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Was Flüchtlinge aufs Mittelmeer mitnehmen

 

Was Flüchtlinge aufs Mittelmeer mitnehmenAuf den Booten ist nicht viel Platz für Gepäck. @SOEREN BIDSTRUP/AFP/Getty Images

Abu Jana weiß, dass sein Schiff sinken kann. Seine Dokumente hat er in einen gelben Plastikbeutel verpackt und mit Tape verschlossen. Zitronen sollten gegen die Seekrankheit helfen, aber er ist auch für den Worst Case vorbereitet. Mit seinem Laserpointer will er vorbeifahrende Schiffe alarmieren, die schiffbrüchige Flüchtlinge retten könnten. Die britische Tageszeitung The Guardian erzählt die Geschichte der Menschen, die über das Meer nach Europa wollen, anhand des Gepäcks von vier Syrern.

Das spärliche Gepäck der Flüchtlinge verdeutlicht, dass sie das Risiko kennen und andere Sorgen haben als die Höhe des Taschengelds, das sie erwarten würde. Und auch wenn Abu Jana den Laserpointer dabei hat, hat er sich die Frage nach Rettungsmissionen nicht gestellt. Er sagt: "Syrer fühlen sich tot. Selbst wenn sie Flüchtlingsboote bombardieren würden, würde das die Entscheidung nicht verändern." Und der Elektriker Nizar erklärt: "Bevor ich das erste Mal die Flucht versuchte, wusste ich nicht einmal, dass es Rettungsmissionen gibt." Seine Schwimmweste ist bereits ein Jahr alt, die Verzweiflung ist nicht neu.

Das Gepäck des 21-jährigen Houthayfa zeigt den Respekt des Flüchtlings vor den Schleusern: Er hat nur eine warme Jacke, eine Flasche Wasser und seine Papiere dabei. Das Gewicht auf den Booten soll so niedrig wie möglich bleiben. Dem 19-jährigen Ahmed Abu Zeid ist das egal. Zwölf Flaschen Wasser, Pökelfleisch, Brot und Datteln begleiten ihn auf seinem Weg. "Die Schleuser sagen, sie geben dir Essen, aber sie geben dir nicht einmal Wasser." Er hat mehr Angst zu verhungern als zu sinken.

Weitere Teilchen finden Sie hier. Darunter elf Kurzreportagen der "New York Times", eine Karte über die Verteilung von Flüchtlingen in Deutschland, eine Willkommensbotschaft an Flüchtlinge, ein News-Game der BBC, ein Video über Flüchtlinge nach ihrer Ankunft in Europa und ein Datenprojekt über tote Flüchtlinge an Touristenstränden des Mittelmeeres.

14 Kommentare

  1.   hmnuja

    WHAT’S IN MY BAG?
    What refugees bring when they run for their lives-> https://medium.com/@theIRC/what-s-in-my-bag-758d435f6e62

  2.   Peter

    Mittlerweile geht medial wohl alles zu verkaufen wo „refjutschi“ drauf steht.
    Wie wäre es denn, wenn man von Bilderchen und Geschichtchen wegkäme zur dem Punkt wo es Lösung aktueller und künftiger Probleme geht, oder stört das die schöne bunte Sicht auf die Dinge zu sehr?
    Was haben die Herren denn z.B. so dabei, was ihnen zu einer besseren Zukunft verhelfen kann? Zeugnisse, Ausbildungsnachweise usw.? Dass es ohne das schwierig wird, egal ob für Flüchtlinge, Asylberechtigte oder sonstige Aus-/Einwanderer, sollte doch jeder wissen.


  3. Und welche Lösung schwebt Ihnen denn da genau vor, Peter? Oder stört das Leid dieser Leute bei der gemütlichen Morgenlektüre?

    Ich finde es interessant, dass diese Menschen ihre Papiere mitnehmen. Denn wer wirklich eine Abschiebung sicher ausschließen will, trennt sich schnellst möglich von seinen Personaldokumenten. Denn wenn Deutschland zum Beispiel nicht nachweisen kann woher jemand kommt, kann das Land in das abgeschoben werden soll einfach sagen, dass sie denjenigen nicht zurück nimmt.

    Dass diesen Leute ihre aller wichtigsten Dokumente offenbar mitführen zeigt mir dass sie es offensichtlich ehrlich mit uns meinen. Zeugnisse kann man auch faxen oder ggf. kurze Anerkennungsprüfungen durchführen.

  4.   kevin

    Nur ein Land in der Welt sollte Zuflucht Syrer zu geben; U.S.A., warum? Sie, die die Region zu destabilisieren und verursachen Chaos, wenn sie für die Demokratie in der Welt des Islam zu verhängen will, muss die Reform des Islam zu fördern und nicht zu stürzen Diktatoren, die die einzigen, die die radikalen Gruppen des Islam kontrollieren können, sind, wobei die Kraft und verschlimmern Kriege, wenn Sturz Diktatoren, die sie herrschen.
    Erhalten Syrer ist es, Terroristen zu infiltrieren, Deutschland werde teuer bezahlen, wenn es um dankbar zu sein ein Muslim nur vor dem Islam sehen, und nicht die, die seiner Hand verlängert, wenn am meisten benötigt kommt, fördert der Islam den Terror so muss geändert werden, verbessert, ist der Koran nichts anderes als eine verzerrte Kopie der Bibel mit unverfallbaren politischen Interessen und nachtragend Mohammeds gegen Europa und seine religiöse und wirtschaftliche Macht der Zeit vermischt.

  5.   Peter

    @3 Das Wegwerfen der Dokumente ist echt ein richtig guter Rat, aber nur wenn man akzeptiert, dass Menschen ohne Asylanspruch sich so welchen erschleichen – der Bürgerkriegsflüchtling jedenfalls hat nichts davon, seinen Pass zu vernichten, bei dem wäre die Sache ja eher klar mit Pass.
    Zudem macht es die Sache auch viel leichter, sich ohne Zeugnisse die Grundlage für eine schöne Zukunft zu schaffen, wissen die, deren Morgenlektüre nach 11:40 stattfindet besonders gut.
    Ach so, die kann ja nachfaxen lassen und die verraten dann ja auch nicht, wie das mit der Herkunft … Sie sind echt ein Genie.

    Ihr Beitrag ist genau auf Niveau derer, die auf jeden „nicht jubelnden“ Beitrag mit Unterstellungen antworten.

  6.   goldfisch_der_zweite

    @Peter

    Ich möchte mal versuchen Sie in ein kleines Szenario zu versetzen.
    Es ist zwei Uhr in der Nacht. Ihr Freund und Nachbar klopft panisch an die Tür. Die XYZ kommen. Sie sind schon im Nachbardorf. Nichts wie weg hier.VON XYZ haben Sie schon gehört. Die sind bekannt dafür dass sie morden, versklaven, vergewaltigen usw. usw.
    Sie wecken Ihre Frau die Kinder und ziehen sich schnell etwas an. Jeder packt noch einen Rucksack mit dem Nötigsten. Nahrungsmittel, Wasser achja und Babynahrung und Windeln für ihre 8Monate alte Tochter darf nicht fehlen. Natürlich sind sie so geistesgegenwärtig und nehmen auch das Bargeld und die Pässe mit. Aber nehmen Sie auch die Aktenorder mit in dem Sie die Zeugnisse, Urkunden, Bescheinigungen etc. aufbewahren?
    Hier will ich das Szenario schließen. Ich würde diesen Ordner im besten Fall gut verstecken. So ein Gewicht mitzuschleppen spräche gegen alle Vernunft.
    Den Gedanken zu Ende geacht ist es daher nur Ratsam von allen Sekundärwichtigen Dokumenten eine Kopie auf einem USB-Stick zu speichern. Diesen kann man ja, falls wir mal fliehen müssen, schnell einstecken.

  7.   goldfisch_der_zweite

    @ Kevin
    geht’s auch auf Deutsch? Keine Ahnung was Sie uns sagen wollen. Vielleicht versuchen Sie es mit Sätzen die max. 8 Wörter und keine Nebensätze haben.


  8. @Kevin e.a.
    Immer wieder traurig zu lesen wie Putins Hofschranzen das Thema instrumentalisieren um ihre Botschaft loszuwerden: die USA sind an allem schuld! Sie haben den Menschen unnötigerweise die Idee eingeimpft, dass es auch ein Leben ohne Diktatur geben könnte. Hätten Sie nicht aufbegehrt, dann hätte Assad nicht auf sie schießen lassen müssen.
    Was für ein Glück, dass wir guten Europäer von der Idee abgekommen sind, dass Demokratie und Rechtsstaat wichtig sind und schon gar nichts, was man anderen Völkern vorleben sollte. Sie könnten ja auf dumme Gedanken kommen. Und was dann dabei rauskommt, sieht man ja Syrien.

  9.   Peter

    @ 6
    Der Feind ist für viele, die da ankommen, nicht so vom Himmel gefallen
    … und wenn es für Smartphone und Speicherkarte reicht, sollte z.B. dort neben Familienfotos auch noch Platz für mehr sein. So irre viel ist das gar nicht, was wichtig ist und ehrlich, ich hab zunächst ja auch nur gefragt, weil der Artikel so schön flach blieb.
    Weder geht es um die Sicherung meiner Zukunft, noch habe ich zum Passverlust geraten – die Erfahrung mit dem Nutzen von Dokumenten beim Neustart haben u.a. vor 70+x Jahren Millionen Europäer und seither vermutlich weitere Abermillionen Menschen auch schon mal gemacht.

    Ehrlich gesagt, mir ist es eher egal, wie die Menschen hierher gekommen sind und ob einer einen Laserpointer mitnahm. Sie sind da und mich interessiert, wie die Angekommenen (und wir) ihre Zukunft bewältigen wollen. Es ist zu kurz gesprungen, dass dafür ein warmes „welcome“ reicht und mehr können Lieschen Müller und Max Meier doch gar nicht bieten, da muss dann mit System rangegangen werden. Doch wenn es gleich dumme Sprüche gibt, wenn nach Lösungen gefragt wird, die über die Altkleiderspende hinausgehen, dann lassen wir das Thema halt im Ungefähren. Sprechen wir halt später wieder, wenn die Realtät durchdringt und die wird wohl eher früher als später durchdringen.

  10.   goldfisch_der_zweite

    Hallo Peter!
    Danke für die Richtigstellung. Ihr erster Kommentar allein hätte Sie in eine Ecke gedrängt, in der Sie vermutlich nicht gehören.
    Schönen Abend!