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Warum bezahle ich eigentlich Rundfunkgebühr?

 

Gerade eben ARD-Einspieler bei Anne Will: „Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger fordert kräftige Lohnerhöhungen von drei Prozent“.

EU-COM: Anstieg der Arbeitsproduktivität 2010: 1,6 Prozent
EZB-Zielinflation: Nahe, aber unter zwei Prozent.

Drei Prozent sind nicht „kräftig“, sondern stabilitätskonform!

17 Kommentare

  1.   dschungelmann

    warum jemand rundfunkgebuehren bezahlt?
    ist doch ganz einfach:
    1. Weil er die tricks nicht kennt um sie zu umgehen
    2. Weil er das wort „widerstand“ bzw. „widerspruch“ nicht kennt.
    3. Weil er ein angepasster unkritischer kriecher geworden ist.
    4. Weil er die verbreiteten unwarheiten von mutti und westerwelli auch noch mit seinem geld bezahlen will.
    5.damit er am stammtisch wieder eine neue jammernummer auflegen kann.

  2.   Christian Wagner

    Nur Lämmer gehen freiwillig zu ihrem Schlächter…ich glaube, sie sind ein Lamm.

    Spaß beiseite: zumindest zahlen Sie mit ihren Gebühren die Sendung „Neues aus der Anstalt“ und gelegentlich Volker Pispers. Das allein müsste es Ihnen schon wert sein.

  3.   SLGramann

    Sein Sie zumindest darüber froh, dass die Zeitungen nicht auch erst zu einer Zeit erfunden wurden, als der Staat nicht nur autoritär, sondern bereits totalitär geworden waren, wie es bei Funk und Fernsehen der Fall war. Sonst gäbe es heute nämlich auch eine (oder mehrere?) öffentlich-rechtliche Zeitungen samt regierungsamtlicher Zustellung und Zwangsabo. Die Zeit gäbe es dann mangels freier Marktnische nicht mehr…

    Das will nicht ansatzweise sagen, dass der amtliche Rundfunk auch heute noch auf dem Niveau des Reichspropagandaministeriums arbeitet. Aber die eigenartige Tatsache, dass die Regierung – wenn auch verbrämt und institutionell versteckt – solche Sender betreibt, die den Markt dank ihrer Gebühreneinnahmen vollkommen beherrschen und ersticken, geht nun mal historisch auf die geistige Haltung der „notwendigen Volkserziehung“ dieser Zeit zurück.

    PS: Ich weiß, dass hier gerade keiner über ihr eigentliches Thema redet… sorry… 3% sind in der Tat vollkommen angemessen. 🙂

  4.   Dietmar Tischer

    Sie bezahlen Rundfunkgebühren, damit es u. a. eine Anne Will gibt und einen Einspieler von Bofinger, Sie diesen kommentieren können und darauf folgende Antwort von mir erhalten:

    Es kommt nicht darauf an, was Bofinger und andere mit welchen Attributen fordern.

    Entscheidend ist, welche Lohnerhöhungen REALISIERT werden.

    Wenn die Ergebnisse der letzten Tarifverhandlungen bei Metall das NEUE Paradigma sind, kann man dazu sagen:

    Rausholen an Lohnerhöhungen, was in einem Aufschwung wie jetzt nur möglich ist. Aber bei einem Abschwung auch wieder konsequent Zugeständnisse machen.

    Heißt:

    Abkehr von kontinuierlichem Lohneinkommen, dafür Arbeitsplatzsicherheit.

    Das wäre die neue FLEXIBILITÄT im Arbeitsmarkt.

    Gewiss, es wäre kein Idealzustand für die betroffenen Arbeitnehmer und Arbeitgeber sowie auch negativ für die Volkswirtschaft.

    Wenn wir es kontinuierlich mit schnellen und tiefgreifenden Konjunkturzyklen zu tun haben sollten, ist das jedoch die RICHTIGE Lösung – weil sie das größere Übel Arbeitslosigkeit verhindern würde.

  5.   Thomas Pittner

    Warum gibt man sich freiwillig Anne Will?
    Regen sie sich gern über Metzger und Co auf? Dabei ist doch die Argumentation: „die Löhne der Niedrigqualifizierten (in Realität oft mit Facharbeiterabschluss) müssen sinken, weil das gut ist, und die Grundsicherung darf nicht steigen, bzw. müsste gar sinken, auch wenn die Preise 15% zulegen, weil sonst kein Lohnabstand mehr besteht“, einfach großartig.

    Zu den Rundfunkgebühren stellt sich mir die Frage, wieso keiner die Frage nach der Gerechtigkeit dieser Kopfsteuer (die man natürlich nicht Kopfsteuer nennen darf, da zweckgebunden) stellt.

    Der man sich demnächst auch durch konsequente Medienverweigerung nicht mehr entziehen kann.

    Wenn die Argumentation richtig ist, dass auch die Privatfernsehenseher mitfinanzieren müssen, öffentlicher Auftrag und so; dann ist eine Finanzierung aus allgemeinen STeuermitteln einfach nur logisch.

  6.   Christian Wagner

    „Das wäre die neue FLEXIBILITÄT im Arbeitsmarkt.“

    Sicher, sicher: Wenn die Gewinne der Unternehmen sprudeln, gibt es 3% mehr Gehalt, wenn der Laden aber – Dank unternehmerischen Fehlentscheidungen von Nieten in Nadelstreifen – nur Dank 10% Gehaltsverzicht über was gehalten werden kann, dann nennt man das nicht Flexibilität, sondern schlicht und einfach: Beschiss!
    Die von Ihnen genannte Flexibiltiät gibt es heute schon, nennt sich unsexy: Kurzarbeit.
    Platutüden aus dem MBA-Kurs 1. Semester führen nicht zum Ziel.

  7.   Dietmar Tischer

    @ Christian Wagner

    > … Dank unternehmerischen Fehlentscheidungen von Nieten in Nadelstreifen …>

    Beneidenswert, wie Sie KONJUNKTURELLE Entwicklungen mit INDIVIDUELLER Inkompetenz erklären.

    Weiter mit solchen profunden Erkenntnissen, beispielsweise zur gegenwärtigen wirtschaftlichen Erholung mit den sprudelnden Unternehmensgewinnen.

    Die ist aus der Stammperspektive heraus vermutlich der strategischen Weitsicht von abhängig Beschäftigten im Blaumann geschuldet.

    Oder wollen Sie behaupten, dass sich die NIETEN über Nacht zu KÖNNERN gewandelt haben?

  8.   Christian Wagner

    „Beneidenswert, wie Sie KONJUNKTURELLE Entwicklungen mit INDIVIDUELLER Inkompetenz erklären. “

    Machen Sie sich bitte mal die unternehmerischen Möglichkeiten bei konjunkturellen Abschwüngen klar: hier ist das Instrument richtig und wichtig. Sie haben hier automatisch einen temporären Gehaltsverzicht.

    Absoluter Gehaltsverzicht außerhalb der o.g. Maßnahme bedeutet i.d.R. immer: 100% Arbeit bei Minus X% Lohn. Und das kommt immer dann zur Anwendung, wenn das Unternehmen strukturelle Probleme hat; und selbige haben meist eine Fehlentscheidung des Management als Ursache (Karstadt, Merklin, etc. pp.)

  9.   Dietmar Tischer

    @ Christian Wagner

    Ich bestreite doch nicht, dass es bei Missmanagement und strukturellen Unternehmensproblemen zu Sanierungsbeiträgen der Arbeitnehmer in Form von 100% Arbeit bei minus x % Lohn kommt.

    Das ist aber nicht die Situation, über die wir hier diskutieren.

    Wir diskutieren darüber, anhand welcher Kriterien Lohnerhöhungen – und nur um Lohnerhöhungen geht es hier – zu bewerten sind, wenn wir eine KONJUNKTURELLE SONDERSITATION wie die gegenwärtige haben.

    Dazu vertrete ich die Meinung, dass das von Schieritz herangezogene Kriterium der Preisstabilität unerheblich ist, WENN die Flexibilität der Tarifpartner, die sie – unabhängig von Kurzarbeit – bei der Lohnfindung in der Krise gezeigt haben (Nullrunde, Reallohnminderung), auch weiterhin gilt.

    Heißt:

    Warum z. B. nicht 4% mehr in dieser oder jener Branche, wenn man Reallohnerhöhungen nicht zum sine qua non bei JEDER zukünftigen Verhandlungsrunde erhebt.

  10.   Christian Wagner

    „Wir diskutieren darüber, anhand welcher Kriterien Lohnerhöhungen – und nur um Lohnerhöhungen geht es hier – zu bewerten sind, wenn wir eine KONJUNKTURELLE SONDERSITATION wie die gegenwärtige haben.“

    Nun, vereinfacht ausgedrückt sollte sich der Lohn entsprechend eines Inflationsausgleich entwicklen. Zum anderen – in gewissen Grenzen – der Wertschöpfung/Produktivität des Unternehmens (also eine entsprechende Gewinnbeteiligung). Das die vereinfachte Form. Da insbes. aber eine Gewinnbeteiligung nur individuell auf ein entspr. Unternehmen zugeschnitten werden kann und nicht über eine ganze Branche (über Tarifvertrag), bleibt vorrangig der Inflationsausgleich. Die von Ihnen gewünschte Flexibilität der Löhne ist zwar theoretisch schön, wird aber in der harten Wirklichkeit kaum umzusetzen sein, denn dann müssen Sie die Tarifbindung aufhebeln, denn in jedem konjunkturellen Abschnitt entwickeln sich sogar Unternehmen einer Branche different, bedingt auch durch die entsprechenden Entscheidungen der Unternehmensführungen. Wie „flexibel“ die Unternehmen waren, als die Auftragsbücher prall gefüllt waren, haben wir ja gesehen (Thema Lohnentwicklung in Deutschland).