BenachrichtigungPfeil nach linksPfeil nach rechtsMerklisteAufklappenKommentareAbspielenPauseAbspielenWiederholen
 

Fußball und Liebe

Das Festival im Millerntor-Stadion eröffnet mit einem Talk – u. a. mit Roger Willemsen. Zwei Tage später gibt es Live-Musik, Talk-Panels und mehr.

Der FC St. Pauli steht gegen Diskriminierung, Hass, Intoleranz und Ausgrenzung. Das zeigen die Fans Woche für Woche bei den Spielen der Mannschaft. Auch neben dem Fußballgeschäft macht der Club immer wieder deutlich, dass ihm menschenverachtendes Gedankengut gestohlen bleiben kann. Beim zweiten Fußball-und-Liebe-Festival, das der gemeinnützige Verein 1910 – Museum für den FC St. Pauli organisiert, möchte man erneut ein Zeichen setzen.

Am 14. Mai wird das Event mit einem prominent besetzten Eröffnungstalk (u. a. Roger Willemsen) starten. Thema: Fußballromantik – nichts als Nostalgie?Zwei Tage später steigt das große Gegengeraden-Fest mit drei Live-Bühnen, Infoständen, Talk-Panels, Lesungen, einer Foto-Ausstellung (Foto) sowie Film- und Kinderprogramm. Die Millerntor-Besucher erwarten Künstler wie Le Fly, Dubtari, Frank Goosen, Gerhard Henschel, Gereon Klug, Frank Spilker, TemmyTon oder Tubbe.

Text: Ole Masch

 

EGO-Air I

Obwohl es das EGO als Club nicht mehr gibt, bleibt die Crew dem Hamburger Feiervolk erhalten: In der Draußen-Saison gibt’s gleich zwei EGO-Airs.

Anfang April kam es vor dem Uebel & Gefährlich zu langen Schlangen. Solomun spielte einen seiner mittlerweile seltenen Hamburg-Gigs. Wer ihn dort verpasste, hat nun erneut die Gelegenheit, den Diynamic-Labelchef in seiner Heimatstadt auflegen zu sehen. Wie uns der ehemalige Besitzer des EGO-Clubs bereits im April-Heft verriet, wird seine Crew auch in diesem Jahr auf dem Gelände der BallinStadt feiern. Auch wenn der Laden in der Talstraße Geschichte ist, bleibt der Name EGO-Air erhalten.

Treue Fans können sich in diesem Sommer gleich mehrfach freuen. Solomun steht zusammen mit seiner Schwester Magdalena und Kompakt-Boss Michael Mayer im Mai direkt wieder hinter Hamburger Plattentellern. Den Worten, dass man den Club schließe, der hiesigen Szene jedoch erhalten bleibe, folgen damit Taten – und die ehemaligen EGO-ianer legen noch ’ne Schippe drauf. Am 19. Juli folgt EGO-Air #2 mit nicht minder interessantem Line-up. Diesmal dabei sind Andhim, Anja Schneider, Stimming und die Adana Twins. Bedeutet: Zweimal ekstatische Stimmung, feiernde Menschen und feinste House-Musik.

Text: Ole Masch

 

„Nordlichter“

Die Dänen und Norweger können mehr, als nur Krimis. Neues skandinavisches Kino wird am 16. Mai im Studio Kino gezeigt.

Wir Hamburger halten uns ja für Nordlichter. Dabei kommt da oben noch viel mehr: Norwegen, Dänemark, Schweden, Finnland und Island zum Beispiel. Diese Länder kennen wir aus Urlauben und vor allem aus skandinavischen Krimis, die hierzulande über die Mattscheibe flimmern. Dass im Norden aber nicht nur Morde begangen werden, beweist die Filmreihe Nordlichter, die mit fünf Beiträgen im Gepäck durch Deutschland reist und auch einen Halt im Studio Kino einlegt. Am 14. Mai läuft hier zunächst um 19 Uhr der dänische Film Der Mondfisch (Klumpfisken) – ein Sozialdrama über einen Fischer vom alten Schlag, der sich in eine Meeresbiologin verliebt. Um 21 Uhr wird der norwegische Film Ich bin Dein (Jeg er din) gezeigt. Er porträtiert eine emotional instabile junge Frau, die Tochter pakistanischer Einwanderer, die zwischen eigenen Lebensträumen, Mutterschaft und familiären Ansprüchen hin und her gerissen ist.

 

„Zweite Chance“

Das dänische Familiendrama über einen guten und einen schlechten Vater fesselt wie ein Psychothriller. Der Film läuft im Abaton.

Die dänische Regisseurin Susanne Bier und der Autor Anders Thomas Jensen sind mit Dogma-Filmen bekannt geworden. Zweite Chance ist ihr sechster gemeinsamer Film: ein nach allen Regeln der Plot-Point-Setzung konstruierter Rollercoaster, in dem zwei Welten aufeinandertreffen, die zweier Väter. Der eine lässt den kleinen Säugling nackt auf kalten Badezimmerfliesen liegen, wenn er nachts in Ruhe schlafen will; der andere trägt sein weinendes Baby warm eingepackt zu seinem SUV, um es auf nächtlichen Spritztouren sanft in den Schlaf zu wiegen. Zweiterer klaut ersterem das Kind, als das eigene an plötzlichem Kindstod stirbt. Die Leiche deponiert er im Badezimmer des sozial bedenklichen Paares und nimmt dessen kleinen Sofus zu sich ins fashionable Eigenheim, was sich in Hinblick auf Ehefrau Anna als keine gute Lösung erweist. Wer ist hier der gute, wer der schlechte Vater?

ab 14.5., Abaton, Zeise

 

The Fume

Vom Sound der schwedischen Glam-Rock-Punk-Band waren auch schon The Hives überzeugt. Ein eigenes Bild macht man sich im Molotow.

„Living For The Weekend.“ Ist das ein Satz, der auch an einem Montag funktioniert – jenem Tag, an dem einem schmerzlich bewusst wird, dass die harte Feierei am Wochenende ganz schön an die Substanz geht? Er funktioniert, zumindest wenn es nach der schwedischen Glam-Rock-Punk-Band The Fume geht. Die spielt am Montag im Molotow und hat vor Jahren einen Song geschrieben, der „Living For The Weekend“ heißt. Das Trio erwartet dementsprechend, dass wir Hamburger die Grenzen unseres Wochenendes sprengen und in den Kiezclub pilgern. Na gut, wir sind dabei. Schließlich waren auch schon The Hives vom flotten Fume-Sound überzeugt und machten die Band zum Support für ihre Skandinavien-Touren.

Text: Lena Frommeyer

 

Hamburger Kneipenchor

Das trinkfeste Kollektiv eröffnet die Sommersaison auf dem Lattenplatz vor dem Knust. Jeden Dienstag spielen hier ab sofort auch DJs.

In der linken Hand ein Blatt mit Noten. In der rechten Hand eine Knolle Bier. Das ist der Hamburger Kneipenchor (HHKC). Statt in der Kirche singt die Meute gut gelaunter Sängerinnen und Sänger in Bars unter der Diskokugel oder auch mal an der frischen Luft. Beispielsweise am 12. Mai. Dann eröffnet der HHKC die Sommersaison auf dem Lattenplatz vor dem Knust. Ab 19 Uhr stimmt die Gruppe ihre Version von Songs wie Little Numbers (Boy), Teenage Dream (Katy Perry) oder Home (Edward Sharpe & The Magnetic Zeros) an. Zuvor, ab 17.30 Uhr, wird ein Fass angestochen und die Lattenplatz Fahrraddisko erlebt ihre Premiere: Ab dem 12. Mai bringen jeden Dienstag zwischen 18 und 20 Uhr DJs vor dem Knust ihre Musik zu Gehör. Links und rechts neben dem Pult stehen Spezialfahrräder, auf denen der Strom für die Beschallung erzeugt wird. Das ist mal Arbeitsteilung!

Text: Lena Frommeyer

 

7Türen

In der Neustadt eröffnet Sabine Hollstein eine Galerie, die sich auf junge Kunst konzentriert. Vor allem Absolventen der hiesigen HFBK finden hier eine Plattform.

Der Testlauf begann auf der Affordable Art Fair. Dort präsentierte Sabine Hollstein, selbst Keramikkünstlerin mit Stationen in Düsseldorf, Köln und Paris, erstmals Arbeiten von Absolventen der HFBK – und das Interesse war riesig. Und so eröffnet sie jetzt, in den ehemaligen Räumen von Heinz Kramer, ihre eigene Galerie. Wie ihr Kunsthandel heißt sie 7Türen, nach einer Szene aus Jean Cocteaus Film La Belle et la Bête mit eben sieben Türen. Die Galerie soll Raum der Begegnung und Erkenntnis sein – und konzentriert sich dabei ganz auf den künstlerischen Nachwuchs.

Dass der in Hamburg weit weniger Unterstützung bekommt als an anderen Kunsthochschulorten, ist nicht neu, und während auf den Rundgängen in Düsseldorf viel verkauft wird, hält man sich hier vornehm zurück. Diese Lücke schließen möchte 7Türen und ist neben P/Art, Index und anderen Galerien nicht die einzige. Aber Sabine Hollstein ist begeistert von der Qualität der HFBK und ihren Absolventen. Und von der Kraft der Talente, die sie sichtbar machen möchte. Eröffnung wurde am letzten Samstag gefeiert. Ab heute beginnen Ausstellung und Galeriebetrieb – noch bis zum 27.06.

Text: Sabine Danek

 

Städter im Wald

Eine Künstlergruppe erwandert die Grenze von Natur und Zivilisation. Beim „Flexiblen Flimmern“ zeigen sie ihre Quintessenz auf Celluloid.

Bergedorf, Cranz, quer durch den Wald oder die Elbe entlang: Seit zwei Jahren trifft sich eine Gruppe Hamburger Künstler namens Der Flaneur und erwandert, was Stadt und Umland an Unbekanntem zu bieten haben. Mehr als 20 Leute sind es insgesamt, Claudia von Allwörden gehört dazu, Ansgar Hilbig und auch Claire Walka und Ying Tang – und sie zeigen jetzt eine künstlerische Quintessenz des bisher Erwanderten. Im Projektor sind ihre Arbeiten zu sehen, dazu gibt es ein Festival mit Performances, Lesungen, Konzerten, Partys und Kinoabende mit passenden Speisen und Getränken, die Spezialität von Holger Krauses Flexiblem Flimmern.

Text: Sabine Danek

 

„Die Blechtrommel“

Große Erzählkomposition zwischen Wäscheleinen: Das Thalia zeigt den literarischen Klassiker des kürzlich verstorbenen Nobelpreisträgers Günter Grass.

Oskar Matzerath, der Protagonist in Günter Grass‘ weltberühmten Schelmenroman, ist klein, aber laut: Er verbringt seine Zeit mit trommeln, mit seinen Schreien kann er Fensterscheiben zum Bersten bringen. In Luk Percevals Inszenierung von Die Blechtrommel im Thalia Theater verkörpert Barbara Nüsse die Außenseiterfigur, die nicht überhört werden kann, und wie im Roman wird alles Geschehen auch auf der Bühne von dem bestimmt, was sie erzählt. Es geht um das Schicksal von Menschen in Danzig zur Zeit des Dritten Reiches. Wie ein Seismograf nimmt Oskar gesellschaftliche Schwingungen wahr und trägt sie mit viel Rabatz nach außen.

Sein Schöpfer Günter Grass starb im April dieses Jahres im Alter von 87 Jahren. Die Premiere von Die Blechtrommel konnte er noch erleben. Laut Aussagen des Thalia-Intendanten Joachim Lux habe er sich „darüber gefreut wie ein kleines Kind“. Die Inszenierung wird erneut nicht nur an diesem Mittwoch, sondern auch am 16. und 17. Mai gezeigt.

Text: Katharina Manzke

 

„Lost & Found“

We jammin‘ zu Ehren von Bob Marley: Die Partyreihe „Lost & Found“ im Fundbureau steht für feinen Reggae, Dancehall und Hip-Hop.

Wo, wenn nicht im Fundbureau, sollte eine Party namens Lost & Found stattfinden? Laut Beschreibung des Veranstalters geht es „entspannt durch den Frühling mit feinsten Perlen aus Hip-Hop, Reggae und Dancehall“. Die Nacht ist zudem einem legendären Musiker gewidmet: Die vierte Ausgabe von Lost & Found steht ganz im Zeichen von Bob Marley. Für dumpfen Bass, pressende Beats und gechillte Vibes passend zum jamaikanischen Reggae-Artist sind die DJs Nor Me, Janina Jay, Deejay Bugs, N.E. Style sowie Selekta Burning zuständig. Damit nicht genug: Auch mit Singer-Songwriter Alyrical Emparoo live hinterm Mic wollen die Veranstalter an den Kultmusiker erinnern. Hingehen, tanzen und don’t worry ‚bout a thing, ‚cause ev’ry little thing is gonna be alright there.

Text: Andra Wöllert