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Keine Berichte zum NSU-Prozess

 

Auch am Freitag, 15. August, gibt es keine Berichte in den deutschen oder englischsprachigen Onlinemedien.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Das nächste Medienlog erscheint am Montag, 18. August 2014.

14 Kommentare

  1.   Optimist

    Entgegen anderslautenden Gerüchten findet man jeden Tag Berichte zum NSU in deutschsprachigen Online-Medien. Heute: Interessante Details zum NSU-Bekennervideo.
    In dem Bekennervideo wird u.a. die Blechdose gezeigt, in der der Attentäter aus der Probsteigasse die Bombe versteckt hatte.
    Zitat: „Das wichtigste Indiz ist allerdings die ausführliche Dokumentation der Tat im dem Bekennervideo. Dort ist die Stollendose zu sehen, kommentiert mit den Worten ‚das kleine Bömbchen‘. Stolz weisen die Macher des Films darauf hin, dass das Opfer im künstlichen Koma liegt.“
    Wer das Video hier anschaut bekommt die rote Stollendose und die Worte „Das kleine Bömbchen“ etwa bei 1:10 min zu sehen. Interessant ist nun die schwarz-weiße horizontale Leiste unter der Dose, die in der gleichen Einstellung ebenfalls zu sehen ist. Was ist das? Nun, es ist ein Lineal, wie es beim Fotografieren mit ins Foto genommen wird, wenn die Größe eines Objekts dokumentiert werden soll. So macht das u.a. die Polizei bei Asservatenfotos, auch im Fall dieser Dose bzw. des wiederbeschafften Objekts (das Original war ja explodiert).
    Da haben die Macher des Videos wohl etwas geschludert, als sie sich die Fotos nicht von den Tätern, sondern (weil es näher lag) von der Polizei besorgt haben.
    Dass diese Herkunft der Fotos eine reale Möglichkeit ist, habe ich hier im Blog vor einigen Tagen behauptet.

  2.   Karl Müller

    Lieber Optimist,

    da haben Sie genau hingesehen. Es handelt sich eindeutig um bei der Beweissicherung benutzte Klebemaßlineale!

    Allerdings ist es auch kein Hexenwerk solche zu beschaffen. Ungewöhnlich allerdings wenn angebliche Täter ihre Tatmittel so vermessen, das ist mir bisher noch nicht untergekommen, wozu auch?

    Das siehr garnicht gut aus und stützt eher Ihren Eindruck.

  3.   bekir_fr

    Selbst die sog. „Mainstream-Medien“ hatten schon früh – wenige Tage nach dem 4.11.11 – sich über „Die Rätsel von Zwickau“ gewundert:

    „Die Hitze des Feuers in der Terroristen-Wohnung ließ Waffen schmelzen – doch die DVDs mit dem Bekennervideo sollen unversehrt geblieben sein. Die Rechtsradikalen hätten Beweismittel vernichten können – doch sie bewahrten sie auf. Viele Details in dem Fall lassen die Ermittler ratlos zurück.“
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/ermittlungen-gegen-neonazi-terroristen-die-raetsel-von-zwickau-a-797771.html

    Die Rätsel wurden nicht aufgelöst, sondern es kamen neue hinzu.
    Warum keinerlei Bekennerschreiben (die 2 Worte „Ausläner raus“ hätten das braune Anliegen ausreichend vorm offensichtlichen Verkanntwerden bewahrt)?
    Warum stattdessen den technisch aufwändigen Film produzieren, der aber ebenfalls jahrelang nicht verteilt wird? Bzw. nicht vermarktet wurde wie das bescheuerte Progromly-Spiel, wo angeblich eine finanziell bedürftige Terrorgruppe nach Art einer Schulkinder-Bastelgruppe werkelte, um die Almosen wohlgesinnter Sponsoren zu erbetteln?

    Warum „verreiste“ Zschäpe nicht unauffällig, d.h. mit sicherem Vorsprung vor der Polizei (und mit ein paar „Müllbeuteln“ Beweismitteln zur Entsorgung), sondern mit einem auffälligen Brand, der die Aufmerksamkeit der ganzen Bevölkerung ab den Abendnachrichten auf sie lenken musste?

    Warum sollte sie die Wohnung abfackeln zwecks Beweisvernichtung (darunter ein Teil der sinnlos gehorteten DVDs), wenn sie zugleich den anderen Teil der DVDs mit auf die Flucht nimmt und so sorgsam verteilt, damit garantiert kein Empfänger (und sie selbst auch nicht mehr!) im Alleingang das Bekanntwerden des „Beweisarchiv-Films“ noch verhindern kann?

    Beim Zwickauer Brand scheiden sich am deutlichsten die Geister: die immer noch wirklich kritisch gebliebenen von denen, die nach anfänglicher Neugier sich jetzt nach neuen Schlagzeilen sehnen und beim abgevesperten NSU-Thema jetzt nur noch ein zügiges hartes Urteil (notfalls halt bloß für die Brandstiftung) als Dessert vertragen.

    So hat beim SPIEGEL längst dessen Oberkriminalistin Friedrichsen entschlossen sich über alle Zweifel hinweggesetzt und verkündet, dass die (Brandstifungs-)Täterschaft Zschäpes „mittlerweile außer Frage“ stehe. Voller Bewunderung schilderte sie im Januar 2014 den anschaulichen Bericht des Brandsachverständigen – doch was gab der eigentlich inhaltlich her? Klärung der Ungereimtheiten? Oder nur die Allgemeinplätze, die der SPIEGEL aufzählt: „Benzin entzündet sich nicht selbst“ – „unterbrechungsfreie Luntenspur vom Benzin bis zur Wohnungstür nötig gewesen“?
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-prozess-sachverstaendiger-zum-brand-in-zwickau-a-943725.html

    In der Paulchen-Panther-DVD steckt viel fachmännische Arbeit. Und als ob jemand sich für kollegiale Hilfe bedanken wollte, tauchen Gesichter und Daten der (damals noch lebenden und zur Fahndung ausgeschriebenen) Böhnhardt und Mundlos in gleich zwei „Profi-Filmen“ auf:
    Mit Fernsehkrimis von ARD und ZDF müssen es auch beidesmal ausgerechnet öffentlich-rechtliche Sender sein – als ob in die NSU-Geschichte nicht schon genug „öffentlich-rechtliche Stellen“ verwickelt wären.
    Bei manchen „Pannen“ zweifelt man nicht nur am „Zufall“ und hält nicht nur das Ereignis für geplant, sondern möchte fast glauben, auch die öffentliche Wahrnehmung als „Panne“ sei gewollt gewesen.

  4.   the good kkkop

    @1 :
    Das Linial ist gemalt, kein Foto sondern eine skizzenhafte Darstellung. Sehen sie sich die Markierungen darauf an, auf der linken Seite sind die ganz schön verrutscht.

  5.   Karl Müller

    @ 4. Nein, das ist Klebeband von der Rolle, schlecht aufgeklebt.

    Die Frage ist hier nur ob es wirklich von einem asservierten Vergleichsgegenstand stammt, oder ob die „Filmproduzenten sich hierzue eine Rolle solchen Materials verschafft haben!

    Im ersten Fall wäre es Material aus den Ermittlungsunterlagen…

  6.   Optimist

    @4
    „Das Linial ist gemalt…“
    Ich verstehe nicht ganz, was sie damit aussagen wollen.
    Das meiste in dem Film ist „gemalt“, denn es handelt sich ja um einen Zeichentrickfilm. Auch die Stollendose ist kein Foto mehr, sondern anscheinend mit einer Software von einer Fotovorlage herunter in den Zeichentrickstil übertragen. Dabei ist das Lineal mit hinein gerutscht.
    Warum sollte jemand ein Lineal in die Einstellung hineinmalen, der dieses nicht auf einer Fotovorlage vorgefunden hat? Was würde es bedeuten, wenn es „eine skizzenhafte Darstellung“ wäre?
    Das Lineal stützt so oder so die Vermutung, dass das Video u.a. auf Polizeifotos basiert und nicht auf Material, das exklusiv nur den Tätern und ihren Komplizen zur Verfügung stand.

  7.   Optimist

    @2
    „da haben Sie genau hingesehen….“
    Ich habe auf der Suche nach Informationen nur einen Hinweis eingesammelt und dann genau nachgesehen (so wie Sie auch). Das Gute daran ist, dass die Existenz des Videos von der Anklage nicht bestritten, sondern als Beweismittel behandelt wird, und dass die Beobachtung im Video für sich spricht, wenn es darum geht seinen Beweiswert einzuschätzen: Sie müssen mir nichts glauben und ich muss demjenigen nichts glauben, von dem ich den Hinweis habe. Trotzdem können wir jetzt besser erkennen, dass das Video kaum das ist, wofür man es ausgibt.

  8.   Thomas Melber 101

    Ist denn die Urheberschaft des Videos (Idee, Skript, Ausführung, Vervielfältigung, u.a.) überhaupt zweifelsfrei festgestellt worden?

  9.   Karl Müller

    @7.

    ja schon fragwürdig warum solche Fehler durchrutschen, ich habe jedenfalls noch keinen Täter erlebt der sein Tatmittel mit in der Kriminaltechnik üblichen Vermessungshilfen kennzeichnet!

  10.   the good kkkop

    @5&6 :
    Da ist eine weisse Linie mit ein paar Tupfen drauf zu sehen, wobei die links nicht mal richtig drauf liegen. Geht bei euch als Foto durch, ok.

 

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