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Die neue Sarrazin-Debatte

Von 19. Mai 2012 um 12:31 Uhr

Jetzt geht es wieder los. Thilo ist wieder da, genau: Thilo Sarrazin. Das ist der Ex-Bundesbanker, der für einen riesigen Wirbel gesorgt hat, weil er meinte belegen zu können, dass Deutschland sich durch zu viel Einwanderung viel zu dummer Menschen, selbst abschaffe. Jetzt bringt er ein neues Buch auf den Markt: “Europa braucht den Euro nicht”. Jetzt kann er sich nicht mehr damit herausreden, dass er nur Laie ist. “Sarrazin schreibt nicht einfach das hundertste Buch gegen den Euro, sondern tut es als jemand, der Teil jener politischen Administration war, die in diesem Land seit Jahrzehnten für Fragen der Ökonomie zuständig ist”, bemerkt Jürgen Kaube klug in der FAZ.

Da alle das neue Buch schon gelesen haben, aber erst am Dienstag drüber schreiben dürfen, um die Marketing-Klimax des Verlages nicht zu stören, müssen wir uns bescheiden. Leider! Aber diese Lektüre ist zu empfehlen: Steven Geyer rezensiert “Der Mythos vom Niedergang der Intelligenz” in der Frankfurter Rundschau. In dem Buch zeigen elf Experten, wie falsch Sarrazins Aussagen in seinem letzten Bestseller waren.

Los geht die neue Sarrazin-Debatte am Sonntag bei Jauch, wo er erstmals seine Thesen im Streit mit Peer Steinbrück vorstellen wird. Wer es bis dahin nicht aushält, mag hier klicken: Mein Kollege Stephan Kaufmann (Steinbrück) und ich (Sarrazin) ahnen schon mal vorab, mit welchen Thesen Sarrazin auftreten wird und wieso es zum Eklat kommt.
Have fun!

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Schmidt: Das Zitat stammt nicht von Churchill.

    Na von wem wohl ? ;-)

    Bitte mal schmunzeln

    • 19. Mai 2012 um 14:46 Uhr
    • Rebel
  2. 2.

    Ein steigender Aussenbeitrag gauckelt nur Wachstum vor.

    Zwischen 1990 und 1999 wuchs die Wirtschaft im Durchschnit mit 2,3%.

    in den 2000er brach das Wirtschaftswachstum auf durchschnittlich 0,9% ein.

    Besonders absurd.

    Die Steinbrückschen, Steinmeierschen, … und von Herrn Schmidt befürworteten Strukturreformen der 2000er, sollen nun europaweit für mehr Wachstum sorgen.

    Wenn die Unternehmen 2010 Überschüsse in Höhe von mehreren 100 Milliarden Euro erwirtschaften, müssen sich Privathaushalte, der Staat und das Ausland verschulden.

    Sonst werden die Unternehmen ihre Produkte nicht los.

    Deutschland trägt hier eine hohe Verantwortung.

    Es ist Vorreiter bei den Unternehmenssteuersenkungen gewesen.

    Das Gespräch zwischen Steinbrück und Sarrazin ist also uninteressant.

    Es berührt nicht einmal die tieferen Ursachen der Eurokrise.

    Das Ziel des aussenwirtschaftlichen Gleichgewichts gehört ins Grundgesetz.

    • 19. Mai 2012 um 17:05 Uhr
    • Marlene
  3. 3.

    >Seine Anti-Euro-Thesen hat sich Robert von Heusinger für unser fiktives Streitgespräch ausgemalt.>

    Ein Ausschnitt aus dem Gemälde:

    >Sarrazin:

    „Na ja, Deutschland, Holland, Österreich, Belgien und Luxemburg sowie Finnland, werden schon seit den 80er-Jahren als D-Mark-Block betitelt. Diese Länder haben wenigstens die Führung der Deutschen Bundesbank anerkannt und ihre Geldpolitik an Deutschland ausgerichtet. Anders geht es auch gar nicht. Soll die Währungsunion funktionieren, müssen sich alle teilnehmenden Staaten so verhalten, wie es die deutschen Standards vorschreiben.“

    Steinbrück:

    „Deutschland ist mit Europa gut gefahren. Die Integration darf nicht rückgängig gemacht werden, sondern muss weiter gehen. Schließlich hat sie Europa Jahrzehnte von Wohlstand und – mit Ausnahme der schrecklichen Balkankriege – Frieden beschert.“>

    Gratuliere, das ist treffend gepinselt.

    Denn so erlebt man es regelmäßig in hochbesetzten deutschen Talk-Shows:

    Eine These, die unsinnig ist wie die hier Sarrazin unterstellte.

    Und darauf eine Erwiderung, die nichts mit der These zu tun hat.

    Kurzum, hier wird vorweggenommen, was zu erwarten ist.

    Wahrlich FIKTIV wäre ein Streitgespräch, wenn es mit Wissen und Argumentationsvermögen die jeweiligen Positionen ernsthaft entwickeln und dabei ihre UNVEREINBARKEIT offenlegen würde.

    Das ist freilich zu viel verlangt:

    Öffentliche Streitgespräche müssen Quote produzieren, beim TV wie bei den Zeitungen. Das erreichen sie hinreichend nur mit Prominenz unterlegten Identifikations- und Bestätigungsritualen. Auf KLÄRUNG zu zielen, ist dabei nur hinderlich.

    • 19. Mai 2012 um 17:40 Uhr
    • Dietmar Tischer
  4. 4.

    Sarrazin ist rhetorisch so ungeschickt, dass es ein Leichtes sein wird, ihn nach bewährtem Muster vorzuführen und in die Schmuddelecke zu stellen. Um eine seriöse fachliche Diskussion der Frage, ob Europa eine Währungsunion braucht oder nicht, wird es ganz bestimmt nicht gehen. Staatdessen umso mehr um Quoten, Auflagen, Unterhaltung und Klaumauk.

    • 19. Mai 2012 um 18:47 Uhr
    • alterego
  5. 5.

    >In dem Buch zeigen elf Experten, wie falsch Sarrazins Aussagen in seinem letzten Bestseller waren.

    LOL

    • 20. Mai 2012 um 11:21 Uhr
    • PBUH
  6. 6.

    In der FAZ erschien ein Artikel, in dem Sarrazin von zwei der führenden deutschen Intelligenzforscher bescheinigt wurde, dass die genetischen Inhalte in seinem Buch “mit dem Stand der Wissenschaft vereinbar” seien und “keinesfalls Überinterpretationen enthalten”.

    faz.net/…

    Aber Sarrazins Aussagen sind natürlich “falsch”.
    Begründung: 11 Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachdisziplinen, die Sarrazins Aussagen ablehnen, finden Diskuskussionswürdiges, was in der Wissenschaft einfach nur normal ist. Es gibt nahezu keine Aussage insbesondere in Sozial- und Geisteswissenschaften, die von niemandem mehr diskutiert wird. Ich schlage vor, dass Sie mit derselben Intensität wie Sie nach wissenschaftliche Gegenstimmen zu Sarrazin suchen, mal nach wissenschaftlichen Bestätigungen suchen, ist viel einfacher.

    Wenn der Autor dieses Artikels “Deutschland schafft sich ab” gelesen hätte, würde er auch nicht behaupten, dass Sarrazin geschrieben hätte, “dass Deutschland sich durch zu viel Einwanderung viel zu dummer Menschen, selbst abschaffe”. Diese Unhaltbares suggerierende Aussage steht nicht in dem Buch, ich habe es gelesen. Die Aussagen von “Deutschland schafft sich ab” können nicht einfach als “falsch” vom Tisch gefegt werden, auch wenn mache Leute, die meinen für das Moralisch Bessere zu kämpfen, das gerne hätten. Es ist auch völlig abwegig zu glauben, dass jemand mit dem IQ von Sarrazin sich derartig angreifbar machen oder absichtlich Zahlen manipulieren würde, nur um sich anschließend mal eben als “falsch” und “manipulierend” darstellen zu lassen.

    Viel wahrscheinlicher ist, dass Journalisten genau das tun, was sie Sarrazin vorwerfen: Manipulieren, Pauschalisieren, Verleumden.

    • 20. Mai 2012 um 12:36 Uhr
    • Hans Meiser
  7. 7.

    Wow,

    wir haben also keine anderen Probleme als auf die PR Masche dieses zynischen Typen, der nur auf der Euro-Krisen-Welle reiten und abkassieren will, reinzufallen?

    Mann, von Heusinger, haben Sie nix substantielleres dazu beizutragen während in Spanien und Griechenland durch den slow motion bank run das Endspiel um die Eurokrise eingeläutet wird?

    Oder sind alle Journalisten schon so beschäftigt Nachrufe auf den Euro vorzubereiten?

  8. 8.

    Alle Sozialwissenschaften sind im Kern wertlos. Ob Soziologie, Psychologie, auch Wirtschaftswissenschaften – keine von ihnen hält einen Vergleich mit der Physik oder Mathematik stand. Im Gegenteil, idR profitieren sie zu Unrecht von dem berechtigten Ansehen der Naturwissenschaften und der Mathematik.

    Daher:
    “>In dem Buch zeigen elf Experten, wie falsch Sarrazins Aussagen in seinem letzten Bestseller waren.

    LOL”

    LOL? Ganz meine Meinung.

    Sozialwissenschaft ist, wenn man seine Meinung durch Pseudo-Wissenschaftlichkeit durchzusetzen versucht. Wertlos.

    Alex

    • 20. Mai 2012 um 18:40 Uhr
    • Alex
  9. Kommentar zum Thema

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