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1. Prozesstag

 

Der Prozess beginnt heute mit Formalien. Der Vorsitzende Richter muss zunächst die Anwesenheit der Prozessbeteiligten feststellen. Aus der 500 Seiten langen Anklage wird nach Angaben der Gerichtssprecherin nur ein Auszug von 30 Seiten verlesen.

Vermutlich werden auch zahlreiche Anträge gestellt: Der Nebenklage-Vertreter Sebastian Scharmer sprach von einem „Antragsgewitter“, das auf das Gericht zukommen werde.

Die Angeklagte Beate Zschäpe hat Manfred Götzl als Richter abgelehnt. Was nun geschieht, wird beraten.

Tag 1

4 Kommentare

  1.   Edhofer Peter

    Vielen Dank für Ihre Reaktion auf die ganzen Pannen im Vorfeld.
    Es ist als Deutscher schlichtweg unterträglich wie nach den –
    meines Erachtens – bewußten Ermittlungsfehlern nun ausgerechnet
    ein Bayerisches Gericht in der Hauptstadt der Bewegung so
    unterträglich handeln konnte (und immerhin haben ca. 14% der
    CSU-Wähler ein geschlossen-rechtsradikales Weltbild). Also
    bin auch auf Ihre Blogs gespannt und hoffe immer noch, daß
    herauskommt, wie diese Anschläge solange nicht den Nazis
    (was daran Neo ist, bleibt mir zeitlebens unklar) nachgewiesen
    werden konnten oder wollten.
    MfG Edhofer Peter


  2. […] Von der Zeitung Zeit gibt es zum Prozess einen Blog: Das NSU-Prozess-Blog […]


  3. Bei dem Gezerre um die Presse-Akkreditierungen wurde ein Besetzungsproblem am OLG München erkennbar. Die sichtlich überforderte (kann-ich Ihnen-auch-nicht-sagen-) „Pressesprecherin“ Nötzel wurde ersetzt durch eine Sprecherin, die beim Verkünden der Akkreditierung für die Frauenzeitschrift „Brigitte“ in unangebrachte Heiterkeit ausbricht. Auch wurden bei der Verlosung der presseplätze erneut haarsträubende Fehler gemacht. Über allem schwebt die unglückliche Gerichtsorganisation des der Noch-Präsidenten Karl Huber, vgl. http://www.faz.net/aktuell/politik/nsu-prozess/nsu-prozess-gleiche-chancen-fuer-alle-medien-gab-es-nicht-12168611.html

    Dem Vorsitzenden Götzl sei in der Verhandlungsleitung eine glücklichere Hand gegönnt als jene seines Gerichtspräsidenten. Aber schon heute erhebt sich die Frage, wie jemand mit den fachlich kritikwürdigen Leistungen des Karl Huber in Bayern in das Amt eines OLG-Präsidenten gelangen kann. Huber hätte mit diesen Leistungen nicht einmal Amtsgerichtsdirektor werden dürfen.


  4. Ich bin gespannt auf Ihren blog und hoffe, dass die bisher überwiegend selbstbezogene, gackernde Berichterstattung der Medien dem Interesse an einer sachlichen und rechtstaatlichen Aufklärung weicht. Was ist die Frage welches Blättchen einen Platz ergattert (den es nach dem 3. Verhandlungstag ohnehin nicht mehr besetzen wird) gegen das Leid der Opfer und ihrer Familien? Was ist ein mißlungener Auftritt einer Justizsprecherin gegen das erschütternde Versagen der Sicherheitsbehörden?