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Brauner 1. Mai in Frankfurt, Berlin, Dortmund, Würzburg und Erfurt

 
In vielen Städten instrumentalisieren Neonazis den 1. Mai für ihre Zwecke (Symbolbild)
In vielen Städten instrumentalisieren Neonazis den 1. Mai für ihre Zwecke (Symbolbild)

Seit Jahren gehen Neonazis am 1. Mai bundesweit auf die Straße, um für ihre völkische Ideologie und gegen Globalisierung zu demonstrieren. Auch dieses Jahr gibt es fünf extrem rechte Aufmärsche in der ganzen Republik. Publikative.org und der Störungsmelder werden in einer Kooperation via Twitter live über die Veranstaltungen und deren Verlauf informieren.

Von Publikative.org und Störungsmelder

Die rechtsextremen Aufmärsche zum 1. Mai sind dieses Jahr ähnlich geteilt wie die Szene selbst. Gleich in fünf Städten gehen Neonazis verschiedener Gruppierungen auf die Straße. Dabei zeigt sich auch, wie die Fronten verteilt sind. Doch auch dieses Jahr ist mit weiter rückläufigen Zahlen zu rechnen. Dennoch heißt es klare Zeichen gegen eine Vereinnahmung des 1. Mai zu setzen.

Die NPD – Frankfurt und Berlin

Die NPD ist gleich mit zwei Veranstaltungen am 1. Mai vertreten. Die Hauptveranstaltung der Partei ist eine „Großkundgebung“ in Frankfurt am Main. Am Sitz der Europäischen Zentralbank mobilisiert die rechtsextreme Partei ihre Anhänger unter dem Motto „Raus aus dem Euro – Gegen Euro und Großkapital“. Man rufe alle „aufrechten Deutschen“ auf, „ein machtvolles Zeichen gegen Euro und Großkapital zu setzen“ heißt es im Aufruf. Die Rednerliste ist mit Udo Pastörs, Arne Schimmer und Siegrid Schüssler (Vorsitzende des „Ring Nationaler Frauen“) recht prominent besetzt.

In Berlin geht die NPD mit Demonstration und Kundgebung auf die Straße. Hier soll in Schöneweide das braune Spektakel stattfinden. Die Demonstration mit entsprechender Kundgebung soll außerdem braun-musikalisch untermalt werden. Angekündigt ist dafür die Szene-Band „Wiege des Schicksals“ aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Rednerliste ist nicht weniger mit brauner Prominenz gefüllt als in Frankfurt. Neben dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden Karl Richter aus München, dem Landtagsabgeordneten Stefan Köster aus Mecklenburg Vorpommern und dem Landesvorsitzenden der NPD-Berlin, Sebastian Schmidtke, werden auch die beiden NPD-Streithähne in Berlin ans Mikrofon treten: Holger Apfel und Udo Voigt.

Genauere Informationen zu den Gegenprotesten findet Ihr bei: Frankfurt Nazifrei und für Berlin bei: Gemeinsam Gegen Nazis.

Die Rechte in Dortmund

Christian Worchs Neonazi-Partei Die Rechte hat nach einigem Hin und Her durchgesetzt, in Dortmund marschieren zu dürfen. Nach einem ersten Verbot durch den zuständigen Polizeipräsidenten, hat schlussendlich das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden, dass die Demonstration stattfinden darf. Doch bereits am Vorabend wird es eine erste Demonstration der Neonazis geben. Die Rednerliste ist lang und bringt vor allem die Alt-Kader der deutschen Neonazi-Szene zusammen. Neben Dieter Riefling und Christian Worch werden auch Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt und Dennis Giemsch in Dortmund reden. Bereits zuvor hatte der „NPD-Maulkorb“ für Thorsten Heise für Empörung in der Szene gesorgt. Heise wird deshalb nicht als Redner bei der Demo auftreten.

Nicht nur in Berlin und Frankfurt, sondern auch in Dortmund wird gegen den Neonazi-Aufmarsch demonstriert werden. Details findet Ihr hier!

Die „Freien Kräfte“ in Würzburg und Erfurt

Die größte Demonstration der „Freien Kameradschaften“ findet im bayrischen Würzburg statt. Hier mobilisiert das „Freie Netz Süd“ unter dem Motto: „Arm trotz Arbeit – Kapitalismus zerschlagen“. In Würzburg werden vor allem Neonazis aus Süddeutschland und Thüringen erwartet. Als Redner ist hier der vor kurzem gescheiterte Kandidat für den NPD-Bundesvorsitz, Uwe Meenen, angekündigt. Mit Matthias Fischer wird eine Führungsfigur des „Freien Netzes Süd“ sprechen. Komplettiert wird die Liste durch den Neonazis Christian Wulff aus Hamburg.

Die wohl zahlenmäßig kleinste Veranstaltung findet in Erfurt statt. Hier organisiert der Neonazi Michael Fischer eine Demonstration. Doch bereits im Vorfeld distanzierten sich zahlreiche rechtsextreme Organisationen aus Thüringen von Fischer, so dass nur mit einer kleineren Veranstaltung zu rechnen ist.

Auf Widerstand stoßen die Nazis zudem in Würzburg und Erfurt.

Publikative.org- und Störungsmelder-Live-Ticker

Damit ihr alle auf dem Laufenden bleibt, wird Publikative.org gemeinsam mit dem Störunsgmelder und den Kollegen der Ruhrbarone von den Demonstrationen in Berlin, Dortmund, Würzburg und Erfurt berichten. Wir werden euch ab 10:00 Uhr aus den verschiedenen Städten über den Publikative– und Störungsmelder-Twitter mit Informationen versorgen. Aus welchen Städten die jeweiligen Tweets kommen, machen wir am Anfang des Beitrags kenntlich. Der Hashtag für den Tag lautet: #1mainazifrei.

7 Kommentare


  1. […] Störungsmelder von ZEIT-Online berichtet über die Naziaufmärsche am 1. Mai: klick+++Das NRW Blockupy Bündnis ruft dazu auf, sich dem Naziaufmarsch entgegen zu stellen: […]


  2. […] Heute und morgen wird die Nazi-Partei “Die Rechte” in Dortmund demonstrieren. Der Versuch der Polizei, zumindest den Aufmarsch am Mittwoch zu verhindern, scheiterte gestern endgültig vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster. Wir informieren Euch über die geplanten Proteste, werden morgen live aus Dortmund auf den Ruhrbaronen  berichten und beteiligen uns an dem Ticker von Publikative.org- und Störungsmelder. […]


  3. […] in einer Kooperation via Twitter live über die Veranstaltungen und deren Verlauf informieren. (Störungsmelder, Publikative.org) In allen fünf Städten hat sich bereits Widerstand gegen die […]


  4. […] auf den Ruhrbaronen  berichten und beteiligen uns an dem Ticker von Publikative.org – und Störungsmelder …”Artikel von Stefan Laurin vom 30 April 2013 bei den […]

  5.   Kitschautorin

    Besonders schrecklich fand ich ja die kreativen Störungen der morgen in meiner Heimatstadt geplanten DGB-Kundgebung, zu denen seitens der NPD (und wahrscheinlich auch anderer Gruppierungen) aufgerufen wurde.


  6. […] gehen Neonazis in Frankfurt (Main), Dortmund, Würzburg und Erfurt auf die Straße. Mehr Informationen zu den einzelnen Aufmärschen […]