Der Musiker liest in der Fabrik aus seinem neuen Buch „Ärger mit der Unsterblichkeit“ und gibt skurrile Einblicke in sein Leben.
Ist die Rede von Andreas Dorau, ist auch immer die Rede von Fred vom Jupiter, seinem ersten Hit im zarten Alter von 15 Jahren. 30 Jahre ist das schon her und Dorau keiner dieser Künstler, denen es lästig ist, an alten Maßstäben gemessen zu werden. Er akzeptiert es, wie es ist und nutzt die Gelegenheit, wenn schon wieder einer diese olle Kamelle lutscht, um die Story aufzupeppen. Dann erzählt er von seinem Lehrer, der auch seinen Reibach machen wollte, als Dorau mit Fred vom Jupiter die Charts stürmte. Und der behauptete, weil der Text in seinem Kurs entstanden war, er damit geistiges Eigentum der Schule sei. Dorau ist bekannt als Geschichtenerzähler – lustiger, trauriger und bizarrer. Sven Regener ist Doraus neuer Ghostwriter. Er hat dem Neue-Deutsche-Welle-Star zugehört und seine Anekdoten in Ärger mit der Unsterblichkeit alle aufgeschrieben. Zusammen kommen sie jetzt auf Lesetour in die Fabrik.
Natürliche Symbiose: Die drei Hamburgerinnen kommen mit neuen (und ein paar alten) Songs in den Nochtspeicher.
Selbstverständlich ist es nicht, dass man sich als Geschwisterpaar so gut versteht. Bei Josepha und Cosima alias JOCO scheint sich die schwesterliche Verbundenheit jedoch weit über das Genetische hinaus bis aufs Seelische auszuweiten. Das Ergebnis ist eine natürliche Symbiose, die vermutlich niemand so perfekt einstudieren könnte, wie sie die Schwestern aus Schleswig-Holstein von Natur aus beherrschen. Im Juni erscheint ihr schon sehnsüchtig erwartetes Debütalbum Horizon, dass sie in den Londoner Abbey Road Studios aufgenommen haben.
Schon erschienen ist India von Graziella Schazad. Nach ihrem Debüt Feel Who I Am, dass sich mit ihren schwierigen Familienverhältnissen auseinandersetzte, strotzt ihr jüngstes Album vor Mut und Selbstbewusstsein. Das Ergebnis: Facettenreicher und vielschichtiger und gefühlvoller sind ihre neuen Songs geworden. Im Nochtspeicher zeigen die drei Ausnahmemusikerinnen ihrer Heimatstadt Hamburg ihren Akustikpop.
Literatur & Diskussion: Das Ernst Deutsch Theater setzt seine interaktive Lese-Reihe im kleinen Rahmen der Studiobühne fort.
Jochen Brachmann möchte mit Lyrikern und Laien in die Zeilen von Texten eintauchen. Früher nannte man so ein Treffen „literarischer Salon“. Heute spricht man zumindest in Hamburg vom Seitensturm. Im Ernst Deutsch Theater lesen Daniela Krien und Ulrike Almut Sandig in der Reihe ihre Werke vor und besprechen diese mit dem Literaturwissenschaftler Brachmann. Das Publikum kann mitlesen und anschließend auch mitreden. Ulrike Almut Sandig (Foto) ist eine der bekanntesten deutschen Lyrikerinnen. Sie studierte Journalistik, Religionswissenschaften und Indologie unter anderem in Frankreich und Indien. Sandig verfasste zwei Erzählbänder mit dem Titel Flamingos und Buch gegen das Verschwinden und war zeitweise die Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift EDIT.
Mein Vater ist Terrorist: Das Abaton Kino zeigt den ebenso berührenden wie unterhaltsamen neuen Film von Eran Riklis.
Der neue Film des Regisseurs Eran Riklis (Lemon Tree, Die syrische Braut), der bei der Premiere im Abaton anwesend sein wird, erzählt von einer unmöglichen Liebe in Israel. Er, Eyad, ist arabischer Israeli – sie, Naomi, ist Jüdin. Ihre aussichtslose Romanze basiert auf einem autobiografischen Roman des palästinensischen Autors Sayed Kashua, der seine Jugend zunächst noch anheimelnd verklärt. Liebevoll zeichnet Mein Herz tanzt ein verschrobenes Kleinstadtmilieu der frühen achtziger Jahre, in dem selbst der palästinensische Widerstand („Mein Vater ist Terrorist“) Züge einer nostalgischen Schrulle aufweist. Doch in Jerusalem, als erster und einziger arabischer Schüler eines jüdischen Elitegymnasiums, ist der hochbegabte Eyad mit rassistischen Anfeindungen konfrontiert. Sein Liebesverhältnis mit der Klassenkameradin Naomi darf nicht öffentlich werden. So verwandelt sich dieser unterhaltsame und berührende Film zu der umso schärferen Anklage eines auf Diskriminierung basierenden Herrschaftssystems. In der fiktionalen Fortschreibung seiner Jugendjahre bleibt Eyad, um eine Lebensperspektive zu haben, nichts anderes übrig, als seine palästinensische Identität zu Grabe zu tragen.
Wir verordnen das Bunker-Komplettprogramm: Zwanzig DJs legen im Uebel & Gefährlich, Terrace Hill und Turmzimmer elektronische Musik auf.
Einmal Bunker mit allem, bitte! Könnt ihr haben an diesem Mittwoch: Für einen schmalen Zehner steigt die Luzie in gleich drei Clubs des umfunktionierten Flakturms. Im Uebel & Gefährlich, im Terrace Hill und im Turmzimmer wird ObenUntenAlles gefeiert – mit allem was die elektronische Tanzmusik zu bieten hat. Zwölf Stunden lang kann man sich von über zwanzig DJs den Bass um die Ohren hauen lassen. Bodega, Deo & Z-Man, PunktPunkt und Rich vom Dorf sind also nur ein Bruchteil des Electro-Line-Ups. Übrigens wird nicht nur die Deko der Räumlichkeiten besonders sein. Die Irisierenden Nachteulen sorgen zudem für funkelnde Gesichtsdeko – auch an den Besuchern. ObenUntenAlles eben.
Text: Andra Wöllert
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Musik an, Augen zu und auf geht die Reise ins Unbekannte. Das geht wunderbar zu den Liedern von Rangleklods – auch live im Knust?
Da gibt es nun schon so ausdifferenzierte Musikgenres und Rangleklods passen immer noch in keine Schublade. Das Duo aus Kopenhagen windet sich melodiös zwischen Electronica, Pop, Experimental und Singer/Songwriter. Eins eint aber alle Songs von Esben Andersen und Pernille Smith-Sivertsen: Sie sind atmosphärisch und befördern den Hörer oder wahlweise Konzertgänger im Handumdrehen in eine andere Welt, so er denn will. Erahnen lassen das schon die Titel wie Clouds, Riverbed, Enklave oder Cough aus dem 2012er Album Beekeeper. Wahrscheinlich genau wegen der Schubladenlosigkeit erfreuen sich Rangeklods, die sich 2010 gegründet haben, immer größerer Beliebtheit und beweisen live im Knust, wie sehr sie eben diese verdient haben.
Text: Andra Wöllert
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Markt-Hopping statt Füßehochlegen am Sonntag: Vom Flohmarkt im Haus Drei bis zum Foodtruckfestival auf dem Spielbudenplatz.
Sonntag. Keine Arbeit, kein Stress. Nichtstun sollte dennoch nicht die Lösung sein. Wie wär’s mit einem entspannten Markttag mit Second-Hand-Mode oder Streetfood?
In Bramfeld kommen die Damen auf ihre Kosten: Der Frauenklamottenflohmarkt im Stadtteilkulturzentrum Brakula in Bramfeld findet einmal pro Monat statt. Um den Schlaf wird dabei selbst die größte Schnäppchenjägerin nicht gebracht. Der Markt beginnt um 12 Uhr mittags, endet aber bereits drei Stunden später.
Jeden zweiten Sonntag im Monat gibt es in Altona Second-Hand-Ware in allen Formen und Farben. Was die einen abstoßen wollen, kann für die anderen von besonderem Wert sein. Der Flohmarkt des Haus Drei ist die richtige Adresse für alte oder neue, kleine oder große Schätze aus der Nachbarschaft. Von 10 bis 16 Uhr kann gestöbert werden.
Wer Hunger nach dem Feilschen verspürt, findet an diesen Imbisswagen leckere und (zum Teil) gesunde Kost: Beim Foodtruckfestival auf dem Spielbudenplatz versorgen rollende Gourmet-Küchen aus ganz Deutschland hungrige Hamburger Mäuler – von 12 bis 18 Uhr. Streetfood vom Feinsten statt Fertigfrikadelle mit Kartoffelsalat aus dem Eimer. Lasst es euch schmecken!
Text: Andra Wöllert
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Urbane Kunst eckt gerne an und fordert Stadt und Publikum heraus. Die Ausstellung blickt auf 35 Jahre Kunst im Konflikt mit dem öffentlichen Raum zurück.
Hamburg, das Zentrum zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum: Diesen inoffiziellen Titel trug die Stadt für eine lange Zeit – tatsächlich auch dank des Senats. Der förderte seit Anfang der Achtziger mehrere Hundert Werke, die durchaus kritisch und herausfordernd für Publikum und Stadt sein durften. Urbane Aufreger eben. Joseph Beuys nahm sich damals beispielweise vor, Hamburg zu einem politisch-ökologischen Gesamtkunstwerk zu machen. Die Ausstellung Passagen – Kunst im öffentlichen Raum Hamburg seit 1981 im Kunsthaus Hamburg betrachtet nun die Aktualität und Geschichte von urbaner Kunst – von Auftragswerk bis Streetart. Zeichnungen, Modelle, Fotografien, Dokumentationen und andere Materialien ausgewählter künstlerischer Projekte aus 35 Jahren finden hier eindrucksvoll zusammen. Hinzu kommen neue, extra für die Ausstellung entwickelte Beiträge. Ein Blick zurück nach vorn auf Kunst im öffentlichen Raum. Jeden Sonntagnachmittag sogar mit Führung – auch an diesem.
Die Hamburger Dokumentarfilmerin Maria Hemmleb erzählt in „Das verschwundene M“ die Geschichte ihres Bruders.
Paris – Tokio – Avignon. Lukas Hemleb hat Bühnenstücke und Opern fast überall auf der Welt inszeniert. Im Film Das verschwundene M schildert seine Schwester Maria Hemmleb seinen beruflichen und persönlichen Werdegang. Die Hamburger Dokumentarfilmerin hat ihren Bruder zu Proben in Moskau und Taipeh begleitet. Neben den aktuellen Inszenierungen werfen die Geschwister auch einen Blick in die gemeinsame Vergangenheit. Das verschwundene M ist die Geschichte eines zunächst vom Straßentheater Infizierten, der mit dem „M“ in seinem Namen zugleich die Hemmnisse provinzieller Restriktionen abstreift und damit als Repräsentant für die künstlerische Selbstfindung einer ganzen bundesdeutschen Generation stehen kann. Maria Hemmleb ist bei der Abaton-Premiere zu Gast.
Hafen, Strand und Bass ist alles, was du an einem Sonntag brauchst? Dann „Komm Tanzen“ im StrandPauli. Da gibt es elektronische Musik for free.
Umsonst, draußen und tagsüber – was kann es Besseres geben an einem Sonntag? Nicht so viel und deshalb fordern Komm Tanzen auf zum – wie könnte es anders sein – Tanzen im StrandPauli. Unter freiem Himmel. Und das schon zu früher Stunde. 17 DJs und Produzenten von hier und aus der Gegend beschallen euch mit allerlei Spielarten der elektronischen Musik. Mal minimalistischer, mal housiger, mal technoider oder atmosphärischer legen Davidé, Surreal, Julez Cordoba, Eatmydisco, Mikah und Co. im Beach Club oder auf dem Island-Floor auf. Trotz Doppelbeschallung bleibt es in jedem Fall eher smooth. Die Zerreißprobe fürs Trommelfell gibt es ja schon auf dem Weg dorthin: Am Sonntag ist nämlich noch Hafengeburtstag und Komm Tanzen einer der musikalischen Lichtblicke bei den Landungsbrücken. Nicht vergessen: Schuhe anziehen, die vollgesandet und durchgetanzt werden dürfen.
Text: Andra Wöllert
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