So funktioniert Kapitalismus

Konsum hält sich, Exporte und Investitionen brechen weg

Von 25. Februar 2009 um 16:01 Uhr

Die Zahlen zum deutschen Bruttoinlandsprodukt, genauer: zur volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, waren, was das Gesamtergebnis angeht, nicht überraschend. Das reale BIP ist im letzten Quartal des Vorjahres mit einer Verlaufsrate von 8,2% gesunken und lag damit um 1,65% unter seinem Vorjahresstand.

Für 2008 insgesamt kam es noch zu einer Zuwachsrate von 1,3%. Der zyklische Höhepunkt wurde im 1. Quartal 2008 erreicht, seitdem sinkt der Output (Y). Nach der international üblichen Definition herrscht also seit dem 2. Quartal 2008 in Deutschland Rezession.

BIP - Deutschland - 08Q4

Das war seit dem 13. Februar bekannt. Die detaillierten Zahlen, die heute früh veröffentlicht wurden, waren dann aber doch einigermaßen überraschend. Erstaunlich war vor allem, wie stabil bis zuletzt die Inlandsnachfrage war, trotz des Einbruchs der Investitionen. (Ich verwende im Folgenden nur die saisonbereinigten Zahlen der Bundesbank. Indem auf diese Weise die Wettereffekte weitgehend ausgeblendet werden, lässt sich zeigen, wie sich die zugrundeliegende Konjunktur entwickelt hat.)

Die sogenannte inländische Verwendung war gegenüber dem 3. Quartal real “nur” um 0,1% zurückgegangen, übertraf ihren Vorjahresstand aber noch um 1,8%. Wenn man den ungewollten Lageraufbau herausrechnet, sieht es allerdings deutlich schlechter aus.

Immerhin, der reale Konsum der Haushalte (CHH) ist im 4. Quartal auch nur um 0,1% gegenüber dem Vorquartal gesunken und hat sich damit besser gehalten als beispielsweise in den USA. Wie kommt’s? Am wichtigsten war wohl, dass die Beschäftigung bis zuletzt zugenommen hat, wenn auch nur um 0,1% gegenüber dem 3. Quartal (1,1% ggü.Vj.). Die Unternehmer wollten lange nicht wahrhaben, wie ernst die Lage ist. Das zeigt sich auch daran, dass die (nominalen) Arbeitnehmereinkommen im 4. Quartal noch mit einer Verlaufsrate von 2,3% gestiegen waren und damit um 3,7% höher waren als vor Jahresfrist. Da die deutschen Verbraucherpreise seit dem 3. Quartal leicht rückläufig sind, blieb den Lohn- und Gehaltsempfängern real mehr in der Tasche, als sie das aus den Vorjahren gewohnt waren.

Privater Konsum - Deutschland - 08Q4

Der Hauptgrund waren die deutlich gestiegenen Terms of Trade. Dieser technische Begriff, der selbst den meisten Volkswirten nicht so recht vertraut ist, bezeichnet die Relation zweier Indices: der Ausfuhrpreise zu den Einfuhrpreisen. Wenn die Preise für unsere Exporte stärker zunehmen als die Preise für die Importe, oder wenn die Exportpreise steigen und die Importpreise sinken, was noch vorteilhafter ist, verbessern sich die Terms of Trade.

Anders ausgedrückt, für einen exportierten Mercedes bekamen wir im Sommer etwa 480 Fass Erdöl, gegen Ende 2008 dagegen rund 1500 Fass. Wir haben also bei gleichem Ölverbrauch, mehr Geld übrig für andere Dinge – unsere Kaufkraft hat zugenommen. Man kann es auch auf eine noch andere Weise ausdrücken: Die Preise für das, was wir produzieren (ausgedrückt im BIP-Deflator) steigen stärker als die Preise für das, was wir kaufen (also die Preise der inländischen Nachfrage einschließlich der Einfuhren).

Rohölpreis - WTI - Monatswerte

Im 3. Quartal lagen die Terms of Trade noch um 2,1% unter ihrem Vorjahreswert, im 4. Quartal dagegen um 2,0% darüber. Wir haben in außerordentlichem Maße vom Verfall der Rohstoffpreise profitiert. Wir sollten uns allerdings nicht zu sehr freuen – denn die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass Rohstoffexporteure wie Russland, Brasilien, Südafrika und die OPEC-Länder entsprechend schlechter dastehen. Sind ja unsere Kunden, wenn auch nicht die wichtigsten.

Eine andere Stütze der Inlandsnachfrage waren die Konsumausgaben des Staates (CSt), wenn auch, anders als man das angesichts des publizistischen Dauerfeuers zu den Themen Konjunkturprogramme und Staatsverschuldung erwarten könnte, eine nach wie vor ziemlich schwache. Sie hatten sich im 4. Quartal real auf dem Niveau des 3. Quartals gehalten, waren aber immerhin nicht zurückgegangen, und lagen um 2,1% über dem Stand des Vorjahres. Hoffentlich lässt der Staat in diesem Jahr seinen Ankündigungen auch einmal Taten folgen und legt eine Schüppe drauf. Heute morgen gab es ja vom Statistischen Bundesamt die Nachricht, dass die gesamte Neuverschuldung des Staates 2008 nur bei 0,1% des nominalen BIP lag. An finanziellem Spielraum fehlt es nicht! Zudem liegen die Zinsen bei zehnjährigen Bundesanleihen nur bei 3%.

Staatsverbrauch - Deutschland - 08Q4

Der größte Beitrag zum Wachstum errechnete sich im 4. Quartal übrigens durch etwas sehr Negatives: den scharfen Rückgang der realen Einfuhren (M). Sie waren gegenüber dem Vorquartal um nicht weniger als 3,6% zurückgegangen, das heißt mit einer Verlaufsrate von, spitz gerechnet, 13,5%. In der Formel für das Sozialprodukt Y = CHH + CSt + I + X – M haben die Einfuhren (M) ein negatives Vorzeichen – wenn sie also sinken, steigt der Außenbeitrag (X – M), und mit ihm das Sozialprodukt.

Freuen wir uns nicht zu früh: Wenn wir weniger importieren, können wir normalerweise auch nicht so viel exportieren. Und so war es auch: Im 4. Quartal kam es gegenüber dem Vorquartal zu einem Rückgang der Ausfuhren (X) um 7,3%, was eine Verlaufsrate von -26,2% ergibt. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Ein Glück, dass der Euro in letzter Zeit etwas zur Schwäche neigt; den Ländern des Club Med sei Dank.

Exporte - Deutschland - 08Q4

Eingebrochen sind, wie in einer richtigen Rezession nicht anders zu erwarten, die Investitionen (I): Die Ausgaben für Ausrüstungen schrumpften real mit einer Verlaufsrate von 18,3%, die für Bauten mit 5,0%. Da die Kapazitäten ohnehin ständig schlechter ausgelastet sind, ist es für Unternehmen nicht sehr sinnvoll, sie gerade jetzt zu vergrößern (das gilt nicht für die Investitionen des Staates!). Das hat natürlich unangenehme Nebeneffekte: Nicht nur dass damit keine neuen Arbeitsplätze geschaffen werden, es sinkt auch die mittelfristige Wachstumsrate der Volkswirtschaft, und bei einem Aufschwung stößt man eher an physische Grenzen, wodurch dann das Inflationsrisiko steigt. Letzteres ist zugegebenermaßen nichts, worüber wir uns heute Sorgen machen müssten. Niedrige Zinsen sind übrigens in dieser Situation das richtige Rezept, sie sind aber nicht kriegsentscheidend. Ausschlaggebend für die Schwäche der Investitionen ist der Einbruch der Nachfrage. Sie zu stimulieren muss die Priorität der Wirtschaftpolitik sein.

Ausrüstungsinvestitionen - Deutschland - 08Q4

Wie sah es im vergangenen Quartal bei der Einkommensverteilung aus? Von Ende 2000 bis Anfang 2008 ist der Anteil des Arbeitnehmerentgelts am Volkseinkommen von knapp 73% auf knapp 64½% zurückgegangen, während der Anteil der Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen entsprechend zugenommen hat. Im 3. und 4. Quartal kam es infolge von rückläufigen Gewinnen – die Jahresrate betrug im Schlussquartal -29,1%! – wieder zu einem Anstieg der Lohnquote, und zwar auf 67%. Vermutlich wird sie auch in den kommenden Quartalen weiter kräftig steigen, einfach weil die Gewinne rascher auf eine Rezession reagieren als die Löhne.

Funktionale Einkommensverteilung - Deutschland

Man kann es auch aus anderer Perspektive sehen: Die Produktivität, das BIP je Erwerbstätigenstunde, war im 4. Quartal erneut gesunken. Die Löhne hatten sich dagegen weiter erhöht, so dass die Lohnstückkosten mit einer Verlaufsrate von 14,2% zunahmen. Löhne sind aus volkswirtschaftlicher Sicht der bei weitem größte Kostenblock. Da gleichzeitig die Erzeugerpreise, also die Outputpreise der Unternehmen, mit einer Rate von 4,0% gefallen sind, musste es zu einem Einbruch der Gewinne kommen. Das ist nicht gerade ein Anlass für Optimismus. Laut Ifo glauben immer weniger der Befragten an einen baldigen Konjunkturumschwung; sie werden jetzt wohl energischer als bisher daran gehen, ihre Belegschaften zu verkleinern.

Die Sparquote ist derweil auf 11,8% des Verfügbaren Einkommens gestiegen, einen Wert, der zuletzt zu Anfang der neunziger Jahre erreicht wurde. Das zeigt, dass die Leute stark verunsichert sind.

Und wo bleibt das Positive, Herr Wermuth? Ich weiß es auch nicht. Ich weiß allerdings, dass der Staat in der heutigen Lage deutlich mehr für die Nachfrage tun muss, als er bisher vorhat. Wenn das reale Sozialprodukt weiter mit einer Rate von 8% zurückgeht, was für’s Erste zu vermuten ist, lässt sich ausrechnen, wie viele Arbeitslose wir bekommen werden. In den USA visiert die neue Regierung für mehrere Jahre ein Haushaltsdefizit von jeweils 10% des BIP an. Dabei fällt der Konjunktureinbruch dort wegen der geringeren Rolle der volatilen Industrieproduktion nicht so scharf aus wie bei uns. Bitte aufwachen! Die EZB allein kann es nicht richten.

Leser-Kommentare
  1. 9.

    >Also: verschulde Dich, Staat!<

    das mag zwar auf den 1. Blick eine Möglichkeit sein, die Nachfrage zu stimulieren. Und so lange der Staat Leute findet, die ihm ausreichend Geld leihen, wird das für den Staat auch zu keinem Problem führen. Aber der Staat konkurriert bei der Nachfrage nach Geld mit Unternehmern, die für ihre Investitionsprojekte ebenfalls Geld benötigen. Durch das staatliche Absaugen bei der Geldgebern werden die Bedingungen für den Unternehmer am Markt Geld zu finden und aufzunehmen verschlechtert. Ohne neues Geld zu drucken, wird die Finanz- und spätere Staatsverschuldungskrise nicht zu lösen sein.

    Antworten

  2. 10.

    Das abrupte Wegbrechen der Exporte musste wohl kommen, doch hat offensichtlich niemand mit einer derartigen Plötzlichkeit gerechnet. Dabei geschah dies auch noch bei laufend fallendem Euro, was dem Export eigentlich helfen sollte.

    Falls der Dollar in absehbarer Zeit fällt, wie alle deutschen “Experten” immer wieder mit Sicherheit prophezeien, dann steigt der Euro zwangsläufig, womit unser Exportgeschäft dann noch restlos ruiniert wird.

    Antworten

    • 26. Februar 2009 um 21:45 Uhr
    • ergo sum
  3. 11.

    @ F. Lindner

    Ein paar Bemerkungen zu Ihrer Replik:

    1. >In einem Abschwung, der auf den Finanzmärkten begann, sind ja nicht nur die be-rühmten toxischen Papiere in den Bilanzen, sondern auch normale Kredite, dir in normalen Zeiten ok sind, aber durch den Abschwung toxisch werden, womit sich das Bankkapital vermindert. Die Banken können dann gar nicht mehr leihen.
    Deswegen muss die Ökonomie stabilisiert werden, damit es weniger Pleiten gibt und die Banken wenigstens normale Kredite nicht abschreiben können.>

    Ich habe keine Probleme mit dieser Sichtweise bzw. dieser BEGRÜNDUNG dafür, dass die Ökonomie stabilisiert werden muss. Denn es ist richtig, dass das Gesamtvolumen der toxischen Papiere in den Bankbilanzen eine Rolle für die Kreditvergabe spielt und nicht nur die „berühmten“ aus der Immobilienkrise.

    Wenn es demnach darauf ankommt, das Gesamtvolumen der toxischen Papiere zu verringern, dann ist es – rein analytisch betrachtet, quantitative Erwägungen einmal außen vor – genauso hilfreich, den Banken zu helfen, wie die Realwirtschaft zu stabilisieren.

    Von daher gibt es auf der Begründungsebene für Handeln keine Präferenz, die Bankensanierung der Stabilisierung der Realwirtschaft vorzuziehen.

    2. Die Frage ist aber, ob der Staat TATSÄCHLICH die Realwirtschaft stabilisieren kann und wenn so, zu welchen Kosten.

    Davon hängt ab, wie der Staat handeln sollte.

    Meine These ist ja, dass zusätzlich Stabilisierungsmaßnahmen des Staats – D. Wermuths Forderung – mehr oder weniger nutzlos sind. Über die bisherigen, Konjunkturpaket 1 und 2, will ich nicht urteilen, was ihre Effizienz betrifft. Darüber streiten die Ökonomen, wobei mein Eindruck ist, dass schon diese vergleichsweise geringe Gesamtsumme – unabhängig von ihrem Volumen – nicht gerade als hochwirksam eingestuft wird.

    Wie auch immer, Sie stimmen mir doch zu, wenn Sie schreiben:

    >Was Ihre Argumente mit dem Verpuffen des Konjunkturpakets angeht, weil viel ins Aus-land geht oder gespart wird, stimme ich Ihnen zu>

    Daraus wäre doch wohl zu schließen: Wenn etwas verpufft, d. h. keine oder nur ganz geringe Wirkung hat, dann unterlässt man es, auf jeden Fall sattelt man nicht noch drauf, insbesondere dann nicht, wenn es Milliarden kostet, die man nicht hat, sondern sich borgen muss.

    Nicht Sie:

    >Nur ziehe ich genau die umgekehrten Schlüsse. Gerade deswegen muss das Konjunkturpaket viel größer werden.>

    Und:

    >Erst wenn es größer ist, kann es den Aufschwung ernstlich stoppen>

    Sorry, hier kann ich nicht mehr folgen.

    Es kann ja sein, dass ich Sie falsch verstehe. Ich habe jedoch Erklärungsbedarf. Meinen Sie, dass nicht mehr so viel ins Ausland geht und gespart wird, wenn das Konjunkturpaket nur groß genug ist (Wirkungsgrad steigt mit Volumen)? Oder meinen Sie, dass zwar immer viel ins Ausland geht und gespart wird, gerade deshalb aber das Konjunkturpaket viel, viel größer sein muss (je geringer der Wirkungsgrad, desto mehr Ausgleich durch das Volumen – egal, was es kostet)?

    Wenn meine These stimmt, d. h. der Realwirtschaft nicht wirklich spürbar geholfen werden kann, dann gilt jedenfalls: Präferenz für die Bankensanierung.

    3. Die Konsequenzen

    Ihre Sichtweise (auf Basis Ihrer Annahmen):

    >Wir können nichts machen – dann wird der Abschwung tiefer und die Staatsschulden sowieso größer. Oder wir können gegensteuern und den Abschwung aufzuhalten versuchen – auch dann werden die Schulden größer.>

    Sie plädieren für Alternative b), weil dadurch Massenarbeitslosigkeit verhindert wird.

    Meine Sichtweise (auf Basis meiner Annahmen):

    Wir können nichts machen – dann wird der Abschwung tiefer und die Staatsschulden sowieso größer. Oder wir können gegensteuern und die Staatsschulden vergrößern, ohne einen spürbaren Effekt in der Realwirtschaft zu erzielen.

    Ich plädiere gegen Alternative b), weil sie zu höherer Verschuldung führt, ohne die Arbeitslosigkeit, vielleicht auch Massenarbeitslosigkeit, zu verhindern.

    Statt dessen: Wenn schon Verschuldung, dann dort, wo sie etwas bringt – bei den Banken.

    Antworten

    • 26. Februar 2009 um 21:58 Uhr
    • Dietmar Tischer
  4. 12.

    @Fabian Lindner
    Sie schreiben:
    “Gerade deswegen muss das Konjunkturpaket viel größer werden. Wenn Sie es zu klein gestalten, verpufft es tatsächlich und führt nur zu höheren Schulden.”

    Ähnlich wie D.Tischer kann ich diese Kausalität nicht erkennen. Man sollte doch davon ausgehen, dass die Koalition ihre Mittel dort zuerst platziert, wo sie am effizientesten wirken. Welcher Mechanismus soll denn aus Ihrer Sicht gewährleisten, dass immer weniger effizient platzierte Mittel im Ergebnis zu niedrigeren Schulden führen?

    Antworten

    • 27. Februar 2009 um 11:26 Uhr
    • rawe64
  5. 13.

    @ Tischer

    Klar, wenn Sie davon ausgehen, dass Konjunkturpakete gar nichts bringen, dann werden wir immer mit mehr Schulden da stehen, ohne dass das der Beschäftigung etwas gebracht hat.

    Ich meine, das hängt von den Paketen selbst ab und von den Umständen – hier hatte ich das im Blog schon mal genauer beschrieben:

    blog.zeit.de/herdentrieb/2008/10/14/
    rettet-frankfurt-aber-vergesst-nicht-neukolln

    Beim aktuellen Paket halte ich es mit Helmut Schmidt – gerade weil mehr Geld in der offenen Ökonomie Deutschland ins Ausland geht (und damit auch unseren europäischen Nachbarn hilft), muss man bei uns ein größeres Programm auflegen als in einer relativ geschlossenen Ökonomie.

    Damit das Geld übrigens nicht ins Ausland “verpufft”, wäre es gut gewesen, sich im Euroraum zu koordinieren. Denn die Eurozone in ihrer Gesamtheit ist eine relativ geschlossene Ökonomie, da verpufft weniger. Das haben wir leider verpasst. Und institutionell reicht da der SWP eben nicht aus.

    Generell gilt: wenn Sie Geld in die Banken pumpen, ohne die Wirtschaft zu stabilisieren, werfen Sie gutes Geld schlechtem hinterher, weil die Banken dann sowieso pleite gehen. Wie gesagt, auch normale Kredite sind konjunktursensibel, und damit auch die Eigenkapitalposition der Banken.

    Kurz: Die Banken werden nicht leihen, wenn die Kredite wegen des Konjunktureinbruchs auch alle zu bruch gehen. Würde man also davon ausgehen, dass wir die Wirtschaft generell nicht stabilisieren können, müsste man so konsequent sein und sagen, dass dann auch die Banken pleite gehen sollen (was vielleicht bei manchen Banken gar nicht so schlecht wäre).

    Grüße,

    Fabian Lindner

    Antworten

    • 27. Februar 2009 um 11:32 Uhr
    • Fabian Lindner
  6. 14.

    Tja, die lieben Statistiken, die vieles, aber auch gleichzeitig nichts aussagen. Das besonders schöne hier: Konsum nahezu unverändert, während in Amerika eingebrochen. Na wunderbar! In Deutschland kann kein großer Konjuktureinbruch mehr vorkommen, da die Geringverdiender und Empfänger von Sozialleistungen eh schon nichts mehr konsumieren (kann also kein Einbruch erfolgen), diejenigen, die noch nen geordneten Job haben und nicht von Sozialtransfers abhängig haben in den vergangen Jahren keine Reallohnsteigerungen gehabt, da gab´s also auch kein Aufschwung in der Vergangenheit, der nun zurückgehen könnte und die paar Millionäre/Milliardäre und Manager können´s alleine nicht richten.

    Aber wenn der Abschwung sich bei mir genauso bemerkbar macht wie der von der Kanzlerin posulierte Aufschwung, dann muss mir ja nicht Bange werden ;-P

    Antworten

    • 27. Februar 2009 um 13:07 Uhr
    • Christian Wagner
  7. 15.

    Was ist mit dem Irak, dem Nahen Osten?
    Da bestanden doch gute Wirtschaftsbeziehungen und von Regierungsseite wird doch auch dahingehend ermuntert.

    Antworten

    • 27. Februar 2009 um 13:23 Uhr
    • beese
  8. 16.

    @ Christian Wagner

    Sie haben recht – die Zahlen sagen nichts darüber, wie es weitergehen wird, oder wie es mit der sozialen Gerechtigkeit steht. Trotzdem lohnt es sich, jedes Vierteljahr mal genauer auf die Struktur der konjunkturellen Entwicklung zu schauen.

    Allzu genau ist das Bild zugegebenermaßen natürlich nicht. Die Zahlen sagen immer nur was über den Durchschnitt aus, da sie aggregiert sind. Trotzdem: Wir können über den Konsum so viel meckern wie wir wollen, im internationalen Vergleich ist er sehr hoch, auch bei den Armen.

    Ich hätte vielleicht erwähnen sollen, dass der große – konjunkturstützende – Lageraufbau bedeutet, dass im jetzigen Quartal entsprechend weniger produziert wird und sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit daher beschleunigen wird.

    Grüße, DW

    Antworten

    • 27. Februar 2009 um 14:27 Uhr
    • Dieter Wermuth
  9. Kommentar zum Thema

    (erforderlich)

    (wird nicht veröffentlicht) (erforderlich)

    (erforderlich)