirklich arm, irgendwelche Kriterien zu suchen, um Kreativität zu definieren. Kreativität definiert sich gerade darin, dass sie keine Kriterien irgendeiner Norm kennt und immer sich spontan an etwas (subjektiv) noch nicht Bekanntes orientiert (im 14. Jhd. war das Nicht-Bekannte anders als heute). Im Nachhinein Kriterien zu schaffen, mag ok sein, doch man muss die jeweilige Zeit dabei berücksichtigen – Kunst hat mit Geschmack zu tun: Rubens Schöne sind heute Dicke. Und die große Leistung Dürers war es, sich an die Ellipse heranzuwagen. Seine Kirchtürme sind allerdings noch nicht korrekt in den Raum hineingezeichnet. Aber er hatte es versucht und Rembrandt hatte dies umgesetzt, um seine Figuren in den Raum zu stellen.

    Deswegen sind solche Versuche, Normen herauszuarbeiten, wo es gar keine gibt, unsinnig und die Zeit dafür hätte man besser nutzen können – aber wohl fehlt es den Professoren heute an Kreativität und Gegenwartsbewusstsein, weil sie auf Überflüssigkeiten zurückgreifen :-))

    In den 80ern gab es mit der Postmoderne ein Bestreben von Galeristen, vorauszusehen, welcher Künstler ein wahrer wäre – oder mit dem man Geld machen könnte. Alles albern und nichts hat sich dauerhaft realisiert. KünstlerInnen machen es eh anders als vorausschaubar.

  6.   PETER MECKEL

    SCHEIßE IN DOSEN VOM KÜNSTLER
    VON PIERO MANZONI – IST AUCH KUNST ?
    FARBE AUF ÜBERDIMENSIONIERTEN RAKELN UM DAMIT NOCH RIESIGERE LEINWÄNDE ZU TRAKTIEREN, SO WIE GERHARD RICHTER,
    AUCH KUNST ? EHER WOHL FITNESSTRAINING EINES 80 ENDERS…ETC.

    PETER MECKEL


  7. Kunst ist doch total subjektiv, eine Projektionsfläche individueller Emotionen und Perzeptionen, auch simpler Spekulationsgegenstand zum Wohl von Auktionshäusern und Galerien. Es ist unmöglich, hier objektive Kriterien anzuwenden, zumal sich der Publikumsgeschmack ändert.
    Diese Wichtigtuer verdienen keine Beachtung.

  8.   fragfix

    @#4

    Und welche bessere Faktoren könnten es sein? Der Zeitaufwand? Die Stärke des Pinselstrichs? Der Grad der Farbschattierungen?

    Seit es Kunst gibt streitet man über Kunst, was Kunst ist, wofür Kunst ist, wie Kunst wirkt, wie sie entsteht und was gute oder schlechte Kunst ist. Diese Diskussion ist fester Bestandteil der Kunstgeschichte. Dazu gehört auch, dass immer wieder Regeln aufgestellt werden, die dann gebrochen werden. Ich befasse mich jetzt schon mein ganzes Leben mit Musik (vor allem klassischer). Ich bin überzeugt, dass es gute und schlechte Musik gibt, aber ich könnte wirklich keine allgemeinen Kriterien für gute und schlechte Musik angeben. Ich weiß auch niemand, der das kann, nicht in der Musik und nicht in anderen Bereichen. Wäre es so, es gäbe keine Flops in der Kunst und wir könnten mit entsprechendem Fleiß alle Mozarts, Rembrandts und Thomas Manns werden.

    Deswegen, dass hoffe ich wenigstens, werden sich die beiden an diesem Thema die Zähne ausbeißen. Um was es nämlich eigentlich geht, steht auf der ersten Seite der Studie: “The field of computational creativity is focused on giving the machine the ability to generate human-level “creative” products such as computer generated poetry, stories, jokes, music, art, etc., as well as creative problem solving.”

    Sprich: Wenn wir erst einmal verstanden haben, was Kreativität ist und wie sie funktioniert, können wir sie programmieren.

    Dann aber mal viel Spass.

  9.   fragfix

    @#6

    Durchgehende Großschreibung ist kein Argument.


  10. Und wo finden wir Beuys?

    So etwas, wie das Gemälde von Liechtenstein haben die alten Meister als Zeichenübung benutzt und nicht die Chuzpe gehabt, dieses als Kunstwerk verkaufen zu wollen.

    Gerade die Werke der alten Meister erfordern ein sehr hohes Maß an handwerklichem Können, das oft viele Jahre Übung und auch Experimente erforderte. Die optimale Bildkomposition, die richtige Abstufung der Farben und Abbildung des Schattenwurfs. Die Allegorien und versteckten Anspielungen, die sich perfekt in die Gesamtkomposition einfügen.
    Was ist denn schon ein Lichtenstein gegen einen Rubens.

 

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