‹ Alle Einträge

Frances McDormand setzt ein Zeichen für starke Frauen

 

Keine Oscarverleihung kommt ohne diesen einen Moment aus. Bei den 90. Academy Awards war es ein Moment der Solidarität unter Frauen. In ihrer Dankesrede setzte Preisträgerin Frances McDormand ein Zeichen für mehr Gleichberechtigung und Frauenrechte. Die Schauspielerin forderte alle weiblichen Nominierten auf, zusammen mit ihr aufzustehen – und die Männer, sie sich genau anzusehen.

Unter Standing Ovations erhoben sich die Frauen im Saal – Schauspielerinnen, Drehbuchautorinnen, Songwriterinnen, Komponistinnen, Regisseurinnen, Designerinnen. "Schaut euch alle um. Denn wir alle haben Geschichten, die erzählt, und Projekte, die finanziert werden wollen!", sagte McDormand. Sie appellierte an das Publikum, nicht nur auf der Party über Ideen zu plaudern, sondern wirklich aktiv zu werden. "Ladet uns in einigen Tagen in eure Büros ein", sagte die Schauspielerin, die für ihre Interpretation einer kämpferischen Mutter nach der Ermordung ihrer Tochter im Film Three Bilboards Outside Ebbing, Missouri mit dem Oscar für die Beste weibliche Hauptrolle geehrt wurde.

Ihre Rede schloss McDormand mit den Worten: "Heute Nacht habe ich zwei Worte für Sie: inclusion rider." Damit spielte die Oscarpreisträgerin auf Vertragsklauseln an, die Geschlechterparität und Diversität garantieren. Sie sichern zu, dass an einer Produktion gleichberechtigt Frauen beteiligt, aber auch Minderheiten, Menschen mit Behinderungen oder Homosexuelle im Film vertreten sind. Ist dies nicht der Fall, können Beteiligte legal von einer Produktion zurücktreten.

McDormands Rede war nicht nur ein starker Moment, sondern auch ein wichtiger Beitrag in der #MeToo-Debatte, die mit den Missbrauchsvorwürfen gegen den Produzenten Harvey Weinstein begonnen und von Hollywood aus eine weltweite Bewegung ausgelöst hatte. Bereits in seiner Eröffnungsrede hatte Moderator Jimmy Kimmel sexuelle Belästigung und die Benachteiligung von Frauen angeprangert. Die Schauspielerinnen Ashley Judd, Annabella Sciorra und Salma Hayek sprachen sich auf der Bühne für notwendige Veränderungen in der Filmbranche aus. Aber erst mit McDormands Rede gewann die Oscarnacht politischen Charakter.

Für Frances McDormand war es nicht der erste Oscar: Schon 1997 war sie für Fargo als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet worden – und hatte auch damals schon eine Rede für starke Frauen gehalten.


28 Kommentare

  1.   Macksmo

    „Damit spielte die Oscarpreisträgerin auf Vertragsklauseln an, die Geschlechterparität und Diversität garantieren.“

    Quoten und Zwangsmoral im Bereich der Kunst – Nein, Danke! Reicht in der Politik…

  2.   dongerdo

    *Keine Oscarverleihung kommt ohne diesen einen Moment aus. Bei den 90. Academy Awards war es ein Moment der Solidarität unter Frauen.*

    In der Tat, bei jeder einzelnen Verleihung gibt es jenen Moment des Fremdschämens

  3.   HeyeH

    Moralisch perfekte Kunst. Ob es dafür Abnehmer geben wird?

  4.   Rob

    @dongerdo

    In der Tat, in jedem Forum zu Onlineartikeln gibt es jenen Moment des Fremdschämens

  5.   Jagehtsnoch

    Sie fordert die Männer zur Zusammenarbeit mit den Frauen auf. Ein sehr kluger Zug. Leider zu spät, nachdem nun einige SchlaumeierInnen dafür gesorgt haben, das immer mehr normale Männer aus reinen Sicherheitsgründen „den Frauen“ aus dem Weg gehen.
    Ein guter Ansatz fällt auf verbrannte Erde. Schade eigentlich.

  6.   Lustgreis

    Was für ein lächerliches Schauspiel. So unauthentisch, man könnte meinen bei diesen Veranstaltungen sind fast nur nur Schauspieler zugegen.

  7.   MarionMustermann

    Das ganze klingt nach einer Religion mittlerweile.

    Man kennt es doch nur von der UDSSR, Nordkorea, Nazideutschland, DDR, das alles ein politisches Statement (aber dann auch nur in eine Richtung) sein muss.

    Ich weiß wir leben mit dem vermeintlich guten Ziel – ich glaube aber nicht dran, dass das so funktioniert. Jedesmal wenn man darauf hinweiste das eine Frau X geschafft hat betont man dies als Ausnahme und nicht im Sinne der Gleichstellung der dies als Status Quo sehen müsste.

    Ergo: Ziele werden nicht erreicht.

    Von der Fragwürdigkeit warum Diversität hoch mit Produktivität, Qualität korreliert und nicht nur mit Ideologie stellt sich auch.

  8.   Atan

    Was für eine abstruse Idee: ein Film soll z.B. nur gedreht werden können, wenn jedesmal mindestens 1 einbeiniger schwuler Quoten-Navajo im Abspann auftaucht? Und könnte dann kurz vor Ende der Dreharbeiten ein Schauspieler gegen die öffentliche Aufführung klagen, weil z.B. die rothaarige irische Cousine beim Casting nicht zum Zuge kam?

  9.   mirto_40

    Sehr guter Film & ausgezeichnete Schauspielerin!

    Hut ab und weiter so!

  10.   walter123

    Ich verstehe die Frauen schon, dass sie sich wehren und zwar zurecht, aber dieses political correctness-Gesäusel geht einem so langsam auf den Geist, da Inhalte und Qualität kaum noch eine Rolle spielen.

 

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Anmelden Registrieren