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#Reichenhetze dokumentiert Alltagsrassismus

 
#Reichenhetze dokumentiert Alltagsrassismus
© Eutah Mizushima/Unsplash

Österreich hat ein Problem. Ein Problem mit Rassismus. "Wenn es eines Beweises bedurfte, dass es nicht Armut und Arbeitslosigkeit sind, die Menschen nach rechts treiben, sondern dass es kulturelle Gründe sind, zum Teil blanker völkischer Rassismus, ganz oft eine autoritäre Grundeinstellung, dann hat ihn Österreich am Sonntag geliefert", sagte der Politologe Claus Leggewie nach dem Wahlerfolg von ÖVP und FPÖ im Herbst. Dass diese vergiftete Stimmung offenbar auch den öffentlichen Raum durchsetzt, zeigt eine aktuelle Debatte auf Twitter.

Unter dem Hashtag #Reichenhetze veröffentlichten Nutzer – meist mit Migrationshintergrund – Tweets, die Fälle von Alltagsrassismus, Hass gegen Minderheiten und Diskriminierung dokumentieren. Die Aktion wurde von der Nutzerin Vanniferrari ins Leben gerufen, nachdem der österreichische Kanzler Sebastian Kurz bei seinem Deutschlandbesuch vor Hetze gegen Reiche gewarnt hatte. Ausfälle nach rechts seien genauso falsch wie linke Stimmung, die gegen Reiche gemacht werde, sagte er in der ARD-Talksendung Maischberger.

Diese Aussage ließ so manchem Twitternutzer den Kragen platzen. Hatte Innenminister Herbert Kickl von der FPÖ doch erst kürzlich davon gesprochen, Flüchtlinge "konzentriert" unterbringen zu wollen – eine Äußerung, die an die NS-Zeit erinnerte und angesichts derer Kurz sich wortkarg präsentierte.

Also twitterte Vanniferrari eigene Erfahrungen, schilderte Angriffe auf ihre Familie. Damit hat sie mittlerweile Hunderte Nutzer animiert, auch ihre Geschichten zu erzählen. Und diese machen deutlich, dass Rassismus im Alltag fest verankert ist – in Schulen, im Job, auf Spielplätzen, beim Arzt, auf dem Amt und im Biergarten.

Nun wäre es zu einfach zu sagen, dass Alltagsrassismus ein rein österreichisches Problem ist. Finden sich doch auch Beispiele aus Deutschland in dem Thread.

 

28 Kommentare

  1.   Sokra Tessa

    Die Oxfam-Profis sind echte Spezialisten für Sozialneid Die Geschichte von der Schere zwischen Arm und Reich ist substanzlos, ein theoretisches Problem von ideologisch verbohrten Soziologen erfunden, eine reine Neidschimäre die nur gemacht wurde, um Unzufriedenheit zu erzeugen. Selbst wenn in Deutschland der VW-Konzern alleine den Familien Piech und Porsche gehören würde, und wenn die Familie Quandt alleine im Besitz des BMW Konzerns wäre, würde sich am Luxuslohn der dort beschäftigten Arbeiter von über 41 € die Stunde plus Zulagen – aktuell für das Jahr 2017 – nichts ändern. Das Kapital der Reichen steckt in den Arbeitsplätzen der Arbeitnehmer. Es steckt in Firmen wie BWM (Familie Quandt) in ALDI (Albrecht) usw und ist damit die Grundlage der wirtschaftlichen Existenz der 45 Mio Arbeitnehmer, in unserem Land. Am Jahresende 2015 waren in der deutschen Volkswirtschaft Anlagegüter mit einem Wert von 17.2 Billionen oder 17.200 Milliarden Euro für Produktionszwecke vorhanden, das waren rund 400.000 Euro pro Arbeitsplatz. Womit wurden diese Arbeitsplätze geschaffen, von der heißen Luft von Oxfam oder dem Kapital der „bösen Kapitalisten“? Was zu Konsumzwecken verteilt ist, kann nicht investiert werden, sondern ist weg. Oxfams Forderung nach Umverteilung ist direkt auf die Vernichtung von Arbeitsplätzen angelegt. Und in wenigen Jahren haben wir dann in Deutschland einen Lebensstandard wie in Kuba, wo das Vermögen der Einwohner wenig ungleich verteilt und die Schere zwischen Arme und Reich besonders gering ist. In allen kommunistischen Staaten, von der DDR angefangen bis nach Russland gab es ebenfalls keine ausgeprägte Schere zischen arm und reich. Was ist aus den Läöndern geworden?

  2.   Randy.Rocker

    Wer in D sein Kind LeShaun nennt, der braucht sich doch über eine Behandlung als Unterschicht nicht zu verwundern, – Kevinismus hoch drei…

  3.   LumichGut

    @sarahmiller ja so war es aber bei den Migrantenkindern. Auf die Antwort nach der Heimatgegend kam immer: „aber wo kommst du wirklich her“.
    Hat mich keiner meiner autochtonen Landsleute je gefragt.

  4.   Revenant Zerberus

    Den 2. Kommentar von lebensgefahr hätte man ruhig auch noch dazu nehmen können, der ist auch lustig und die Fortsetzung: ‏“Schließlich verpasste mir dann noch eine Rentnerin eine Ohrfeige und nannte mich Volksverräter. Die Polizisten die in der Nähe standen haben nur zugeschaut und gelacht. Bitte wählt die MLPD damit so etwas in Zukunft nicht mehr passiert #reichenhetze“

  5.   La fin du bon temps

    Ich bin vor 10 Jahren auf einer Autofähre mal für einen Holländer gehalten worden, weil ich mit einem niederländischen Mietwagen unterwegs war. Man kam ins Gespräch und ich wurde mehrfach für mein akzentfreies Deutsch gelobt. Ich hab aus Höflichkeit nichts gesagt.

    Bei der Abfahrt machte ich dann einen Vorfahrtsfehler, da durfte ich mir von den Herren eine komplette Kollektion von Holländer-bezogenen Beleidigungen anhören (mehr, als ich bis dahin kannte). Nichts neutrales wie „Idiot“ – alles spezifisch anti-niederländisch.

    So dünn ist der Lack unserer Zivilisation hier. Seitdem ist es ja noch schlimmer geworden.

  6.   Jose Ignacio

    Der Hashtag erklärt sich aus dem Interview von Kanzler Kurz bei Maischberger. Sie wollte mit ihm über Hetze von Rechts reden und er hat dann „whataboutism“ über #Reichenhetze von Links geredet.
    Ein ziemlicher Trump-move.
    Steht aber auch im Artikel.

  7.   SarahMiller

    @LumichGut: die frage ‚woher kommst Du?‘ ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass die Antwort ‚Wien‘ (wahlweise Muenchen/Frankfurt/Berlin) nicht akzeptiert wird und selbst der naechste Versuch mit ‚Donaustadt‘ (wahlweise Schwabing/Neu-Isenburg/Wedding) nicht angenommen wird. Spaetestens da muesste es dem Fragenden doch klar sein, wie sich die Person definiert: glaskar als Oesterreicher (wahlweise Deutscher ;) ). Und der Rassismus kommt dann so richtig schoen bei der naechsten Reaktion durch von wegen ’nee, ich meine wo kommst du denn WIRKLICH her?‘

    @alle: den Hashtag verstehe ich auch nicht. Seit wann sind alle Rassisten reich!?!

  8.   FabienneKar

    Vielleicht wäre es nicht schlecht wenn ihr die Accounts prüft bevor ihr sie zitiert. Also nur so als Idee.

  9.   Erwin. S.

    Dass diese vergiftete Stimmung offenbar auch den öffentlichen Raum durchsetzt, zeigt eine aktuelle Debatte auf Twitter. Wirklich?

    Ok, Vanniferrari twittert laut ihrem Profil weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die überschaubaren Einträge unter #Reichenhetze stammen von Grünen, Politikern, Journalisten, Aktivisten usw. Eine Debatte (also eine Diskussion mit unterschiedlichen Meinungen) kann ich nicht erkennen.

  10.   fificht

    Mal sehen wie lange es noch dauert bis die sich eine heile Welt ohne Gruppenabgrenzung Erhoffenden merken, dass das eine illusorische Vorstellung ist.

    Gruppenabgrenzung ist essentiell in der menschlichen Entwicklung. Das mag man heute als Rassismus und Hass bezeichnen, aber das ist zu einfach gedacht.

 

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