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Selbstgerechte Bilanz unserer Wetten für 2009

 

Es ist soweit, das Jahr ist so gut wie rum. Wir können bilanzieren. Zehn Wetten hatten wir Hirten aufgetischt und lagen nicht schlecht, vor allem was die Konjunkturdaten betrifft. Die Finanzmärkte haben wir zu pessimistisch eingeschätzt und die Außenseiterwetten, bei denen wir besonders spekulativ sind, voll verloren.

Auf der Habenseite verbuchen wir: Wette eins: Wir erwarteten eine globale Rezession, „wie wir sie seit Generationen nicht mehr erlebt haben“. Dabei waren wir noch zu optimistisch: Wir rechneten mit einem Plus in Kaufkraftparitäten gemessen in Höhe von zwei Prozent, tatsächlich wurden es minus 1,1 Prozent.

Wette zwei: Massive Interventionen am Devisenmarkt. „Der Glaube an die Effizienz der Märkte wird schwinden, genau wie der Glaube, freie Märkte könnten für Effizienz sorgen. Im Jahr 2009 hat gut die Hälfte der G20 Kapitalverkehrskontrollen für das heiße Geld eingeführt, angefangen bei Brasilien über Indonesien bis hin zu Russland nach Weihnachten.

Wette vier: Die Inflation fällt im Sommer unter null Prozent. Bingo!

Wette fünf: Die EZB senkt den Leitzins bis auf ein Prozent. Bingo!

Wette sieben: Das Staatsdefizit Deutschlands erreicht drei Prozent. Bingo!

Als verloren bzw. halbwegs verloren geben wir:
Wette zwei b): Der Euro erreicht seine alte Höchstmarke bei 1,60.

Wette drei: Der Ölpreis fällt bis auf 15 Dollar.

Wette sechs: Die EZB definiert ihr Inflationsziel neu.

Wette acht: Aktien schneiden erneut schlecht ab. Allerdings lagen wir mit dem Tief von 3000 besser als mit der Gesamtprognose.

Wette neun: Bei Staatsanleihen winken weitere Gewinne.

Wette zehn: Josef Ackermann wird sich schämen, weil auch die Deutsche Bank vom Staat gerettet werden muss.

Ok, Ackermann, Inflationsziel und Ölpreis waren die Harakiri-Wetten. Bei den Finanzmärkten, das werden Sie sehen, wenn Sie die Prognosen für 2010 lesen, bleiben wir dabei: Aktien sind zu teuer, Staatsanleihen attraktiv.

Einen guten Rutsch

wünscht
Ihr Robert Heusinger

1 Kommentar


  1. Drei bis vier Gewinner unter zehn Prognosen sind akzeptabel für ein nicht nur finanziell, sondern auch politisch völlig unberechenbares Jahr. Ein 1,60-Euro wäre wohl das Schlimmste gewesen, was unserer Exportindustrie hätte passieren können — es sei denn, das Öl wäre gleichzeitig auf die prognostizierten 15 Dollar gesunken. Zum Glück traf keines von beiden ein. Unser 1,43-Euro bei 80-Dollar Öl ist ja auch ganz nett.

 

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