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Die Milchstraße gibt’s nun in 3-D

 
Die Milchstraße gibt's nun in 3D
Die erste Himmelskarte des Gaia-Satelliten zeigt die Sternendichte am Nachthimmel. © ESA/Gaia/DPAC

Vor 1.000 Tagen zog die Raumsonde Gaia in den Weltraum aus. Ihr Auftrag: die Milchstraße vermessen. Nun hat die Europäische Raumfahrtagentur Esa basierend auf den ersten Daten eine Karte unserer Galaxie erstellt. Das Werk ist so umfassend und detailliert wie keines zuvor – und wird Astronomen die Milchstraße vollkommen neu entdecken lassen.

Aus eineinhalb Millionen Kilometern Entfernung von der Erde vermisst Gaia seit Juni 2014 dreidimensional die Milchstraße. Seitdem hat sie 1,15 Milliarden Sterne sowie deren Helligkeit und Bewegung am Himmel ermittelt. Das ist rund ein Prozent der Sterne unserer Heimatgalaxie. Auf der Himmelskarte sind zudem die große und die kleine Magellansche Wolke, einige Zwerggalaxien sowie der Andromedanebel zu erkennen. Bereits dieser Katalog ist laut Weltraumforschern doppelt so genau und 20 Mal so umfangreich wie der bislang genaueste des Esa-Satellits Hipparcos (Nature: Brown, A. G. A. et al., 2016). Als Bonus gibt's einen 3-D-Film, der zeigt, wie sich die zwei Millionen hellsten Sterne nahe der Erde bewegen.

Möglich macht es die Technik. Die Raumsonde verfügt über die größte Digitalkamera, die je für das All gebaut wurde. Mit einer Auflösung von fast einer Milliarde Pixel ist sie Teil eines hochkomplexen Teleskopsystems des Forschungssatelliten. So konnte sie schon jetzt mehr Sterne entdecken als erwartet. Daher gehen Forscher davon aus, dass die Milchstraße etwas größer ist als bislang angenommen. Und sie erwarten weitere Überraschungen; neue Exoplaneten, Informationen über die Verteilung Dunkler Materie und zur Sternenentstehung. Denn die letzten Ergebnisse der Mission werden erst im Jahr 2023 erwartet.

Derweil sind die bisher gesammelten Daten frei verfügbar. Wissenschaftler aus aller Welt hätten sich geradezu auf sie gestürzt, teilte die Esa mit.

Mehr über die Entdeckungen aus den Weiten des Weltraums finden Sie auf unserer Themenseite zu Astronomie und Raumfahrt. Weitere Fundstücke aus dem Netz gibt es im Teilchen-Blog.


4 Kommentare

  1.   GrauerFalke

    Es fasziniert mich immer wieder wie groß unser Universum ist, schon alleine unsere Milchstraße mit rund 10 Milliarden Sternen. Jeder Mensch könnte einen Stern haben… Man mag in dieser Art der Forschung keinen wirklichen Sinn sehen, genauso wenig dann aber auch in Kunst und Kultur und mal ehrlich, irgendwie ist unsere Galaxie ja auch so etwas wie ein gigantisches Kunstwerk.

  2.   Maja Kowski

    Bei allem Respekt vor Ihrer aufrichtigen Ergriffenheit:

    „mal ehrlich“: Nach einem Kunstwerk sieht es eher nicht aus. Eher nach Natur.

    Ist natürlich auch abhängig von Ihrem Kunst-Begriff. Und weil uns eine Definition des Kunst-Begriffes hier momentan abgängig ist, lasse ich Ihre Bemerkung – nach kurzem Disput mit dem Schöpfer – für heute mal durchgehen.

  3.   Brausebär

    Ähhm, also mit 10 Milliarden kommste nicht aus, wenn dann schon 100 (Schätzungen bis 300) Milliarden (;

  4.   MrHyde23

    Da hat der GraueFalke wohl eine null vergessen. Vielleicht liegts an den Augen und GrauerStar wäre passender?