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Knust acoustics

Neuer Mittwoch, neue Bands beim Knust acoustic. Diese Woche auf dem Lattenplatz: ABAY, Joseh und Desmond. Wir lieben den Sommer! (Und den Herbst.)

Es ist wieder Mittwoch! Heißt: Wochen-Bergfest und heißt vor allem Zeit für die Knust Acoustics auf dem Lattenplatz. Das Grundrezept aus freiem Eintritt, Bier, Wurst und je drei Acts auf der Bühne ist weitreichend bekannt, doch gerade diese letzte Zutat macht das ganze ja von Woche zu Woche wieder zum Ankerpunkt für besonders herzlich angestoßene Feierabendbiere und -limos. Für diese Woche haben sich zum einen ABAY angekündigt. Unter diesem Namen noch weitreichend unbekannt, können das beide Bestandteile einzeln weniger von sich behaupten. ABAY ist nämlich der Zusammenschluss aus Aydo Abay, weitreichend bekannt als Ex-Blackmail-Frontmann und Jonas Pfetzing, ansonsten bei Juli für die Gitarre zuständig. In den Straßen von Berlin aufeinandergetroffen, haben beide beschlossen, zusammen ein Album aufzunehmen, das Ende des Jahres erscheint und hier schon einmal vorgestellt wird. Ebenfalls zu zweit spielen Joseh, die sich aus den Hamburgern Ulli und Joseph zusammensetzen und so etwas wie berührenden Folk Pop mit Gitarre und Harfe in die Welt entlassen – ruhig, oft melancholisch. Und dann wäre da noch Desmond, eine Band, bestehend aus einem Mann, nämlich Desmond Garcia. Danke, Mittwoch.

Text: Miriam Mentz

 

 

Krach auf der Hedi

Wer sagt denn, dass Bootsfahrten gemächlich sein müssen? Mit den Trashing Pumpguns und Thermorol zieht der MetalPunk auf die MS Hedi.

Am Mittwoch könnte die MS Hedi in kräftigen Wellengang geraten, ganz unabhängig von den vorherrschenden Wetterbedingungen. Denn mit den Hamburgern von Trashing Pumpguns und Thermorol haben sich gleich zweierlei Bands angekündigt, die mit ihrem Programm zwischen Punk und (Trash-)Metal dem über die Elbe schippernden Boot zu ordentlich Schlagseite verhelfen könnten. Von den Trashing Pumpguns, die, falls sich der ein oder andere erinnert, zuletzt den Grünen Jäger und den Hafengeburtstag zerlegten, wird es zudem einen Vorgeschmack auf die bald erscheinende Debüt-LP geben – so darf man mutmaßen – die sich im Feld des 1980er Jahre Hardcore mit Punkeinlage dreht und dementsprechend den Titel The New Wave Of Metalpunk trägt. Ein Abend, mit erschwertem Pogo-Level also. Und einer, zwischen musikalischem Vollgas und einer bezaubernden Aussicht. Denkt an die Hedi-Regel Nummer 2: Das Betanzen und Behüpfen der Bänke kann zu unfreiwilligen Schwimmeinlagen führen und ist somit zu unterlassen! Punk on.

 

Park Fiction

Zur Wiederaufführung der Dokumentation über eine erfolgreiche Park-Initiative auf St. Pauli wird die Filmemacherin Margit Czenki im Metropolis Kino erwartet.

„Parks sind ein extrem gutes Experimentierfeld dafür, wohin die Stadt entwickelt werden kann“, sagt der Hamburger Künstler Christoph Schäfer im Gartenheft, der sechsten Ausgabe der Geschichtsedition von SZENE HAMBURG. „Sie sind reale, benutzbare Orte – und gleichzeitig sehr symbolisch.“ Der Edwin-Scharff-Preisträger des Jahres 2014 war Mitte der 1990er Jahre maßgeblich an der kollektiven Wunschproduktion für Park Fiction in der Bernhard-Nocht-Straße auf St. Pauli beteiligt. In ihrer Dokumentation Park Fiction – Die Wünsche werden die Wohnung verlassen und auf die Straße gehen hat die Hamburger Filmemacherin und Fotografin Margit Czenki die Träume, Diskussionen und Kämpfe von damals in Bild und Ton festgehalten. Zur Wiederaufführung des Park Fiction-Films wird sie im Metropolis Kino als Gast erwartet.

 

King Rocko Schamoni

Das via Crowdfunding finanzierte Musik-Projekt „Die Vergessenen“ erlebt seine Live-Umsetzung mit 16-köpfigem Orchester live im Thalia Theater.

Wer den Hamburger Musiker und Autor Rocko Schamoni ein bisschen im Auge behält, kennt bereits seit einer Weile sein Projekt Die Vergessenen – und hat es vermutlich sogar mitbezahlt. Die Aufnahmen zur Platte, die voraussichtlich im nächsten Jahr erscheint, wurden mittels Crowdfunding der Fans finanziert. Da in der Musikindustrie die Kohle nicht mehr so locker sitzt, wendet man sich in Geldfragen lieber gleich an den Endverbraucher – der im Gegensatz zum Labelboss den Charme darin erkennt, mit großem Tamtam (sprich 16-köpfigem Orchester) eher unbekannte Perlen deutschsprachiger Unterhaltungsmusik einzuspielen. Mit dem Orchester Mirage spielt Rocko Schamoni Songs der Lassie Singers, von FSK, Manfred Krug, Hildegard Knef und vielen weiteren, in Arrangements, die den Liedern schmeicheln wollen. Für eine derart glamouröse Gala ist das Thalia Theater nur standesgemäß.

Text: Michael Weiland

 

Unorte

Der Künstler Robert Meyn präsentiert in seiner Ausstellung „Unorte“ Architekturkonzepte, Malerei und Klanginstallationen.

In seiner Werkschau werden Orte und Gegenstände neu definiert und in einen anderen Kontext gesetzt, von alten Funktionen befreit. Robert Meyn, Jahrgang 1982, hat nach seiner Ausbildung zum Schreiner und dem Besuch einer Holzbildhauerschule, Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und Freie Kunst an der Bauhaus-Universität in Weimar studiert. Seine Unorte zeigt er im Einstellungsraum e. V. – einer Initiative von Künstlerinnen und Künstlern, die Begegnungen mit zeitgenössischer Kunst und Kultur schaffen wollen. Dem Thema Automobilität und deren Ergründung durch die Kunst hat sich der Verein im Speziellen verschrieben. Das damit verbundene, diesjährige Programm „Park & Ride“ beinhaltet auch die sechste Ausstellung Unorte, die mit einer Einführung des Künstlers Utz Biesemann am 27. August eröffnet wird.

Text: Katarina Wollherr

 

East Cameron Folkcore

Laut und überwältigend: Das elfköpfige MusikerInnen-Kollektiv aus Austin, Texas, spielt seinen Protest-Core live im Knust.

Elf Freunde müsst ihr sein: Das Musikerkollektiv East Cameron Folklore kommt in Mannschaftsgröße daher und macht von seiner Überzahl Gebrauch: Der aus Blues, Punk und Folk zusammengesuchte Sound der Band ist keine filigrane Kammermusik, sondern wenig einverstandener Protest-Core, laut und überwältigend. Beim diesjährigen „South By Southwest“, dem Showcase-Festival in ihrer Heimatstadt Austin, Texas, hat die Band selbst bei abgeklärten Musikkritikern, die bisher alles gesehen und gehört zu haben glaubten, offene Münder hinterlassen, beim Publikum sowieso. Ihre deutsche Vertretung, das Hamburger Label Grand Hotel Van Cleef (Tomte, Kettcar, Young Rebel Set, Kilians, Marcus Wiebusch, Thees Uhlmann), bringt die Band noch mal für ein paar Konzerte hierher, bevor früh im nächsten Jahr ihr drittes Album Kingdom Of Fear erscheint.

Text: Michael Weiland

 

 

Les Trocks

Das ausschließlich aus Männern bestehende Ballett-Ensemble Les Ballets Trockadero de Monte Carlo aus New York City tanzt in der Staatsoper.

Männer und Ballett? Klar, da gab es so ein paar berühmte Tänzer in der Geschichte, Rudolf Nurejew etwa, George Balanchine, Vaslav Nijinsky und natürlich John Neumeier. Ansonsten kennen die Älteren unter uns den Zusammenhang Männer und Ballett eigentlich nur aus dem sogenannten Fußball-Ballett der ARD Sportschau in den 1970er und 1980er Jahren. Les Ballets Trockadero de Monte Carlo haben einen amüsanten Mittelweg gefunden. Das New Yorker Ensemble besteht aus gestandenen Tänzern, die anspruchsvolle Originalchoreographien wie Schwanensee mit voller Körperbeherrschung auf die Bühne zu bringen in der Lage sind, und die es sich aber nicht nehmen lassen, dabei auch sämtliche weibliche Rollen zu übernehmen. Gegründet wurde die Kompanie vor vierzig Jahren, seitdem trat sie in verschiedenen Inkarnationen in über 30 Ländern auf, überall frenetisch beklatscht. „Der witzigste Abend, den man im Ballett erleben kann, und merkwürdigerweise auch einer der bewegendsten“, beschied der britische Guardian den „Trocks“. Und das in der altehrwürdigen Hamburgischen Staatsoper – wie sich die Zeiten ändern …

 

Disco

Licht aus, Spot an! Werner Momsen featuring Boerney und die Tri Tops lassen mit ihrer „Disco“-Show alte Jugendzeiten wieder aufleben.

1971 wurde sie erstmals ausgestrahlt, 1982 war dann Schluss: Disco, moderiert vom ebenso charmanten wie sympathischen Ilja Richter, begann als Nachmittagssendung und wanderte aufgrund des großen Zuspruchs schnell ins Abendprogramm des ZDF. Richters Sprüche (die kumpelhafte, an das Studio-Publikum gerichtete Standard-Begrüßung „Hallo Freunde!“ oder „Licht aus! Whoom! Spot an! Jaaa …!“ zur Begrüßung des jeweiligen Stargasts) waren damals geflügelte Worte und dürften Millionen von Jugendlichen geprägt haben. Werner Momsen lässt nun den Humor und die Stimmung dieser Zeit wieder aufleben. Bei der Die Werner Momsen ihm seine Discoshow feat. Boerney und die Tri Tops gibt es ein Potpourri der schönsten, schrägsten und lustigsten Songs der 1970er Jahre, gespielt und gesungen von einer Band, die selbst Totgeglaubte wieder zum Leben erweckt.

Text: Katharina Manzke

 

Der Mann …

… in der Badewanne: Das Theater Kontraste zeigt, wie aus einem sanftmütigen Büroangestellten ein Held wider Willen wird.

Was wurde schon schön gestorben auf den Bühnen dieser Welt! Theaterblut, das auf weiße Hemden sprudelt, Körper, die sich in Krämpfen krümmen, weil vermeintliches Gift sie durchdringt … Das alles gibt es nicht im neuen Stück des Theater Kontraste. Stattdessen hockt Albert Wegelin einfach nur im lauwarmen Wasser und verweigert die Nahrungsaufnahme. Der sanftmütige Büroangestellte ist vom Pech verfolgt: Zuerst wurde er von einem Kollegen von seinem Platz verdrängt, dann ließ ihn die Freundin sitzen und schließlich wurde ihm auch noch ein Hungerstreik angedichtet. Nur weil ihm in der Kantine das Essen nicht schmeckte! Weil Presse, Freunde, Verwandte und die Politik es von ihm erwarten, hungert er weiter und wird zum Helden, der er nie sein wollte. Der Mann in der Badewanne, oder wie man ein Held wird von Lukas Linder verspricht ein komisches Stück zu werden, aber auch ein ziemlich trauriges. Leise plätschert die Tragik des Gutmenschendaseins vor sich hin. Und gerade deshalb so schmerzlich.

Text: Katharina Manzke

 

Axel Prahl

Der Darsteller von „Tatort“-Hauptkommissar Frank Thiel gastiert als Bandleader in Begleitung seines Inselorchesters im Museum der Arbeit.

Sein brummeliger Münsteraner „Tatort“-Hauptkommissar Frank Thiel ist Anhänger des FC St. Pauli, allein deswegen ist Axel Prahl in Hamburg ohnehin schon mal sehr willkommen. Im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals wird dem gebürtigen Eutiner eine Bühne für seine zweite Leidenschaft neben der Schauspielerei geboten. Mit seinem handverlesenen Inselorchester (zu dessen Instrumentarium neben Kontrabass, Schlagzeug, Klavier auch Klarinette, Geige und Cello zählt) bringt Gitarrist und Sänger Prahl die Songs seines vor über zwei Jahren gemeinsam mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg produzierten Debütalbums Blick aufs Mehr zu Gehör: Jazz, Blues, Rock und Chanson sowie die eine oder andere Cover-Version (wie zum Beispiel With a little help from my friends, Summertime oder Rio Reisers Übers Meer) – das alles unter freiem Himmel vorm Museum der Arbeit.

Text: Michael Weiland