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Europa ist gerettet!

 

Eine kleine Zusammenstellung der Nachrichten dieses Tages: Die Lage am Geldmarkt entspannt sich, die Renditeaufschläge schrumpfen, Spanien kündigt ein Sparprogramm ab.

Das alles bedeutet nicht, dass das Paket die strukturellen Probleme der Währung löst, aber dazu ist es ja auch nicht da. Es sollte den unmittelbar bevor stehenden Kollaps der Währungsunion verhindern und Liquiditätsengpässe bekämpfen.

Ich würde sagen: Das ist gelungen! Ein Hoch auf Nicolas, Jean-Claude und endlich auch Angie!

20 Kommentare

  1.   keiner

    Ich empfehle ein mildes Depressivum bei soviel Hochstimmung. Im Ernst: Ich würde an ihrer Stelle meinen Dealer in die Wüste schicken…

    youtube.com/watch?v=4W5CN_dbj68

  2.   JMQ

    „Die Lage am Geldmarkt entspannt sich, die Renditeaufschläge schrumpfen, Spanien kündigt ein Sparprogramm ab.“
    Nicht zu vergessen: Edelmetallhändler in Deutschland und angrenzenden Regionen sind seit Montag Mittag völlig Ausverkauft. Also nochmals: Danke Angie!
    http://www.westgold.de

  3.   Michael

    Ja, ich würde dem französischen Leichtfuß empfehlen zurückzutreten. Ein EZB-Präsident, dessen Worte eine Halbwertzeit unter 24 Stunden haben, ist nicht vertrauenswürdig. Rücktritt gestern, nicht morgen. Wie gelungen die „Rettung“ ist zeigen die Wechselkurse gegen alle Weltwährungen und den Goldpreis, zuzüglich des Ölpreises in Euro. Und das bedeutet „Inflation“, als Geldentwertung. Dagegen hat die EZB zu handeln, nicht zu faseln, das Gewäsch, was die absondern nimmt ohne Führungswechsel niemand mehr ernst.

  4.   Christian Wagner

    Das Hugo-Müller Vogg immer voll des Lobes bzgl. Angie ist, war klar. Dass er nun auch über die Bloggerszene Unterstützung bekommt, ist mir neu. Aber Herr Schieritz, sehen Sie es so: in Zukunft werden müssen Sie ihre bunten Pillchen mit Gold bezahlen, Papiergeld will be not accepted!

  5.   bluesea

    …das alles aber nur auf Kosten der Missachtung der no-bail out clause, einem Grundpfeiler der EWU. Wenn das jetzige Paket funktioniert, dann ja nur weil die Märkte davon ausgehen, dass die Verbindlichkeiten eines Euro-Landes nunmehr als gemeinsame Verbindlichkeiten der gesamten Euro-Zone wahrgenommen werden. Damit sind wir bei der stärksten Form der fiskalischen Koordination angelangt, einem einzigen euro-weiten Budget. Dies, und nicht so sehr der erstaunlich hohe Betrag des Hilfspakets, ist für mich der entscheidende Punkt. Finde es schockierend, wie Politiker sich einfach gegen das Gesetz stellen können.


  6. herr schieritz, hatten sie im mom nicht babypause? kümmern sie sich ums kind! ;=)(ich wollte sowas hätte es schon vor 20 jahren gegeben)

    ob europa durch diese massnahmen gerettet ist ( kurzfristig würde ich ihnen zustimmen) werden die nächsten jahre zeigen! nach dem theater unserer politischen laienspielschar wird misstrauen noch lange im markt bleiben. im übrigen fällt mir gerade ein, das ich mit dem hirten lindner vor ca. einem halben jahr über staatsbankrotte diskutiert habe. ich wollte sie damals nicht ausschliessen. herr lindner, wenn sie mitlesen, was meinen sie denn nun? wir sind ja nun alle ein halbes jahr klüger… mfg jz


  7. Übrigens, auch wenn ich über die Leistungsbilanz der Eurozone und insbesondere der Eu-Südlander nicht glücklich bin, so soll man nicht vergessen, dass die USA (neuste Zahlen) schon wieder auf einem langfristigem Niveau von 40Milliarden Dollar Handelsbilanzdefizit pro Monat angelangt ist, während die Eurozone bei 8Milliarden Euro Minus rumdattelt. Sofern das USA-Defizit nicht, wie in den Jahren 2001 bis 2007, vom Finanzkasino ausgeglichen wird, besteht für den Dollar gegenüber dem Euro ein Abwertungsbedarf. Langfristige USA Staatsanleihen zu den extrem niedrigen Zinsen zu kaufen, macht absolut keinen Sinn. Da sind Euroland-Staatsanleihen, wie ja mittlerweile von uns allen garantiert werden, 20mal besser. Auch wenn ich selber keine kaufen würde, höchstens inflationsindizierte.


  8. Konsequenzen des Euro-Beschlusses:

    -Nun sitzen wir in einem Boot.
    -Ein einzelner Euro-Staat kann nicht mehr Pleite gehen (Gesamtpleite nicht ausgeschlossen).
    -Alle Staatsanleihen im Euroland haben damit de Fakto den gleichen Wert.
    -Alle haben nunmehr den Zugriff auf die Gelddruckmaschine.
    -Der Beschluss, auch wenn er angeblich nur für 3Jahre gelten soll, ist nicht mehr rückgängig zu machen.
    -Nunmehr müssen wir solidarisch sein.
    -Wir müssen verhindern, dass die Eurozone zu einer Transferunion mit zwangsläufiger Abwärtstendenz wird.
    -Hierzu müssen die Südlichen Länder inkl. Frankreich die Leistung steigern, wir und Holland den Binnenkonsum.
    -Die Leistungsbilanzen werden das wesentliche Kontroll- und Steuerungsinstrument.
    -Wir müssen verhindern, dass das Euro-Geldsystem kaputtgeht.
    -Hierzu müssen wir als erstes eine Euro-Finanztransaktionssteuer einführen,
    – Hiermit wird dem Finanzkasino im Euroraum die Basis entzogen und das Volumen der Transaktionen um ca. 95% zurückgeführt.
    – Hierzu brauchen wir keine Abstimmung mit anderen Währungsräumen.

  9.   Henry Kaspar

    Das alles bedeutet nicht, dass das Paket die strukturellen Probleme der Währung löst, aber dazu ist es ja auch nicht da.

    Die muessen dann allerdings umgehend geloest werden. Vorher ist nichts gerettet, nur ein bisschen Zeit gekauft.

    Zum Glueck geht Zapatero’s Ankuendigung heute schonmal in die richtige Richtung. Nicht in die richtige Richtung geht hingegen dass D und F der EU-Kommission (oder einer anderen supranationalen Institution) kein Billigungsrecht beim Haushalt zugestehen wollen.

  10.   Antizipationspartizipator

    Was ist das nur für ein Blog geworden: hier kann innerhalb von drei Tagen die (Euro-)Welt untergehen (R. v. Heusinger: blog.zeit.de/herdentrieb/2010/05/09/
    letzte-chance-fur-den-euro
    ) und gerettet werden.

    Aber gut, die Hyperbel (Übertreibung) scheint ja auch irgendwie die zentrale Figur der Finanzkrise — und aller verwandten Themen — zu sein.
    Wäre gut, wenn die Politik daraus mal eine Lehre ziehen würde. Auf die eine Übertreibung mit einer anderen Übertreibung zu antworten ist keine kluge Reaktion.

 

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