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André E. und das Rockermilieu – Das Medienlog vom Montag, 29. September 2014

 

Für das NSU-Trio gelten der Angeklagte André E. und seine Frau als wichtige Helfer, die das Leben im Untergrund unterstützten. Anhand von Dokumenten zeigt die Journalistin Andrea Röpke im Blog Blick nach Rechts, dass E. in der rechten Szene Sachsens ein umfangreiches Netz aus Kontakten geknüpft hatte, die das Bundeskriminalamt bestenfalls widerwillig überprüfte. Dazu gehört ein Rockerclub, dessen Mitglieder ihrerseits an Veranstaltungen von rechten Gruppen teilnahmen. Die Bundesanwaltschaft gehe indessen davon aus, dass Kontakte des Trios nach 2000 abrissen.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Menschen aus seinem Umfeld hätten die Ermittler „allzu glimpflich behandelt“, manche wurden gar nicht vernommen, heißt es in dem Bericht. „Andere kamen mit Gedächtnislücken und eigener Verharmlosung davon“, beschreibt Röpke die Vernehmungen. Die verdächtigten Personen stünden „heute fast alle noch in direkter Verbindung zueinander“.

Beate Zschäpe erhielt Ende August Besuch von ihrer Mutter und ihrer Großmutter, wie die Nachrichtenagentur dpa meldete.

Gegen den Thüringer Neonazi Tino Brandt, der vergangene Woche im NSU-Prozess ausgesagt hatte, wird laut einem Bericht der Thüringer Allgemeinen voraussichtlich noch in diesem Jahr Anklage wegen Kindesmissbrauchs erhoben. Brandt war im Juni verhaftet worden, wodurch seine Aussage im Prozess zeitweise gefährdet schien.

Das nächste Medienlog erscheint am Dienstag, 30. September 2014.

2 Kommentare

  1.   fliegenklatsche

    Was bitten soll man denn nun glauben können?
    Hatte E. das Trio bis zu letzt unterstützt oder nicht?

    Zitat Die Zeit “ Die Bundesanwaltschaft gehe indessen davon aus, dass Kontakte des Trios nach 2000 abrissen.“

    Zitat Blick nach Rechts:“Gemeinsam mit seiner Ehefrau hatte Eminger bis zuletzt den wohl engsten Kontakt zum untergetauchen NSU-Trio.“

    Ich hab auch mal BNR und NSU Watch gelesen mus aber echt die Frage stellen ob wirklich sachlich berichtet wird?

    Kinderschänder und Nazis sind das wohl das was am Emotionalsten beurteilt wird, soll nicht heißen das ich eins von beiden oder beides gutheißen kann.

    Aber ob das Glas halb voll oder halb leer ist ist egal, das Ergebniss und der weg zählen.

    Genauso bei Rechten Demos, die meiste gefahr geht von den Gegendemonstranten aus die alles nur verschlimmbessern.

    Enttäuschung ruft dieser fall sicher auf allen Seiten aus, sollte man dann das beste daraus machen.
    ___________________________
    Editiert. Schreiben Sie bitte keine Namen aus, die im Artikel abgekürzt sind.

  2.   Optimist

    ”Die Bundesanwaltschaft gehe indessen davon aus, dass Kontakte des Trios nach 2000 abrissen.”
    Das ist ganz sicher nicht richtig, denn Susann and André E. gingen bis zum allerletzten Tag in der Frühlingsstraße ein und aus. Datenträger von E. sind teilweise Kopien der im Brandschutt gefundenen Platten. Das nach den Beschreibungen einer Nachbarin erstellte Phantombild der „Frau mit den Katzenkörben“ am Brandtag passt z.B. hervorragend auf Susann E, weshalb es wohl nirgendwo (außer bei …) abgedruckt wird. E.s und die Bewohner der Frühlingsstraße sind schwer voneinander zu unterscheiden!
    Es deutet alles darauf hin, dass die ach so mysteriöse Sachlage letztlich viel klarer ist als behauptet. Nur mit sehr viel zusätzlichem Bühnennebel ist sie allerdings mit der Anklageschrift in Übereinstimmung zu bringen…

 

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