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Panayiota Vasileiadou – der Engel von Idomeni

 

 

Idomeni ist in den vergangenen Wochen ein Symbol für Verzweiflung geworden. Tausende Flüchtlinge warten an der griechisch-mazedonischen Grenze darauf, weiter nach Europa reisen zu dürfen. Doch die mazedonischen Behörden haben die Grenze geschlossen und die Menschen warten unter schlimmen Bedingungen darauf, dass sich der Zaun doch irgendwann öffnet. Wir haben uns an die Bilder von Tränen und Wut gewöhnt – dabei gibt es auch Zeichen der Menschlichkeit in Idomeni. Die britische BBC hat Panayiota Vasileiadou porträtiert, eine griechische Rentnerin, die diesen Ort ein wenig menschlicher machen möchte.

Die 82 Jahre alte Frau hat Flüchtlinge in ihr Haus geholt. Sie gibt ihnen zu essen, zu trinken, ein Dach über dem Kopf und die Möglichkeit, zu duschen. Haja, ein syrischer Flüchtling, berichtet der BBC, wie er Vasileiadou nach dem Kräuterpflücken traf. Eigentlich wollte sich der 22-Jährige bei der Rentnerin einen Kochtopf leihen. Doch die sah dann, in welcher Verfassung sich Haja und seine Freunde befanden und lud die Gruppe in ihr Haus. "Zuerst hatte ich Angst. Doch jemand hielt ein sechs Monate altes Baby auf dem Arm, deshalb habe ich sie eingeladen." Und das, obwohl auch die Rentnerin selbst nicht viel hat. Ihre Rente wurde aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Landes von 700 auf 450 Euro gesenkt.

Auch von den Nachbarn gibt es mitunter Kritik. Manche befürchten, dass die Hilfsbereitschaft mehr Flüchtlinge anlocken könnte und damit extremistische Ansichten. Doch Panayiota Vasileiadou will davon nichts wissen. "Wir waren alle Flüchtlinge in der Vergangenheit", sagt sie der BBC. 1941, als die Nazis Griechenland besetzt hielten, brannten mit den Deutschen verbündete bulgarische Truppen ihr Heimatdorf Chamilo ab – da war Vasileiadou gerade sieben Jahre alt.

Diese Erfahrungen haben sie geprägt, deshalb möchte sie nun den Menschen helfen, die heute in einer ähnlichen Situation sind – und deshalb sitzt sie in ihrer Küche und bereitet ihren Gästen gefüllte Weinblätter, Hühnchen und Pizza zu. "Sie ist wie eine Mutter für uns. Wir lieben sie sehr", sagt ein Flüchtling der BBC. Die Rentnerin spricht kein Arabisch und die Flüchtlinge nur einige Brocken Griechisch, aber irgendwie klappt es schon mit der Verständigung. Nur in einem Punkt gibt es Meinungsverschiedenheiten. Vasileiadou möchte gerne, dass der 20 Jahre alte Majid mit dem Rauchen aufhört. Bislang hat sie es noch nicht geschafft.

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5 Kommentare

  1.   Danke.

    Mehr Menschen, die ihre Menschlichkeit noch spüren, dann hat unsere Welt noch eine Chance.

    Und ja: ich lade z.B. Obdachlose zum Essen nach Hause ein; helfe Flüchtlingen…

  2.   :)

    Sehr rührend und hoffnungsvoll dass wir doch nicht die schlimmste Rasse in diesem Universum sind.

  3.   Ameisenfarm

    „Idomeni ist in den vergangenen Wochen ein Symbol für Verzweiflung geworden. Tausende Flüchtlinge warten an der griechisch-mazedonischen Grenze darauf, weiter nach Europa reisen zu dürfen. Doch die mazedonischen Behörden haben die Grenze geschlossen und die Menschen warten unter schlimmen Bedingungen darauf, dass sich der Zaun doch irgendwann öffnet. “

    Ich kann es langsam nicht mehr hören.
    Diesen Menschen wurden Plätze in gut ausgestatteten Flüchtlingsheimen angeboten, die diese aber nicht annehmen wollte. Kann man bitte aufhören so zu tun als würden die Leute an der griechisch-mazedonischen Grenze festgehalten werden? Das stimmt nämlich keinesfalls.

  4.   merlin2

    Und ich kann es auch langsam nicht mehr hören !
    @Ameisenfarm:
    haben Sie denn eine Ahnung wie es in diesen ´gut ausgestatteten Flüchlingsheimen´ zugeht ?? Ich empfehle diesen Link: http://livetickereidomeni.bordermonitoring.eu/
    .. wenn Sie denn überhaupt an Informationen interessiert sind.
    Fakt ist:
    die ´gut ausgestatteten Flüchtlingsheime´ sind mindestens genauso miserabel wie das Camp in Idomeni. Dazu kommt die Abschottung (Zaun drum rum, Zugangskontrolle) die schlechte Versorgung und fehlende Informationen. Und generell: die formalen Möglichkeiten (Relocation, Familienzusammenführung, Asylantrag) funktionieren überhaupt nicht.
    Also : nicht schwallen, sondern informieren !

  5.   Dergestalt

    Ich finde das verantwortungslos. Die Nachbarn haben recht. Das lockt zum einen mehr „Flüchtinge“ an und zum anderen bestärkt es die Menschen dort noch in ihrer illegalen Haltung.

 

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