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Die Chicago-Boys entdecken die Ungleichheit

 

Ich habe es zusammen mit dem Kollegen Marc Brost schon vor einiger Zeit geschrieben, Raghu Rajan, Ex-Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds und seines Zeichens freshwater Ökonom aus Chicago sieht es ähnlich:

„of every dollar of real income growth that was generated between 1976 and 2007, 58 cents wenth to the top 1 percent of households“

zitiert Martin Wolf aus Rajans neuem Buch, und weiter:

„the political response to rising inequality was to expand lending to households, especially low-income ones“

Weil die Amerikaner kein ordentliches Geld mehr verdienen konnten, hat man ihnen Kredite aufgeschwatzt, um die Nachfrage dort (und letztlich in der ganzen Welt) irgendwie aufrechterhalten zu können. Wie man es dreht und wendet: Die durch praktisch alle Analyse bestätigte wachsende Ungleichheit ist nicht nur ein moralisches Problem, sondern eine wesentliche Ursache unserer Kalamitäten.

Deshalb: Nicht in der Bankenregulierung, sondern in der Marko- und Verteilungspolitik liegt der Schlüssel zur Verhinderung künftiger Krisen.

28 Kommentare

  1.   Michael

    exakt, so ist es.


  2. Das kumulierte Leistungsbilanzdefizit der USA beträgt seit 1962 7715Mrd. und es ist darin ein Zinszufluss!!! von 1339Mrd. enthalten. Außerdem werden die Nettoauslandsschulden mit 2,7Billionen anstatt mit über 10Billionen, wie sie sich laut Leistungsbilanzen inkl. fälliger Zinszahlungen ans Ausland hätten ergeben müssen, ausgewiesen. Es lebt sich doch recht gut, wenn andere die Quittung bezahlen. Neben den reichen Wallstreetmanagern ist doch auch genügend für die breite Masse abgefallen. Der größte Fehler für die USA wäre die Schließung des Finanzkasinos.


  3. „Nicht in der Bankenregulierung, sondern in der Marko- und Verteilungspolitik liegt der Schlüssel zur Verhinderung künftiger Krisen.“

    Naja, ob man das Kategorische dieses Fazits teilen muss, weiß ich nicht. Wahrscheinlich stimmt es, dass eine ausgewogenere Einkommens- und Vermögensverteilung für höheres ausbalanciertes Wachstum notwendig ist.

    Aber die seit dem Ende der 1970er inmmer laxer werdende Finanzmarktregulierung (bzw. das Nicht-Schritthalten der Regulierung mit den durch IT-Fortschritt möglichen Entwicklungen in dieser Branche) ist wohl doch auch eine Stellschaube, an der es zwecks Vermeidung weiterer Krisen zu drehen gilt.


  4. @ Jonas:
    „… dass eine ausgewogenere Einkommens- und Vermögensverteilung für höheres Wachstum notwendig ist“

    Stimmt, aber vor allem bedarf Wachstum der Sicherheit und Zuversicht. Unsicherheit ist der größte Feind des Wachstums. Solange die gegenwärtige Unsicherheit anhält, wird keine Firma die während der Krise angesammelten Milliarden in neuen Investitionen anlegen.

  5.   Christian Wagner

    Problem: das machen Sie mal einer atheistischen Ossitante, einem schwulen Rechtsanwalt, einem asiatischen Findelkind und einer Zahnarztgattin klar -> Impossible!

  6.   Thomas Müller

    @Christian Wagner 5
    Ich bin wahrlich kein Fan der aktuellen Regierung, doch wieso ist eine atheistische Frau aus Ostdeutschland Ihres Erachtens weniger geeignet, eine Regierung zu führen als…ja als wer? Und ob ein Rechtsanwalt schwul ist oder nicht, spielt m.E. ebenfalls keine Rolle. Halten Sie schwule für grundsätzlich ungeeignet, politische Entscheidungen zu treffen?

  7.   keiner

    Uiii, die pc-Polizei ist unterwegs! Jetzt aber nur Neusprech und Gutdenk bitte hier, sonst geht’s zur Umerziehung.

  8.   Christian Wagner

    @Thomas Müller:

    schauen Sie sich mal „Neues aus der Anstalt“ an, informieren Sie sich bitte mal bisschen über den Lebenslauf insbes. von unserem Guido, und Sie wissen, warum das so persifliert wird, Stichwort: „Mit mir hat früher keiner gespielt, jetzt kann ich es euch heimzahlen!“ (frei nach Urban Priol).

  9.   Thomas Müller

    Ich halte die Schwulenwitze über Guido schlicht für unsinnig und kontraproduktiv. Seine Politik wäre kein Stück besser, wenn er heterosexuell wäre und dass Angie Atheistin ist, bezweifel ich, würde es aber grundsätzlich begrüßen. Diese Anfeindungen auf persönlicher Ebene lenken nur von den eigentlichen Themen ab. Dass früher keiner Mit Guido gespielt, hat mag sein. Dass er deswegen so ist, wie er ist, denkbar. Und nun? Hatte er damals keine Freunde, weil er als Kind schwul war?? Werden heterosexuelle, beliebte Kinder später die besseren Politiker?

  10.   Christian Wagner

    @Thomas Müller

    Ich klinke mich bei Gute-Menschen-Diskussionen aus.
    Fakt ist: Angi ist Atheistin und kommt aus Meck-Pomm, Guido ist schwul und von der Ausbildung Jurist, unser Bundesgesundheitsminister ist ein asiatisches Adoptivkind und Frau Homburger ist Gattin eines Arztes.
    Alle zusammen werden / wollen nicht das verstehen, was Ursache der ganzen Kreditkrise ist.

    Geht es Ihnen nun besser?

 

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