Um Regulierungen durch den Staat und die Entmachtung des Bürgers geht es beim Diskussionsabend im Thalia Theater – u.a. mit Gregor Gysi.
Das Thalia Theater ist nicht nur ein Ort für Schauspiel – es bildet auch eine Plattform für Diskussionen. Im Rahmen der Dialogreihe Bridging the Gap, deren Mitinitiator der Verein zur Förderung des Israel-Museum e.V. ist, sollen gesellschaftliche und politische Grenzen mithilfe von Kommunikation überwindbar gemacht werden. Bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur sitzen dafür auf dem Podium und sprechen am 27. Oktober zum Motto Vater Staat und die Entmachtung des Individuums: Bleiben Entrepreneurship und Kreativität auf der Strecke?. Soziale Gerechtigkeit, Regulierung, Eigenverantwortung, Innovationsgeist, Arbeitsplatzsicherung und Rente sind Stichworte, die hier eine Rolle spielen werden, wenn sich Thorsten Albig (Ministerpräsident von Schleswig-Holstein), Gregor Gysi (Fraktionsvorsitzender Die Linke), Internetunternehmer Fabian Heilemann und Prof. Dr. Burkhard Schwenker (Chairman, Roland Berger Strategy Consultants) zum Thema äußern.
Text: Lena Frommeyer
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Französisches Theater: Die Grenzen einer Männerfreundschaft werden in den Hamburger Kammerspielen ausgelotet.
Im Stück Unsere Frauen aus der Feder von Éric Assous treten nur Männer auf. Die Frauen bestimmen den Plot aber trotzdem, als Prüfung für eine Männerfreundschaft dreier sehr verschiedener Typen: Der Radiologe Max lebt mit seiner riesigen Schallplattensammlung eremitisch in einem Loft. Paul arbeitet als Allgemeinarzt und führt eine vermeintlich glückliche Ehe, und dann gibt es noch Simon, den Friseur. Er kommt zu spät zum Treffen. Er ist betrunken und gesteht den Freunden, dass er gerade im Affekt seine Frau getötet hat. Während Paul auf dem Sofa seinen Rausch ausschläft, überlegen Max und Paul, was zu tun ist. Es stellt sich für sie die Frage: „Wie weit darf man für einen Freund gehen?“ Für die Hamburger Kammerspiele wird Nos Femmes von Jean-Claude Berutti inszeniert, der bereits im Frühjahr mit Ziemlich beste Freunde erfolgreich ein französisches Stück in dieses Theater brachte.
Ukulele trifft auf Beats: Das Berliner Trio reiste auf die Kapverdischen Inseln, um mit dem Musiker Tibau Tavares ein Album aufzunehmen.
„Mir hat schon damals, als ich das erste Mal die Musik von Tibau gehört habe, beeindruckt, dass er so eine intuitive Art, hat an die Musik ranzugehen“, erzählt Rebecca. Das war vor 12 Jahren. Im letzten Jahr reiste das Berliner Trio Pupkulies & Rebecca (Janosch Blaul, Rebecca Blaul und Sepp Singwald) auf die Kapverdischen Inseln, um mit dem dort lebenden Musiker Tibau Tavares ein Album aufzunehmen, das elektronische und traditionell kapverdische Musik verbindet. Das Ergebnis klingt nach Fernweh und Heimat, nach Schmerz und Freude, nach exotischer Trommel- und Ukulelen-Musik sowie Berliner Soundgetüftel. Im Trailer zum Album Tibau sieht man Ausschnitte der Reise: wie die Musiker jammen, sich im Dorf bewegen, tanzen, Partys feiern, Musik auflegen. Da wäre man am liebsten dabei gewesen …
Text: Lena Frommeyer
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Fünf Autoren, fünf Texte, jeweils 15 Minuten – die Lesungen dieses Verlages für Kurzgeschichten folgen stets dem gleichen Muster.
„Pixi-Bücher für Erwachsene“, nannte einst die Financial Times Deutschland die Produkte des Verlages für Kurzgeschichten. Seit fünf Jahren bereichert Literatur Quickie die literarische Landschaft mit Prosa im Pocket-Format. Auch die gleichnamigen Lesungen sind äußert kurz: Fünf Autoren haben jeweils 15 Minuten Zeit, um Texte aus ihren Booklits vorzutragen. Das Event hat eine lange Tradition: 236 Mal tagte der Literatur Quickie wöchentlich mit je einer Autorin oder einem Autor als kürzeste Literaturveranstaltung der Welt. Im Herbst 20013 modifizierte man das Projekt: Einmal im Monat präsentieren nun eine Handvoll Schreiberlinge im Loft ihre Geschichten. Die Schriftsteller Gunter Gerlach und Lou A. Probsthayn führen durch die Abend und stellen ihre Berufsgenossen vor. Diesmal sind unter anderem Lucy Fricke und Hartmut Pospiech mit von der Partie.
Der Verein New Swing Generation lädt zur Swingschmelze – einem Einsteigerkurs für den Tanzstil der 1930er Jahre und anschließender Party.
Man sollte wohl wie ein Lindy Hopper durchs Leben gehen: immer ein wenig Swing-Musik im Ohr haben, beschwingt durch die Stadt wirbeln, hier ein schneller Kick, dort ein fröhliches Trippeln, immer die Beine in Bewegung halten und im „Flow“ sein. So sieht man mit Partner aber auch allein prima aus – herrlich. Drum ist dem Tanzstil der 1930er Jahre eine wachsende Anhängerschaft verfallen. In Hamburg bietet der Verein New Swing Generation eine Plattform für alle, die sich für Swing begeistern. Tanz, Mode und Musik (von Nat King Cole, Bigband-Sounds der 1930er oder Stücke der Cherry Poppin‘ Daddies) spielt auch am 26. Oktober in der Zinnschmelze bei der Swingschmelze eine besondere Rolle. Der Verein lädt zum Lindy-Hop-Einführungskurs mit anschließender Tanzparty.
Text: Lena Frommeyer
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Hier ist nicht alles Elbe, was fließt. Das Film- und Fernsehmuseum Hamburg lädt zur Matinée „Hamburg und seinen Gewässern“ ins Abaton.
Die Hafenstadt Hamburg präsentiert sich aktuell in der John-le-Carré-Verfilmung A Most Wanted Man von ihren attraktivsten Seiten. Doch ist die Elbe ja nicht alles, was hier fließt. Nebst ihr, der Alster und der Bille finden in der filmhistorischen Rückschau – die das Film- und Fernsehmuseum Hamburg e.V. zum Auftakt der Herbstsaison Hamburg und seinen Gewässern widmet – diverse Kanäle, Seen und Teiche auf die Kinoleinwand. Durch die Matinee, die ein 90-minütiges Filmprogramm beinhaltet, führen Gerhard Jagow und Joachim Paschen vom Museum. Gezeigt werden unter anderem: Stadtbäche von Heribert Schmidt, ein Film über Hamburgs kleinste Wasserläufe, der beim Bundeswettbewerb der Amateurfilmer mit einem Sonderpreis ausgezeichnet; Die Alster, für den Gisela und Helmut Lange das Gewässer auf seinen 56 Kilometern von der Quelle bis zur Mündung in die Norderelbe porträtierte; Alsterschwäne für den Filmemacher Gerhard Jagow die stolzen Vögel bei ihrer Umsiedlung ins Winterquartier begleitete.
Appetizer für das inklusive Filmfestival im November: Einen Tag lang werden im Metropolis Kurzfilme über das (Nicht-)Sehen und Hören gezeigt.
Wie wäre es mit einem Experiment? Setzen Sie sich ins Kino und halten Sie sich die Augen oder Ohren zu. Dann können Sie ansatzweise nachvollziehen, wie ein Mensch, der blind oder taub ist, einen Besuch im Lichtspielhaus erlebt, wenn keine Untertitel oder Audiodeskriptionen im Spiel sind. Das inklusive Filmfestival Klappe auf! geht mit gutem Beispiel voran, wenn es vom 6. bis 8. November in Hamburg sein Programm zeigt. Nicht nur die Vorführungen sind mit dem jeweiligen Extraservice ausgestattet, auch die Gespräche und Diskussionen werden von Gebärdensprachdolmetschern begleitet. Vorab laden die Organisatoren zum inklusiven Filmtag am 25. Oktober ins Metropolis-Kino. Um 15 Uhr startet das Kurzfilmprogramm mit anschließender Diskussionsrunde zum Thema Licht aus! Bilder hören! Blinde und Sehbehinderte Menschen im Kino. Um 17 Uhr wird der Kurzfilm Geschichte/n der Welt von den Amöben zum Bösen gezeigt, mit anschließender Lesung von Künstlern des inklusiven Kulturnetzwerks Barner 16. Weiter geht es mit dem Dokumentarfilm Vom Hören Sagen (Foto), einem Projekt der HfbK von Eibe Maleen Krebs um 19 Uhr und einer Auswahl an Lieblingsfilmen des Festivalteams ab 21 Uhr.
Text: Lena Frommeyer
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Durch die Luft schwirrt Papier, auf der Bühne blödelt Pilocka Krach an Drumcomputer und Kinderkeyboard herum – willkommen in der Prinzenbar.
Endlich kann man Langeweile im Büro sinnvoll nutzen: Locher und buntes Papier schnappen, sich in eine ruhige Ecke verkrümeln und fleißig Munition für die nächtliche Schlacht in der Prinzenbar produzieren. Arbeitszeugnisse, Vertragsunterlagen, Fotos von den Kindern – alles muss der Stanzmaschine zum Opfer fallen. Schließlich lädt nicht jedes Wochenende der Konfettigeneral zur Papierschnipsel-Party mit elektronischer Tanzmusik. Für die Live-Unterhaltung ist Pilocka Krach (Katermukke, Greatest Hits International) verantwortlich. Die Musikerin aus Berlin macht Techno mit Humor. Zum Tanzen und Lachen bringen einen sonst nur Elektro-Comedy-Combos wie Hgich.T. Nun ist eine Frau solo an der Reihe: Mit Drumcomputer, Kinderkeyboard und Gesang macht Madame Krach ziemlich coolen Scheiß.
Text: Lena Frommeyer
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Stehlen bringt Pech: Im Thalia Theater debütiert die mythologische Pop-Oper von Antú Romero Nunes nach Richard Wagner.
Drachen, Zwerge, Liebe und Betrug – die deutsche Mythologie hat ihr eigenes Game Of Thrones. Natürlich wird andersherum ein Schuh draus: Die mittelalterliche Nibelungen-Sage ist quasi die Ursuppe aller Fantasygeschichten. Im Thalia-Theater verbindet Regisseur Antú Romero Nunes die berühmteste Variante des Stoffes, Wagners Oper, mit Friedrich Hebbels Schauspielstück. Auch in all ihren Abwandlungen und Aufgüssen birgt die Geschichte vom Rheingold doch stets die gleiche niederschmetternde, nicht zu widerlegende Wahrheit: Der Mensch ist schlecht, gestohlener Reichtum bringt Unglück, und derjenige, der nach Macht strebt, wird an seinem eigenen Hunger zugrunde gehen. Das ist kein Gute-Laune-Theater für Drachentöter, aber so modern, wie es nur irgendwie geht. Bedauerlicherweise immer.
Das australische Elektro-Trio geht auf dem neuen Album „The Worry“ mit düsteren Lovesongs neue Wege und spielt im Jazz Café des Mojo Clubs.
Es ist ein erheiternder Zeitvertreib, aufzuzählen, in welche Genre-Schubladen die australische Combo Seekae bereits einsortiert wurde: Intelligent Dance Music, Post-Dubstep, Electro-Pop, House, Minimal und Ghetto Ambient sind nur ein paar Beispiele. Und wie es meistens ist, stimmt alles ein wenig und gar nicht. Näher, als der US-Rolling Stone, kommt man einer geglückten Beschreibung dessen, was die Musiker da machen, nicht. Das Fachmagazin beschreibt den Sound der Australier als „so atmosphärisch und hypnotisierend wie ein schneebedeckter und gefrorener Wald“. So, so… Mit ihrem neuen Album The Worry gehen Seekae zur allgemeinen Verwirrung noch einmal neue Wege. Was zuvor weitestgehend relaxig elektronisch war, wird nun um dunkel brodelnde Lovesongs ergänzt. Das steht dem Trio aus Sydney ziemlich gut.
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