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Claus Kleber hat eine wichtige Nachricht für uns

 

 

Es kommt nicht oft vor, dass Männer in der Öffentlichkeit weinen, prominente Männer vor allem. Aber wirklich geschadet hat es bislang keinem. Als dem damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück bei einem SPD-Parteikonvent plötzlich die Stimme wegbrach, wurde er danach wieder stärker als Mensch wahrgenommen. Uli Hoeneß konnte sich nach seinen Tränen auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern, trotz Steueraffäre, des Beistands seiner Anhängerschaft noch sicherer sein. Und nun wird wieder ein Medienprofi für eine emotionale Reaktion gefeiert: ZDF-Moderator Claus Kleber.

Nach einem sehr eindrücklichen Bericht über eine Vorbereitungs-Schulklasse für Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen wollte Kleber im heute-journal am Mittwochabend (hier die gesamte Sendung in der ZDF-Mediathek) mit einem Fundstück der Krautreporter-Kollegen an seine Kollegin Gundula Gause überleiten. Er erzählte von einem Busfahrer im fränkischen Erlangen, in dessen Bus eine Gruppe Flüchtlinge mit ihren Betreuern stieg. Der Fahrer hielt an, griff sich das Mikrofon und sagte auf englisch:

"Ich habe eine wichtige Nachricht für alle Menschen aus der ganzen Welt in diesem Bus. Willkommen. Willkommen in Deutschland. Willkommen in meinem Land. Haben Sie einen schönen Tag."

Es fällt Kleber nicht leicht, diese Sätze zu sagen, seine Stimme ist brüchig. "Es kann manchmal so einfach sein", fügt Kleber noch hinzu. Dann dreht er sich zu Gundula Gause.

Auf Twitter bekommt der Moderator zum großen Teil positive Reaktionen auf den Gefühlsausbruch, den er auch selbst – via Twitter – am nächsten Morgen kommentiert:

Die nächste Sendung wartet. Schon heute. Es kann so einfach sein.


115 Kommentare

  1. Avatar  Mieep

    In der Tat. Nicht sehr professionel.
    Aber Kleber bringt seine persönliche Einstellung eh viel zu viel ein, hat in einer Nachrichtensendung absolut nichts verloren.


  2. „Problematisch am Fernsehen ist nicht, dass es uns unterhaltsame Themen präsentiert, problematisch ist, dass es jedes Thema als Unterhaltung präsentiert.“

    Neil Postman

  3. Avatar  Martin Heinzmann

    mein vater hat zeit seines lebens die zeit als freiheitliches, liberales und unabhäniges blatt gerühmt…diese zeiten sind vorbei, einen tränenreichen berichicht der die neoliberale transatlantiker-maulhure kleber als menschliches wesen darzustellen versucht, treibt mich auf die nächste toilette…zum kotzen!


  4. Da reagiert ein Mensch als Mensch… und den ersten Kommentatoren fällt nichts besseres ein, als ihren missgünstigen und frustrierten Geifer ins Forum zu spucken…

    Wie klein, wie dauerfrustriert muss man sein, um so zu reagieren. In einem Land, dass zu den reichsten Ländern der Erde gehört, dass seine Menschen ausbildet und für sie sorgt, eigentlich undenkbar.

    Oder es handelt sich um wohlstandsverwöhnten Zynismus gewürzt mit etwas Langeweile, weil man sich ja sonst nicht mehr spürt.

    Beides ein absolutes und trauriges Armutszeugnis für solche Schreiber…

  5. Avatar  Profi-Moderator

    Fehlt nur noch das süße Kätzchen auf dem Moderatorentisch…


  6. Danke, Herr Kleber.

    Danke lieber Busfahrer.

    Mehr Menschen mit Herz und man müsste nicht ständig diese unerträgliche Hetze lesen. Gegen Menschen in Not.

    Schimpfen Sie doch mal lieber über Mutti, die lieber Länder als „sicher“ einstuft, statt hinzusehen und lieber den dortigen (rassistischen, gewalt gegen Minderheiten duldenden oder fördernden) Regierungen mal auf die Finger zu klopfen. Dann würde ein Großteil der Balkanflüchtlinge, die ja nur zum Spass da weggehen, vielleicht sogar bleiben. Wenn Ihnen nicht ständig Gewalt, Ausgrenzung und Hass droht.


  7. Oh Gott, Herr Kleber !
    Er hat eben doch einiges drauf…

  8. Avatar  Markus

    Wie Rührselig. Man, unsere Medien hauen aber auch einen Kracher nach dem anderen raus. Unglaubwürdiger geht’s kaum. Mir kommen gleich auch die Tränen, ehrlich.

  9. Avatar  Bob8R

    @ 3. Auf dem Weg zur Toilette den erbrochenen Kommentar nicht vergessen, da gehört er hin.

  10. Avatar  Harriet

    Wirklich schade ist, dass man sich heutzutage als Person der Öffentlichkeit ständigen Anfeindungen aussetzen muss. Und nach einem kurzen Artikel hier nicht gewürdigt wird, dass ein Mensch sich auch mal zu einer gewissen Emotionalität hinreißen lässt, sondern bösartigste Worte auf ihn niederprasseln. Glücklicherweise haben wir ja sonst scheinbar keine Probleme.

 

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