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Wenn die Hiroshima-Bombe auf München fiele

 

Wenn die Bombe von Hiroshima auf München fiele
Wäre die Atombombe Little Boy nicht über Hiroshima abgeworfen worden, sondern über München – weite Teile der Innenstadt wären zerstört. © Alex Wellerstein

Der Zweite Weltkrieg hat Millionen von Menschen unendliches Leid gebracht – aber heute, 70 Jahre nach Kriegsende, gibt es immer weniger Zeitzeugen, die davon berichten können. Ein Großteil der deutschen Bevölkerung hat nie erlebt, wie es ist, wenn im eigenen Land Krieg herrscht. Und davon, was es bedeutet, wenn eine Atombombe ganze Landstriche zerstört, können nur Menschen in Japan erzählen.

Zwei Animationen verdeutlichen nun die Wirkung der Atombomben, die am 6. August 1945 auf das japanische Hiroshima und drei Tage später auf Nagasaki abgeworfen wurden, und bringen uns allen den Wahnsinn der letzten Kriegstage näher. Was wäre, wenn eine Atombombe auf unsere Heimatstadt fiele? Wie groß wären die zerstörten Gebiete? Wie weit ginge die Verwüstung? Das zeigen zwei interaktive Karten.

Kuang Keng Kuek Ser hat für Public Radio International eine Karte erstellt. Der Nutzer muss lediglich einen Punkt auf einer Weltkarte markieren, schon werden die Folgen sichtbar. Angenommen, eine Atombombe fiele auf Duisburg – der Animation zufolge würde die Wucht der Bombe selbst in Essen, Krefeld und dem nördlichen Stadtgebiet von Düsseldorf die Fenster zerbrechen lassen.

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Mögliche Zerstörung der Atombombe Little Boy – wäre sie über Duisburg abgeworfen worden (nach Kuang Keng Kuek Ser). Die Ergebnisse der beiden im Text zitierten Karten sind nicht deckungsgleich. © Kuang Keng Kuek Ser/PRI

Eine zweite Karte, programmiert am Stevens Institute of Technology von Alex Wellerstein, gewährt einen etwas detaillierteren Einblick in die grausame Materie. Hier können neben der Bombe Little Boy, die über Hiroshima detonierte und Fat Boy, die Nagasaki zerstörte, auch die Wirkung von Bomben dargestellt werden, die sich derzeit im Besitz einzelner Staaten befinden.

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Der Abwurf der Atombombe B83 (im Besitz der USA) hätte fatale Folgen für das gesamte Berliner Stadtgebiet. © Alex Wellerstein

Die Ergebnisse beider Karten sind nicht deckungsgleich – und doch vermitteln sie einen Eindruck, welche verheerende Wirkung eine Atombombe hätte. Nicht ohne Grund appelliert Japan, wo im Sommer vor 70 Jahren in Hiroshima 66.000 Menschen sofort nach der Explosion starben und mindestens 69.000 weitere verletzt wurden, weltweit alle Atombomben zu vernichten. Ein unterstützenswerter Wunsch. Aber wohl leider auch ein unrealistischer.

Weitere Teilchen finden Sie hier.

19 Kommentare


  1. „Wenn die Hiroshima-Bombe auf München fiele“

    In den vergangenen Jahren haben wurden schon mehrfach pakistanische Militärkasernen von Taliban überfallen.

    Wenn bei so einer Aktion den Taliban die Atombombe in die Hand fällt, kann dieses Szenario schneller wahr werden als es uns lieb ist.

  2. Avatar  paul12

    Ach hören Sie auf. So viel Paranoia. Da können Sie ja gleich froh sein, dass in München kein riesiges Ölvorkommen vorhanden ist.


  3. Westliche Atommächte sollten mit gutem Beispiel voran gehen, und ihre Kernwaffen an die UN abgeben.
    Im Falle, dass ein Land mit Kernwaffen durchdreht, kann die Welgemeinschaft immer noch reagieren.
    Aber einzelne Länder mit Kernwaffen müssen geächtet oder boykottiert werden.
    Man sollte auch erwähnen, dass Kernwaffen im Unterhalt sehr teuer sind.
    So ein Land könnte kein großes Arsenal aufbauen, wenn sich genügend Länder der UN am Boykott beteiligen.


  4. bei allen Erinnerungen wird in den deutschen Medien immer nur von einer Katastrophe gesprochen – hat keiner den Mut, das Kind beim Namen zu nennen – es war keine Katastrophe – es war ein Kriegsverbrechen!!!


  5. Falls jemals Außerirdische bei uns vorbeikommen, sich bestimmt darüber wundern, was wir für eine Spezies sind, die seit Jahrzehnten Waffen für ihre eigene Auslöschung hortet. Weg mit dem Atomzeugs – weltweit!


  6. @5
    Vielleicht sind Atombomben aber auch unsere einzige Hoffnung wenn Außerirdische vorbeikommen. Sie gucken eindeutig zu wenig Filme ;)

  7. Avatar  akutan_zero

    Hiroshima hier, Hiroshima dort. Hurra, heut ist Hiroshima Day und wir alle sind so richtig betroffen. Naja, nicht wirklich. Ich bewundere in erster Linie die Japaner, die es dank der A-Bomben geschafft haben, sich in der internationalen Wahrnehmung einen Opferstatus zuzulegen der noch um einiges absurder und verlogener ist als der Österreichs das sich nach 1945 zu Hitlers erstem Opfer erklärte (d.h. dem ersten Opfer des eigenen Landsmanns Adolf H.).

    Einen Rape of Nanjing Tag werden wir vergeblich suchen. Genauso wie einen der an ein paar Millionen Tote Zivilisten auf den Philippinen oder Südostasien erinnert etc. Der Atomblitz strahlt derart hell dass er den death toll den eine faschistoide Nation hinterliess die es an Brutalität und Arroganz mit Nazi-Deutschland jederzeit aufnehmen völlig verschwinden lässt.

    Dass ein Land wie das Japan der Kriegszeit irgendwann derart viel Mitleid ernten würde ist ein bitterböser Treppenwitz der Weltgeschichte. Aber wen kümmerts. Und jetzt weiter mit „Hitlers Schäferhunde“…..

  8. Avatar  hiesl

    @5

    Falls sie vorbeikommen, werden sie sich wahrscheinlich dieses Unfugs enthalten haben.
    Ja und wo wo sind sie denn?
    ….zugegeben die Entfernungen sind schon groß.

    Es bleibt aber die Frage, ob eine derartige Verdichtung der Zerstörungsfähigkeit typischerweise von Zivilisationen überlebt wird. :-)

  9. Avatar  Volker Stein

    Angenommen: Eine Atombombe löscht eine Millionenstadt aus. Es soll ca. 300 Millionenstädte geben, davon die größten mit 20 Mio. und die kleinsten 1 Mio. Dann würden 300 Atombomben ca. 800 Millionen Menschen vernichten und alle Millionenstädte der Erde wären ausradiert. Vielleicht bräuchte man dafür 2-3000 Atombomben, aber die gibts es ja.
    Die Weltbevölkerung wären von 7,3 auf 6,5 Milliarden Menschen dezimiert.
    Das ist zynisch. Aber ist es falsch?
    Diese Woche gingen Meldungen durch die Presse, dass zum Ende dieses Jahrhunderts (noch 85 Jahre) ca. 11,2 Milliarden Menschen unsere Erde bevölkern werden. Wären zwei Milliarden weniger „schlimm“? Wäre es besser, die würden verhungern oder von Seuchen/Naturkatastrophen dahingerafft? Zynismus im Quadrat?
    Glaubt jemand ernsthaft das würde passieren? Ist nicht der alltägliche Horror im Mittelmeer schon unerträglich? Soll man Schrecken vergleichen?
    In Deutschland gab es seit dem Abwurf der beiden Atombomben in etwa gleich viele Verkehrstote. Ist das auch ein Verbrechen?


  10. Auch wenn die Schäden gewaltig sind – der zweite Weltkrieg hat gezeigt, dass es auch ohne Atombomben unproblematisch funktioniert, ganze Länder in Schutt und Asche zu legen.

    Mit der Atombombe geht es schneller, effektiver und grausamer, ja. Aber auch herkömmliche Kriegsführung sorgt für Millionen Tote. Das darf man nicht vergessen.

 

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