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Pyeongchang und der Kater nach Olympia

 

Wieder einmal zeigt sich, wie schnell die großen Versprechen der Olympia-Organisatoren von der Realität eingeholt werden. Die Winterspiele in Südkorea sollten den Austragungsort Pyeongchang, eine der ärmsten Regionen Südkoreas, für den Tourismus erschließen. Doch nun ist die Gegend mit einem Phänomen konfrontiert, das auch andere Ausrichterstädte kennen: Ist der Olympia-Zirkus weg, kommt der große Kater.

Ein Reporterteam von Citylab, einer Website des renommierten Atlantic, hat nachgefragt, wie die Stimmung in Pyeongchang mehr als drei Monate nach dem Ende der Spiele ist. Ein Drohnenvideo zeigt: Die Gegend wirkt verlassen. So gut wie keine Autos fahren auf den Straßen und im 200-Betten-Resort "I Want" sind gerade einmal 17 Zimmer belegt, heißt es in dem begleitenden Text. "Es gibt nicht sehr viele Touristen hier", wird der Betreiber eines Nudelrestaurants zitiert.

Dabei hatten die Organisatoren große Hoffnungen in die Spiele gesetzt. Die mehr als zehn Milliarden Euro, die für Olympia in Pyeongchang ausgegeben wurden, sollten die Region zu einem Hotspot für den Tourismus machen – und das nicht nur im Winter. Möglicherweise werden Reisende aus aller Welt die Region tatsächlich irgendwann in großer Zahl als Erholungsgebiet schätzen. Derzeit, so das Urteil der Autoren, erscheint Pyeongchang jedoch wie vor den Spielen auch: als eine kleine Bauernsiedlung.

Nur mit ein paar mehr Hotels und Sportstätten.

Weitere Netzfundstücke im Teilchen-Blog.

8 Kommentare

  1.   So ist das eben

    Exakt genauso verhält es sich auch an/in den FWM-Stätten in Südafrika und Brasilien. Sport-Großereignisse eignen sich, so hatte ich es mal im SPIEGEL (?) gelesen, häufig nur in Industrienationen als Motoren einer weiteren Steigerung der Wirtschaftsleistung vor Ort

  2.   Anapanasati

    Naja, von oben betrachtet sieht das ganze aus wie sozialer Wohnungsbau… was genau sollte dort die Besucherscharen anlocken?

    Geht leider aus dem Artikel nicht hervor, womit die Region dort punkten kann. Korea ist für das westliche Publikum doch etwas entlegen… .

  3.   AWKBL

    Warum sollte das in Pyeongchang anders sein, als anderswo – z.B. Athen, Sotschi, Brasilien, London, usw, usw.
    Diese „sportlichen“ Großveranstaltungen sind ganz generell ein gewaltiger Betrug (häufig mit Korruption kombiniert), bei dem die Monopolveranstalter große Sprüche klopfen, keine Steuern zahlen, unverschämt abkassieren und den Rest dann dem jeweiligen Staatshaushalt überlassen. Nach meinem Wissen hat das mit der anschließenden „Weiterverwendung“ noch nirgends geklappt. Die Rattenfänger ziehen in die nächste Stadt, und die Einwohner haben dann den Dreck.

  4.   karl-ton

    „Sport-Großereignisse eignen sich, so hatte ich es mal im SPIEGEL (?) gelesen, häufig nur in Industrienationen als Motoren einer weiteren Steigerung der Wirtschaftsleistung vor Ort“

    Und Südkorea ist nochmal was?

  5.   nach.gedacht

    Wer hätte das gedacht…

  6.   Jose Ignacio

    Ich geh mal davon aus, dass in einem Wintersportgebiet auch Schnee liegen soll.

  7.   Andreas Reiter

    Nun, wenn man ein Winterskigebiet im Sommer fotografiert ist auch nicht der große Trubel zu erwarten. Warten sie mal einige winter ab ob das Gebeit sich nicht doch noch etabliert.

  8.   RS

    Auf dem Video ist das Olympische Dorf zu sehen, also die Häuser, in denen die Sportler gewohnt haben. Die Wohnungen sollen nach den Spielen als Eigentumswohnungen verkauft werden. Hier gibt es etwas überzogene Preisvorstellungen aber es ist nicht so, dass kein Interesse bei Einheimischen vorhanden wäre.

    Es handelt sich nicht um Hotels… etc.

    Die Strasse ist eine kleine Nebenstrasse auf der grundsätzlich kaum Verkehr ist. Selbst während der Zeit der Spiele war die Strasse nie voll.

    Ich bin der Meinung, dass das Video nicht geeignet ist, pauschal ein Urteil zu fällen.

 

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