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Kiesewetters mysteriöses Treffen – Das Medienlog vom Dienstag, 8. Juli 2014

 

Erneut gibt es einen Bericht über rechte Strukturen im Umfeld der 2007 erschossenen Polizistin Michèle Kiesewetter. Das spätere Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) hatte fünf Tage vor ihrem Tod Kontakt mit dem Bruder eines Neonazis in ihrer Heimatstadt Oberweißbach, wie Franz Feyder in den Stuttgarter Nachrichten berichtet. Bei dem Mann handelte es sich um einen Freund aus Kindertagen. „Das Umfeld des Kindergartenfreundes spielte offenbar keine Rolle“, als die Ermittlungen ins Laufen kamen, schreibt der Autor.

Beamte des Bundeskriminalamts luden den Bruder Steve K. allerdings zur Befragung. Er war Mitglied einer Rechtsrock-Band und sympathisierte möglicherweise mit dem rechten Netzwerk Blood & Honour. In diesem waren auch die mutmaßlichen NSU-Mitglieder Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt organisiert.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Eine Vorschau auf die Zeugen, die in dieser Woche aussagen, gibt Kai Mudra in der Thüringer Allgemeinen. Holger Schmidt vom SWR vermeldet unterdessen, dass die für Donnerstag geladene Großmutter von Beate Zschäpe nicht kommen kann.

Das nächste Medienlog erscheint am Mittwoch, 9. Juli 2014.

12 Kommentare

  1.   Miro

    ………………….sehr übler nachgeschmack.

    das image der polizei wird in einem solchen konsens wunderbar transparent.
    wer solch einen umfeld hat, ist meistens schon verloren im geistigen und in der pflicht die demokratie zu schützen.

    es kann alles nur besser werden, hoffen wir alle vom ganzen herzen und mit viel verstand, die sich bitte auch in die mitte der gesellschaftlichen strukturen einpendeln sollte……

  2.   Schwachsinn

    Versucht man jetzt krampfhaft, irgendeine Verbindung herzustellen ? Die Frau wurde ermordet und jetzt guckt man sich die Verwandtschaft von allen Menschen an, mit denen Sie in Ihrem HEIMATORT (!) Kontakt hatte ? Jetzt sind schon die Verwandten der Kindergartenfreunde der Ermordeten ins Visier der Ermittler geraten ? Man müssen die verzweifelt sein.

    Ziemlich unglaubwürdig, die ganze Sache.


  3. Der ganze Kiesewetter-Mordfall stinkt zum Himmel.

    Zur Erinnerung: Uns wird dieser Mord immer noch als quasi „Zufallsmord“ verkauft, ungefähr so: Die bösen NSUler wollten einfach irgendeinen Streifenwagen überfallen, um an Waffen zu kommen, die Identität der Ermordeten spielte überhaupt keine Rolle.

    Dass das nicht stimmen kann, zeigt aber eine höchst interessante Aussage des Patenonkels von Kiesewetter, der selbst Polizist ist, und acht Tage nach dem Mord ausgesagt hat, seiner Meinung nach bestehe ein Zusammenhang zu den bundesweiten „Türkenmorden“. Das passt vorne und hinten nicht zur „official version“ – als ihn später Journalisten bspw. vom bayrischen Rundfunk zu dieser höchst merkwürdigen Aussage befragen wollen, will er sich dazu partout nicht mehr äussern.

    Selbst wenn sich die Gerüchte um die Anwesenheit von US-Geheimagenten am Tatort nicht bestätigen sollten; die „official version“ bei diesem Mordfall stinkt gewaltig – und nicht nur bei diesem.

    http://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/dossiers-und-mehr/nsu-polizistenmord102.html


  4. Also, ich könnte auch nicht meine hand dafür in’s Feuer legen, dass nicht eine meiner ca. 500 Facebook-Bekanntschaften einen Bruder / eine Schwester hat, die mit rechtsradikalen Organisationen (oder Linksradikalen, christlichen Fundamentalisten, Islamisten oder sonstigen Leuten mit fragwürdiger Weltanschauung) sympathisiert.
    Ob das etwas über mich und meine politischen Überzeugungen aussagt? Wohl kaum!

  5.   Jadric

    Ich behaupte mal da wird gerade eine mögliche Verbindung an den Haaren herbeigezogen.

    Die gesamte Gegend um Oberweißbach bzw. generell der Thüringer Wald ist durchzogen mit Rechtsextremen und Sympathisanten. Folge ist das man automatisch Kontakt zu solchen Personen haben muss(!) wenn man dort aufwächst, sei es durch den gleichen Schulweg, Nachbarschaft oder aufgrund der Tatsache das das jeweilige Dorf ausstirbt und sich nur fünf Jugendliche dort befinden. Genauso ist die Gegend für ihr florierendes Drogenmilieu bekannt. Daher würde es mich nicht wundern wenn Ihr (Frau Kiesewetter) über kurz oder lang Verbindungen zu einer Methküche bescheinigt werden.


  6. …dass die Polizei „im Zweifel rechts“ agiert, das sieht man ja bei zig Gelegenheiten. Und dass dort eine Menge sozialisierter Schläger ihr Unwesen treiben sieht man ebenfalls an Beispielen wie jüngst wieder einmal in Berlin.

    Und dass wiederum in so einem Umfeld auch „halbseidene“ Kontakte zu diesem und jenem führen, möglicherweise auch im Fall Kiesewetter… Überraschung!

  7.   Peter

    „Kontakt mit dem Bruder eines Neonazis“

    Sehr mysteriös, da spricht die K. einfach so und gemäß verlinktem Bericht auch noch echt zufällig und auf dem Marktplatz (sehr mysteriös!) mit einem Kindergarten- oder eher Schulfreund ohne sich um dessen vermeintlich ziemlich rechten Bruder zu scheren?

    Und das sind „rechte Strukturen“ im Umfeld einer Person?
    Na, dann müssen wir wohl alle etwas aufpassen beim nächsten Klassentreffen.


  8. Es ist vollkommen abstrus, zu behaupten Kiesewetter sei wahllos erschossen worden. Verbindungen zu den Nazi-Terroristen gibt es gleich mehrfach aus Kiesewetters Herkunft und Umfeld. Eine plausible Erklärung wäre, dass Kiesewetter dem NSU auf der Spur war, die schlechtere Möglichkeit wäre, dass sie involviert war.
    Aust und Laabs haben die Verbindungen recherchiert und eine ganz klare Position:
    „Dass die beiden Bereitschaftspolizisten nur Zufallsopfer waren, wie die Bundesanwaltschaft behauptet, ist von allen denkbaren Varianten die unwahrscheinlichste.“
    http://www.heise.de/tp/artikel/41/41980/1.html


  9. Da gibt es nur eine Alternative: Für alle Rechten, die rechtskräftig verurteilt werden, wird die Sippenhaft bis in die Verwandtschaft 2. Grades.

    Sinngemäss wird für den Freundeskreis – ebenfalls bis in den 2. Verwandtschaftgrad – ein Kontaktverbot eingeführt.

    Wie, der Neo-Nazi war nicht verurteilt? Auch kein Problem, bei Neonazis ersetzt das gesunde grün-linke Volksempfinden das Urteil. Quasi „so tun als ob“ …

  10.   C.

    Diese Frau wurde kaltblütig erschossen und ihr Kollege hat nur knapp überlebt und da erdreisten sich hier irgendwelche Verschwörungstheoretiker abstruse Dinge abzuleiten. Nach Jahren. In welcher Welt lebt ihr eigentlich ? Normalerweise sollte nur Trauer für alle Opfer dieser fehlgeleiteten Menschen da sein.

 

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